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A1Verbformen und Modalverben13 Min. Lesezeit

to be — am, is, are, Kurzformen, Verneinung und Fragen

Die Formen von to be, die Kurzformen im Alltag und die Sätze, in denen Deutschsprachige stattdessen have sagen.

Das kannst du danach

  • Du bildest am, is und are in Aussage, Verneinung und Frage sicher.
  • Du benutzt die Kurzformen so, wie Muttersprachler sie tatsächlich sprechen.
  • Du erkennst die Sätze, in denen das Deutsche haben sagt und das Englische to be verlangt.
  • Du kennst die britisch-amerikanischen Unterschiede rund um to be.

Warum to be das wichtigste Verb des Englischen ist

to be ist das häufigste Verb der englischen Sprache und gleichzeitig das unregelmäßigste. Es hat drei Formen in der Gegenwart statt der üblichen zwei, es bildet Verneinung und Frage ohne Hilfsverb, und es taucht in Konstruktionen auf, in denen das Deutsche ein ganz anderes Verb verwendet. Wer to be beherrscht, hat einen erheblichen Teil des Alltagsenglischen abgedeckt.

Das Verb hat drei Aufgaben. Erstens verbindet es ein Subjekt mit einer Eigenschaft oder Zuordnung: I'm a teacher, the coffee is cold. Zweitens ist es Hilfsverb für die Verlaufsformen, ohne die das Present Progressive gar nicht existiert: she is working. Drittens trägt es das Passiv: the door was closed. Die erste Aufgabe lernst du auf A1, die anderen beiden kommen später — aber alle drei stehen und fallen mit denselben Formen.

Die Formen: am, is, are

Es gibt genau drei Formen in der Gegenwart. am gehört ausschließlich zu I. is gehört zu he, she, it und zu jedem Nomen im Singular. are gehört zu you, we, they und zu jedem Nomen im Plural. Für you gilt are auch dann, wenn nur eine Person gemeint ist, denn das Englische unterscheidet nicht zwischen du und ihr. Welche Pronomen es überhaupt gibt, steht bei den Personalpronomen.

Im gesprochenen Englisch stehen fast immer die Kurzformen. I'm, you're, he's, she's, it's, we're, they're. Die Langform wirkt in einem normalen Gespräch entweder betont oder steif: I am tired heißt, dass du es besonders hervorhebst. Wer durchgehend Langformen benutzt, klingt nicht korrekter, sondern fremd. Nach einem Nomen funktioniert die Kurzform genauso: My brother's a nurse. Das ist kein Genitiv, sondern ein zusammengezogenes is — ein Unterschied, den das Genitiv-s genauer aufschlüsselt.

PersonLangformKurzformVerneinung
II amI'mI'm not
youyou areyou'reyou aren't / you're not
he / she / ithe ishe'she isn't / he's not
wewe arewe'rewe aren't / we're not
theythey arethey'rethey aren't / they're not

Verneinung: not kommt direkt hinter das Verb

to be braucht für die Verneinung kein Hilfsverb. Das not steht einfach dahinter: I am not ready. She is not at home. They are not coming. Das unterscheidet to be von allen Vollverben, die dafür do brauchen, wie es die Lektion zur Verneinung zeigt. I don't be tired ist deshalb kein leichter Fehler, sondern ein grober — die Form existiert im Standardenglischen nicht.

Für die Kurzform gibt es zwei Wege, und beide sind richtig. Entweder ziehst du das Verb zum Subjekt (she's not, they're not) oder das not zum Verb (she isn't, they aren't). Der Unterschied ist eine Nuance der Betonung: she's not here betont eher das not, she isn't here klingt neutraler. Nur bei der ersten Person gibt es keine Wahl, denn amn't existiert nicht. Es heißt I'm not, immer.

Genau diese Lücke bei am führt zu einer Kuriosität. Im Anhängsel heißt es aren't I: I'm late, aren't I? Grammatisch ist das eine Notlösung, und trotzdem ist es die einzige übliche Form im britischen Englisch. Wie solche Anhängsel funktionieren, klärt die Lektion zu den question tags.

Fragen und Kurzantworten

Die Frage entsteht durch Umstellung: Verb vor Subjekt. Are you ready? Is she there? Am I too early? Auch hier kommt kein do ins Spiel, im Gegensatz zu den Fragen mit do bei allen anderen Vollverben. Für Deutschsprachige ist das ausnahmsweise die einfache Variante, weil das Deutsche genau dasselbe tut: Bist du bereit?

Die Antwort ist selten ein bloßes yes oder no, denn das klingt schroff. Üblich ist die Kurzantwort mit wiederholtem Verb: Yes, I am. No, she isn't. Yes, they are. Achte darauf, dass die bejahende Kurzantwort nie zusammengezogen wird — Yes, I'm ist falsch, Yes, I am ist richtig. In der verneinenden Antwort ist die Kurzform dagegen die Regel: No, I'm not.

Mit einem Fragewort davor bleibt die Umstellung erhalten: Where are you? Why is he angry? How old are they? Der letzte Satz zeigt nebenbei, dass das Englische Alter mit to be ausdrückt, nicht mit haben — dazu gleich mehr.

SatzartBeispiel
AussageShe is at work.
VerneinungShe isn't at work.
EntscheidungsfrageIs she at work?
Kurzantwort bejahendYes, she is.
Kurzantwort verneinendNo, she isn't.
FragewortfrageWhere is she?

Wo das Deutsche haben sagt und das Englische to be

Hier liegt die eigentliche Fehlerquelle, und sie hat nichts mit den Formen zu tun. Eine ganze Reihe von Zuständen, die das Deutsche mit haben oder mit einem unpersönlichen mir ist ausdrückt, laufen im Englischen über to be. Wer wörtlich überträgt, produziert Sätze, die zwar verständlich sind, aber sofort als Übersetzung auffallen: I have hunger, I have 30 years, I have cold.

Richtig ist jeweils to be plus Adjektiv: I'm hungry, I'm thirsty, I'm cold, I'm hot, I'm scared, I'm right, I'm wrong, I'm lucky. Und beim Alter: I'm thirty. Nicht I have thirty years und auch nicht I'm thirty years — entweder I'm thirty oder I'm thirty years old. Dass hier ein Adjektiv statt eines Nomens steht, ist der ganze Trick; die Grundlagen dazu stehen bei den Adjektiven.

Umgekehrt gibt es einen Fall, in dem das Deutsche sein sagt und das Englische etwas anderes: Es gibt heißt nicht it is, sondern there is beziehungsweise there are. There's a problem. There are two options. Wer It gives a problem sagt, überträgt das deutsche es gibt Wort für Wort. Wie diese Konstruktion aufgebaut ist, zeigt there is und there are.

DeutschFalschRichtig
Ich habe Hunger.I have hunger.I'm hungry.
Ich bin 30 Jahre alt.I have 30 years.I'm thirty (years old).
Mir ist kalt.It is cold to me.I'm cold.
Du hast recht.You have right.You're right.
Es gibt ein Problem.It gives a problem.There's a problem.
Ich habe Angst.I have fear.I'm scared.

to be als Hilfsverb

Sobald du sagen willst, was gerade abläuft, brauchst du to be als Hilfsverb: I'm working, she's sleeping, they're waiting. Ohne diese Form gibt es keine Verlaufsform, und ohne Verlaufsform fällt der Unterschied zum Simple Present in sich zusammen. Deshalb ist die sichere Beherrschung von am, is und are keine Fingerübung, sondern die Voraussetzung für eine der beiden englischen Gegenwartsformen.

Achte darauf, dass to be als Hilfsverb dieselben Regeln behält: Verneinung mit not dahinter (she isn't working), Frage durch Umstellung (are they waiting?). Das Vollverb bleibt dabei unverändert in der -ing-Form. Ein zweites Hilfsverb kommt nicht dazu — do you be working existiert nicht.

In der Aufforderung tritt to be dagegen im nackten Infinitiv auf: Be quiet. Don't be late. Interessanterweise ist das der einzige Fall, in dem to be doch ein do bekommt, nämlich in der verneinten Aufforderung. Mehr dazu steht beim Imperativ.

Britisch gegen amerikanisch

Bei to be gibt es drei Unterschiede, die es wert sind, gemerkt zu werden. Der erste betrifft Sammelbegriffe. Im britischen Englisch kann eine Gruppe als Mehrzahl behandelt werden: The team are playing well. The government have decided. Im amerikanischen Englisch steht dort konsequent der Singular: The team is playing well. Beides ist innerhalb der jeweiligen Variante korrekt, nur mischen sollte man nicht.

Der zweite Unterschied ist die Aussprache der Form been. Britisch klingt sie meist lang, /biːn/, amerikanisch eher kurz, /bɪn/. Für das Verständnis spielt das keine Rolle, für das eigene Klangbild schon — such dir eine Variante aus und bleib dabei.

Der dritte Unterschied ist die Vorliebe bei den verneinten Kurzformen. Britisch überwiegt she isn't und they aren't, amerikanisch hört man häufiger she's not und they're not. Ein verwandter Fall ist have got, das im britischen Englisch für Besitz üblich ist und im amerikanischen deutlich seltener vorkommt. Als Faustregel gilt: Wenn du dich für britisches Englisch entschieden hast, nimm isn't und aren't.

Die häufigsten Fehler

Der mit Abstand häufigste Fehler ist das doppelte Verb: I am agree. Das englische agree ist ein Vollverb, kein Adjektiv, es heißt also I agree. Dasselbe gilt für I am work here statt I work here — hier schiebt sich to be ohne Grund vor ein Vollverb. Umgekehrt fehlt es manchmal ganz: She very nice ist ein Satz ohne Verb, und im Englischen ist das nie erlaubt. Das Deutsche kann in Überschriften und Ausrufen das Verb weglassen, das Englische nicht.

Der zweite Klassiker ist die Vergangenheit. to be hat dort zwei Formen, was, das im Singular gilt, und were, das im Plural gilt. Das ist derselbe Sonderweg wie in der Gegenwart und wird bei to be im Simple Past behandelt. Wer sich jetzt schon merkt, dass to be nie zum normalen Muster gehört, spart sich später Verwirrung.

Der dritte Fehler ist die zusammengezogene Kurzantwort. Yes, I'm klingt nach einer angefangenen Aussage, nicht nach einer Antwort. Am Satzende steht immer die Langform: Yes, I am, Yes, she is, Yes, they are. Verneint gilt das Gegenteil, dort ist die Kurzform normal.

Häufige Fragen

Wann sagt man am, is oder are?
am steht nur nach I. is steht nach he, she, it und nach jedem Nomen im Singular. are steht nach you, we, they und nach jedem Nomen im Plural. Weil das Englische kein eigenes Wort für ihr hat, gilt are auch dann, wenn du nur eine Person ansprichst.
Warum heißt es I'm hungry und nicht I have hunger?
Weil hungry ein Adjektiv ist und das Englische Zustände dieser Art mit to be ausdrückt. Dasselbe Muster gilt für I'm thirsty, I'm cold, I'm scared und I'm right. Das Deutsche benutzt an diesen Stellen haben oder eine unpersönliche Konstruktion, und genau diese Übertragung erzeugt den Fehler.
Gibt es amn't?
Im Standardenglischen nicht. Für die erste Person gibt es nur I'm not. Im Frageanhängsel behilft sich das Englische mit aren't I, wie in I'm next, aren't I? In irischem und schottischem Englisch hört man amn't gelegentlich, aber in Prüfungen und im geschriebenen Englisch ist es keine Option.
Heißt es she isn't oder she's not?
Beides ist korrekt und beides ist üblich. she isn't verneint neutraler, she's not legt etwas mehr Gewicht auf die Verneinung. Britisches Englisch neigt zu isn't und aren't, amerikanisches etwas mehr zu 's not und 're not. Bei I gibt es nur I'm not.
Warum braucht to be kein do in der Frage?
to be ist selbst ein Hilfsverb und kann deshalb allein vor das Subjekt treten: Is she here? Vollverben können das nicht und brauchen dafür do oder does. Dieselbe Sonderstellung haben die Modalverben wie can und must. Do you be here ist keine mögliche Form.
Sagt man the team is oder the team are?
Im britischen Englisch beides, je nachdem, ob die Gruppe als Einheit oder als Menge von Personen gedacht ist: The team is top of the league, aber The team are arguing among themselves. Im amerikanischen Englisch steht praktisch immer der Singular. Innerhalb eines Textes solltest du dich für eine Linie entscheiden.

Passt dazu