Das kannst du danach
- Du verneinst jeden englischen Satz, indem du not an das Hilfsverb hängst.
- Du setzt do, does und did nur dort ein, wo kein anderes Hilfsverb vorhanden ist.
- Du schreibst die Kurzformen korrekt mit Apostroph an der richtigen Stelle.
- Du unterscheidest die Verneinung mit not von der mit no.
- Du vermeidest die doppelte Verneinung, die im Englischen als Fehler gilt.
Das Grundprinzip: not hängt am Hilfsverb
Im Deutschen wandert „nicht“ ziemlich frei durch den Satz. „Ich arbeite heute nicht“, „Nicht ich habe das gesagt“, „Er kommt heute nicht mit“ — die Stellung verschiebt die Betonung, ohne den Satz zu zerstören. Im Englischen ist das anders. Not hat einen festen Platz: direkt hinter dem ersten Hilfsverb. I am not working. She has not finished. They will not come. Alles andere ist falsch, nicht nur ungewöhnlich.
Daraus folgt sofort das Problem, das diese Lektion trägt. Was tut man, wenn der Satz gar kein Hilfsverb hat? I work here besteht nur aus Subjekt und Vollverb. Not kann sich nirgends anhängen, und I not work here ist kein englischer Satz. Das Englische löst das mit demselben Trick wie bei den Fragen mit do: Es setzt ein Hilfsverb ein, das nichts bedeutet und nur als Träger dient. I do not work here.
Damit hast du das ganze System. Prüfe, ob ein Hilfsverb im Satz steht. Wenn ja, hänge not daran. Wenn nein, setze do, does oder did ein und hänge not daran. Diese zwei Schritte decken jede Verneinung im Englischen ab, von A1 bis C2. Was sich mit dem Niveau ändert, sind nur die Hilfsverben, die auftreten können.
| Aussage | Verneint | Hilfsverb |
|---|---|---|
| She is at home. | She isn't at home. | is (schon vorhanden) |
| They can swim. | They can't swim. | can (schon vorhanden) |
| I have seen it. | I haven't seen it. | have (schon vorhanden) |
| He works here. | He doesn't work here. | does (eingesetzt) |
| We went home. | We didn't go home. | did (eingesetzt) |
don't, doesn't und didn't im Einzelnen
In der Gegenwart heißt die eingesetzte Form don't, bei he, she und it doesn't. Danach steht das Vollverb in der Grundform. I don't understand. She doesn't smoke. It doesn't matter. Das s der dritten Person, das im Simple Present Pflicht ist, sitzt jetzt im doesn't und darf am Vollverb nicht noch einmal auftauchen. She doesn't works ist der häufigste Anfängerfehler dieser Lektion.
In der Vergangenheit heißt die Form für alle Personen didn't, ebenfalls gefolgt von der Grundform. I didn't see him. She didn't come. They didn't know. Auch hier gilt: Die Vergangenheitsinformation steckt im didn't, also bleibt das Vollverb unverändert. Didn't saw und didn't went sind falsch. Bei den unregelmäßigen Verben ist das eine echte Erleichterung, weil du dir die zweite Form gar nicht merken musst, wie ein Blick auf die unregelmäßigen Verben zeigt.
Verneinte Aufforderungen laufen über dieselbe Form, aber ohne Person: Don't wait for me. Don't be late. Diese Verbindung steht im Imperativ ausführlicher. Und beim Bau von Fragen taucht dieselbe Familie wieder auf, weshalb sich die Verneinung am schnellsten zusammen mit dem Fragebau lernt.
| Person | Gegenwart | Vergangenheit | Beispiel |
|---|---|---|---|
| I / you / we / they | don't | didn't | I don't know. / I didn't know. |
| he / she / it | doesn't | didn't | He doesn't know. / He didn't know. |
| Aufforderung | don't | — | Don't worry. |
| nach Modalverb | — | — | He can't know. |
Wo kein do steht: to be, Modalverben und zusammengesetzte Formen
To be verneint sich selbst, ohne Unterstützung. I am not tired. She isn't ready. They weren't at home. I don't be tired ist falsch. Dieselbe Selbständigkeit hat es auch in der Vergangenheit, wo was und were gelten: He wasn't there. We weren't invited.
Modalverben verhalten sich ebenso. Can wird zu can't, must zu mustn't, should zu shouldn't, will zu won't. Beachte die Sonderschreibungen: cannot wird zusammengeschrieben, won't hat ein o statt eines i. Und der Bedeutungsunterschied zwischen mustn't und don't have to ist der wichtigste Stolperstein der ganzen Gruppe: Mustn't heißt „darf nicht“, don't have to heißt „muss nicht“. Das behandelt die Lektion zu must und have to genauer.
Zusammengesetzte Zeitformen verneinen am ersten Hilfsverb, nicht am letzten. She hasn't been working. They won't have finished. I'm not going to argue. Beim Present Progressive heißt das I'm not working, beim Present Perfect I haven't seen it. Auch bei have got ist have das Hilfsverb: I haven't got a car im britischen Englisch, I don't have a car im amerikanischen.
Kurzformen: wo der Apostroph hingehört
In gesprochenem Englisch und in jeder informellen schriftlichen Form ist die Kurzform der Normalfall. Die Langform wirkt entweder förmlich oder betont. I do not agree klingt nach einer Erklärung vor Gericht, I don't agree nach einem normalen Gespräch. Wer in einer E-Mail konsequent Langformen schreibt, klingt steif, nicht korrekt.
Der Apostroph steht dort, wo der Buchstabe fehlt, also im Regelfall zwischen n und t: don't, doesn't, isn't, aren't, wasn't, weren't, haven't, hasn't, hadn't, didn't, wouldn't, shouldn't, couldn't. Zwei Formen fallen aus dem Muster: can't kommt von cannot, und won't kommt von der alten Form woll not. Ein Apostroph fehlt nie, dont und doesnt sind schlicht falsch geschrieben.
Bei to be gibt es zwei Kurzformen, die beide gehen: She isn't ready und She's not ready. Der Unterschied ist gering; die zweite Variante betont eher das not. Nur in der ersten Person Singular gibt es nur eine Möglichkeit, nämlich I'm not — amn't existiert im Standardenglisch nicht, auch wenn es im irischen Englisch vorkommt.
Und eine Regel, die im Gespräch sofort auffällt: In der bejahten Kurzantwort wird nie zusammengezogen. Yes, I am, nicht Yes, I'm. Verneint dagegen fast immer: No, I'm not. Der Grund ist rhythmisch — am Satzende braucht das Englische ein volles Wort, das die Betonung tragen kann.
| Langform | Kurzform | Anmerkung |
|---|---|---|
| do not | don't | Standard |
| does not | doesn't | Standard |
| cannot | can't | Langform zusammengeschrieben |
| will not | won't | unregelmäßige Kurzform |
| am not | I'm not | keine Form amn't |
| is not | isn't / 's not | beide üblich |
not oder no: der Unterschied zwischen nicht und kein
Das Deutsche hat zwei Verneinungswörter, „nicht“ und „kein“, und das Englische ebenfalls: not und no. Sie verteilen sich aber anders. Not verneint das Verb und damit den ganzen Satz. No steht vor einem Nomen und verneint dieses Nomen: I have no money. There's no time. We have no idea. Das entspricht ziemlich genau dem deutschen „kein“.
Oft gibt es beide Wege für denselben Inhalt. I don't have any money und I have no money bedeuten dasselbe, die zweite Fassung ist etwas nachdrücklicher. Beachte dabei, dass nach der Verneinung mit not im Englischen any steht, nicht some — eine Regel, die viele überrascht und die bei some und any ausführlich steht. I don't have some money ist falsch.
Dazu kommen die verneinenden Wörter nobody, nothing, nowhere und never. Sie verneinen den Satz allein und dulden kein zweites not: Nobody knows. I have nothing to say. She never calls. Ihre Positionen unterscheiden sich: never steht wie ein Häufigkeitsadverb vor dem Vollverb und nach to be, wie es die Häufigkeitsadverbien beschreiben, während nobody und nothing normale Satzglieder sind.
Auch there is und there are verneinen auf beide Arten: There isn't a bus after ten und There is no bus after ten. Die zweite Variante klingt endgültiger. Im Alltag hört man häufiger There's no.
Die doppelte Verneinung
Im deutschen Dialekt und in vielen Sprachen ist die doppelte Verneinung normal und verstärkend. Im englischen Standard gilt sie als Fehler, weil zwei Verneinungen sich rechnerisch aufheben sollen. I don't know nothing bedeutet nach dieser Logik, dass man doch etwas weiß. Richtig ist entweder I don't know anything oder I know nothing.
Die Regel lautet: ein Verneinungswort pro Satz. Steht not im Satz, folgen any, anybody, anything und anywhere. Steht kein not, kannst du no, nobody, nothing und nowhere verwenden. I didn't see anybody oder I saw nobody — beides richtig, das Gemisch nicht. Dasselbe gilt für never: She doesn't never call ist falsch, She never calls ist richtig.
Man hört die doppelte Verneinung trotzdem, in Liedtexten, in Filmen und in regionalen Varianten des Englischen. Sie ist dort kein Versehen, sondern ein Merkmal der jeweiligen Sprachform. Für Prüfungen, Bewerbungen und den Beruf gilt trotzdem der Standard, und ein zweites Verneinungswort wird dort als Fehler gewertet. Wer die Feinheiten dieser Unterschiede später nachlesen will, findet sie bei der gesprochenen Grammatik.
| Falsch | Richtig 1 | Richtig 2 |
|---|---|---|
| I don't know nothing. | I don't know anything. | I know nothing. |
| She didn't say nothing. | She didn't say anything. | She said nothing. |
| We don't never go there. | We don't go there. | We never go there. |
| He hasn't got no money. | He hasn't got any money. | He has no money. |
Typische Fehler Deutschsprachiger
Der erste Fehler ist die Verneinung ohne Hilfsverb: I not know, She not comes. Er entsteht direkt aus dem deutschen Muster, in dem „nicht“ frei hinter das Verb tritt. Die Gegenprobe ist einfach: Steht im Satz ein Hilfsverb? Wenn nicht, muss eines her.
Der zweite Fehler ist die doppelte Markierung der Person oder der Zeit: She doesn't works, They didn't came. Nach don't, doesn't und didn't steht immer die Grundform, weil die Endung schon im Hilfsverb steckt. Diese Regel gilt in Frage und Verneinung gleichermaßen, was das Lernen zusammenlegt.
Der dritte Fehler ist das falsche Mengenwort nach der Verneinung: I don't have some time statt I don't have any time. Der vierte ist die Verwechslung von mustn't und don't have to, die inhaltlich das Gegenteil bedeuten. Und der fünfte ist die vergessene Verneinungsverschiebung bei think: Das Englische sagt I don't think he's coming, wo das Deutsche „Ich denke, er kommt nicht“ sagt. Die Verneinung wandert im Englischen nach vorn, in den Hauptsatz. Beide Fassungen sind grammatisch möglich, aber nur die vordere klingt natürlich.
Häufige Fragen
- Wann heißt es don't und wann doesn't?
- Doesn't steht bei he, she und it, don't bei allen anderen Personen. Das entspricht genau der Verteilung des s im Simple Present, nur dass die Endung in der verneinten Form ins Hilfsverb wandert. Deshalb heißt es She doesn't work here, mit doesn't und ohne s am Vollverb.
- Warum ist I not know falsch?
- Weil not im Englischen nicht frei im Satz steht, sondern sich an ein Hilfsverb hängt. Der Satz I know enthält keines, also muss eines eingesetzt werden: I don't know. Das Deutsche kennt diesen Mechanismus nicht, weil dort „nicht“ ohne Träger hinter das Verb treten kann.
- Was ist der Unterschied zwischen not und no?
- Not verneint das Verb und damit den Satz, no steht vor einem Nomen und verneint dieses. I don't have money und I have no money bedeuten dasselbe, die zweite Fassung ist nachdrücklicher. Nach einer Verneinung mit not steht any, nicht some: I don't have any money.
- Ist die doppelte Verneinung im Englischen erlaubt?
- Im Standardenglisch nicht. I don't know nothing gilt als Fehler, richtig ist I don't know anything oder I know nothing. Man hört die doppelte Verneinung in Liedtexten und regionalen Varianten, aber in Prüfungen und im Beruf wird sie als Fehler gewertet. Die Regel lautet: ein Verneinungswort pro Satz.
- Heißt es mustn't oder don't have to für muss nicht?
- Don't have to. Mustn't bedeutet ein Verbot, also darf nicht: You mustn't park here heißt, dass Parken untersagt ist. You don't have to park here heißt, dass es dir freisteht. Diese Verwechslung ist bei Deutschsprachigen besonders häufig, weil das deutsche „muss nicht“ nach der ersten Form klingt.
Passt dazu
- absolute Konstruktion — The weather being fine und ihre TückenWie The weather being fine gebaut wird, welche Bedeutung Leser hineinlesen und warum die Konstruktion im Gespräch gestelzt klingt.
- although, though, despite — drei Wege, obwohl zu sagenNach although folgt ein Satz, nach despite ein Nomen. Warum der teuerste Fehler hier nicht in der Bedeutung liegt, sondern im Bau.
- betonendes do — Nachdruck ohne das deutsche dochI do like it: Wie das Englische Nachdruck baut, weil es kein Wörtchen wie doch hat — und warum Do sit down höflicher klingt als Sit down.
- Cleft-Sätze — Betonung durch Umbau statt durch TonfallWarum Englisch einen Satz zerlegt, wo Deutsch nur lauter spricht, und wie It was John who und What I need is gebaut werden.
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- Finalsätze — to, in order to und so that für den ZweckWozu etwas geschieht: to und in order to bei gleichem Subjekt, so that bei verschiedenem — und warum for to do es nicht gibt.