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Question Tags — das englische „nicht wahr“ richtig bilden

Die Umkehrregel hinter isn't it und doesn't he, die Sonderfälle wie aren't I und der Unterschied zwischen Nachfrage und Bestätigung.

Das kannst du danach

  • Du bildest zu jedem Aussagesatz den passenden Tag.
  • Du wählst das richtige Hilfsverb, auch wenn im Satz keines steht.
  • Du beherrschst die Sonderfälle aren't I, shall we und will you.
  • Du erkennst am Tonfall, ob eine echte Frage gemeint ist.
  • Du antwortest auf verneinte Tags richtig mit yes und no.

Was ein Question Tag leistet

Ein Question Tag ist die kurze Nachfrage am Satzende: You're coming, aren't you? She works here, doesn't she? Im Deutschen erledigen das Wörter wie nicht wahr, oder und, je nach Region, ne und gell. Sie sind unveränderlich — dasselbe Wort passt hinter jeden Satz.

Genau hier liegt der Unterschied. Das Englische baut den Tag jedes Mal neu aus dem Satz, an den er angehängt wird. Er besteht aus einem Hilfsverb und einem Pronomen und richtet sich nach Zeitform, Person und Verneinung des Hauptsatzes. Ein festes Wort wie oder gibt es nicht.

Deshalb ist das Thema für Deutschsprachige kein Vokabelthema, sondern ein Konstruktionsthema. Wer die Bildung nicht automatisiert, macht am Satzende eine Pause und rechnet — und genau das hört man. Die Grundlage dafür sind die Fragen mit do und die Verneinung, denn der Tag verwendet dieselben Bausteine.

Die Umkehrregel

Die Grundregel hat zwei Teile. Erstens: Ist der Hauptsatz positiv, ist der Tag negativ — und umgekehrt. Zweitens: Der Tag wiederholt das Hilfsverb des Hauptsatzes und setzt ein Pronomen dahinter, nie ein Nomen.

You are ready, aren't you? You aren't ready, are you? She has finished, hasn't she? She hasn't finished, has she? Das Pronomen richtet sich nach dem Subjekt: Peter wird zu he, the girls wird zu they, this car wird zu it.

Im negativen Tag steht immer die Kurzform: isn't he, don't they, won't we. Die Langform is he not gehört in sehr formelle oder alte Texte. Im positiven Tag gibt es keine Kurzform, dort steht das Hilfsverb ausgeschrieben.

Welches Hilfsverb genommen wird, entscheidet der Hauptsatz. Steht dort eine Form von be, kommt be in den Tag: It's cold, isn't it? Steht dort ein Modalverb, kommt das Modalverb: You can swim, can't you? Der Überblick dazu steht bei den Modalverben. Steht dort will, kommt will: They'll come, won't they? — mehr dazu bei will.

HauptsatzTagHilfsverb
You are late,aren't you?be
She isn't here,is she?be
He has left,hasn't he?have
They can drive,can't they?can
We'll manage,won't we?will
You should go,shouldn't you?should
It was cold,wasn't it?was

Wenn im Satz gar kein Hilfsverb steht

Die meisten Aussagesätze haben kein Hilfsverb: You like coffee. She works here. They left early. In diesen Fällen springt do ein, genau wie bei der Frage und der Verneinung. Die Form richtet sich nach Zeit und Person.

You like coffee, don't you? She works here, doesn't she? They left early, didn't they? Im Simple Present steht do oder does, im Simple Past steht did — und zwar unabhängig davon, ob das Vollverb regelmäßig ist.

Ein Sonderfall ist das Vollverb have im Sinn von besitzen. Im britischen Englisch steht dort meist have got mit dem Tag haven't you: You've got a car, haven't you? Ohne got greift do: You have a car, don't you? Die amerikanische Variante bevorzugt durchgehend die do-Form. Die Unterschiede stehen bei have got.

Auch bei there is und there are bleibt there im Tag stehen, obwohl es kein Pronomen ist: There's a problem, isn't there? There weren't any tickets, were there? Das ist die einzige Stelle, an der ein anderes Wort als ein Pronomen im Tag steht — Näheres bei there is und there are.

Die Sonderfälle, die man einzeln lernt

I am ist der bekannteste Sonderfall. Regelgerecht müsste der Tag amn't I lauten, dieses Wort gibt es im Standardenglischen aber nicht. Stattdessen steht aren't I: I'm right, aren't I? Grammatisch passt das nicht zusammen, üblich ist es trotzdem. Im positiven Fall bleibt alles normal: I'm not late, am I?

Let's bekommt shall we: Let's go, shall we? Ein Imperativ bekommt will you oder won't you, je nach Ton: Close the door, will you? Won't you klingt einladender, will you nach Anweisung. Die Formen des Befehls stehen beim Imperativ.

Unbestimmte Personen werden im Tag zu they: Somebody called, didn't they? Nobody came, did they? Everyone agreed, didn't they? Unbestimmte Sachen werden zu it: Nothing happened, did it? Something's wrong, isn't it?

Und der Fall, der am häufigsten übersehen wird: Wörter wie never, hardly, rarely, seldom, few und little machen den Satz negativ, auch ohne not. Der Tag wird dann positiv. He never calls, does he? She hardly eats anything, does she? Wer das nicht mitdenkt, baut einen doppelt negativen Satz.

HauptsatzTagHinweis
I'm next,aren't I?amn't gibt es nicht
Let's start,shall we?feste Form
Sit down,will you?Imperativ
Don't tell him,will you?auch beim negativen Imperativ
Nobody phoned,did they?nobody ist negativ
Nothing changed,did it?nothing wird zu it
He never listens,does he?never macht den Satz negativ
There's time,isn't there?there bleibt stehen
This is yours,isn't it?this wird zu it

Echte Frage oder nur Bestätigung — die Stimme entscheidet

Derselbe Tag kann zwei völlig verschiedene Dinge bedeuten, und der Unterschied steckt allein in der Melodie. Fällt die Stimme am Ende, ist es keine Frage, sondern eine Aufforderung zuzustimmen: You're from Berlin, aren't you? mit fallender Stimme heißt, dass die Person es weiß und nur bestätigt haben will.

Steigt die Stimme, ist es eine echte Frage: Der Sprecher ist unsicher und will eine Auskunft. In der Schrift ist der Unterschied nicht sichtbar, im Gespräch trägt er die ganze Bedeutung. Deutschsprachige sprechen Tags oft durchgehend mit steigender Stimme und wirken dadurch unsicherer, als sie sind.

Deshalb sind Tags im britischen Englisch ein Höflichkeitsmittel. That's not quite right, is it? ist deutlich sanfter als That's wrong. Der Tag holt den anderen ins Boot, statt ihm eine Aussage entgegenzustellen. Wer im Beruf mit Briten spricht, hört diese Form täglich.

Eine dritte Möglichkeit ist der Tag mit gleicher Polarität: positiver Satz, positiver Tag. So you've finally finished, have you? Das ist keine Bestätigung, sondern trägt Interesse, Überraschung oder Spott — je nach Ton. Diese Variante kommt in Lehrbüchern kaum vor und in Serien ständig.

Antworten auf Tags: die Falle mit doch

Auf You're not coming, are you? antwortet man mit yes, wenn man kommt, und mit no, wenn man nicht kommt. Das Englische bezieht yes und no immer auf die Tatsache, nie auf die Form der Frage. Wer kommt, sagt Yes, I am.

Im Deutschen gibt es dafür das Wort doch, das eine verneinte Frage aufhebt. Dieses Wort hat im Englischen kein Gegenstück, und genau deshalb entstehen hier Missverständnisse. Ein deutsches doch wird zu Yes, I am oder Yes, I do — die Kurzantwort mit Hilfsverb ist Pflicht, ein blankes yes wirkt unklar.

Die Kurzantwort wiederholt dasselbe Hilfsverb wie der Tag: Are you? — Yes, I am. Doesn't she? — No, she doesn't. Diese Antwortform ist im Englischen die normale und nicht etwa besonders ausführlich. Ein nacktes yes ohne Hilfsverb klingt knapp bis unhöflich.

Bei Tags nach negativen Sätzen lohnt eine Sekunde Bedenkzeit, bis das Muster sitzt. Der Satz You haven't seen my keys, have you? verlangt No, I haven't oder Yes, I have — und im zweiten Fall folgt sofort die Auskunft, wo sie liegen. Wer die Frage indirekt formulieren will, landet bei den indirekten Fragen.

Britisch, amerikanisch und die gesprochene Abkürzung

Question Tags sind im britischen Englisch deutlich häufiger als im amerikanischen. Amerikaner greifen öfter zu right? am Satzende: You're coming, right? Diese Form ist unveränderlich und damit für Lernende bequem — sie ist aber im britischen Kontext auffällig informell.

Weitere unveränderliche Anhängsel sind huh? im amerikanischen Alltag und, sehr umgangssprachlich, eh? in Kanada. Im Londoner Sprachgebrauch hat sich innit als Universaltag entwickelt, entstanden aus isn't it und heute hinter jedem beliebigen Satz zu hören. Beide gehören nicht in geschriebenes Englisch.

In formellen Texten stehen Tags selten. Eine E-Mail an einen Kunden endet nicht mit You'll send the file, won't you? — dort steht eine direkte Bitte. Tags gehören ins Gespräch, in Notizen und in Dialoge.

Für den Anfang reicht es, die Umkehrregel und die vier Sonderfälle zu beherrschen und im Gespräch bewusst mit fallender Stimme zu sprechen. Alles Weitere ergibt sich mit der Zeit. Wer sicher ist, kann als nächstes die Verwandtschaft zum betonenden do ansehen, das mit demselben Hilfsverbsystem arbeitet, und die Kurzformen bei der Ellipse.

VarianteFormRegister
Standard BE/AEisn't it?, doesn't he?neutral
AE, umgangssprachlichright?informell
AE, sehr informellhuh?nur gesprochen
Londoninnit?Slang
formellkein Tag, direkte FrageSchriftverkehr

Häufige Fragen

Warum heißt es aren't I und nicht amn't I?
Weil amn't im Standardenglischen nicht existiert. Die regelgerechte Form wäre da, sie hat sich aber nie durchgesetzt und kommt nur in irischen und schottischen Varianten vor. Als Lücke füllt aren't I die Stelle: I'm next, aren't I? Im positiven Tag bleibt alles normal: I'm not late, am I?
Wie bilde ich einen Question Tag ohne Hilfsverb im Satz?
Mit do, does oder did, je nach Zeit und Person. You like it, don't you? She works here, doesn't she? They arrived late, didn't they? Das ist dasselbe Hilfsverb, das auch die normale Frage und die Verneinung trägt.
Was antworte ich auf You're not coming, are you?
Yes, I am, wenn du kommst, und No, I'm not, wenn du nicht kommst. Yes und no beziehen sich im Englischen immer auf die Tatsache, nie auf die Form der Frage. Ein deutsches doch gibt es nicht — an seiner Stelle steht Yes plus Hilfsverb.
Welchen Tag bekommt Let's go?
Shall we. Let's go, shall we? ist die feste Verbindung, und sie folgt nicht der Umkehrregel. Ein Imperativ bekommt dagegen will you oder won't you: Open the window, will you? Won't you klingt freundlicher, will you eher nach Anweisung.
Ist right? dasselbe wie ein Question Tag?
Funktional ja, grammatisch nein. Right? bleibt immer gleich und passt hinter jeden Satz, während ein echter Tag aus dem Satz gebildet wird. Right? ist im amerikanischen Englisch üblich und im britischen deutlich informeller. In geschriebenen Texten ist es fehl am Platz.
Warum bekommt He never calls einen positiven Tag?
Weil never den Satz bereits verneint, auch ohne not. Ein negativer Satz bekommt nach der Umkehrregel einen positiven Tag: He never calls, does he? Dasselbe gilt für hardly, rarely, seldom, nobody und nothing — sie zählen alle als Verneinung.

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