Das kannst du danach
- Du ordnest was und were den richtigen Personen zu.
- Du bildest Frage und Verneinung ohne did, nur durch Umstellung und not.
- Du benutzt was und were in there was und there were richtig.
- Du erkennst die englischen Wendungen mit be, die im Deutschen haben verlangen.
- Du unterscheidest was von der Verlaufsform was doing.
Zwei Formen für sechs Personen
To be ist das unregelmäßigste Verb des Englischen und zugleich das häufigste. In der Vergangenheit hat es zwei Formen: was und were. Was gehört zu I, he, she und it. Were gehört zu you, we und they. Damit ist die gesamte Vergangenheitsform erzählt — es gibt keine dritte Form und keine Ausnahme, die man später nachreichen müsste.
Das ist im Vergleich zum Deutschen ausgesprochen wenig. Deutsch hat war, warst, war, waren, wart, waren, also vier verschiedene Formen für sechs Personen. Englisch kommt mit zwei aus. Die Schwierigkeit liegt woanders: Bei to be greift die Mechanik mit did nicht, die du bei den regelmäßigen Verben im Simple Past gelernt hast.
Wer die Gegenwartsformen am, is und are aus der Lektion zu to be sicher hat, überträgt sie fast eins zu eins: Was in der Gegenwart is heißt, heißt in der Vergangenheit was; was are heißt, heißt were. Der einzige Bruch ist die erste Person, denn am wird zu was, nicht zu were.
| Person | Gegenwart | Vergangenheit | Beispiel |
|---|---|---|---|
| I | am | was | I was at home all day. |
| you | are | were | You were right. |
| he / she / it | is | was | She was in Bristol last week. |
| we | are | were | We were very tired. |
| they | are | were | They were late again. |
Verneinung ohne did
To be verneint sich selbst. Es braucht kein Hilfsverb, das not tritt einfach dahinter: „I was not ready“, „They were not at home.“ Ein „I didn't was“ gibt es nicht — dieser Satz ist einer der auffälligsten Anfängerfehler überhaupt, weil er zwei Regeln gleichzeitig verletzt.
Die Kurzformen lauten wasn't und weren't und sind im Gespräch die Regel: „She wasn't there“, „We weren't invited.“ In der Schrift stehen die Langformen, wenn es förmlich sein soll oder wenn die Verneinung betont wird: „I was not aware of that.“
Der Unterschied zur allgemeinen Verneinung mit not ist damit klar umrissen: Vollverben brauchen didn't, to be nicht. Dasselbe gilt für Modalverben wie can, die ebenfalls ohne Hilfsverb verneinen. Man kann sich merken: Alles, was von allein eine Frage bilden kann, verneint auch von allein.
Fragen durch Umstellung
Auch die Frage kommt ohne did aus. Sie entsteht allein dadurch, dass Verb und Subjekt die Plätze tauschen: „Were you at the meeting?“ „Was she angry?“ Das ist dieselbe Bewegung, die das Deutsche macht — „Warst du da?“ —, und deshalb fühlt sie sich richtig an.
Genau darin liegt die Falle: Bei allen anderen Verben funktioniert das Englische anders und verlangt die Frage mit do beziehungsweise did. Wer sich an die Umstellung gewöhnt, überträgt sie gern auf andere Verben und produziert „Went you home?“ statt „Did you go home?“ Die Umstellung ist bei to be die Ausnahme, nicht die Regel.
Mit Fragewörtern steht das Fragewort vorn, danach bleibt die Umstellung erhalten: „Where were you?“, „Why was he so quiet?“, „How was the film?“ Die Kurzantwort wiederholt nur die Form von be: „Was it good?“ — „Yes, it was.“ oder „No, it wasn't.“
| Form | Aufbau | Beispiel |
|---|---|---|
| Aussage | Subjekt + was/were | I was at work. |
| Verneinung | Subjekt + wasn't/weren't | I wasn't at work. |
| Frage | Was/Were + Subjekt | Were you at work? |
| Frage mit Fragewort | Fragewort + was/were + Subjekt | Where were you? |
| Kurzantwort | Yes/No + Subjekt + was(n't) | Yes, I was. / No, I wasn't. |
there was und there were
Die Wendung für es gab richtet sich nach dem, was folgt, nicht nach there. Steht dahinter ein Nomen im Singular oder ein unzählbares Nomen, heißt es there was: „There was a problem“, „There was too much noise.“ Steht dahinter ein Plural, heißt es there were: „There were three people in the room.“
Das ist die Vergangenheit von dem, was du bei there is und there are gelernt hast, und der häufigste Fehler ist derselbe: Deutschsprachige sagen „es gab“ unabhängig von der Zahl und übertragen das auf ein starres there was. Im Englischen entscheidet das Nomen.
Bei Aufzählungen richtet sich die Form nach dem ersten genannten Element: „There was a table and two chairs“ ist üblicher als „There were a table and two chairs“. Das ist keine strenge Regel, aber die gebräuchliche Lösung. Ob das Nomen dahinter zählbar ist, entscheidest du nach denselben Kriterien wie bei much und many.
| Was folgt? | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Singular | there was | There was a letter for you. |
| Plural | there were | There were letters for you. |
| unzählbar | there was | There was a lot of traffic. |
| Verneinung Singular | there wasn't | There wasn't any milk. |
| Frage Plural | were there | Were there many people? |
Wo Englisch be sagt und Deutsch haben
Eine ganze Gruppe von Zuständen wird im Englischen mit be ausgedrückt, im Deutschen dagegen mit haben. Alter, Hunger, Durst, Angst, Kälte, Recht: „I was hungry“, nicht „I had hunger“. „She was thirty“, nicht „She had thirty years.“ „We were cold.“ „You were right.“ Wer hier wörtlich überträgt, baut Sätze, die kein Muttersprachler versteht.
Diese Gruppe lernt man am besten als Block, weil sie im Alltag ständig gebraucht wird und weil der deutsche Reflex sie zuverlässig ruiniert. Sie hängt zusammen mit dem, was bei have got steht: have und be teilen sich im Englischen andere Aufgaben als haben und sein im Deutschen.
Zu diesem Block gehört auch die Angabe des Alters. „How old were you then?“ — „I was twelve.“ Das Wort years steht dabei nicht: „I was twelve years“ ist unvollständig, richtig wäre höchstens „twelve years old“. Zahlen und ihre Verwendung stehen in der Lektion zu Zahlen und Datum.
| Deutsch | Englisch | häufiger Fehler |
|---|---|---|
| Ich hatte Hunger. | I was hungry. | I had hunger. |
| Sie war dreißig. | She was thirty. | She had thirty years. |
| Uns war kalt. | We were cold. | We had cold. |
| Du hattest recht. | You were right. | You had right. |
| Ich hatte Angst. | I was afraid. | I had fear. |
was und were als Hilfsverb
Was und were stehen nicht nur allein, sondern auch als Hilfsverb vor einer -ing-Form. Dann entsteht das Past Progressive: „I was reading when you called.“ „They were waiting outside.“ Die Formenwahl bleibt dieselbe — was bei I, he, she, it; were bei you, we, they.
Ebenso tragen was und were das Passiv der Vergangenheit: „The letter was written yesterday“, „The rooms were cleaned this morning.“ Wie diese Konstruktion arbeitet, steht in der Lektion zum Passiv in der Vergangenheit. Für den Anfang genügt die Beobachtung, dass was und were in beiden Fällen nur die Zeit und die Person tragen, während die Bedeutung im zweiten Wort steckt.
Der Vorteil dieser Doppelrolle: Wer was und were sicher zuordnen kann, hat damit zugleich die Grundlage für zwei weitere Konstruktionen gelegt. Die Zuordnung selbst ist die eigentliche Arbeit, alles andere baut darauf auf.
Der Sonderfall were statt was
In einem Zusammenhang steht were auch bei I, he, she und it: im irrealen Bedingungssatz. „If I were you, I'd take the job.“ „If she were here, she'd know what to do.“ Das ist ein Rest des alten Konjunktivs, kein Fehler, und es klingt gepflegter als das ebenfalls gebräuchliche „If I was you“.
Diese Form gehört zu den If-Sätzen vom Typ 2 und wird ausführlich in der Lektion zu were statt was behandelt. Im gesprochenen Englisch hört man beides, in geschriebenem und förmlichem Englisch ist were die Erwartung.
Merken lässt es sich an der festen Wendung „If I were you“, die als Ratschlagformel ohnehin ständig gebraucht wird. Wer sie in dieser Form abspeichert, hat den Sonderfall dabei, ohne die Regel dahinter lernen zu müssen.
Aussprache und Varianten
Was wird im normalen Sprechtempo unbetont gesprochen: /wəz/, betont dagegen /wɒz/ · AE /wʌz/. Were klingt unbetont wie /wə/ · AE /wɚ/ und betont wie /wɜː/ · AE /wɝː/. Wer beide Wörter immer voll betont, klingt abgehackt — im Fluss verschwinden sie fast.
Die verneinten Kurzformen dagegen sind immer betont: wasn't /ˈwɒznt/ · AE /ˈwʌzənt/ und weren't /wɜːnt/ · AE /wɝːnt/. Das ist praktisch, denn die Verneinung soll ja gehört werden. Wenn du im Gespräch merkst, dass jemand die Kurzform stark betont, ist das meist keine Emotion, sondern Verständlichkeit.
Zwischen britischem und amerikanischem Englisch gibt es bei was und were keine grammatischen Unterschiede. Regional hört man in beiden Ländern „we was“ oder „they was“ — das ist Dialekt und im Standardenglisch falsch. Beim Schreiben und in Prüfungen gilt ausnahmslos die Zuordnung was für den Singular, were für den Plural.
Häufige Fragen
- Wann benutze ich was und wann were?
- Was steht bei I, he, she und it, were bei you, we und they. Die einzige Unregelmäßigkeit ist die erste Person: Aus am wird was, nicht were. Wer sich an die Gegenwart hält, hat es leicht — überall, wo is steht, steht in der Vergangenheit was; überall, wo are steht, steht were.
- Warum heißt es I didn't was nicht?
- Weil to be sich selbst verneint und kein Hilfsverb braucht. Richtig ist „I wasn't“ beziehungsweise „I was not“. Did und didn't stehen nur bei Vollverben: „I didn't go“, „I didn't work“. Dieselbe Regel gilt für die Frage, die bei to be durch bloße Umstellung entsteht: „Were you there?“
- Heißt es there was oder there were?
- Das entscheidet das Nomen dahinter. Vor einem Singular und vor unzählbaren Nomen steht there was: „There was a problem“, „There was a lot of noise“. Vor einem Plural steht there were: „There were three cars in the drive“. Bei Aufzählungen richtet man sich üblicherweise nach dem ersten genannten Element.
- Ist If I was you falsch?
- Nicht rundweg falsch, aber weniger gepflegt. Im irrealen Bedingungssatz steht traditionell were für alle Personen: „If I were you, I'd ask her.“ In gesprochenem Englisch hört man auch „If I was you“, und niemand missversteht es. In geschriebenem oder förmlichem Englisch und in Prüfungen nimmst du were.
- Wie sage ich Ich hatte Hunger auf Englisch?
- „I was hungry.“ Eine ganze Gruppe von Zuständen läuft im Englischen über be, wo das Deutsche haben nimmt: hungry, thirsty, cold, afraid, right, wrong, und auch das Alter — „She was thirty.“ Die wörtliche Übersetzung mit have ergibt Sätze, die im Englischen nicht existieren.
Passt dazu
- already, yet, just — Bedeutung und Stellung im englischen SatzWas already, yet und just bedeuten, an welche Stelle im Satz sie gehören und warum das deutsche „schon“ hier drei Übersetzungen hat.
- Aspekt — warum die Verlaufsform Bedeutung trägt, nicht nur ZeitI live in Berlin gegen I'm living in Berlin: Wie die englische Verlaufsform Dauer, Verhalten und Höflichkeit ausdrückt, wofür das Deutsche keine Form hat.
- for und since — Zeitraum gegen Zeitpunktfor steht vor einer Dauer, since vor einem Anfangspunkt. Im Deutschen heißt beides seit, und genau daher kommt der Fehler.
- future in the past — was going to und would als Zukunft von gesternWie man aus der Vergangenheit heraus über die Zukunft spricht: was going to, would, was to und was about to im Vergleich.
- Future Perfect — will have done und was bis dahin fertig istDer Rückblick aus der Zukunft: Bildung mit will have, die Rolle von by und warum das deutsche Futur II im Alltag fast nie vorkommt.
- Future Progressive — will be doing und wann es wirklich stehtDer Verlauf zu einem Zeitpunkt in der Zukunft, die höfliche Frage nach Plänen und warum das Deutsche für beides keine eigene Form hat.