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A1Adjektive und Adverbien13 Min. Lesezeit

Adjektive — Stellung, Reihenfolge und warum sie nie gebeugt werden

Englische Adjektive bekommen nie eine Endung. Dafür gibt es eine feste Reihenfolge, wenn mehrere zusammenkommen.

Das kannst du danach

  • Du setzt Adjektive an die richtige Stelle: vor das Nomen oder hinter eine Form von to be.
  • Du verzichtest auf jede Endung, auch im Plural und bei weiblichen oder sächlichen Bezügen.
  • Du ordnest zwei oder drei Adjektive in der Reihenfolge, die Muttersprachler erwarten.
  • Du erkennst die Fälle, in denen ein Adjektiv ausnahmsweise hinter dem Nomen steht.

Was ein Adjektiv im Englischen leistet

Ein Adjektiv beschreibt ein Nomen: es sagt, wie etwas ist, aussieht, wirkt oder sich anfühlt. Im Englischen wie im Deutschen. Bis hierhin gibt es nichts zu lernen, weil beide Sprachen dieselbe Idee benutzen. Der Unterschied beginnt genau eine Sekunde später, nämlich in dem Moment, in dem du das Adjektiv aufschreibst und dein Sprachgefühl dir eine Endung anbietet, die es im Englischen nicht gibt.

Deutsch beugt Adjektive. Ein roter Wagen, die roten Wagen, mit dem roten Wagen. Drei verschiedene Formen desselben Wortes, gesteuert von Fall, Zahl und Geschlecht. Englisch macht davon nichts. Das Adjektiv heißt red, und es heißt in jeder Umgebung red. Wer das ernst nimmt, hat die halbe Lektion hinter sich, bevor sie richtig angefangen hat.

Adjektive stehen an zwei Stellen: direkt vor dem Nomen oder hinter einem Verb wie be, seem, look, feel. Vor dem Nomen heißt es a red car, hinter dem Verb the car is red. Für die zweite Stellung brauchst du die Formen von to be sicher, weil sie der Träger der Aussage sind und das Adjektiv selbst gar nichts anzeigt.

Keine Endung, unter keinen Umständen

Die wichtigste Regel dieser Lektion ist eine Verbotsregel: Englische Adjektive bekommen nie ein Plural-s und nie eine Kasusendung. Es heißt the red cars, nicht „the reds cars“ und nicht „the redes cars“. Das s gehört dem Nomen, und das Nomen allein trägt es. Wie der Plural gebildet wird, steht in der Lektion zu Pluralformen; das Adjektiv ist daran nicht beteiligt.

Der Fehler passiert Deutschsprachigen selten beim Nachdenken und fast immer beim Sprechen. Im Kopf läuft „die roten Autos“, und die Zunge hängt das s an das erste Wort, das ihr unterkommt. Wenn du dir angewöhnst, das Adjektiv als unveränderliches Etikett zu behandeln, das man auf ein Nomen klebt, verschwindet der Fehler von selbst. Ein Etikett wird nicht größer, nur weil man es auf mehrere Kisten klebt.

Auch das Geschlecht spielt keine Rolle. He is tall, she is tall, it is tall. Dasselbe Wort, drei Personen. Die Unterscheidung passiert allein über das Pronomen, und die findest du bei den Personalpronomen. Wer aus dem Französischen oder Spanischen kommt, muss hier ebenfalls etwas ablegen; für Deutschsprachige ist es vor allem die Pluralendung, die immer wieder durchrutscht.

DeutschEnglischFalsch
ein rotes Autoa red cara red's car
die roten Autosthe red carsthe reds cars
zwei alte Häusertwo old housestwo olds houses
mit dem großen Hundwith the big dogwith the bigen dog
Sie ist groß.She is tall.She is talle.

Wo das Adjektiv steht

Vor dem Nomen steht das Adjektiv unmittelbar davor, aber hinter dem Artikel: a small flat, the old church, an interesting book. Der Artikel kommt zuerst, dann das Adjektiv, dann das Nomen. Beachte, dass sich a und an nach dem Anfangslaut des folgenden Wortes richten, und das folgende Wort ist hier das Adjektiv, nicht das Nomen. Deshalb heißt es an old car, obwohl car mit einem Konsonanten beginnt. Die Einzelheiten stehen bei a, an und the.

Hinter dem Verb steht das Adjektiv, wenn du eine Eigenschaft zuschreibst statt sie nur zu erwähnen: The soup is cold. She looks tired. This sounds strange. Diese Bauweise heißt prädikativ, und der Name ist unwichtig; wichtig ist, dass das Adjektiv dort genauso endungslos bleibt. Die Grundstellung des englischen Satzes ändert sich dadurch nicht, sie ist in der Lektion zur Satzstellung beschrieben.

Ein paar Adjektive gibt es fast nur in der zweiten Stellung. Dazu gehören afraid, alive, asleep, alone, glad. Man sagt The baby is asleep, aber nicht „an asleep baby“; dafür nimmt man a sleeping baby. Das ist keine Regel zum Herleiten, sondern eine kleine Liste zum Mitnehmen. Sie fällt auf, weil sie fast alle mit a- beginnen.

Mehrere Adjektive: die Reihenfolge, die niemand gelernt hat

Wenn zwei oder drei Adjektive vor demselben Nomen stehen, ist ihre Reihenfolge nicht frei. Muttersprachler kennen die Regel nicht bewusst, halten sie aber ausnahmslos ein und merken sofort, wenn jemand sie verletzt. Die grobe Kette lautet: Meinung, dann Größe, dann Alter, dann Form, dann Farbe, dann Herkunft, dann Material, dann Zweck, dann Nomen. In der Praxis brauchst du selten mehr als drei Glieder davon.

Deshalb heißt es a lovely little old house und nicht „an old little lovely house“. Und deshalb klingt a big red bus richtig, a red big bus dagegen falsch, obwohl beide Wörter dasselbe Auto beschreiben. Im Deutschen ist die Reihenfolge lockerer, weil die Endungen die Zuordnung mittragen; ein großer roter Bus und ein roter großer Bus sind beide möglich, der zweite betont eben die Größe.

Merke dir die Kette an einem Satz, den du dir vorsagen kannst: a beautiful small new round brown Italian wooden dining table. Diesen Satz sagt natürlich niemand, aber er enthält alle Stufen in der richtigen Reihenfolge. Wenn du im Zweifel bist, welches von zwei Adjektiven zuerst kommt, frag dich, welches subjektiver ist. Das subjektivere steht vorn. Farbe und Material sind objektiv und rutschen deshalb nach hinten.

Zwischen den Adjektiven steht in dieser Kette kein Komma und kein and. Man sagt a big old dog, nicht „a big and old dog“. Mit and verbindet man Adjektive nur, wenn sie hinter dem Verb stehen: The dog is big and old. Das ist ein Unterschied, den man beim Schreiben oft gegen das deutsche Gefühl durchsetzen muss.

StufeFrageBeispieleIm Satz
1 MeinungWie findest du es?lovely, awful, cheapa lovely old cottage
2 GrößeWie groß?big, small, tinya big black dog
3 AlterWie alt?new, old, ancienta new red bike
4 FormWelche Form?round, square, flata round wooden table
5 FarbeWelche Farbe?red, green, darka green plastic chair
6 HerkunftWoher?Italian, German, Scottishan old Italian car
7 MaterialWoraus?wooden, plastic, silka small silk scarf
8 ZweckWofür?dining, running, sleepinga big dining table

Wenn das Adjektiv hinter dem Nomen steht

Es gibt eine kleine Gruppe von Fällen, in denen das Adjektiv doch hinter dem Nomen landet. Bei den Wörtern something, anything, nothing, everybody und ihren Verwandten steht es immer dahinter: something strange, nothing new, anybody interesting. Diese Wörter hängen eng mit some und any zusammen, weil sie aus denselben Bausteinen gebaut sind.

Auch bei Maßangaben rutscht das Adjektiv nach hinten: two metres long, three years old, five kilos heavy. She is twenty-five years old, nicht „She is old twenty-five years“. Die Zahl kommt zuerst, die Einheit danach, das Adjektiv zum Schluss. Wie Zahlen und Maße im Englischen sonst gebaut werden, steht bei Zahlen und Datum.

In festen Fügungen aus dem Amtsdeutsch oder aus dem Französischen bleibt die alte Stellung stehen: the president elect, court martial, attorney general. Das sind Vokabeln, keine Regeln. Man lernt sie als Ganzes und leitet nichts daraus ab.

Adjektiv oder Adverb: die Verwechslung, die dich verrät

Ein Adjektiv beschreibt ein Nomen, ein Adverb beschreibt ein Verb. Im Englischen sind die beiden formal getrennt: quick ist das Adjektiv, quickly das Adverb. Im Deutschen sieht man den Unterschied nicht, weil dort dasselbe Wort in beiden Rollen steht. Sie fährt schnell, ein schnelles Auto. Genau daher kommt der Satz „He drives very quick“, den Deutschsprachige zuverlässig produzieren. Richtig ist He drives very quickly. Wie diese Formen gebildet werden, steht bei den Adverbien.

Nach be, seem, look, feel, sound, taste und smell steht dagegen das Adjektiv, nicht das Adverb. It smells good, nicht „It smells well“. Diese Verben beschreiben keinen Vorgang, sondern einen Zustand, und der Zustand gehört dem Subjekt. Wer hier automatisch -ly anhängt, überkorrigiert sich in den nächsten Fehler hinein.

Wie oft etwas passiert, drücken die Häufigkeitsadverbien aus, und die haben ihre eigene Position im Satz, meist vor dem Vollverb. Vermische die beiden Themen nicht: Das Adjektiv steht beim Nomen, das Häufigkeitsadverb steht beim Verb, und beide haben mit der Steigerung nichts zu tun.

Typische Fehler und was danach kommt

Der erste Fehler ist die Pluralendung, der zweite die falsche Reihenfolge, der dritte das Adverb an der Adjektivstelle. Ein vierter kommt aus der Wortbildung: Deutschsprachige bauen gern Adjektive nach deutschem Muster, etwa „informations“ statt information oder „a two-years contract“ statt a two-year contract. Vor einem Nomen steht die Maßangabe im Singular, weil sie dort selbst wie ein Adjektiv arbeitet.

Wenn du zwei Dinge vergleichen willst, brauchst du die Steigerung: bigger, more expensive. Das ist der Komparativ, und er hat eigene Regeln, weil kurze Adjektive eine Endung bekommen und lange ein vorangestelltes more. Für den Spitzenplatz steht der Superlativ bereit. Beides baut auf dem auf, was du hier gelernt hast, und beides ändert nichts an der Stellung im Satz.

Zwei weitere Bausteine gehören später dazu. Mit enough und too sagst du, dass eine Eigenschaft zu stark oder gerade ausreichend ist, und enough steht dabei überraschend hinter dem Adjektiv: warm enough, nicht „enough warm“. Und viele Adjektive verlangen eine feste Präposition, die man mitlernen muss; das sammelt die Lektion zu Präpositionen nach Adjektiven. Bis dahin gilt der einfache Satz: kein s, feste Reihenfolge, vor dem Nomen oder hinter to be.

Häufige Fragen

Warum heißt es the red cars und nicht the reds cars?
Weil englische Adjektive keine Endungen haben. Das Plural-s gehört ausschließlich dem Nomen, und das Adjektiv bleibt in jeder Umgebung unverändert. Deutsch beugt hier, Englisch nicht, und genau diese Übertragung aus dem Deutschen erzeugt den Fehler.
Gibt es wirklich eine feste Reihenfolge für mehrere Adjektive?
Ja, auch wenn sie in kaum einem Schulbuch steht. Die Kette lautet Meinung, Größe, Alter, Form, Farbe, Herkunft, Material, Zweck. Muttersprachler halten sie ein, ohne sie benennen zu können, und hören sofort, wenn jemand a red big bus sagt statt a big red bus.
Heißt es I feel good oder I feel well?
Beides gibt es, es bedeutet aber Verschiedenes. I feel good heißt, dass es dir gut geht oder du dich wohlfühlst; hier steht das Adjektiv nach dem Zustandsverb feel. I feel well heißt, dass du gesundheitlich in Ordnung bist. Im Alltag hört man good deutlich häufiger.
Wo steht das Adjektiv, wenn ein Artikel dabei ist?
Zwischen Artikel und Nomen: a small flat, the old church. Wichtig ist, dass sich a und an nach dem Anfangslaut des Adjektivs richten, nicht nach dem des Nomens. Deshalb heißt es an old car und nicht a old car.
Kann ein englisches Adjektiv hinter dem Nomen stehen?
In wenigen Fällen ja. Nach something, anything, nothing und everybody steht es immer dahinter, ebenso bei Maßangaben wie three years old oder two metres long. Dazu kommen feste Fügungen wie attorney general, die man als Vokabel lernt und nicht als Regel.

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