Das kannst du danach
- Du unterscheidest be used to, get used to und used to sicher voneinander.
- Du erkennst das to hier als Präposition und setzt danach die -ing-Form.
- Du bildest beide Ausdrücke in allen Zeitformen richtig.
- Du überträgst das deutsche „gewohnt sein an“ nicht falsch ins Englische.
- Du erkennst dieselbe Falle bei anderen Ausdrücken mit angehängtem to.
Drei Ausdrücke, die fast gleich aussehen
Im Englischen gibt es drei Konstruktionen, in denen used to vorkommt, und sie bedeuten völlig Verschiedenes. Die erste ist used to allein: I used to smoke, „früher habe ich geraucht“. Die zweite ist be used to: I'm used to smoke wäre falsch, richtig heißt es I'm used to the smoke, „ich bin an den Rauch gewöhnt“. Die dritte ist get used to: I'm getting used to it, „ich gewöhne mich gerade daran“.
Der Unterschied ist nicht fein, sondern grundsätzlich. Der erste Ausdruck spricht über die Vergangenheit und sagt, dass etwas heute nicht mehr gilt. Die beiden anderen sprechen über einen Zustand oder einen Vorgang und können in jeder Zeit stehen — Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft. Wer sie verwechselt, sagt nicht ungenau, sondern etwas anderes.
Das Wichtigste steht in der folgenden Übersicht. Präge dir vor allem die dritte Spalte ein, denn dort entscheidet sich alles: Nach dem allein stehenden used to folgt die Grundform, nach be und get used to folgt ein Nomen oder eine -ing-Form.
| Ausdruck | Bedeutung | Was danach steht | Beispiel |
|---|---|---|---|
| used to | früher, heute nicht mehr | Grundform | I used to work nights. |
| be used to | gewohnt sein, Zustand | Nomen oder -ing | I'm used to working nights. |
| get used to | sich gewöhnen, Vorgang | Nomen oder -ing | I'm getting used to working nights. |
Der Kern: dieses to ist eine Präposition
Hier liegt die ganze Schwierigkeit, und sie lässt sich in einem Satz erklären. Das to in be used to und get used to ist kein Infinitivzeichen, sondern eine Präposition — dasselbe to wie in listen to music oder belong to someone. Und nach einer Präposition steht im Englischen nie ein Infinitiv, sondern immer ein Nomen, ein Pronomen oder eine -ing-Form. Deshalb heißt es I'm used to working late und niemals I'm used to work late.
Der Fehler passiert, weil das Auge das to sieht und automatisch einen Infinitiv erwartet. Genau dieselbe Falle steckt in look forward to, wo es I'm looking forward to seeing you heißt und nicht to see you. Sie steckt auch in get round to: I finally got round to writing the report. Und sie steckt in Verbindungen wie object to, be committed to oder in addition to. Wer die Regel einmal für alle diese Ausdrücke akzeptiert, muss sie nie wieder einzeln lernen.
Ob ein to Präposition oder Infinitivzeichen ist, lässt sich mit einer Probe klären: Setze das Wort it dahinter. I'm used to it funktioniert, also ist to eine Präposition. Bei I want to it geht es nicht, also ist to dort Infinitivzeichen. Diese Probe ist zuverlässig und funktioniert auch bei allen Ausdrücken, die du noch nicht kennst. Der größere Zusammenhang steht in der Lektion zu Präpositionen nach Verben.
Formal betrachtet ist used hier ein Adjektiv, kein Verb. Deshalb steht davor eine Form von be, get, become oder grow, und deshalb kann man es sogar steigern: I'm more used to it now. Wer used als Adjektiv liest, sieht sofort, dass ein Nomen oder eine -ing-Form folgen muss.
be used to: der Zustand
be used to beschreibt, dass etwas für jemanden normal geworden ist. Der Vorgang des Gewöhnens ist abgeschlossen, übrig bleibt das Ergebnis. She's used to the cold. He wasn't used to driving on the left. Das Verb be trägt dabei die Zeitform, der Rest bleibt unverändert.
Weil be die Zeit trägt, funktioniert der Ausdruck in jeder Zeitform. Man kann ihn in die Vergangenheit setzen, in die Zukunft mit will, ins Present Perfect oder hinter ein Modalverb hängen. Die Tabelle unten zeigt die gebräuchlichsten Fälle. Wichtig ist nur, dass sich hinter to nichts ändert.
Verneint wird über be, nicht über do: I'm not used to it, she wasn't used to it. Gefragt wird ebenfalls über be: Are you used to the noise yet. Ein didn't oder does hat hier nichts verloren.
Neben be sind auch andere Verben möglich, die einen Zustand ausdrücken: I've grown used to it, they became used to the routine. Diese Varianten klingen etwas gehobener und kommen vor allem geschrieben vor.
| Zeit | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Gegenwart | am / is / are used to | I'm used to getting up early. |
| Vergangenheit | was / were used to | She was used to the long hours. |
| Perfekt | have / has been used to | We've been used to this for years. |
| Zukunft | will be used to | You'll be used to it in a month. |
| Verneinung | be + not used to | He isn't used to the food here. |
get used to: der Vorgang
get used to beschreibt nicht das Ergebnis, sondern den Weg dorthin. Es ist der Prozess der Gewöhnung, und deshalb steht es oft in der Verlaufsform oder mit Wörtern wie slowly, gradually, still oder never. I'm getting used to the new keyboard. It took me months to get used to the accent. She never got used to living alone.
Der Unterschied zu be used to ist derselbe wie zwischen „sein“ und „werden“. Deutsch macht ihn mit zwei verschiedenen Verben — „gewohnt sein“ gegen „sich gewöhnen“ —, Englisch mit zwei verschiedenen Hilfsverben vor demselben Adjektiv. Das ist eine der wenigen Stellen, an denen Englisch sparsamer ist als Deutsch.
get used to steht auch dort, wo die Gewöhnung noch aussteht: You'll get used to it. Das ist der Standardsatz an jeden, der gerade umgezogen ist oder einen neuen Job angefangen hat. Mit be wäre er falsch, weil be den Zustand behauptet, den es noch nicht gibt.
Ein feiner Punkt zum Schluss: get used to kann auch als Aufforderung stehen. Get used to it ist eine Ansage und klingt entsprechend schroff, weil es dem Gegenüber die Möglichkeit abspricht, an der Sache etwas zu ändern.
| Aspekt | be used to | get used to |
|---|---|---|
| Bedeutung | gewohnt sein | sich gewöhnen |
| Blickwinkel | Ergebnis | Vorgang |
| Typisches Umfeld | already, quite, not at all | slowly, gradually, still, never |
| Beispiel | I'm used to the noise. | I'm getting used to the noise. |
| Deutsch | Ich bin an den Lärm gewöhnt. | Ich gewöhne mich an den Lärm. |
Was hinter to stehen darf
Drei Dinge sind möglich, und alle drei kommen häufig vor. Erstens ein Nomen: I'm used to the weather. Zweitens ein Pronomen: I'm used to it, she's not used to that. Drittens eine -ing-Form: I'm used to waiting. Alles andere ist falsch, insbesondere die Grundform.
Die -ing-Form kann ihrerseits ein Objekt bei sich haben, und dann wird der Ausdruck länger, ohne dass sich die Regel ändert: He's used to dealing with difficult customers. She got used to answering the phone in three languages. Auch eine Verneinung ist möglich: I'm used to not having a car.
Es geht sogar ein ganzer Nebensatz, wenn man ihn nominalisiert: I'm used to people asking me that. Hier steht ein Nomen vor der -ing-Form, und beide zusammen bilden das, was die Präposition verlangt. Dieses Muster wirkt zunächst fremd, ist aber in gesprochenem Englisch völlig alltäglich.
Der Vergleich zum Deutschen
Deutsch hat für beide Bedeutungen eigene Wendungen: „an etwas gewöhnt sein“ und „sich an etwas gewöhnen“. Die Präposition ist in beiden Fällen „an“, und danach steht ein Nomen im Dativ. So weit läuft alles parallel zum Englischen, denn dort steht nach der Präposition to ebenfalls ein Nomen.
Der Bruch kommt, sobald eine Handlung folgt. Deutsch löst das mit einem Nebensatz und einem Verweiswort: „Ich bin es gewohnt, lange zu arbeiten“ oder „Ich habe mich daran gewöhnt, früh aufzustehen“. Dort steht ein Infinitiv mit „zu“. Genau dieses „zu“ übersetzt der Kopf automatisch mit to und hängt dann folgerichtig einen englischen Infinitiv an — und damit ist der Fehler passiert. Englisch braucht hier die -ing-Form, weil sein to keine Infinitivmarke ist, sondern eine Präposition.
Ein zweiter Unterschied betrifft „es“. Deutsch sagt „Ich bin es gewohnt“ mit einem Platzhalter. Englisch braucht keinen: I'm used to it steht nur dann, wenn it wirklich auf etwas Vorheriges zeigt. Vor einer -ing-Form entfällt es ersatzlos: nicht I'm used to it working late, sondern I'm used to working late.
Drittens verwechselt das Deutsche die beiden Bedeutungen selten, weil „sein“ und „sich gewöhnen“ hörbar verschieden sind. Im Englischen unterscheiden sich be und get nur um ein kurzes Wort, und in der Kurzform verschwindet es fast: I'm used to it gegen I'm getting used to it. Wer den Unterschied nicht bewusst macht, hört ihn beim Zuhören nicht heraus.
Abgrenzung zum allein stehenden used to
Das allein stehende used to ist ein Verb und spricht ausschließlich über die Vergangenheit: I used to play the piano. Es kann nicht in der Gegenwart oder Zukunft stehen, und danach folgt die Grundform. Es sagt zugleich mit, dass die Sache heute vorbei ist. Damit ist es der nächste Verwandte von would für wiederholte Handlungen.
Die beiden anderen Ausdrücke sind Adjektivkonstruktionen und sagen nichts über vorbei oder nicht vorbei. Sie sagen etwas über Vertrautheit. I used to work nights heißt: heute nicht mehr. I'm used to working nights heißt: es macht mir nichts aus, und ich mache es womöglich immer noch.
Wer beim Schreiben unsicher ist, prüft an der Form dahinter. Steht dort eine Grundform, muss vorne das nackte used to stehen und der Satz spricht über früher. Steht dort ein Nomen oder eine -ing-Form, gehört be oder get davor. Diese Probe braucht keine Bedeutungsanalyse und funktioniert in beide Richtungen.
| Satz | Bedeutung |
|---|---|
| I used to live alone. | Früher habe ich allein gewohnt, heute nicht mehr. |
| I'm used to living alone. | Ich bin daran gewöhnt, allein zu wohnen. |
| I got used to living alone. | Ich habe mich daran gewöhnt, allein zu wohnen. |
| I'm not used to living alone. | Ich bin es nicht gewohnt, allein zu wohnen. |
Aussprache, Schreibung und typische Fehler
Gesprochen klingen die beiden Bedeutungen fast gleich, aber nicht ganz. In used to mit der Bedeutung „früher“ und in be used to spricht man das s stimmlos, also /juːst/, nicht /juːzd/. Nur das normale Verb use behält das stimmhafte /z/: I used a knife /juːzd/. Wer /juːzd tuː/ sagt, klingt für englische Ohren nach dem falschen Wort.
Geschrieben bleibt das d immer erhalten, mit einer Ausnahme: nach did fällt es weg. Did you use to live here, didn't use to. Das folgt derselben Logik wie bei allen Fragen mit do, bei denen die Zeitmarkierung nur einmal steht. In der Praxis sieht man beide Schreibweisen; die Form ohne d gilt als die korrekte.
Die drei Fehler, die am häufigsten vorkommen: erstens der Infinitiv nach to, zweitens die Verwechslung von be und get, drittens die Bildung von Frage und Verneinung mit do statt mit be. She doesn't used to the noise ist gleich dreifach daneben — richtig heißt es She isn't used to the noise.
Ein vierter Fehler betrifft die Zeitform. Weil I'm used to eine Gegenwart ist, taucht es fälschlich in Erzählungen über die Vergangenheit auf. Dort gehört was oder were hin: When I worked in Madrid, I was used to eating late. Wer die Vergangenheit in einem längeren Text durchhält, findet die Grundlagen im Simple Past.
Häufige Fragen
- Heißt es I'm used to work oder I'm used to working?
- I'm used to working. Das to in be used to ist eine Präposition und kein Infinitivzeichen, deshalb folgt die -ing-Form. Die Probe: Man kann I'm used to it sagen, also verlangt to ein Nomen oder eine -ing-Form. I'm used to work wäre nur richtig, wenn work als Nomen gemeint ist, etwa im Sinn von Arbeit allgemein — und das ist fast nie der Fall.
- Was ist der Unterschied zwischen be used to und get used to?
- be used to beschreibt den Zustand: Man ist etwas gewohnt, der Gewöhnungsprozess ist abgeschlossen. get used to beschreibt den Vorgang: Man gewöhnt sich gerade daran oder wird sich daran gewöhnen. I'm used to the cold heißt, dass mir die Kälte nichts ausmacht. I'm getting used to the cold heißt, dass sie mir noch etwas ausmacht, aber immer weniger.
- Wie unterscheide ich used to von be used to?
- An der Form dahinter und am Hilfsverb davor. Steht kein be oder get davor und folgt eine Grundform, geht es um früher: I used to swim every day. Steht be oder get davor und folgt ein Nomen oder eine -ing-Form, geht es um Gewöhnung: I'm used to swimming in cold water. Die beiden Bedeutungen haben nichts miteinander zu tun.
- Kann be used to auch in der Vergangenheit stehen?
- Ja, und das ist einer der Hauptunterschiede zum allein stehenden used to. Weil be die Zeit trägt, sind alle Zeitformen möglich: I was used to it, I've been used to it for years, I'll be used to it soon. Das nackte used to gibt es dagegen nur in der Vergangenheit.
- Warum sagt man I'm looking forward to seeing you und nicht to see you?
- Aus genau demselben Grund. Auch dort ist to eine Präposition, in diesem Fall Teil des Ausdrucks look forward to. Nach Präpositionen steht im Englischen die -ing-Form. Dieselbe Regel gilt für object to, be committed to, in addition to und get round to.
- Spricht man used in beiden Fällen gleich aus?
- In used to und be used to spricht man das s stimmlos: /juːst/. Nur beim normalen Verb use bleibt es stimmhaft: I used a hammer klingt /juːzd/. Der Unterschied ist klein, fällt Muttersprachlern aber sofort auf.
Passt dazu
- can — Fähigkeit, Erlaubnis und warum kein to folgtWie can gebildet wird, welche Bedeutungen es trägt und warum nach can weder ein to noch ein s stehen darf.
- Gerundium oder Infinitiv — wenn die Form den Sinn ändertstop smoking gegen stop to smoke: Bei einer kleinen Gruppe von Verben entscheidet die Form über die Bedeutung, nicht über den Stil.
- Gerundium und Infinitiv — wann -ing steht und wann toWarum ein Verb nach einem anderen Verb eine Form braucht, welche zwei zur Wahl stehen und warum nach Präpositionen immer -ing folgt.
- have got — Besitz ausdrücken, britisch gegen amerikanischWann have got statt have steht, wie du damit verneinst und fragst und warum Amerikaner es seltener benutzen als Briten.
- have something done — etwas machen lassen auf EnglischWarum Ich lasse mein Auto reparieren nicht I let my car repair heißt und wie have und get den Unterschied zwischen Auftrag und Erlebnis tragen.
- may und might — Möglichkeit, Erlaubnis und der Ton dabeiWann etwas may und wann es might ist, warum may um Erlaubnis bittet und wie sich beides von can unterscheidet.