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Passiv in der Vergangenheit — was done und has been done

Wie das englische Passiv in Simple Past, Past Progressive, Present Perfect und Past Perfect gebildet wird und wo das deutsche wurde in die Irre führt.

Das kannst du danach

  • Du bildest das Passiv in allen vier Vergangenheitsformen mit der richtigen Form von be.
  • Du entscheidest sicher zwischen was done und has been done.
  • Du erkennst, warum das deutsche wurde nicht immer zu was wird.
  • Du machst aus einem Satz mit zwei Objekten das englische Passiv mit der Person als Subjekt.
  • Du unterscheidest im Englischen Vorgang und Zustand, die das Deutsche mit wurde und war trennt.

Warum die Vergangenheit das eigentliche Zuhause des Passivs ist

Wer englische Texte liest, begegnet dem Passiv am häufigsten in der Vergangenheit. Berichte, Protokolle, Nachrichten, Bedienungsanleitungen und Firmenmails erzählen davon, was mit etwas gemacht wurde, und lassen offen, wer es gemacht hat. The decision was taken last week. The files were deleted. Nobody knows why. In der Gegenwart braucht man das Passiv seltener, weil man dort meistens weiß, wer gerade handelt.

Die Bauweise ändert sich dabei nicht. Das englische Passiv besteht immer aus einer Form von be und dem Past Participle, also der dritten Verbform. Was du in der Grundlektion zum Passiv über is done gelernt hast, gilt hier unverändert — nur be steht jetzt in einer Vergangenheitsform. Alles, was du zusätzlich brauchst, sind die Formen was, were, was being, has been und had been.

Genau deshalb ist die dritte Verbform hier so wichtig. Bei regelmäßigen Verben fällt sie nicht auf, weil sie wie das Simple Past auf -ed endet. Bei den unregelmäßigen Verben wird der Unterschied dagegen hörbar: The letter was written, nicht was wrote. The car was stolen, nicht was stole. Wer hier die zweite statt der dritten Form einsetzt, produziert den Fehler, der in schriftlichen Prüfungen am schnellsten angestrichen wird.

Ein Satz im Passiv hat außerdem fast immer einen Grund. Entweder ist der Handelnde unbekannt, oder er ist unwichtig, oder man will ihn bewusst nicht nennen. Im Deutschen greift man in diesen Fällen oft zu „man“: Man hat die Tür aufgebrochen. Englisch hat kein brauchbares Gegenstück zu diesem „man“ und weicht stattdessen ins Passiv aus: The door had been forced open. Diese eine Beobachtung erklärt einen großen Teil der Passivsätze, die dir in englischen Texten begegnen.

Simple Past Passive: was und were plus dritte Form

Die häufigste Passivform der Vergangenheit ist die einfachste. Du nimmst was oder were und hängst das Past Participle an. Welche der beiden Formen du brauchst, hängt allein vom neuen Subjekt ab, also von dem, was im Aktivsatz das Objekt war. Die Regeln dafür sind dieselben wie bei was und were im Aktivsatz.

Der Weg vom Aktiv zum Passiv ist mechanisch: Das Objekt rückt nach vorn und wird Subjekt, das Verb wird zu be plus dritter Form, und der ursprüngliche Handelnde verschwindet entweder oder hängt hinten mit by dran. Somebody broke the window wird zu The window was broken. Wenn es darauf ankommt, wer es war: The window was broken by a neighbour.

Diese by-Ergänzung ist seltener, als Lehrbücher vermuten lassen. In echten Texten steht sie in etwa jedem fünften Passivsatz. Sie lohnt sich nur, wenn der Handelnde neu, überraschend oder besonders wichtig ist — The novel was written by a fifteen-year-old. Wenn er ohnehin klar ist, lässt man ihn weg. The suspect was arrested on Tuesday braucht kein by the police, weil niemand jemand anderen vermuten würde.

Achte auf die Verneinung und die Frage. Verneint wird an be, nicht am Vollverb: The parcel wasn't delivered. Gefragt wird durch Umstellung von be, ganz ohne did: Was the parcel delivered. Hier passiert dasselbe wie bei den Fragen mit do, nur umgekehrt — wo ein Hilfsverb da ist, wird kein did gebraucht. Der Satz Did the parcel was delivered ist eine der wenigen Konstruktionen, die auf Anhieb unverständlich wirken.

AktivPassivDeutsch
They cancelled the meeting.The meeting was cancelled.Die Sitzung wurde abgesagt.
Someone stole my bike.My bike was stolen.Mein Fahrrad wurde gestohlen.
The council closed the roads.The roads were closed.Die Straßen wurden gesperrt.
Nobody paid the invoices.The invoices weren't paid.Die Rechnungen wurden nicht bezahlt.

Was being done: das Passiv der laufenden Handlung

Wenn eine Handlung in der Vergangenheit gerade im Gange war, steht im Aktiv das Past Progressive. Im Passiv wird daraus was being oder were being plus dritte Form. They were repairing the road wird zu The road was being repaired. Die Form sieht sperrig aus, ist aber im gesprochenen Englisch völlig normal, besonders als Hintergrund für ein anderes Ereignis: The car was being loaded when the rain started.

Deutsch hat für diesen Unterschied keine eigene Form. Die Straße wurde repariert kann beides heißen — die einmalige Reparatur und die gerade laufende. Wer den Verlauf betonen will, greift zu Zusätzen wie „gerade“ oder „schon seit Stunden“. Englisch trennt das grammatisch, und deshalb muss man beim Übersetzen aus dem Deutschen eine Entscheidung treffen, die im Original gar nicht getroffen wurde.

Die Faustregel ist dieselbe wie im Aktiv: Geht es um den abgeschlossenen Vorgang, steht die einfache Form. Geht es um den Zeitraum, in dem etwas lief, steht being. My laptop was repaired on Monday erzählt, dass die Reparatur stattfand. My laptop was being repaired all week erzählt, dass sie sich hinzog.

Verben, die im Aktiv keine Verlaufsform bilden, bilden sie auch im Passiv nicht. Zustandsverben wie know, own, belong oder contain stehen nicht mit being. The house was owned by her aunt ist richtig, was being owned nicht.

Has been done und had been done

In den Perfektformen wird be selbst ins Perfekt gesetzt und bleibt dann als been stehen. Aus dem Present Perfect wird has been oder have been plus dritte Form: The report has been finished. Aus dem Past Perfect wird had been plus dritte Form: The report had been finished before the meeting began.

Diese beiden Formen unterscheiden sich genauso voneinander wie ihre Aktiv-Gegenstücke. has been done verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart: Es ist erledigt, und das ist jetzt relevant. had been done greift von einem Zeitpunkt in der Vergangenheit noch weiter zurück und markiert die Vorvergangenheit. The door had been locked, so we waited outside — erst wurde abgeschlossen, dann standen wir draußen.

Die Wahl zwischen was done und has been done folgt exakt der Grenze, die auch zwischen Simple Past und Present Perfect verläuft. Steht eine abgeschlossene Zeitangabe im Satz, muss das Simple Past stehen: The bridge was built in 1892. Ohne Zeitangabe und mit Blick auf das Ergebnis steht das Present Perfect: The bridge has been rebuilt, so you can cross again.

Hier liegt die größte Falle für Deutschsprachige, und sie hat mit der deutschen Umgangssprache zu tun. Im Deutschen sagt man mündlich fast immer „Die Brücke ist gebaut worden“, auch für 1892. Diese Form sieht dem englischen Present Perfect zum Verwechseln ähnlich — ist und has, worden und been. Sie entspricht ihm aber nicht. Deutsches Perfekt Passiv deckt beide englischen Formen ab, und die Auswahl trifft nicht die deutsche Form, sondern die Zeitangabe im Satz.

ZeitformPassivformBeispiel
Simple Pastwas / were + 3. FormThe email was sent yesterday.
Past Progressivewas / were being + 3. FormThe room was being cleaned.
Present Perfecthas / have been + 3. FormThe email has been sent.
Past Perfecthad been + 3. FormThe email had been sent before she called.
modale Vergangenheitshould / could have been + 3. FormIt should have been checked.

Wenn die Person zum Subjekt wird

Viele englische Verben haben zwei Objekte: eine Sache und eine Person. give somebody something, tell somebody something, send somebody something, offer somebody something. Solche Sätze lassen im Passiv zwei Varianten zu, und Englisch bevorzugt die, die Deutschsprachige nie zuerst bilden: die mit der Person vorn.

They gave me a second chance wird bevorzugt zu I was given a second chance. Möglich ist auch A second chance was given to me, aber das klingt gestelzt. Dasselbe Muster: We were told to wait. She was offered the job. The staff were sent an email. Wer diese Konstruktion einmal erkannt hat, versteht plötzlich einen ganzen Stapel englischer Sätze, die vorher schief wirkten.

Der Grund, warum das schwerfällt, liegt im Deutschen. Dort behält die Person ihren Dativ und kann nicht Subjekt werden: Mir wurde eine zweite Chance gegeben, nicht „Ich wurde eine zweite Chance gegeben“. Deutsch schiebt den Dativ nur an den Satzanfang, Englisch macht ihn wirklich zum Subjekt. Deshalb liest sich I was given wie ein Fehler, ist aber die normalste Form überhaupt.

Verwandt damit ist have something done, also die Konstruktion für Dinge, die man machen lässt: I had my hair cut. Auch dort steht die dritte Form, und auch dort denkt das Deutsche anders — mit lassen statt mit einem Partizip.

Vorgang oder Zustand: was das Deutsche trennt und Englisch nicht

Deutsch unterscheidet zwei Passive, die man am Hilfsverb erkennt. Die Tür wurde geschlossen beschreibt den Vorgang: Jemand hat sie zugemacht. Die Tür war geschlossen beschreibt den Zustand: Sie war zu. Grammatiken nennen das Vorgangspassiv und Zustandspassiv.

Englisch hat dafür nur eine Form. The door was closed kann beides bedeuten, und erst der Zusammenhang entscheidet. The door was closed at ten by the caretaker ist ein Vorgang. When we arrived, the door was closed ist ein Zustand. Diese Doppeldeutigkeit ist im Englischen kein Mangel, sondern Normalzustand — man merkt sie nur, wenn man aus einer Sprache kommt, die trennt.

Wenn der Vorgang eindeutig sein soll, hilft im Englischen das get-Passiv. get broken, get stolen, get hurt, get fired betonen das Geschehen und oft auch, dass es unangenehm war: My phone got stolen on the train. Das ist gesprochene Sprache, kein Stil für Bewerbungen, aber sehr häufig. Umgekehrt macht eine Zeitangabe oder eine by-Ergänzung den Vorgang ebenfalls deutlich.

Beim Übersetzen in die andere Richtung gilt: Ein englisches was plus Partizip wird nicht automatisch zu wurde. Prüfe erst, ob ein Zustand gemeint ist. The shop was closed on Sundays heißt sonntags geschlossen, nicht sonntags geschlossen worden. Ein Blick auf die Zeitangabe klärt das fast immer.

Wenn du wissen willst, wie sich diese Formen zu den übrigen Zeiten verhalten, hilft die Übersicht über das Passiv in allen Zeiten. Und für Sätze wie He is said to be ill lohnt später das Passiv mit Verben des Sagens, das eine eigene Bauweise hat.

Die Fehler, die immer wieder passieren

Erstens: die zweite statt der dritten Form. The window was broke, The song was sang, The money was stole. Alle drei sind falsch. Wer die Dreierkette break – broke – broken beim Lernen laut gesprochen hat, tappt hier seltener hinein.

Zweitens: das vergessene be. Aus dem Deutschen übernimmt man gern nur das Partizip und schreibt The meeting cancelled. Damit hast du aber gesagt, dass die Sitzung selbst etwas abgesagt hat. Ohne Form von be gibt es kein Passiv.

Drittens: doppelte Zeitmarkierung mit did. The letter didn't was sent kommt vor, weil man die Verneinungsregel aus dem Aktiv mitnimmt. Sobald be im Satz steht, macht be die Arbeit: The letter wasn't sent.

Viertens: das Passiv bei Verben, die keines bilden können. Nur Verben mit Objekt lassen sich passivieren. happen, appear, arrive, die oder break down haben kein Objekt, also auch kein Passiv. The accident was happened ist ein häufiger und sofort auffälliger Fehler. Auch das lässt sich merken: Wenn du im Aktivsatz kein Objekt findest, das nach vorn rücken könnte, gibt es nichts zu passivieren.

Fünftens: das Passiv, wo keines nötig ist. Englische Stilratgeber warnen zu Recht davor, jeden Satz ins Passiv zu drehen. Wenn der Handelnde bekannt und wichtig ist, schreibe aktiv. Das Passiv ist ein Werkzeug für den Fall, dass der Handelnde stört — nicht für einen förmlicheren Klang.

Häufige Fragen

Wann heißt es was done und wann has been done?
Die Regel ist dieselbe wie im Aktiv. Steht eine abgeschlossene Zeitangabe im Satz oder ist der Zeitpunkt aus dem Zusammenhang klar, nimmst du was oder were: The office was renovated last summer. Geht es um ein Ergebnis, das jetzt zählt, und fehlt eine abgeschlossene Zeitangabe, nimmst du has been oder have been: The office has been renovated, so we can move back in. Das deutsche ist gemacht worden hilft bei dieser Entscheidung nicht, weil es beide englischen Formen abdeckt.
Warum sagt man I was given a book und nicht Me was given a book?
Weil die Person im englischen Passiv wirklich Subjekt wird und nicht wie im Deutschen im Dativ stehen bleibt. Das Subjekt eines englischen Satzes steht immer in der Grundform des Pronomens, also I, he, she, we, they. Me, him oder her sind Objektformen und können vor dem Verb nicht stehen. Deutsch sagt mir wurde ein Buch gegeben und behält den Dativ, Englisch macht daraus I was given a book.
Ist das get-Passiv falsches Englisch?
Nein, es ist gesprochenes Englisch. My bike got stolen, he got fired, she got hurt sind völlig normale Sätze, die den Vorgang und oft eine unangenehme Wendung betonen. In förmlichen Texten, Berichten und Prüfungsaufsätzen bleibt trotzdem be die sichere Wahl. Britisch und amerikanisch verhalten sich hier gleich, das get-Passiv ist in beiden Varianten verbreitet.
Wie verneine ich einen Passivsatz in der Vergangenheit?
Immer an der Form von be, nie mit did. Aus The room was cleaned wird The room wasn't cleaned. Bei den Perfektformen hängt not am ersten Hilfsverb: The room hasn't been cleaned, The room hadn't been cleaned. Sobald ein Hilfsverb im Satz steht, wird did nicht mehr gebraucht.
Muss ich immer angeben, wer die Handlung ausgeführt hat?
Nein, und meistens lässt man es weg. Die by-Ergänzung lohnt sich nur, wenn der Handelnde neu oder überraschend ist, etwa The design was chosen by the students themselves. Ist er selbstverständlich, wirkt by überflüssig: The thief was arrested braucht kein by the police. Genau diese Möglichkeit, den Handelnden zu verschweigen, ist der Hauptgrund, warum es das Passiv überhaupt gibt.

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