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B2Zeitformen16 Min. Lesezeit

future in the past — was going to und would als Zukunft von gestern

Wie man aus der Vergangenheit heraus über die Zukunft spricht: was going to, would, was to und was about to im Vergleich.

Das kannst du danach

  • Du erkennst, wann ein Satz eine Zukunft beschreibt, die von einem Punkt in der Vergangenheit aus gesehen wird.
  • Du bildest was going to und would sicher und weißt, welche der beiden Formen wohin gehört.
  • Du unterscheidest was to, was about to und das Past Progressive als weitere Formen des future in the past.
  • Du erklärst, warum die deutsche Übersetzung mit wollte oder sollte in die Irre führt.
  • Du setzt die Formen in der indirekten Rede korrekt ein.

Was mit future in the past gemeint ist

Es gibt einen Erzählstandpunkt, den fast jede Geschichte braucht und den kaum jemand bewusst lernt: Man steht in der Vergangenheit und blickt von dort aus nach vorn. Der Satz beschreibt etwas, das zum Zeitpunkt der Erzählung noch bevorstand — heute aber längst vorbei ist oder nie eingetreten ist. Genau das leistet das future in the past. Beispiel: We left early because the train was going to be full. Das Vollsein des Zuges lag hinter dem Aufbruch, aus heutiger Sicht liegt beides weit hinten.

Das ist keine eigene Zeitform mit eigener Endung, sondern eine Verschiebung: Man nimmt die üblichen Mittel für die Zukunft und setzt ihr Hilfsverb in die Vergangenheit. Aus am going to wird was going to, aus will wird would, aus am to wird was to, aus am about to wird was about to. Wer die Gegenwartsformen kennt, hat die Arbeit größtenteils schon getan; es fehlt nur die Einsicht, dass diese Rückstufung überhaupt nötig ist.

Deutsch macht an dieser Stelle fast nichts. Wir sagen schlicht: Wir sind früh los, weil der Zug voll werden würde — oder noch häufiger: weil der Zug voll wurde. Die deutsche Erzählung kommt mit dem Präteritum aus und verlässt sich auf den Zusammenhang. Englisch tut das nicht. Wer im Englischen die Rückstufung unterlässt und because the train will be full schreibt, wechselt unfreiwillig in die Gegenwart des Sprechers und behauptet damit, der Zug sei jetzt noch voll.

Das Thema hängt eng am will-Futur und am going-to-Futur. Wer den Unterschied zwischen beiden noch nicht sicher hat, sollte ihn zuerst klären, denn er überträgt sich unverändert in die Vergangenheit: Was in der Gegenwart going to verlangt, verlangt in der Rückschau was going to, und was will verlangt, verlangt would. Der Vergleich der beiden steht ausführlich in der Lektion zu will und going to.

Gegenwartfuture in the pastBeispiel
will dowould doHe said he would call.
am / is / are going to dowas / were going to doShe was going to call.
am / is / are to dowas / were to doThey were to arrive at six.
am / is / are about to dowas / were about to doI was about to leave.
am / is / are doingwas / were doingWe were meeting them at nine.

was going to — der geplante, oft geplatzte Plan

was going to und were going to sind die häufigste Form und tragen dieselbe Bedeutung wie das going-to-Futur, nur eben aus der Rückschau: Zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit gab es eine Absicht oder ein sichtbares Anzeichen. I was going to phone you, but my battery died. She was going to study law, then she changed her mind.

Auffällig ist, wie oft dieser Form ein aber folgt. Das liegt an einer Eigenheit des Englischen, die man kennen sollte: was going to ist stark eingefärbt zum nicht eingetretenen Plan hin. Wenn jemand sagt I was going to tell you, erwartet die zuhörende Person fast automatisch die Fortsetzung, warum es nicht dazu kam. Der Plan bestand, er wurde nicht ausgeführt. Diese Färbung ist kein Muss, aber sie ist so verbreitet, dass sie beim Formulieren mitgedacht werden sollte.

Deshalb ist was going to die natürliche Form für Entschuldigungen, Erklärungen und nachträgliche Richtigstellungen. I was going to call you back, honestly. We were going to book the flight last night, but the site was down. Wer stattdessen sagt I wanted to call you back, verschiebt die Aussage: wanted beschreibt einen Wunsch, was going to beschreibt einen konkreten Plan, der bereits in Bewegung war.

Auch die zweite Bedeutung des going-to-Futurs überträgt sich: die Vorhersage aufgrund sichtbarer Anzeichen. The sky was dark and it was clearly going to rain. Der Regen war in dem Moment absehbar, unabhängig davon, ob er dann tatsächlich fiel. Wenn im selben Satz eine laufende Handlung mitschwingt, steht daneben oft das Past Progressive, und beide Formen greifen im Erzähltext gut ineinander.

would — die Zukunft, die einfach eintraf

would ist die Vergangenheitsform von will und beschreibt eine Zukunft, die aus der erzählten Vergangenheit heraus als Tatsache oder als bloße Feststellung erscheint. Sie ist die typische Form der Erzählung und der Geschichtsschreibung: In 1912 the ship left Southampton. Four days later it would sink. Der Untergang kam, und der Erzähler weiß das bereits, während er die Abfahrt beschreibt.

Diese Verwendung wirkt für Deutschsprachige ungewohnt, weil würde bei uns fast immer nach Bedingung oder Höflichkeit klingt. Im Englischen ist would an dieser Stelle völlig neutral. He didn't know it, but he would meet her again ten years later. Hier steckt keine Bedingung, kein Konjunktiv und keine Unsicherheit, sondern schlicht ein Blick nach vorn aus einer zurückliegenden Position.

Der Unterschied zu was going to ist damit derselbe wie zwischen will und going to: would ist neutral und sagt, dass etwas geschah oder geschehen sollte; was going to betont die Absicht oder das Anzeichen und deutet häufig an, dass es anders kam. Vergleiche: He would leave the company in 2019 — er verließ sie tatsächlich. He was going to leave the company — er hatte es vor, ob er es tat, ist offen.

Bei would lauert eine Verwechslung, die man aktiv trennen muss. Dasselbe Wort steht auch für die wiederholte Gewohnheit in der Vergangenheit, wie in der Lektion zu would für Gewohnheiten beschrieben, und es steht im Hauptsatz der if-Sätze vom Typ 2. Drei Bedeutungen, ein Wort. Der Zusammenhang entscheidet, und meistens entscheidet er eindeutig: Steht eine einmalige, datierbare Handlung dabei, ist es future in the past; steht eine Zeitangabe wie every summer dabei, ist es die Gewohnheit.

FormBedeutungBeispiel
would + InfinitivZukunft aus der Vergangenheit, neutralShe would become famous years later.
would + Infinitivwiederholte Gewohnheit früherEvery summer we would drive to the coast.
would + InfinitivHauptsatz im if-Satz Typ 2If I had time, I would help.
was going to + InfinitivAbsicht, oft nicht eingetretenI was going to help, but I forgot.

was to, was about to und das Past Progressive

Neben den beiden Hauptformen gibt es drei weitere, die im gehobenen Text und in der Erzählung häufig vorkommen. was to und were to beschreiben etwas Vorherbestimmtes, Angeordnetes oder Schicksalhaftes: The meeting was to take place at noon. He was to die three years later. Das klingt förmlich und ist typisch für Berichte, Nachrufe und historische Darstellungen. Im Alltagsgespräch nutzt man es kaum.

was about to und were about to bezeichnen die unmittelbar bevorstehende Handlung, also das englische Gegenstück zu gerade dabei sein zu. I was about to send the email when she called. Der Abstand ist hier winzig: Sekunden oder Minuten, nicht Tage. Eine Variante mit derselben Bedeutung ist was on the point of doing, die aber deutlich schriftsprachlicher wirkt und die -ing-Form verlangt.

Schließlich kann auch das Past Progressive selbst eine geplante Zukunft ausdrücken, wenn ein Termin feststand: We were meeting them at nine, so we had to hurry. Das ist die Rückstufung des Present Progressive für Verabredungen. Diese Form klingt sachlich und organisiert und passt zu Kalendereinträgen, Fahrplänen und Absprachen.

Alle drei Formen unterscheiden sich vom neutralen would durch eine zusätzliche Färbung: was to trägt Bestimmung, was about to trägt Unmittelbarkeit, das Past Progressive trägt Verabredung. Wer sie kennt, kann in Erzähltexten genauer werden, ohne dauernd auf denselben Baustein zurückzugreifen. Weiterführend passt dazu die Lektion zu den Zeitformen im Erzähltext.

Der Vergleich zum Deutschen

Der Kern des Problems liegt in der deutschen Übersetzung. Wir geben was going to fast automatisch mit wollte wieder: I was going to leave wird zu Ich wollte gehen. Diese Übersetzung ist zwar oft brauchbar, führt aber rückwärts zu einem harten Fehler, denn wollte lässt sich ebenso mit wanted to übersetzen — und wanted to bedeutet etwas anderes. I wanted to leave beschreibt einen Wunsch, vielleicht ohne jeden Plan. I was going to leave beschreibt einen Vorsatz, der bereits feststand.

Ähnlich täuscht die Übersetzung von was to mit sollte. Deutsch sollte gehört zu einer ganzen Familie von Bedeutungen: der Empfehlung, der Erwartung und dem Schicksalhaften. Englisch trennt diese Bedeutungen auf verschiedene Wörter auf. Für die Empfehlung steht should, für das Schicksalhafte steht was to. He was to become the youngest chancellor heißt nicht, dass ihm das jemand geraten hätte.

Umgekehrt fehlt dem Deutschen ein sauberes Gegenstück zum neutralen would. Wir sagen im Erzähltext meist einfach das Präteritum: Vier Tage später sank das Schiff. Der Vorwärtsblick steckt bei uns im Adverb — später, danach, im Jahr darauf — nicht im Verb. Wer das ins Englische überträgt und nur das Simple Past nimmt, produziert grammatisch richtige, aber flache Sätze. Four days later it sank ist korrekt; Four days later it would sink erzählt.

Und schließlich die deutsche würde-Falle. Weil würde bei uns nach Konjunktiv klingt, meiden viele Lernende would im Erzähltext und weichen auf umständliche Konstruktionen aus. Das ist unnötig. Englisch würde und englisch would decken sich nur zum Teil; would ist im Erzählen ein ganz normales, unauffälliges Wort. Mehr zur Abgrenzung steht in der Lektion zum Konjunktiv mit were.

DeutschFalsch übertragenRichtig
Ich wollte dich anrufen (Plan)I wanted to call youI was going to call you
Er sollte später berühmt werdenHe should become famous laterHe was to become famous later
Sie sagte, sie kommt morgenShe said she will come tomorrowShe said she would come the next day
Ich war gerade dabei zu gehenI was just goingI was about to leave

future in the past in der indirekten Rede

Der häufigste Ort, an dem diese Formen im Alltag auftauchen, ist die indirekte Rede. Sobald das einleitende Verb in der Vergangenheit steht, rutschen alle Zeitformen eine Stufe zurück, und die Zukunft rutscht mit. Aus I will help wird he said he would help, aus I am going to help wird he said he was going to help. Das ist die Regel des Rückschritts, ausführlich beschrieben in der Lektion zu den Regeln des Backshift.

Die praktische Schwierigkeit liegt nicht in der Verbform, sondern in den Zeitangaben, die mitwandern müssen. tomorrow wird zu the next day oder the following day, next week wird zu the following week, in two hours wird zu two hours later. Wer die Verbform rückstuft, die Zeitangabe aber stehen lässt, baut Sätze wie She said she would come tomorrow — die im Gespräch zwar vorkommen, wenn morgen tatsächlich noch bevorsteht, im Bericht über etwas Abgeschlossenes aber falsch sind.

Auch Fragen folgen diesem Muster. Aus Will you be there? wird He asked if I would be there. Der Fragebau verschwindet dabei, weil in der indirekten Frage die normale Satzstellung mit Subjekt vor Verb gilt. Aus Are you going to sell the car? wird She asked whether I was going to sell the car.

Nicht rückgestuft wird, wenn die Aussage weiterhin gilt und der Zeitpunkt noch bevorsteht. He said the train leaves at six ist möglich, wenn der Zug jeden Tag um sechs fährt. Bei der Zukunft ist das seltener, kommt aber vor: She said she will be there tonight, wenn tonight noch nicht vorbei ist. Die Details dieser Ausnahmen stehen bei den Aussagen in der indirekten Rede.

Typische Fehler

Der erste und mit Abstand häufigste Fehler ist die fehlende Rückstufung: He told me he will come. Das klingt im Ohr richtig, weil das Deutsche hier tatsächlich Präsens verwendet — er sagte mir, er kommt. Englisch verlangt would, sobald das einleitende Verb in der Vergangenheit steht. Wer sich das nicht merken kann, prüft am Hauptverb: Steht dort said, told, asked oder thought, folgt fast immer would.

Der zweite Fehler ist die Verwechslung von was going to und would in genau der Richtung, in der es weh tut. Wenn etwas tatsächlich geschah, ist would richtig; wenn es nur geplant war, ist was going to richtig. He would call, but he forgot ergibt keinen Sinn, weil would den Anruf als eingetreten setzt. Richtig ist He was going to call, but he forgot.

Der dritte Fehler ist die Doppelung mit will nach einer Vergangenheitsform: I knew that I will be late. Auch hier ist die deutsche Vorlage schuld. Richtig ist I knew that I would be late. Dieselbe Logik gilt in Nebensätzen mit when und after: I wondered when the results would arrive.

Der vierte Fehler betrifft die Kurzform. would wird zu 'd zusammengezogen und ist damit lautgleich mit der Kurzform von had. He'd left kann he had left sein, He'd leave ist he would leave. Der Unterschied steckt allein in der folgenden Form: Nach had steht das Past Participle, nach would der Infinitiv. Wer das Past Perfect sicher hat, hört diesen Unterschied ohne Nachdenken.

Der fünfte Fehler ist stilistisch. Wer in einem Erzähltext jeden Vorwärtsblick mit would markiert, erzeugt einen leiernden Rhythmus. Would ist ein Betonungsmittel und wirkt nur, wenn es sparsam eingesetzt wird. Der übrige Text läuft im Simple Past.

Kurzformen und Aussprache

Im gesprochenen Englisch wird would fast immer verkürzt: I'd, you'd, he'd, we'd, they'd. Die Verneinung heißt wouldn't und wird mit einem deutlich hörbaren t gesprochen. In der Frage steht would vorn: Would you have guessed that she would win? Das doppelte would in einem Satz ist erlaubt, klingt aber schwerfällig und lässt sich oft mit was going to auflösen.

was going to verschmilzt in schneller Rede zu wasgonna, geschrieben gonna. Diese Schreibweise gehört in Liedtexte und Chatnachrichten, nicht in eine E-Mail und nicht in eine Prüfung. Sie zu erkennen ist trotzdem wichtig, weil sie in Filmen und Podcasts ständig vorkommt: I was gonna tell you.

Britisch und amerikanisch unterscheiden sich hier kaum. Ein kleiner Unterschied betrifft was to: Diese Konstruktion ist im britischen Journalismus geläufiger als im amerikanischen, wo häufiger would oder ended up doing steht. Beide Varianten sind überall verständlich. Wer formell schreibt, ist mit was to auf der sicheren Seite, wer neutral erzählt, mit would.

Häufige Fragen

Ist future in the past eine eigene Zeitform?
Nein, es ist ein Blickwinkel, kein eigenes Formenpaar. Man nimmt die vorhandenen Zukunftsformen und setzt ihr Hilfsverb in die Vergangenheit: will wird zu would, am going to wird zu was going to. Deshalb steht das Thema in keiner Formentabelle der Zeiten und wird trotzdem in fast jedem längeren Text gebraucht.
Wann nehme ich would und wann was going to?
would ist neutral und sagt, dass etwas tatsächlich eintrat oder feststand: She would move to Berlin two years later. was going to betont die Absicht und deutet oft an, dass es anders kam: She was going to move to Berlin, but she stayed. Wenn im Satz ein aber folgt, ist was going to fast immer die richtige Wahl.
Warum heißt es He said he would come und nicht He said he will come?
Weil das einleitende Verb said in der Vergangenheit steht und damit alle Zeitformen im Nebensatz eine Stufe zurückrücken. Das ist der Backshift. Die deutsche Vorlage führt hier in die Irre, weil wir sagen: Er sagte, er kommt. Nur wenn die Aussage weiterhin gilt und der Zeitpunkt noch bevorsteht, bleibt will möglich.
Was ist der Unterschied zwischen was to und was going to?
was to klingt nach Bestimmung, Anordnung oder Schicksal und gehört in förmliche Texte: The talks were to begin on Monday. was going to beschreibt eine persönliche Absicht oder ein sichtbares Anzeichen und ist die Alltagsform: I was going to start on Monday. Wer unsicher ist, nimmt was going to, weil es in fast jeder Situation passt.
Bedeutet would hier dasselbe wie im if-Satz?
Nein. Im if-Satz vom Typ 2 markiert would eine gedachte, nicht wirkliche Folge. Im future in the past markiert would eine wirkliche Zukunft, gesehen von einem Punkt in der Vergangenheit. Erkennen lässt sich der Unterschied am Umfeld: Steht ein if-Satz oder eine erkennbar unwirkliche Annahme dabei, ist es der Konditional; steht eine Jahreszahl oder eine erzählte Abfolge dabei, ist es future in the past.

Passt dazu