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going to — die geplante Zukunft im Englischen

Wie be going to gebildet wird, wann es statt will steht und wo das Present Progressive die Zukunft übernimmt.

Das kannst du danach

  • Du bildest die Form be going to mit der richtigen Form von to be.
  • Du benutzt going to für Absichten und für Vorhersagen mit sichtbarem Anlass.
  • Du grenzt going to gegen will ab und begründest die Wahl.
  • Du erkennst, wann das Present Progressive die Zukunft ausdrückt.
  • Du vermeidest die deutsche Gegenwart als Ersatz für die englische Zukunft.

Warum das Englische mehrere Zukünfte hat

Das Deutsche kommt mit der Zukunft schnell durch: „Ich fahre morgen nach Hamburg.“ Präsens, fertig. Wer ausdrücklich sein will, sagt „Ich werde fahren“, braucht es aber selten. Das Englische geht den umgekehrten Weg — es hat mehrere Formen für die Zukunft und unterscheidet zwischen ihnen ziemlich genau.

Drei Formen konkurrieren: be going to, will und das Present Progressive. Sie sind nicht austauschbar, und die Wahl sagt etwas darüber, wie fest die Sache ist und woher der Sprecher es weiß. Genau diese Unterscheidung fehlt im Deutschen, und deshalb ist die Zukunft für Deutschsprachige nicht schwierig zu bilden, aber schwierig zu treffen.

Going to ist dabei die Form für das, was schon entschieden ist. Wer sie beherrscht, deckt einen großen Teil des Alltagsenglischen ab, denn im Gespräch geht es meistens um Pläne, nicht um Prophezeiungen. Der ausführliche Vergleich steht in der Gegenüberstellung von will und going to; hier geht es zunächst um going to selbst.

Die Bildung

Die Form besteht aus drei Teilen: eine Form von to be, dann going to, dann der Infinitiv des Verbs ohne to. „I am going to call her.“ „She is going to move to Berlin.“ „They are going to sell the house.“ Verändert wird nur der erste Teil, going to bleibt immer gleich.

Die Formen am, is und are kennst du aus der Lektion zu to be. Sie tragen hier die gesamte grammatische Arbeit, was auch bedeutet: Frage und Verneinung laufen über sie, nicht über do. „Are you going to come?“ und „I'm not going to argue“ — kein did, kein does, nichts.

In der Vergangenheit tritt was oder were an dieselbe Stelle: „I was going to call you, but I forgot.“ Das ist die Form für die Absicht, aus der nichts wurde, und im Gespräch ausgesprochen nützlich. Die Zuordnung von was und were steht in der Lektion zu was und were.

Bei den Verben go und come klingt die volle Form schwerfällig: „I am going to go home“ ist grammatisch einwandfrei, wird aber meist zu „I'm going home“ gekürzt. Das ist keine Regel, sondern Sprachgefühl — die Wiederholung von go stört.

FormAufbauBeispiel
AussageSubjekt + am/is/are + going to + InfinitivI'm going to book the tickets.
VerneinungSubjekt + am/is/are + not + going toShe isn't going to come.
FrageAm/Is/Are + Subjekt + going toAre you going to tell him?
KurzantwortYes/No + Subjekt + am/is/areYes, I am. / No, I'm not.
VergangenheitSubjekt + was/were + going toWe were going to leave earlier.

Erste Verwendung: die Absicht

Going to steht für das, was jemand vorhat. Die Entscheidung ist bereits gefallen, meistens vor dem Gespräch. „I'm going to look for a new job.“ „We're going to paint the kitchen at the weekend.“ Ob es dann wirklich passiert, ist offen — entscheidend ist, dass der Plan schon besteht.

Hier liegt der Unterschied zu will scharf: Will steht für den Entschluss, der im Moment des Sprechens fällt. „The phone's ringing.“ — „I'll get it.“ Das ist spontan, deshalb will. Wer dagegen sagt „I'm going to get a new phone“, hat sich das vorher überlegt.

Deutschsprachige greifen an dieser Stelle fast reflexhaft zu will, weil werden im Deutschen die einzige ausdrückliche Zukunftsform ist. Die Folge sind Sätze, die grammatisch stimmen und trotzdem schief wirken: „I will visit my parents next weekend“ klingt, als hätte man es sich gerade eben überlegt. Wenn der Besuch längst verabredet ist, sagt man „I'm going to visit my parents“ oder gleich „I'm visiting my parents“.

Absichten verbinden sich im Gespräch oft mit Verben wie give up, set up oder sort out: „I'm going to give up smoking.“ „We're going to sort it out tomorrow.“ Das Muster bleibt gleich, das Verb hängt einfach hinten dran.

Zweite Verwendung: die begründete Vorhersage

Going to sagt auch etwas über die Zukunft voraus — aber nur, wenn es dafür einen sichtbaren Anlass in der Gegenwart gibt. „Look at those clouds. It's going to rain.“ Die Wolken sind da, jeder sieht sie, die Vorhersage stützt sich auf sie. „He's going to fall“ sagt man über jemanden, der gerade wankt, nicht über jemanden, der vielleicht irgendwann stolpert.

Will dagegen trägt die Vermutung ohne Beleg: „I think it will rain tomorrow“ ist eine Einschätzung, keine Beobachtung. Der Unterschied lässt sich in einer Frage fassen: Kann ich auf etwas zeigen, das meine Aussage stützt. Wenn ja, going to. Wenn nein, will.

Diese Regel ist keine Feinheit für Fortgeschrittene, sondern hörbar. Ein Muttersprachler, der auf den dunklen Himmel schaut und „It will rain“ sagt, klingt distanziert, fast wie ein Wetterbericht. Mit „It's going to rain“ klingt er wie jemand, der gerade nach dem Schirm greift.

SituationFormBeispiel
Plan, vorher gefasstgoing toI'm going to start running again.
Entschluss im MomentwillOK, I'll come with you.
Vorhersage mit Anzeichengoing toWatch out, you're going to spill it.
Vermutung ohne AnzeichenwillI think she'll like it.
Versprechen, AngebotwillI'll call you tonight.
fester Termin, verabredetPresent ProgressiveI'm meeting Tom at six.

Die Abgrenzung zum Present Progressive

Die dritte Zukunftsform ist die schlichte -ing-Form: „I'm meeting Sarah on Thursday.“ Sie steht für feste Verabredungen — etwas, das im Kalender steht und andere Menschen einbezieht. Sie ist keine Umgangsform und kein Sonderfall, sondern im gesprochenen Englisch die häufigste Zukunftsform überhaupt.

Der Unterschied zu going to ist fein, aber greifbar. Going to sagt: Ich habe es vor. Das Present Progressive sagt: Es ist abgemacht. „I'm going to see the dentist“ heißt, dass du hingehen willst. „I'm seeing the dentist at four“ heißt, dass du einen Termin hast. Die Bildung dieser Form gehört zum Present Progressive und ist dort ausführlich beschrieben.

Praktisch heißt das: Bei Terminen, Reisen, Treffen und allem, was mit einer Uhrzeit versehen ist, greift man zur -ing-Form. Bei Vorhaben ohne festen Rahmen zu going to. Und bei allem, was gerade erst beschlossen wird, zu will.

Eine vierte Möglichkeit übersieht man leicht: Bei Fahrplänen, Öffnungszeiten und Programmen steht das schlichte Simple Present. „The train leaves at 7.15.“ „The museum opens at ten.“ Das gilt nur für Festgelegtes, das nicht vom Sprecher abhängt.

Frage, Verneinung und Kurzformen

Weil die grammatische Arbeit bei to be liegt, entsteht die Frage durch Umstellung: „Are you going to apply?“ „Is she going to be there?“ Kein do, kein does — anders als bei den Fragen mit do, die nur bei Vollverben gebraucht werden.

Verneint wird ebenso direkt: „I'm not going to wait“, „They aren't going to like it.“ Die Regel entspricht dem, was in der Verneinung mit not steht: To be verneint ohne Hilfsverb, Vollverben nicht.

In gesprochenem Englisch wird going to fast immer zu gonna verkürzt: „I'm gonna call her.“ Das ist normale Aussprache, keine Nachlässigkeit, und du wirst es in jedem Film hören. Geschrieben wird gonna trotzdem nur, wenn gesprochene Sprache wiedergegeben werden soll — in einer Mail, einem Bericht oder einer Prüfung steht going to.

Die Aussprache im Fluss lautet /ˈɡəʊɪŋ tə/ · AE /ˈɡoʊɪŋ tə/, verkürzt /ˈɡɒnə/ · AE /ˈɡɔːnə/. Das to wird dabei nie voll ausgesprochen, sondern schwächt zu /tə/ ab. Wer es betont, klingt sofort nach Lehrbuch.

Typische Fehler Deutschsprachiger

Der erste Fehler ist das doppelte to. „I'm going to to call“ entsteht, wenn man das to des Infinitivs zusätzlich setzt. Nach going to steht der nackte Infinitiv: going to call, going to buy, going to leave.

Der zweite Fehler ist der Ersatz von will durch going to und umgekehrt, ohne Rücksicht auf die Situation. Am auffälligsten wird das beim spontanen Angebot: „That bag looks heavy. I'm going to help you“ klingt so, als hätte man das lange geplant. Richtig ist „I'll help you.“

Der dritte Fehler ist die deutsche Gegenwart als Zukunft. „I go to London tomorrow“ ist die wörtliche Übertragung von „Ich fahre morgen nach London“ und im Englischen nicht üblich — das Simple Present steht nur bei Fahrplänen. Richtig sind „I'm going to London tomorrow“ oder „I'm going to go to London tomorrow“.

Der vierte Fehler betrifft die Zeitangabe. Sie steht am Satzende, nicht in der Mitte: „I'm going to finish it tomorrow“, nicht „I'm going tomorrow to finish it“. Welche Präposition davor gehört, klärt sich in den Präpositionen der Zeit — on Monday, in June, at six, aber tomorrow und next week ganz ohne.

Ein fünfter Punkt ist kein Fehler, sondern eine Nuance: Nach if steht keine Zukunftsform. „If it rains, we'll stay at home“ — im Nebensatz steht das Präsens, im Hauptsatz will. Das gehört zu den If-Sätzen vom Typ 1 und trifft going to genauso wie will.

Britisch gegen amerikanisch

Bei going to gibt es kaum grammatische Unterschiede. Auffällig ist nur, dass das amerikanische Englisch gonna in der Aussprache noch etwas konsequenter verkürzt und dass will im britischen Englisch in förmlichem Zusammenhang häufiger auftritt.

Eine britische Besonderheit ist shall in der ersten Person: „Shall we go?“ als Vorschlag ist in Großbritannien alltäglich, in den USA klingt es förmlich bis altmodisch, dort sagt man „Should we go?“ oder „Do you want to go?“ Für going to ändert das nichts, es ist aber ein Nachbarphänomen, dem man ständig begegnet.

Bei der Zeitangabe gilt der bekannte Unterschied: BE „at the weekend“, AE „on the weekend“. Ein vollständiger Satz mit allen Bausteinen lautet britisch also „I'm going to visit my parents at the weekend“ und amerikanisch „I'm going to visit my parents on the weekend“.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen will und going to?
Going to steht für einen Plan, der schon vor dem Gespräch feststand, und für Vorhersagen mit sichtbarem Anlass. Will steht für Entschlüsse, die im Moment des Sprechens fallen, für Versprechen und Angebote sowie für Vermutungen ohne Beleg. „I'm going to move house“ ist entschieden, „I'll help you carry that“ ist spontan.
Kann ich statt going to auch das Present Progressive nehmen?
Oft ja, aber es bedeutet etwas anderes. Das Present Progressive drückt eine feste Verabredung aus, meist mit Uhrzeit und anderen Beteiligten: „I'm meeting Tom at six.“ Going to drückt die Absicht aus, ohne dass etwas abgemacht sein muss: „I'm going to meet Tom sometime.“ Bei Terminen nimmst du die -ing-Form.
Ist gonna richtiges Englisch?
Als Aussprache ja, als Schreibweise nur eingeschränkt. Going to wird im Gespräch fast immer zu /ˈɡɒnə/ verkürzt, in jeder Variante und in jedem Register. Geschrieben steht gonna nur dort, wo gesprochene Sprache wiedergegeben wird — in Liedtexten, Dialogen, Untertiteln. In Mails, Berichten und Prüfungen schreibst du going to.
Heißt es I'm going to go oder I'm going?
Beides ist korrekt, aber „I'm going to go to London“ klingt wegen der Wiederholung schwerfällig. Bei den Verben go und come kürzt man deshalb meist ab: „I'm going to London tomorrow.“ Bei allen anderen Verben bleibt die volle Form: „I'm going to write to her.“
Wie sage ich Ich wollte dich anrufen auf Englisch?
„I was going to call you.“ Die Vergangenheitsform von be going to drückt genau das aus: eine Absicht, aus der nichts geworden ist. „We were going to leave at eight, but the traffic was terrible.“ Wer stattdessen „I wanted to call you“ sagt, betont den Wunsch statt des Plans — beides ist möglich, aber nicht dasselbe.
Steht nach if auch going to?
Im if-Satz selbst nicht. Nach if steht das Präsens, die Zukunftsform steht nur im Hauptsatz: „If it rains, we're going to stay at home.“ Ein „If it will rain“ oder „If it's going to rain“ ist im Bedingungssatz falsch, außer wenn ausdrücklich eine bereits erkennbare Absicht gemeint ist.

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