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A2Verbformen und Modalverben15 Min. Lesezeit

Verben mit Infinitiv — welche Verben to plus Grundform verlangen

want, decide, hope und der Rest der Liste — samt der Muster mit Objekt, bei denen im Deutschen ein dass-Satz steht.

Das kannst du danach

  • Du kennst die wichtigsten Verben, nach denen der Infinitiv mit to steht.
  • Du bildest Sätze nach dem Muster Verb plus Objekt plus Infinitiv.
  • Du verneinst einen Infinitiv richtig mit not to.
  • Du erklärst, warum das englische Muster oft einen deutschen dass-Satz ersetzt.

Die Kernliste

Nach einer bestimmten Gruppe von Verben steht der Infinitiv mit to, und zwar ohne Alternative. want, decide, hope, plan, promise, offer, refuse, agree, manage, learn, seem, afford, pretend, expect, arrange, fail und tend gehören dazu. „I want to leave.“ „She decided to stay.“ „They refused to pay.“ Die Grundregel dahinter steht in Gerundium und Infinitiv.

Zwei dieser Verben sind für Deutschsprachige besonders wichtig, weil sie im Deutschen ganz anders gebaut werden. seem heißt scheinen und nimmt den Infinitiv statt eines Nebensatzes: „He seems to know her.“ Im Deutschen sagt man ebenfalls „Er scheint sie zu kennen“, aber genauso oft „Es scheint, dass er sie kennt“ — und diese zweite Fassung führt im Englischen zu einem umständlichen Satz. afford steht fast nur mit can: „We can't afford to wait.“

want ist das Verb, an dem sich der wichtigste deutsche Fehler zeigt, und dazu weiter unten mehr. Für den Moment reicht: Nach want steht nie ein that-Satz.

VerbBedeutungBeispiel
wantwollenI want to go home.
decidebeschließenWe decided to sell the car.
hopehoffenI hope to see you soon.
planplanenThey plan to move in May.
promiseversprechenShe promised to call.
offeranbietenHe offered to help.
refusesich weigernThey refused to answer.
agreezustimmenWe agreed to meet at eight.
managees schaffenI managed to fix it.
learnlernenShe learnt to drive at forty.
seemscheinenHe seems to be tired.
affordsich leistenI can't afford to lose this.
pretendso tun als obHe pretended not to hear.
arrangevereinbarenWe arranged to have lunch.
failnicht schaffenThey failed to reply.

Die Logik: Der Infinitiv zeigt nach vorne

Diese Verben haben eine gemeinsame Richtung. Sie beschreiben etwas, das noch nicht getan ist: ein Wollen, ein Planen, ein Hoffen, ein Versprechen, eine Weigerung. Die Handlung dahinter liegt in der Zukunft des Satzes, auch wenn der Satz selbst in der Vergangenheit steht. „She promised to call.“ — das Anrufen kam nach dem Versprechen.

Das to ist historisch dieselbe Präposition wie in „to London“, und dieser Rest von Richtung erklärt das Muster. Ein Ziel liegt vor einem, deshalb nimmt ein zielgerichtetes Verb den Infinitiv. Die Gegenseite bilden die Verben mit Gerundium, die auf etwas Laufendes oder bereits Geschehenes zeigen.

Die Achse trägt weit, aber nicht überall. suggest zeigt ebenfalls nach vorne und nimmt trotzdem das Gerundium: „I suggest leaving now.“ Und avoid zeigt auf etwas Ungeschehenes und nimmt ebenfalls -ing. Die Regel ist eine Gedächtnisstütze und kein Gesetz — wer sie als Gesetz behandelt, produziert neue Fehler.

Verb plus Objekt plus Infinitiv

Eine zweite Gruppe schiebt ein Objekt zwischen Verb und Infinitiv: tell, ask, want, allow, advise, encourage, remind, teach, invite, order, warn, force und expect. „I told him to wait.“ „She asked me to come.“ „They allowed us to stay.“ Das Objekt ist die Person, die handeln soll, der Infinitiv die Handlung.

Dieses Muster ist für Deutschsprachige der eigentliche Umstellungsaufwand, denn im Deutschen steht dort fast immer ein Nebensatz: „Ich habe ihm gesagt, dass er warten soll.“ Englisch macht daraus drei Wörter: „I told him to wait.“ Wer den deutschen Bau überträgt, schreibt „I told him that he should wait.“ — verständlich, aber lang und ungelenk. Dasselbe Muster kehrt bei der indirekten Rede bei Aufforderungen wieder.

Der härteste Fall ist want. „Ich will, dass du bleibst.“ heißt „I want you to stay.“ und niemals „I want that you stay.“ Ein that-Satz nach want ist im Englischen schlicht unmöglich, und dieser Fehler hält sich bei Deutschsprachigen bis in hohe Niveaus. Dasselbe gilt für would like: „I'd like you to look at this.“

Auch bei tell und ask ist das Objekt Pflicht. „He told to wait.“ geht nicht, es muss heißen „He told me to wait.“ oder „He said we should wait.“ — say nimmt kein Objekt in dieser Form, tell verlangt eines. Die Pronomen dafür stehen in der Objektform, siehe Objektpronomen.

MusterEnglischDeutsch
want + Objekt + InfinitivI want you to stay.Ich will, dass du bleibst.
tell + Objekt + InfinitivShe told me to wait.Sie sagte mir, ich solle warten.
ask + Objekt + InfinitivHe asked us to be quiet.Er bat uns, leise zu sein.
allow + Objekt + InfinitivThey allowed him to leave.Sie erlaubten ihm zu gehen.
remind + Objekt + InfinitivRemind me to call her.Erinnere mich daran, sie anzurufen.
expect + Objekt + InfinitivWe expect them to arrive late.Wir rechnen damit, dass sie spät kommen.

Verneinung und Zeitbezug

Ein Infinitiv wird mit not vor dem to verneint: „He decided not to go.“ „She promised not to tell anyone.“ „I told him not to wait.“ Die Stellung ist entscheidend, denn sie verändert die Aussage. „He didn't decide to go.“ heißt, er hat sich nicht entschieden. „He decided not to go.“ heißt, er hat sich dagegen entschieden. Im Deutschen liegt derselbe Unterschied im Wort „nicht“, nur weniger sichtbar.

Der Infinitiv trägt keine eigene Zeitform. Er richtet sich nach dem Hauptverb: „I want to see it.“ und „I wanted to see it.“ unterscheiden sich nur im ersten Verb. Nur wenn Vorzeitigkeit betont werden soll, gibt es to have done: „He seems to have forgotten.“ — er scheint es vergessen zu haben. Diese Form begegnet einem oft bei seem und appear.

Nach Modalverben fällt das to weg, und das ist die häufigste Kollision mit dieser Lektion: „I must go.“ ohne to, aber „I have to go.“ mit to. have to gehört formal nicht zu den Modalverben, deshalb verhält es sich anders — nachzulesen unter must und have to. Auch nach should steht kein to, wohl aber nach ought to.

Ähnlich verhält sich will: „She will come.“ ohne to. Wer „will to come“ schreibt, überträgt die Infinitivregel auf eine Stelle, an der sie nicht gilt.

Der Infinitiv jenseits der Verbliste

Der Infinitiv steht auch dort, wo gar kein Verb aus der Liste vorangeht. Nach Adjektiven ist er die Regel: „It's hard to say.“ „I'm glad to hear that.“ „She was quick to react.“ Nach zu und genug ebenfalls: „It's too late to call.“ „He's old enough to decide.“ Das behandelt enough und too genauer.

Nach Fragewörtern steht er in einer besonders praktischen Konstruktion: „I don't know what to say.“ „Can you show me how to use it?“ „She wasn't sure where to go.“ Diese Form ist kürzer als jeder Nebensatz und im Englischen sehr geläufig; verwandt damit sind die indirekten Fragen.

Und er steht, wenn ein Zweck genannt wird: „I went out to get some air.“ Das entspricht dem deutschen „um zu“ und heißt nicht, dass go den Infinitiv verlangt. Der Zweck-Infinitiv ist eine eigene Größe und in den Finalsätzen beschrieben.

Bei Phrasal Verbs ist die Lage gemischt, und genau darin liegt eine Falle. set out nimmt den Infinitiv: „They set out to build a better system.“ give up dagegen nimmt die -ing-Form, weil up hier anders wirkt: „He gave up trying.“ Wer beides nebeneinander lernt, merkt sich den Unterschied besser als über eine Regel.

Der Vergleich zum Deutschen

Deutsch kennt die Unterscheidung zwischen Gerundium und Infinitiv nicht. Es hat nur eine Form, den Infinitiv mit „zu“, und daneben den dass-Satz. „Ich hoffe, dich zu sehen.“ und „Ich hoffe, dass ich dich sehe.“ sind beide möglich. Im Englischen ist nur eine Fassung idiomatisch: „I hope to see you.“

Daraus entstehen zwei entgegengesetzte Fehler. Der eine ist der Infinitiv an falscher Stelle, weil im Deutschen ein „zu“ steht — „I enjoy to read.“ Der andere ist der that-Satz an falscher Stelle, weil im Deutschen ein „dass“ steht — „I want that you come.“ Beide haben dieselbe Ursache: Die deutsche Struktur wird Wort für Wort übernommen, obwohl das Englische an dieser Stelle eine eigene Bauform hat.

Der Ausweg ist unspektakulär. Diese Verben werden nicht als Einzelwörter gelernt, sondern als Muster: nicht „want — wollen“, sondern „want somebody to do something“. Nicht „decide — beschließen“, sondern „decide to do something“. Wer die Vokabel so aufschreibt, hat die Grammatik gleich mitgelernt und muss sie nicht später nachrüsten.

Ein letzter Punkt zum Register: Der englische Infinitivbau ist kürzer als der deutsche Nebensatz und wirkt deshalb sachlicher. „We expect the parcel to arrive on Monday.“ ist in einer Geschäftsmail besser als „We expect that the parcel will arrive on Monday.“ Wer die Muster beherrscht, schreibt nicht nur richtiger, sondern auch knapper.

Verben mit beiden Formen

Manche Verben nehmen beides ohne nennenswerten Bedeutungsunterschied: start, begin, continue, like, love, hate, prefer. „It started to rain.“ und „It started raining.“ sind beide korrekt. Eine kleine Einschränkung gibt es bei Verben, die selbst auf -ing enden: „It's starting to rain.“ ist besser als „It's starting raining.“, weil zwei -ing-Formen hintereinander unschön klingen.

Bei remember, forget, stop, try, regret und need ändert sich die Bedeutung dagegen deutlich. „I remembered to lock the door.“ heißt, ich habe daran gedacht und es getan. „I remember locking the door.“ heißt, ich erinnere mich daran, es getan zu haben. Diese Paare sind ein eigenes Thema und stehen unter Gerundium oder Infinitiv.

Für A2 ist die Reihenfolge klar: erst die eindeutigen Verben beider Listen, dann das Muster mit Objekt, und erst danach die Verben mit doppelter Bedeutung. Wer die ersten beiden Schritte sicher hat, macht bei diesem Thema kaum noch Fehler, die im Gespräch auffallen.

Häufige Fragen

Welche Verben verlangen den Infinitiv mit to?
Die wichtigsten sind want, decide, hope, plan, promise, offer, refuse, agree, manage, learn, seem, afford, pretend, expect, arrange und fail. Nach ihnen steht to plus Grundform: „She agreed to help.“ Eine Fassung mit -ing gibt es bei diesen Verben nicht.
Warum ist „I want that you come“ falsch?
Weil want im Englischen keinen that-Satz nach sich nimmt. Richtig ist „I want you to come.“ — Objekt plus Infinitiv. Der Fehler kommt direkt aus dem deutschen „Ich will, dass du kommst.“ und hält sich hartnäckig, weil der falsche Satz für deutsche Ohren logisch klingt.
Wie verneint man einen Infinitiv?
Mit not vor dem to: „He decided not to come.“ Die Stellung ist bedeutungstragend. „He didn't decide to come.“ heißt, er hat sich nicht entschieden; „He decided not to come.“ heißt, er hat sich dagegen entschieden.
Warum heißt es „I must go“, aber „I have to go“?
Weil must ein Modalverb ist und Modalverben die Grundform ohne to nehmen. have to ist kein Modalverb, sondern eine Umschreibung, und behält deshalb sein to. Dasselbe Muster: should ohne to, ought to mit to.
Was heißt „He seems to have forgotten“?
Es heißt, er scheint es vergessen zu haben. Die Form to have plus Partizip zeigt, dass die Handlung vor dem Zeitpunkt des Hauptverbs liegt. Sie steht besonders oft nach seem, appear und pretend.
Nehmen Phrasal Verbs den Infinitiv oder die -ing-Form?
Beides kommt vor, und die Endung entscheidet. Endet das Phrasal Verb auf einer Präposition wie to oder for, folgt die -ing-Form: „He gave up trying.“ Bei anderen steht der Infinitiv: „They set out to change it.“ Am sichersten lernt man solche Verben gleich mit einem Beispielsatz.

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