Das kannst du danach
- Du gibst Aufforderungen mit dem Muster Verb plus Person plus to-Infinitiv wieder.
- Du unterscheidest tell, ask und say in der Wiedergabe von Aufforderungen.
- Du verneinst berichtete Aufforderungen mit not to.
- Du wählst zwischen Verben wie advise, warn, remind und order das passende aus.
- Du erkennst, warum das deutsche Muster mit sollen hier in die Irre führt.
Ein Muster für alle Aufforderungen
Aussagen und Fragen werden im Englischen mit einem Nebensatz berichtet. Bei Aufforderungen ist das anders, und zwar deutlich einfacher. Es entsteht überhaupt kein Nebensatz, sondern ein Infinitiv. Das Muster lautet: Verb plus Person plus to-Infinitiv.
Close the door wird zu She told me to close the door. Please wait outside wird zu He asked us to wait outside. Der Imperativ der direkten Rede verwandelt sich also schlicht in einen to-Infinitiv, und die angesprochene Person rückt davor.
Der große Vorteil dieses Musters: Es gibt nichts zu verschieben. Ein Infinitiv hat keine Zeitform, also greift die Zeitenverschiebung hier gar nicht. Während du bei Aussagen und Fragen die Regeln zum Backshift anwenden musst, entfällt das bei Aufforderungen vollständig. Nur die Pronomen passen sich der neuen Situation an, wie in der Lektion zu Aussagesätzen beschrieben.
Weil das Muster so stabil ist, lässt sich fast jede Aufforderung damit wiedergeben, unabhängig davon, ob sie ein Befehl, eine Bitte, ein Rat oder eine Warnung war. Der Unterschied steckt nicht in der Struktur, sondern im gewählten Verb — und genau darin liegt die eigentliche Arbeit.
say funktioniert hier nicht
Der häufigste Fehler in diesem ganzen Bereich lautet He said me to wait. Er ist so verbreitet, dass er eigene Aufmerksamkeit verdient. Zwei Dinge sind daran falsch, und beide haben denselben Ursprung.
Erstens nimmt say kein Personenobjekt ohne to. Man sagt She said something, nicht She said me something. Wer die Person nennen will, braucht ein to: She said to me. Deutsch verleitet dazu, weil sagen ein Dativobjekt ohne Präposition nimmt: Sie sagte mir. Diese eine Übertragung erzeugt tausende falscher englischer Sätze.
Zweitens verträgt say überhaupt keinen to-Infinitiv als Fortsetzung. Selbst He said to me to wait ist kein englischer Satz, obwohl das to jetzt an der ersten Stelle richtig sitzt. Das Muster Verb plus Person plus to-Infinitiv gehört zu tell, ask, advise, warn und Verwandten, nicht zu say.
Die Lösung ist immer dieselbe: Nimm tell für einen Befehl und ask für eine Bitte. He told me to wait. He asked me to wait. Wenn du unbedingt say brauchst, dann nur mit einem that-Satz und einem Modalverb darin: He said that I should wait. Das ist korrekt, klingt aber umständlicher als tell.
| Verb | Muster | Beispiel |
|---|---|---|
| tell | tell somebody to do | She told me to hurry up. |
| ask | ask somebody to do | She asked me to help her. |
| say | say (that) + Satz | She said that I should hurry. |
| say | kein Personenobjekt ohne to | falsch: She said me to hurry. |
| say | kein to-Infinitiv | falsch: She said to me to hurry. |
tell oder ask: Befehl gegen Bitte
Beide Verben nehmen dasselbe Muster, unterscheiden sich aber im Ton. tell somebody to do gibt einen Auftrag oder eine Anweisung wieder, ask somebody to do eine Bitte. The teacher told us to be quiet klingt nach Anordnung, She asked me to close the window nach Höflichkeit.
Die Entscheidung triffst du danach, wie die direkte Rede geklungen hat. Stand dort ein bloßer Imperativ — Be quiet — passt tell. Stand dort please, could you oder would you mind, passt ask. Could you send me the file wird zu She asked me to send her the file. Die Höflichkeitsform selbst geht dabei verloren, das Verb ask trägt sie stattdessen.
Wichtig ist, dass ask hier zwei völlig verschiedene Aufgaben hat. Mit einem to-Infinitiv bedeutet es bitten: She asked me to come. Mit einem Nebensatz bedeutet es fragen: She asked if I could come. Der Unterschied liegt allein im Bau, nicht im Wort. Das ist der einzige Punkt, an dem sich Aufforderungen und berichtete Fragen optisch berühren.
Anders als say verlangen beide Verben die Person zwingend. He told to wait und He asked to wait sind entweder falsch oder bedeuten etwas anderes: He asked to wait heißt, dass er selbst warten wollte und darum bat. Die Person ist also nicht nur Zierde, sie entscheidet über die Bedeutung.
Verneinte Aufforderungen
Don't touch that wird zu She told me not to touch it. Das not steht direkt vor to, nicht danach und nicht anderswo. Diese Stellung ist starr: not to do, niemals to not do in ordentlichem Schriftenglisch.
Gesprochen hört man gelegentlich auch to not do, und in bestimmten Fällen wird es sogar zur Betonung eingesetzt. Für Prüfungen und geschäftliche Texte ist not to die einzige sichere Form. Halte dich daran, dann liegst du immer richtig.
Das don't der direkten Rede verschwindet dabei restlos, genau wie das do in direkten Fragen beim Berichten verschwindet. Übrig bleibt nur die Verneinung selbst, und die trägt jetzt das not vor dem Infinitiv. Wer beides stehen lässt, schreibt Sätze wie She told me don't touch it, in denen zwei Konstruktionen ineinandergeschoben sind.
Bei Verboten und Warnungen bieten sich außerdem passendere Verben an. warn somebody not to do, forbid somebody to do oder das förmlichere order somebody not to do. He warned us not to swim there ist präziser als He told us not to swim there, weil das Verb die Gefahr mitliefert.
Andere Verben mit demselben Muster
Sobald du das Muster tell somebody to do beherrschst, steht dir eine ganze Reihe weiterer Verben offen. Sie alle nehmen Person plus to-Infinitiv und geben genauer wieder, welche Art von Aufforderung gemeint war: advise, warn, remind, order, invite, encourage, urge, beg, persuade, allow, forbid.
She reminded me to lock the door. He advised us to book early. They invited her to join the team. Der Gewinn ist nicht nur stilistisch: Ein Bericht mit told, told, told wirkt eintönig, und er verschweigt Information, die im Original vorhanden war. Ein Rat ist kein Befehl.
Nicht alle Berichtsverben folgen diesem Muster, und darauf muss man achten. suggest und recommend nehmen keinen Objekt-Infinitiv. He suggested me to come ist falsch. Richtig ist He suggested that I come oder He suggested coming. Ebenso insist: He insisted that we stay. Welche Verben welches Muster verlangen, ordnet die Lektion zu den Verben des Berichtens; die grundsätzliche Aufteilung zwischen Infinitiv und -ing-Form findest du bei Gerundium und Infinitiv und speziell bei den Verben mit Infinitiv.
Auch Phrasal Verbs erscheinen in solchen Berichten regelmäßig, und sie bleiben dabei unverändert: She told me to hand in the form by Friday. He asked us to sort out the details ourselves. Die Partikel gehört zum Verb und wandert mit.
| direkte Rede | berichtet | Verb |
|---|---|---|
| Sit down. | He told us to sit down. | Anweisung |
| Please help me. | She asked me to help her. | Bitte |
| Don't forget your keys. | He reminded me not to forget my keys. | Erinnerung |
| You should see a doctor. | She advised me to see a doctor. | Rat |
| Careful, the floor is wet. | He warned us not to slip. | Warnung |
| Come to the party. | They invited me to come to the party. | Einladung |
Warum das deutsche sollen in die Irre führt
Deutsch berichtet Aufforderungen fast immer mit einem Nebensatz und einem Modalverb: Er sagte mir, ich solle warten. Sie bat mich, ich möge doch bitte anrufen. Der Imperativ verschwindet und wird durch sollen oder mögen ersetzt. Genau dieses Muster nehmen Deutschsprachige mit ins Englische, und daraus entstehen zwei Fehlerfamilien.
Die erste ist das schon behandelte He said me to wait, das aus dem deutschen sagte mir kommt. Die zweite ist die Übersetzung mit should: He told me that I should wait. Dieser Satz ist nicht falsch, aber er ist selten die natürliche Wahl. Englisch nimmt hier den kurzen Infinitiv, und der klingt direkter: He told me to wait.
Umgekehrt lohnt der Blick auf die Fälle, in denen should tatsächlich passt. Wenn im Original ein Rat und keine Aufforderung stand, ist ein that-Satz mit should oder ein Verb wie advise angemessen. You should talk to her wird zu She said I should talk to her oder She advised me to talk to her — beides gut, weil beides einen Rat wiedergibt.
Merke dir daher zwei Sätze. Erstens: Stand im Original ein Imperativ, nimm Person plus to-Infinitiv. Zweitens: Stand im Original ein Modalverb wie should oder must, hast du die Wahl zwischen einem that-Satz und einem passenden Verb mit Infinitiv. Alles, was zwischen diesen beiden Wegen liegt, ist meistens ein aus dem Deutschen übernommener Zwitter.
Wenn du hier sicher bist, hast du die indirekte Rede vollständig beisammen: Aussagen, Fragen und Aufforderungen. Was in allen drei Bereichen mit den Zeitformen passiert, bleibt Sache der Backshift-Regeln, und die Formen der modalen Vergangenheit tauchen in Berichten über Ratschläge und Vorwürfe besonders häufig auf.
Häufige Fragen
- Warum ist He said me to wait falsch?
- Aus zwei Gründen. say nimmt kein Personenobjekt ohne to, es müsste mindestens He said to me heißen. Und say verträgt gar keinen to-Infinitiv als Fortsetzung, auch nicht mit richtigem to davor. Für Aufforderungen brauchst du tell oder ask: He told me to wait. Der Fehler stammt aus dem Deutschen, wo sagen ohne Präposition ein Dativobjekt nimmt.
- Wann nehme ich tell und wann ask?
- tell für Anweisungen und Befehle, ask für Bitten. Stand in der direkten Rede ein bloßer Imperativ, passt tell: Be quiet wird zu She told us to be quiet. Stand dort please oder eine Höflichkeitsform wie could you, passt ask: Could you help me wird zu She asked me to help her. Beide brauchen zwingend eine Person direkt dahinter.
- Wie verneine ich eine berichtete Aufforderung?
- Mit not direkt vor to: She told me not to worry. Das don't der direkten Rede fällt vollständig weg. Die Form to not worry hört man gesprochen gelegentlich, in geschriebenem und geprüftem Englisch ist not to die sichere Wahl. Bei Warnungen bietet sich zusätzlich warn somebody not to do an.
- Muss ich bei Aufforderungen die Zeitform verschieben?
- Nein. Ein to-Infinitiv hat keine Zeitform, also gibt es nichts zu verschieben. Das ist der einfachste Teil der indirekten Rede. Anpassen musst du nur die Pronomen und gegebenenfalls Orts- und Zeitangaben: Wait for me here wird zu He told me to wait for him there.
- Warum heißt es nicht He suggested me to come?
- Weil suggest zu den Verben gehört, die kein Objekt mit Infinitiv nehmen. Richtig ist He suggested that I come oder He suggested coming. Dasselbe gilt für recommend, insist und propose. Das Muster Person plus to-Infinitiv gehört zu tell, ask, advise, warn, remind, order und deren Verwandten, nicht zu allen Berichtsverben.
Passt dazu
- Backshift — wann die Zeit in der indirekten Rede zurückgehtDie Regel der Zeitenverschiebung in der indirekten Rede — und die vier Fälle, in denen sie ausdrücklich nicht gilt.
- indirekte Rede — Aussagesätze richtig wiedergebenWie man englische Aussagesätze wiedergibt, was sich dabei an Zeiten, Pronomen und Zeitangaben verschiebt und warum der deutsche Konjunktiv hier nichts nützt.
- indirekte Rede bei Fragen — if, whether und die WortstellungWarum die Frageform beim Berichten verschwindet, wann if und wann whether steht und weshalb do dabei ersatzlos wegfällt.
- Verben des Berichtens — admit, deny, claim und ihre MusterJedes Berichtsverb bringt sein eigenes Muster mit. Wer den deutschen dass-Satz überträgt, baut zuverlässig falsche Sätze.