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A2Verbformen und Modalverben15 Min. Lesezeit

Verben mit Gerundium — welche Verben die -ing-Form verlangen

enjoy, avoid, mind und der Rest der Liste — mit der Logik dahinter und den Ausdrücken, die immer -ing nach sich ziehen.

Das kannst du danach

  • Du kennst die wichtigsten Verben, nach denen die -ing-Form steht.
  • Du erkennst an der Bedeutung eines Verbs, ob das Gerundium wahrscheinlich ist.
  • Du setzt nach festen Wendungen wie it's no use und it's worth die -ing-Form ein.
  • Du verneinst ein Gerundium richtig mit not davor.

Die Liste, die du wirklich brauchst

Die Zahl der Verben mit Gerundium ist überschaubar, und ein knappes Dutzend deckt fast den gesamten Alltag ab. Wer enjoy, avoid, mind, finish, keep, suggest, practise, consider, imagine, admit, deny und risk sicher hat, macht bei diesem Thema kaum noch Fehler. Die Grundregel dahinter steht in Gerundium und Infinitiv, hier geht es um die Verben selbst.

Alle diese Verben nehmen die -ing-Form direkt, ohne to und ohne Präposition dazwischen: „I enjoy cooking.“ „She avoids flying.“ „Do you mind waiting?“ „We finished painting at six.“ Es gibt keine Nebenform mit Infinitiv, die man ausweichend benutzen könnte — bei diesen Verben ist die -ing-Form die einzige Möglichkeit.

Ein häufiger Irrtum betrifft mind. „Do you mind waiting?“ heißt nicht „Willst du warten?“, sondern „Stört es dich zu warten?“. Die Antwort ist deshalb verwirrend: „No, not at all.“ bedeutet Zustimmung. Wer „Yes“ sagt, verweigert. Das ist keine Grammatikfalle, aber eine Verständnisfalle, die im Gespräch mehr Schaden anrichtet als ein falsches -ing.

VerbBedeutungBeispiel
enjoygenießen, gern tunI enjoy walking to work.
avoidvermeidenHe avoids talking about it.
mindetwas dagegen habenDo you mind opening the window?
finishbeendenShe finished writing the report.
keepweitermachenHe keeps interrupting me.
suggestvorschlagenI suggest waiting until Monday.
practiseüben (AE practice)She practises speaking every day.
considererwägenWe're considering moving abroad.
imaginesich vorstellenImagine living there.
admitzugebenHe admitted taking the money.
denyabstreitenShe denied knowing him.
riskriskierenDon't risk losing your job.
missvermissenI miss living by the sea.
delay / postponeaufschiebenThey postponed opening the branch.
involvemit sich bringenThe job involves travelling a lot.

Die Logik dahinter

Eine Regel, die alle Fälle erklärt, gibt es nicht. Ein Muster gibt es trotzdem, und es hilft beim Behalten. Die Verben mit Gerundium blicken zurück oder auf etwas Laufendes. Sie beschreiben eine Handlung, die es schon gibt, gab oder in der Vorstellung bereits existiert. Man genießt etwas, das man tut. Man vermeidet etwas, das sonst passieren würde. Man gibt etwas zu, das geschehen ist. Man macht weiter mit etwas, das läuft.

Die Gegenprobe liefert Verben mit Infinitiv: Dort geht es fast immer nach vorne — wollen, planen, hoffen, versprechen. Das to trägt eine Restbedeutung von Richtung und Ziel, die -ing-Form nicht. Wer sich diese Achse merkt — Gerundium schaut auf die Handlung selbst, Infinitiv auf ihr Ziel —, rät im Zweifel besser.

Die Achse erklärt nicht alles. suggest und deny fallen aus dem Muster, avoid und risk passen gut hinein. Für die Ausreißer hilft nur Wiederholung. Es ist deshalb sinnvoll, diese Verben nicht als Vokabel allein zu lernen, sondern immer mit ihrer Form: nicht „suggest — vorschlagen“, sondern „suggest doing something“.

Phrasal Verbs enden auf einer Präposition — und dann kommt -ing

Viele Phrasal Verbs enden auf einem Partikel, das als Präposition wirkt. Und weil nach jeder Präposition die -ing-Form steht, folgt sie hier automatisch. Man muss diese Fälle nicht als Verbliste lernen, sondern nur die Präpositionsregel anwenden.

give up heißt aufhören mit etwas, und dahinter steht -ing: „She gave up smoking two years ago.“ put off heißt aufschieben: „Stop putting off going to the dentist.“ carry on heißt weitermachen: „He carried on talking as if nothing had happened.“

Besonders wichtig ist die Gruppe, die auf to endet, weil dort das to als Infinitivzeichen missverstanden wird. Nach look forward to steht -ing: „I'm looking forward to meeting your parents.“ Nach get round to ebenfalls: „I finally got round to fixing the bike.“ Im amerikanischen Englisch heißt es get around to, die Form dahinter bleibt gleich. Auch make up for und keep up with verlangen -ing: „She made up for arriving late by staying an hour longer.“

Dasselbe Muster gilt für be used to und get used to. „I'm used to working nights.“ ist richtig, „I'm used to work nights“ ist falsch — und die Verwechslung mit used to für frühere Gewohnheiten, wo tatsächlich die Grundform folgt, macht diese Stelle zu einer der zähesten des ganzen Themas.

AusdruckBedeutungBeispiel
give upaufhören mitHe gave up eating meat.
put offaufschiebenDon't put off calling her.
carry onweitermachenThey carried on working.
look forward tosich freuen aufI look forward to hearing from you.
get round toendlich dazu kommenI got round to reading it.
keep up withSchritt halten mitI can't keep up with reading the news.
be used togewohnt seinShe's used to living alone.

Feste Wendungen mit -ing

Neben den Verben gibt es Wendungen, die immer die -ing-Form nach sich ziehen. „It's no use arguing with him.“ „It's no good complaining now.“ „It's not worth repairing.“ „I can't help laughing.“ „I can't stand waiting in queues.“ Diese Sätze wirken auf Deutschsprachige ungewohnt, weil dort überall ein „zu“ stünde: „Es hat keinen Sinn, mit ihm zu streiten.“

Auch „How about“ und „What about“ als Vorschlag verlangen -ing: „How about meeting at seven?“ Das ist eine der nützlichsten Wendungen im Alltag und lässt sich mit dem Infinitiv nicht bilden. Wer „How about to meet“ sagt, wird verstanden, klingt aber deutlich nach Lehrbuchfehler.

Hinzu kommt der Fall spend und waste mit Zeitangabe: „I spent three hours cleaning the flat.“ „Don't waste time looking for it.“ Hier steht die -ing-Form ohne jede Präposition direkt hinter der Zeitangabe. Im Deutschen steht dort ein „mit“ oder ein Nebensatz, und genau deshalb fehlt Deutschsprachigen der Reflex.

Verneinung, Zeitbezug und Objekt

Ein Gerundium wird verneint, indem not direkt davorgesetzt wird: „I enjoy not having to get up early.“ „She admitted not telling the whole truth.“ Kein don't, kein didn't — die -ing-Form ist keine Personalform und braucht kein Hilfsverb. Wie die Verneinung sonst funktioniert, ändert daran nichts.

Das Gerundium hat keine eigene Zeit. Es übernimmt sie vom Hauptverb: „She avoids driving.“ ist Gegenwart, „She avoided driving.“ Vergangenheit — die -ing-Form bleibt gleich. Nur wenn ausdrücklich Vorzeitigkeit betont werden soll, gibt es die Form having done: „He admitted having taken the money.“ Sie ist förmlich und im Alltag ersetzbar durch das einfache Gerundium.

Ein Gerundium kann ein eigenes Subjekt haben, und das steht im Englischen davor: „I don't mind him staying.“ Formell heißt es „I don't mind his staying.“, mit dem Possessivbegleiter, aber diese Form klingt heute steif. Für den Alltag reicht die Objektform, wie sie unter Objektpronomen beschrieben ist.

Was Deutschsprachige falsch machen

Der Standardfehler ist der Infinitiv, wo das Gerundium hingehört: „I enjoy to travel.“ „She avoids to speak in public.“ „I suggest to start now.“ Alle drei entstehen aus derselben Quelle — dem deutschen „zu“, das in „ich genieße es zu reisen“ steht und mechanisch als to übersetzt wird.

Der zweite Fehler ist die Verneinung mit don't: „I enjoy don't working on Fridays.“ Statt dessen steht not davor. Der dritte ist ein eingeschobenes to nach einem Phrasal Verb: „I look forward to meet you.“ Das ist der bekannteste Fehler dieser Gruppe und begegnet einem täglich in E-Mails, auch von Leuten, die sonst gut schreiben.

Der vierte betrifft die Ausdrücke mit no use und worth. „It's no use to complain.“ und „It's worth to see.“ sind beide falsch; richtig sind „It's no use complaining.“ und „It's worth seeing.“ Diese Wendungen lohnt es sich als Ganzes zu lernen, nicht Wort für Wort.

Ein fünfter Punkt ist eine Schreibfrage: practise mit s ist im britischen Englisch das Verb, practice mit c das Nomen. Amerikanisch wird beides mit c geschrieben. „She practises speaking.“ ist britisch, „She practices speaking.“ amerikanisch — inhaltlich identisch.

Verben, die beides können

Einige Verben nehmen beide Formen. Bei like, love, hate, prefer, start, begin und continue ändert sich die Bedeutung dabei kaum: „I like swimming.“ und „I like to swim.“ sind beide richtig. Britisch neigt bei Vorlieben zum Gerundium, der Infinitiv wirkt dort eher nach vernünftiger Gewohnheit.

Bei einer kleineren Gruppe ändert sich die Bedeutung deutlich: remember, forget, stop, try, regret und need. „I stopped smoking.“ heißt, ich habe aufgehört. „I stopped to smoke.“ heißt, ich habe angehalten, um zu rauchen. Das ist ein eigenes Kapitel und steht unter Gerundium oder Infinitiv.

Für A2 gilt: Erst die klaren Fälle sicher beherrschen, dann die doppelten. Wer enjoy, avoid, mind, finish, keep und suggest fehlerfrei benutzt und die Präpositionsregel anwendet, hat den größten Teil des Nutzens schon eingesammelt.

Häufige Fragen

Welche Verben verlangen immer die -ing-Form?
Am wichtigsten sind enjoy, avoid, mind, finish, keep, suggest, practise, consider, imagine, admit, deny, risk, miss, postpone und involve. Nach ihnen steht die -ing-Form ohne to und ohne Präposition: „She admitted taking it.“ Eine Nebenform mit Infinitiv gibt es bei diesen Verben nicht.
Warum heißt es „I look forward to hearing from you“?
Weil das to in look forward to eine Präposition ist, kein Infinitivzeichen. Nach Präpositionen steht immer die -ing-Form. Der Satz ist die Standardformel am Ende englischer Geschäftsmails, und die Fassung mit „to hear“ ist der bekannteste Fehler in genau dieser Formel.
Wie verneint man ein Gerundium?
Mit not direkt davor: „He apologised for not calling.“ „I enjoy not having a car.“ Ein Hilfsverb wie don't oder didn't kommt nicht infrage, weil die -ing-Form keine Personalform ist.
Heißt es „It's worth seeing“ oder „It's worth to see“?
„It's worth seeing.“ ist richtig. Dasselbe gilt für „It's no use waiting.“ und „I can't help laughing.“ Diese Wendungen verlangen ausnahmslos die -ing-Form, obwohl im Deutschen an derselben Stelle ein zu steht.
Was ist der Unterschied zwischen „I'm used to working“ und „I used to work“?
„I'm used to working here.“ heißt, ich bin es gewohnt — to ist eine Präposition, deshalb -ing. „I used to work here.“ heißt, ich habe früher hier gearbeitet, heute nicht mehr — dort folgt die Grundform. Beide Ausdrücke sehen fast gleich aus und meinen völlig Verschiedenes.

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