Das kannst du danach
- Du drückst einen Zweck mit dem einfachen Infinitiv aus, wo das Deutsche um zu verlangt.
- Du entscheidest anhand des Subjekts, ob to oder so that stehen muss.
- Du erkennst, warum for to do und for doing als Zweckangabe falsch sind.
- Du verneinst einen Finalsatz mit so as not to statt mit not to allein.
- Du unterscheidest den Zweck von der Folge und wählst die passende Konstruktion.
Der Zweck steht im Infinitiv
Ein Finalsatz sagt, wozu etwas geschieht. Deutsch benutzt dafür fast immer um zu oder damit: Ich bin früher losgefahren, um den Zug zu erreichen. Englisch löst denselben Gedanken in der Grundform mit dem schlichten Infinitiv: I left early to catch the train. Kein Wort für um, kein Wort für damit. Nur to.
Diese Kürze ist der Grund für die meisten Fehler. Wer aus dem Deutschen kommt, sucht instinktiv nach einem Gegenstück zu um und findet for. Daraus entsteht die häufigste falsche Konstruktion des ganzen Themas: I left early for to catch the train oder I left early for catching the train. Beide sind falsch. for kann im Englischen einen Zweck ausdrücken, aber nur vor einem Nomen: I went out for a walk. Vor einem Verb steht der reine Infinitiv mit to.
Das gilt auch, wenn der Zweck an den Anfang rückt. To catch the train, I left early. Diese Voranstellung wirkt schriftsprachlich und wird durch ein Komma abgetrennt. Im Gespräch steht der Zweck fast immer hinten.
Die Grundlagen zur Verwendung des Infinitivs stehen bei den Grundlagen von Gerundium und Infinitiv. Wichtig für dieses Thema ist nur eine Regel daraus: Der Zweckinfinitiv ist unabhängig vom Verb davor. Er hängt nicht wie bei den Verben mit Infinitiv am Hauptverb, sondern beschreibt den ganzen Vorgang. Deshalb kann er an fast jedes Verb angehängt werden.
| Deutsch | Englisch | Falsch |
|---|---|---|
| um den Zug zu erreichen | to catch the train | for to catch the train |
| um Geld zu sparen | to save money | for saving money |
| um dir zu helfen | to help you | for to help you |
| zum Schwimmen (Nomen) | for a swim | for to swim |
| damit sie es sieht | so that she can see it | for that she sees it |
in order to und so as to
Wenn es förmlicher oder deutlicher sein soll, tritt in order to an die Stelle des einfachen to: The company reduced prices in order to attract new customers. Die Bedeutung ist identisch, der Ton ist gehobener. In Berichten, Anträgen und Fachtexten ist in order to der Normalfall, in der gesprochenen Sprache dagegen selten.
so as to bedeutet dasselbe und ist ebenfalls schriftsprachlich. Es wird besonders gern gebraucht, wenn eine Absicht betont wird, die man sonst missverstehen könnte: He spoke quietly so as to avoid waking the baby. Zwischen in order to und so as to gibt es keinen belastbaren Bedeutungsunterschied; in order to ist häufiger.
Wichtig werden beide Formen bei der Verneinung. Der einfache Infinitiv kann einen verneinten Zweck nicht sauber tragen. I left early not to miss the train ist ungebräuchlich und mehrdeutig, weil not to auch zum Hauptverb gezogen werden kann. Richtig heißt es I left early so as not to miss the train oder in order not to miss the train. Das ist eine der wenigen Stellen im Englischen, an denen die kürzere Form nicht die bessere ist.
Zu beachten ist die Stellung von not: Es steht zwischen in order und to, nicht davor und nicht dahinter. in order not to, so as not to. Formen wie not in order to oder in order to not gelten als falsch beziehungsweise als unsauber, auch wenn Letzteres in amerikanischen Texten vorkommt.
| Form | Register | Beispiel |
|---|---|---|
| to + Infinitiv | neutral, Alltag | I called to ask about the room. |
| in order to | förmlich | We met in order to settle the matter. |
| so as to | förmlich, betont | She left early so as to avoid the crowd. |
| in order not to | förmlich, verneint | He whispered in order not to wake her. |
| so as not to | förmlich, verneint | He whispered so as not to wake her. |
| so that + Satz | neutral | He whispered so that she could sleep. |
so that — wenn das Subjekt wechselt
Hier liegt die Regel, die dieses Thema trägt. Der Infinitiv mit to kann nur stehen, wenn beide Satzteile dasselbe Subjekt haben. I left early to catch the train — ich fahre los, und ich erreiche den Zug. Sobald die zweite Handlung jemand anderem gehört, ist der Infinitiv nicht mehr möglich, weil er kein eigenes Subjekt tragen kann.
In diesem Fall steht so that mit einem vollständigen Nebensatz: I left early so that my sister could use the car. Ich fahre los, meine Schwester benutzt das Auto — zwei verschiedene Subjekte, also zwei Satzteile mit eigenem Verb. Der Satz I left early to my sister use the car ist unmöglich und klingt für Muttersprachler unverständlich.
Nach so that steht fast immer ein Modalverb, meistens can, could, will oder would. Der Grund liegt in der Bedeutung: Ein Zweck ist zum Zeitpunkt der Handlung noch nicht eingetreten, also braucht der Nebensatz eine Form der Möglichkeit oder der Zukunft. I'll write it down so that you can remember it. She spoke slowly so that everyone would understand. Steht der Hauptsatz in der Vergangenheit, rückt auch das Modalverb zurück — can wird zu could, will zu would.
Das that lässt sich im Gespräch weglassen: I left early so my sister could use the car. Das ist umgangssprachlich und völlig üblich. In geschriebenen Texten bleibt das that meist stehen, weil das nackte so sonst mit der Bedeutung also verwechselt werden kann.
Eine förmliche Variante ist in order that, gefolgt von may oder might: The rules were changed in order that all members might vote. Sie wirkt heute altertümlich und begegnet vor allem in juristischen und behördlichen Texten. Wer eine solche Ebene braucht, findet die Mittel dafür bei den Bindewörtern des Grundes und in der Lektion zum Register.
| Subjekte | Konstruktion | Beispiel |
|---|---|---|
| gleich | to + Infinitiv | She saved money to buy a car. |
| gleich, förmlich | in order to + Infinitiv | She saved money in order to buy a car. |
| verschieden | so that + Satz mit Modalverb | She saved money so that her son could study. |
| verschieden, Vergangenheit | so that + could / would | He left a note so that we would know. |
| verschieden, förmlich | in order that + may / might | The law was passed in order that all might benefit. |
Zweck oder Folge
Zweck und Folge liegen dicht beieinander und werden im Englischen verschieden gebaut. Der Zweck ist beabsichtigt: He spoke slowly so that everyone could follow. Die Folge tritt ein, ob beabsichtigt oder nicht: He spoke so slowly that everyone got bored. Der Unterschied steckt in einem einzigen Wort — so slowly gegen so that.
Die Folge wird mit so plus Adjektiv oder Adverb gebaut, oder mit such plus Nomen: It was such a long talk that half the room left. Diese Konstruktion und ihre Fallen behandelt die Lektion zu so und such genauer, und die Zusammenhänge stehen bei den Konsekutivsätzen.
Verwirrend ist, dass beide Konstruktionen mit so beginnen können. Die Gegenprobe ist einfach: Steht direkt nach so ein Adjektiv oder Adverb, geht es um die Folge. Steht direkt nach so das Wort that oder ein Subjekt, geht es um den Zweck. He worked so hard that he collapsed ist Folge. He worked hard so that he could pay the rent ist Zweck.
Verwandt ist auch die Konstruktion mit enough und too, die eine Möglichkeit oder ihr Fehlen beschreibt: The box was too heavy to lift. She was old enough to vote. Sie sieht wie ein Finalsatz aus, weil sie den Infinitiv trägt, sagt aber etwas über den Grad aus. Nachzulesen bei enough und too.
Der Vergleich zum Deutschen
Deutsch trifft dieselbe Unterscheidung wie Englisch, nur mit anderen Wörtern. um zu verlangt bei uns gleiches Subjekt, damit erlaubt ein anderes. Ich bin früher gefahren, um den Zug zu erreichen gegen Ich bin früher gefahren, damit meine Schwester das Auto nehmen konnte. Wer diese Regel im Deutschen kennt, hat die englische bereits verstanden: to entspricht um zu, so that entspricht damit.
Das Problem liegt nicht in der Logik, sondern in der Form. Deutsch klammert: um … zu umschließt den ganzen Nebensatz, und das Verb steht am Ende. Englisch stellt to voran und lässt den Rest in normaler Wortstellung folgen. Aus um den Zug zu erreichen wird to catch the train, mit umgekehrter Reihenfolge von Objekt und Verb. Wer die deutsche Klammer mitdenkt, produziert Sätze wie to the train catch.
Der zweite Punkt ist die schon genannte for-Falle. Deutsch für und englisch for decken sich nur teilweise. Vor einem Nomen passt for oft: for the exam, for a coffee, for my sister. Vor einem Verb passt es fast nie, wenn ein Zweck gemeint ist. Eine Ausnahme sieht nur so aus: This tool is for cutting metal. Hier beschreibt for doing den Verwendungszweck einer Sache, nicht die Absicht einer Person. Der Unterschied ist fein, aber verlässlich: Geht es um die Absicht eines Handelnden, steht to.
Der dritte Punkt betrifft damit. Deutsch verwendet dasselbe Wort auch als Verweis auf ein Ding — Ich habe damit gerechnet. In dieser Bedeutung hat es nichts mit dem Zweck zu tun und wird im Englischen ganz anders wiedergegeben, meist mit einer Präposition nach dem Verb. Welche Präposition wohin gehört, steht bei den Präpositionen nach Verben.
Der vierte Punkt ist die deutsche Neigung, den Zweck mit einem Nomen auszudrücken: zur Verbesserung der Ergebnisse, zwecks Prüfung. Englisch bevorzugt an dieser Stelle das Verb: to improve the results. Wer die deutsche Nominalkonstruktion überträgt, landet bei for the improvement of the results — grammatisch möglich, aber schwerfällig und unenglisch.
| Deutsch | Englisch | Bedingung |
|---|---|---|
| um zu | to / in order to | gleiches Subjekt |
| damit | so that | anderes Subjekt |
| um nicht zu | so as not to / in order not to | verneinter Zweck |
| zur Verbesserung | to improve | Verb statt Nomen |
| dazu da, um zu schneiden | for cutting | Verwendungszweck einer Sache |
Typische Fehler
Der erste Fehler ist for to do. Er ist im Deutschunterricht so bekannt, dass er einen eigenen Ruf hat, und er verschwindet trotzdem selten von allein. Die Regel ist absolut: Vor einem Infinitiv steht nie for. Entweder to allein oder in order to.
Der zweite Fehler ist for doing als Absichtsangabe. I came here for learning English ist falsch; richtig ist I came here to learn English. Die -ing-Form nach for bleibt dem Verwendungszweck einer Sache vorbehalten, wie oben beschrieben.
Der dritte Fehler ist der Infinitiv bei wechselndem Subjekt: I gave her the key to open the door kann noch durchgehen, weil das Subjekt unklar bleibt, aber I left the light on to my flatmate find the way ist unmöglich. Sobald ein neues Subjekt auftaucht, muss so that stehen.
Der vierte Fehler ist das fehlende Modalverb nach so that: I wrote it down so that you remember it. Üblich ist so that you can remember it oder so that you'll remember it. Ohne Modalverb liest sich der Satz wie eine Behauptung über die Zukunft statt wie ein Zweck.
Der fünfte Fehler ist not to als Verneinung. I closed the window not to hear the noise klingt schief. Richtig ist so as not to hear the noise. Eine Ausnahme gibt es bei bestimmten Verben wie tell und ask, wo not to zum Verb gehört: She told me not to wait. Das ist aber kein Finalsatz.
Der sechste Fehler ist die Verwechslung mit der Folge. He was so tired that he went to bed beschreibt keine Absicht. Wer hier so that im Sinn von damit liest, versteht den Satz falsch. Die Trennlinie verläuft am Wort nach so, wie im Abschnitt zu Zweck und Folge gezeigt. Wer den Zweck stattdessen einräumend abschwächen will, findet die Mittel in der Lektion zu although, though und despite.
Weitere Ausdrucksmittel für den Zweck
Neben den Hauptformen gibt es eine Reihe von Wendungen, die denselben Zweck ausdrücken und einen Text abwechslungsreicher machen. with a view to und with the aim of verlangen beide die -ing-Form: The team met with a view to solving the problem. Beide sind deutlich schriftsprachlich und passen in Berichte.
for the purpose of verlangt ebenfalls die -ing-Form oder ein Nomen: The data was collected for the purpose of research. Diese Wendung wirkt behördlich und gehört in Verträge und Richtlinien, nicht in eine normale E-Mail.
Umgekehrt lässt sich der Zweck auch schlicht durch zwei Sätze ausdrücken, verbunden mit einem Doppelpunkt oder mit that way: I wrote everything down. That way, nothing gets lost. Diese Lösung ist im gesprochenen Englisch sehr häufig und wird von Lernenden zu selten benutzt, weil sie nach keiner Regel aussieht.
Schließlich gibt es die Frage nach dem Zweck. Sie lautet What for oder Why: What did you buy that for? Die Antwort steht dann im Infinitiv: To fix the door. Auch die kurze Form ist möglich: For the door. Wer die Frage förmlicher stellen will, sagt For what purpose. Für den Bau solcher Fragen und ihre Wortstellung lohnt ein Blick auf die Grundlagen der Satzstellung.
Ein letzter Hinweis zur Zeitform: Der Zweckinfinitiv verändert sich nicht, egal in welcher Zeit der Hauptsatz steht. I left early to catch the train, I leave early to catch the train, I will leave early to catch the train. Nur der Hauptsatz trägt die Zeit. Bei so that wandert die Zeit dagegen mit, weil dort ein vollständiger Nebensatz steht — das ist der Grund, warum dort could statt can erscheint, wenn der Hauptsatz in der Vergangenheit steht. Wie sich Zukunftsbezüge in Nebensätzen verhalten, steht beim will-Futur.
Häufige Fragen
- Warum ist for to do falsch?
- Weil for eine Präposition ist und im Englischen nie direkt vor einem Infinitiv mit to stehen kann. Der Zweck wird allein mit to ausgedrückt: I came to help. Der Fehler entsteht, weil das deutsche um zu aus zwei Teilen besteht und man für um ein englisches Wort sucht. Es gibt keines.
- Wann nehme ich to und wann so that?
- Entscheidend ist das Subjekt. Haben Hauptsatz und Zweck dasselbe Subjekt, steht der Infinitiv: I saved money to buy a car. Gehört der Zweck jemand anderem, steht so that mit einem eigenen Nebensatz: I saved money so that my son could study. Der Infinitiv kann kein eigenes Subjekt tragen, deshalb geht es dort nicht anders.
- Wie verneine ich einen Finalsatz?
- Mit so as not to oder in order not to: He whispered so as not to wake the baby. Das schlichte not to ist an dieser Stelle ungebräuchlich und mehrdeutig. Das not steht dabei immer direkt vor to, nie davor oder dahinter.
- Ist in order to besser als to?
- Nicht besser, nur förmlicher. In gesprochener Sprache und in normalen E-Mails steht fast immer das schlichte to. in order to gehört in Berichte, Anträge und Fachtexte oder in Sätze, in denen die Absicht besonders deutlich markiert werden soll. Wer es in jedem Satz benutzt, klingt gestelzt.
- Warum steht nach so that meistens can oder could?
- Weil ein Zweck zum Zeitpunkt der Handlung noch nicht eingetreten ist. Der Nebensatz braucht deshalb eine Form der Möglichkeit oder der Zukunft: so that you can see it, so that he would understand. Steht der Hauptsatz in der Vergangenheit, rückt das Modalverb mit zurück, aus can wird could.
- Was ist der Unterschied zwischen so that und so … that?
- so that leitet einen Zweck ein: He spoke slowly so that everyone could follow. so plus Adjektiv plus that beschreibt eine Folge: He spoke so slowly that everyone got bored. Die Gegenprobe steckt im Wort direkt nach so: Folgt ein Adjektiv oder Adverb, ist es die Folge; folgt that oder ein Subjekt, ist es der Zweck.
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