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A2Verbformen und Modalverben14 Min. Lesezeit

Modalverben — was sie alle gemeinsam haben

Kein to, kein -s, keine Hilfe von do: Die gemeinsamen Regeln aller englischen Modalverben auf einen Blick.

Das kannst du danach

  • Du erkennst alle neun englischen Modalverben und weißt, was sie zu einer Gruppe macht.
  • Du bildest Aussage, Verneinung und Frage mit Modalverben ohne do und ohne to.
  • Du erklärst, warum he can und nicht he cans richtig ist.
  • Du weichst auf Ersatzformen aus, wenn ein Modalverb keine eigene Zeitform hat.
  • Du findest zu jeder Bedeutung die passende Einzellektion.

Welche Verben dazugehören

Die englischen Modalverben sind eine kleine, geschlossene Gruppe: can, could, may, might, must, shall, should, will und would. Dazu kommen ein paar Randfiguren wie ought to und need, die sich teilweise wie Modalverben verhalten und teilweise nicht. Neue Modalverben entstehen nicht mehr — die Gruppe ist seit Jahrhunderten dieselbe. Genau das macht sie lernbar: Du musst neun Wörter beherrschen, nicht ein offenes System.

Was sie zusammenhält, ist nicht ihre Bedeutung, sondern ihr grammatisches Verhalten. Bedeutungsmäßig haben must und might wenig gemeinsam — das eine drückt Zwang aus, das andere eine vage Möglichkeit. Grammatisch verhalten sie sich exakt gleich. Sie stehen vor dem Grundverb, nehmen kein to, bekommen kein -s und brauchen für Frage und Verneinung keine Hilfe von do.

Modalverben sagen nichts darüber aus, was passiert, sondern wie der Sprecher dazu steht. Sie ordnen eine Handlung ein: als möglich, als notwendig, als erlaubt, als ratsam, als wahrscheinlich. She works late ist eine Tatsache. She must work late, she might work late und she should work late sind drei verschiedene Haltungen zu derselben Handlung. Im Deutschen leisten das die Modalverben können, dürfen, müssen, sollen, wollen und mögen — die Parallele ist eng genug, um zu helfen, aber nicht eng genug, um blind zu übersetzen.

Diese Lektion erklärt nur, was für alle gilt. Was die einzelnen Verben bedeuten und wo sie sich gegenseitig ins Gehege kommen, steht in den Einzellektionen: can für Fähigkeit und Erlaubnis, must und have to für Notwendigkeit und Verbot, should für Rat und Empfehlung, may und might für Möglichkeit und förmliche Erlaubnis.

Regel eins: kein to nach dem Modalverb

Nach einem Modalverb steht der nackte Infinitiv, also die Grundform ohne to. I can swim, nicht I can to swim. You should go, nicht you should to go. She must leave, nicht she must to leave. Das ist die erste Regel, und sie hat keine Ausnahme innerhalb der Kernguppe.

Für Deutschsprachige ist diese Regel eigentlich leicht, weil das Deutsche es genauso macht: „ich kann schwimmen“, nicht „ich kann zu schwimmen“. Der Fehler entsteht trotzdem, und zwar aus einer anderen Richtung. Wer gerade gelernt hat, dass nach vielen englischen Verben ein to-Infinitiv steht — I want to go, I need to go, I'd like to go — überträgt das Muster und landet bei I can to go. Es hilft, sich klarzumachen, dass Modalverben eben keine normalen Verben sind. Die Regeln für normale Verben stehen in der Lektion zu Gerundium und Infinitiv und gelten hier ausdrücklich nicht.

Zwei Formen brechen optisch aus: ought to und have to enthalten ein to. Bei ought to gehört das to fest dazu und wird mitgesprochen: you ought to apologise. Have to ist dagegen gar kein echtes Modalverb, sondern ein normales Verb mit modaler Bedeutung — und verhält sich entsprechend anders, mit -s in der dritten Person und mit do in Frage und Verneinung.

Regel zwei: kein -s in der dritten Person

Im Simple Present bekommt jedes Verb in der dritten Person Singular ein -s: he works, she goes, it rains. Modalverben nicht. He can, she must, it might — ohne Endung, in allen Personen gleich. He cans, she musts und it mights existieren nicht.

Der Grund ist historisch: Die Modalverben waren im Altenglischen Vergangenheitsformen anderer Verben und haben deren Endungslosigkeit behalten. Das musst du nicht wissen, aber es erklärt, warum die Regel so absolut ist. Es gibt kein einziges Modalverb, das eine Ausnahme macht.

Praktisch bedeutet das: Die gesamte Konjugation eines Modalverbs besteht aus einer einzigen Form. I can, you can, he can, she can, it can, we can, they can. Das ist bequem, es fällt aber im Sprechen genau dann durch, wenn du gerade konzentriert das dritte-Person-s übst. Wer sich das -s antrainiert hat, hängt es reflexhaft auch an das Modalverb. Die Gegenprobe ist einfach: Steht danach eine Grundform ohne to, ist es ein Modalverb und bekommt kein -s.

PersonVollverb workModalverb canModalverb must
Iworkcan workmust work
youworkcan workmust work
he / she / itworkscan workmust work
weworkcan workmust work
theyworkcan workmust work

Regel drei: Frage und Verneinung ohne do

Normale Verben brauchen im Englischen für Frage und Verneinung ein Hilfsverb: Do you work? I don't work. Das ist die Regel für Fragen mit do und für die Verneinung im Simple Present. Modalverben brauchen dieses do nicht — sie sind selbst Hilfsverben und rücken einfach nach vorne beziehungsweise nehmen das not zu sich.

Die Frage entsteht durch Umstellung: Can you swim? Must we leave now? Should I call her? Would you like some tea? Kein do, keine zusätzliche Form. Die Verneinung entsteht durch angehängtes not: I cannot come, she must not touch that, you should not worry. In der gesprochenen Form zieht sich das zusammen zu can't, mustn't, shouldn't, won't, wouldn't.

Zwei Schreibungen sind eigen. Cannot wird im britischen wie im amerikanischen Englisch zusammengeschrieben, can not als zwei Wörter ist selten und bedeutet dann etwas anderes. Und will not zieht sich zu won't zusammen, nicht zu willn't — eine Restform aus dem älteren Englisch. Mustn't wird ohne hörbares t im must gesprochen, also etwa wie „massnt“.

Weil Modalverben Hilfsverben sind, tragen sie auch die Kurzantwort und den Question Tag. Auf Can you drive? antwortest du Yes, I can, nicht Yes, I do. Und an You can drive, hängst du can't you? Wer hier auf do ausweicht, verrät sofort, dass die Systematik noch nicht sitzt.

FormVollverbModalverb
AussageShe works here.She can work here.
VerneinungShe doesn't work here.She can't work here.
FrageDoes she work here?Can she work here?
KurzantwortYes, she does.Yes, she can.
Question TagShe works here, doesn't she?She can work here, can't she?

Regel vier: keine Grundform, kein Partizip, keine -ing-Form

Modalverben haben nur eine oder zwei Formen und sonst nichts. Es gibt kein to can, kein canning, kein canned im Sinn von „gekonnt“. Damit fehlen ihnen genau die Formen, die man für zusammengesetzte Zeiten braucht. Ein Satz wie I will can help you ist unmöglich, weil hinter will nur ein nackter Infinitiv stehen darf und can keinen hat.

Zwei Modalverben lassen sich nicht kombinieren. Im Deutschen geht „ich werde kommen müssen“ ohne Weiteres, im Englischen nicht. Für solche Fälle gibt es Ersatzformen: be able to für can, have to für must, be allowed to für die Erlaubnis. I will be able to help you. We'll have to leave early. You won't be allowed to park here.

Dasselbe Problem tritt in der Vergangenheit auf. Could und would sehen aus wie Vergangenheitsformen von can und will, und manchmal sind sie das auch — aber sie haben zusätzlich eine Gegenwartsbedeutung als Höflichkeitsform oder als Ausdruck von Unsicherheit. Must hat überhaupt keine eigene Vergangenheitsform. Für „ich musste“ nimmst du had to.

Wenn du über Vergangenes spekulierst, gibt es eine eigene Konstruktion mit have und Partizip: she must have forgotten, he might have left, you should have told me. Das ist ein Kapitel für sich und steht in der Lektion zur modalen Vergangenheit. Auf A2 reicht es zu wissen, dass diese Möglichkeit existiert.

ModalverbVergangenheitZukunftErsatzform
cancouldbe able to
musthave to
maybe allowed to
shouldbe supposed to
willwouldbe going to

Wo das Deutsche in die Irre führt

Die deutschen Modalverben sehen den englischen ähnlich genug, um Vertrauen zu erzeugen, und sind verschieden genug, um es zu enttäuschen. Der auffälligste Unterschied betrifft die Wortstellung. Im Deutschen wandert das Vollverb ans Satzende: „Ich muss morgen früh aufstehen.“ Im Englischen bleibt alles in der Grundreihenfolge: I have to get up early tomorrow. Wer die deutsche Klammer überträgt, produziert unverständliche Sätze.

Der zweite Unterschied ist die Zahl der Formen. Das Deutsche konjugiert seine Modalverben durch — ich kann, du kannst, er kann, wir können — und bildet Vergangenheit und Konjunktiv. Das Englische hat pro Modalverb eine Form und behilft sich sonst mit Umschreibungen. Für Lernende ist das eine Erleichterung im Präsens und eine Umstellung überall sonst.

Der dritte und heikelste Unterschied liegt bei den Bedeutungen. „Können“ deckt im Deutschen sowohl Fähigkeit als auch Erlaubnis ab, im Englischen teilen sich can und may diese Aufgaben mit unterschiedlichem Register. „Müssen“ und „nicht müssen“ sind im Deutschen eine Einheit, im Englischen zerfällt die Verneinung in zwei völlig verschiedene Bedeutungen. Und „sollen“ deckt Rat, Auftrag und Vermutung ab, die im Englischen auf should, be supposed to und be to verteilt sind. Diese Fälle sind der Grund, warum jede Bedeutung ihre eigene Lektion hat.

Ein vierter Punkt betrifft die Höflichkeit. Englische Modalverben sind das wichtigste Werkzeug, um eine Bitte weich zu machen. Could you help me klingt deutlich freundlicher als can you help me, und would you mind ist noch eine Stufe höflicher. Im Deutschen leistet das der Konjunktiv: „Könntest du“ gegen „kannst du“. Die Parallele funktioniert hier gut — could entspricht in dieser Verwendung ziemlich genau dem deutschen „könntest“.

Wie es weitergeht

Wenn die vier Regeln sitzen — kein to, kein -s, kein do, keine weiteren Formen — dann ist der schwierige Teil nicht mehr die Grammatik, sondern die Bedeutung. Jedes Modalverb hat mehrere, und sie überschneiden sich. Deshalb gibt es zu jedem eine eigene Lektion, und deshalb nimmt diese hier absichtlich nichts vorweg.

Für Fähigkeit und die alltägliche Erlaubnis fängst du bei can an — das ist das Modalverb, das dir am häufigsten begegnet und das die wenigsten Fallen hat. Für alles, was mit Zwang, Pflicht und Verbot zu tun hat, gehst du zu must und have to; diese Lektion enthält den folgenreichsten Unterschied des ganzen A2-Bereichs und sollte nicht übersprungen werden.

Für Ratschläge, Empfehlungen und alles, was man jemandem nahelegt, ohne ihn zu zwingen, ist should zuständig. Und für Möglichkeit, Vermutung und die förmliche Erlaubnis liest du may und might. Wenn du später wissen willst, wie Modalverben Vermutungen abstufen — von der bloßen Möglichkeit bis zur festen Überzeugung —, findest du das bei den Modalverben der Vermutung auf B2-Niveau.

Ein letzter Hinweis zur Reihenfolge: Lies die Einzellektionen nicht in beliebiger Folge, sondern paarweise entlang der Bedeutungen, gegen die sie sich abgrenzen. Modalverben lernt man nicht einzeln, sondern als Kontraste. Erst wenn du weißt, was must nicht bedeutet, weißt du, was es bedeutet.

Häufige Fragen

Welche Modalverben gibt es im Englischen?
Die Kerngruppe besteht aus neun Verben: can, could, may, might, must, shall, should, will und would. Dazu kommen ought to und in bestimmten Verwendungen need und dare, die sich nur teilweise wie Modalverben verhalten. Nicht dazu gehören have to, be able to und be allowed to — das sind Umschreibungen mit modaler Bedeutung, aber normalem Verbverhalten.
Warum heißt es he can und nicht he cans?
Weil Modalverben in allen Personen dieselbe Form haben. Das -s der dritten Person Singular gilt nur für Vollverben. Historisch waren die englischen Modalverben Vergangenheitsformen, und Vergangenheitsformen tragen im Englischen kein Personen-s. Diese Regel hat keine Ausnahme: he must, she should, it might — nie mit Endung.
Kann man zwei Modalverben hintereinander benutzen?
Nein. Sätze wie I will can help oder he must can swim sind unmöglich, weil ein Modalverb keinen Infinitiv hat, der nach einem anderen Modalverb stehen könnte. Für solche Fälle nimmst du eine Ersatzform: I will be able to help, he must be able to swim. Im Deutschen geht die Kombination problemlos, und genau daher kommt der Fehler.
Braucht man bei Modalverben do für Fragen?
Nein, und es wäre falsch. Modalverben sind selbst Hilfsverben und bilden die Frage durch Umstellung: Can she come? Should we wait? Auch die Verneinung kommt ohne do aus, das not hängt direkt am Modalverb: she can't come, we shouldn't wait. Ein Do you can come? ist einer der Sätze, die sofort als Fehler auffallen.
Wie drückt man Modalverben in der Vergangenheit aus?
Nur can hat mit could eine echte Vergangenheitsform, und selbst die wird oft anders verwendet. Ansonsten brauchst du Ersatzformen: had to statt must, was able to statt could für einen einzelnen gelungenen Versuch, was allowed to statt may. Für Vermutungen über Vergangenes gibt es die Konstruktion mit have und Partizip, etwa she must have forgotten.

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