Das kannst du danach
- Du kennst die wichtigsten Häufigkeitsadverbien und ihre ungefähre Stärke.
- Du stellst sie vor das Vollverb und hinter eine Form von to be.
- Du setzt sie im Satz mit Hilfsverb an die richtige Stelle.
- Du vermeidest die deutsche Endstellung, die im Englischen falsch klingt.
- Du unterscheidest die einwortigen Adverbien von Ausdrücken wie every day.
Was Häufigkeitsadverbien leisten
Häufigkeitsadverbien beantworten die Frage how often. Sie sagen, wie regelmäßig etwas passiert, ohne einen Zeitpunkt zu nennen: always, usually, often, sometimes, rarely, never. Damit gehören sie zu den ersten Wörtern, die man beim Sprechen über den Alltag braucht, und sie stehen fast immer zusammen mit dem Simple Present — der Zeitform für das, was gewohnheitsmäßig geschieht.
Für Deutschsprachige sind diese Wörter inhaltlich einfach und in der Stellung heikel. Immer, oft und nie sind schnell gelernt. Die Frage, wo sie im Satz stehen, wird dagegen selten gestellt — und genau dort sitzt der Fehler, der in fast jedem deutschen Englischsatz auftaucht.
Der Grund ist die Freiheit des deutschen Satzes. „Ich gehe oft ins Kino“, „Oft gehe ich ins Kino“, „Ins Kino gehe ich oft“ — alle drei Sätze sind richtig, nur die Betonung wandert. Das Englische lässt diese Freiheit nicht zu. Wo Wörter stehen dürfen, regelt die englische Satzstellung streng, und Häufigkeitsadverbien haben darin einen festen Platz.
Die Wörter und ihre Stärke
Die Skala reicht von hundert Prozent bis null. Sie ist keine Rechenaufgabe, aber die grobe Reihenfolge hilft beim Formulieren, weil sie zeigt, welches Wort im Gespräch wie stark wirkt. Usually und normally sind schwächer als always, aber deutlich stärker als sometimes.
Zwei Wörter der Skala sind bereits verneint: never und rarely. Sie brauchen deshalb kein zusätzliches not. „I never drink coffee“ ist der vollständige Satz — „I don't never drink coffee“ ist doppelte Verneinung und gilt als falsch. Was die Verneinung sonst verlangt, steht in der Lektion zur Verneinung mit not.
Hardly ever ist die gebräuchliche Alternative zu rarely und klingt im Gespräch natürlicher: „I hardly ever watch television.“ Auch dieser Ausdruck ist verneint und verträgt kein don't.
| Adverb | Deutsch | ungefähr | Beispiel |
|---|---|---|---|
| always | immer | 100 % | She always takes the bus. |
| usually | normalerweise | ca. 80 % | We usually eat at seven. |
| often | oft | ca. 60 % | He often works late. |
| sometimes | manchmal | ca. 40 % | I sometimes forget his name. |
| occasionally | gelegentlich | ca. 25 % | They occasionally come round. |
| rarely / seldom | selten | ca. 10 % | She rarely complains. |
| hardly ever | fast nie | ca. 5 % | We hardly ever go out. |
| never | nie | 0 % | I never eat meat. |
Die Grundregel: vor dem Vollverb
Im einfachen Satz steht das Häufigkeitsadverb zwischen Subjekt und Vollverb. „I always get up at six“, „She often calls her mother“, „We never argue.“ Das Adverb schiebt sich also mitten in das hinein, was im Deutschen zusammenbleibt, und es steht nie am Satzende.
Genau dort liegt der Fehler. „I go often to the cinema“ ist die wörtliche Übertragung von „Ich gehe oft ins Kino“ und im Englischen falsch. Richtig ist „I often go to the cinema.“ Ebenso: nicht „She drinks always tea“, sondern „She always drinks tea.“ Wer sich eine einzige Regel merkt, merkt sich diese: das Adverb kommt vor das Verb, nicht dahinter.
Das gilt auch, wenn das Verb ein Objekt bei sich hat, und es gilt unabhängig von der Person. Auch in der dritten Person Singular, wo das Verb sein -s bekommt, rührt das Adverb sich nicht von der Stelle: „He never watches the news.“ Das -s hängt am Verb, nicht am Adverb.
Beim Sprechen über Gewohnheiten mischen sich Häufigkeitsadverbien fast automatisch mit get up, wake up und ähnlichen Alltagsverben: „I always get up before seven, but I hardly ever wake up before the alarm.“ Bei mehrteiligen Verben steht das Adverb vor dem ganzen Verb, nicht zwischen Verb und Partikel.
Die Ausnahme: hinter to be
Es gibt eine einzige Ausnahme, und sie ist wichtig, weil to be das häufigste Verb der Sprache ist. Steht am und is und are als Vollverb im Satz, rutscht das Häufigkeitsadverb dahinter: „She is always late“, nicht „She always is late“. „I am never bored.“ „They are usually at home on Sundays.“
Die Formen selbst und ihre Kurzformen findest du in der Lektion zu to be. Für die Wortstellung reicht der Merksatz: Vor dem Vollverb, hinter to be. Zwei Regeln, mehr nicht. Wer sie beide hat, macht bei Häufigkeitsadverbien praktisch keine Stellungsfehler mehr.
Dieselbe Regel gilt für die Vergangenheitsformen von to be. „He was always friendly“, „They were never on time.“ Wie was und were gebildet werden, steht in der Lektion zu was und were.
| Satztyp | Stellung | Beispiel |
|---|---|---|
| Vollverb | vor dem Verb | I often read in the evening. |
| to be | nach der Form von be | I am often tired in the evening. |
| Hilfsverb + Verb | nach dem Hilfsverb | I have often thought about it. |
| Modalverb + Verb | nach dem Modalverb | You can always call me. |
| Verneinung | nach not bzw. nach don't | I don't usually work at weekends. |
Sätze mit Hilfsverb und Modalverb
Sobald ein Hilfsverb oder ein Modalverb im Satz steht, schiebt sich das Adverb dazwischen: nach dem ersten Hilfsverb, vor dem Hauptverb. „She has never been to Spain“, „We will always remember it“, „You can usually find him in the kitchen.“ Was Modalverben sonst ausmacht, steht in der Lektion zu can.
Beim Present Progressive gilt dasselbe. Das Adverb steht zwischen der Form von be und der -ing-Form: „He is always complaining.“ Dieser Satz hat übrigens eine eigene Färbung — always mit dem Present Progressive drückt Ärger über eine Gewohnheit aus, nicht bloß Häufigkeit. „He is always complaining“ heißt: Er beschwert sich dauernd, und es nervt.
In der Verneinung mit do steht das Adverb hinter don't oder doesn't: „I don't often go there.“ Möglich, aber mit anderer Betonung, ist „I often don't go there“ — dann liegt der Nachdruck auf dem Nichtgehen. Solche Verschiebungen sind kein Anfängerstoff, sie zeigen aber, dass die Stellung Bedeutung trägt und nicht bloß Formsache ist.
Die Wörter, die doch ans Satzende dürfen
Nicht jeder Häufigkeitsausdruck folgt der Regel. Mehrwortige Angaben wie every day, once a week, twice a month, from time to time und most of the time stehen am Satzanfang oder am Satzende, nie in der Satzmitte. „I go swimming twice a week“ ist richtig, „I twice a week go swimming“ nicht.
Auch sometimes und usually dürfen an den Satzanfang, wenn du sie betonen willst: „Sometimes I just stay at home.“ Das ist gebräuchlich und klingt natürlich. Für always und never gilt das nicht — ein Satz, der mit never beginnt, verlangt eine besondere Wortstellung, die erst später Thema ist.
Wenn du Häufigkeit mit einer Zeitangabe verbindest, kommen die Präpositionen der Zeit ins Spiel: „on Mondays“, „at the weekend“, „in the morning“. Die Reihenfolge im Satz ist dann: Adverb vorn in der Satzmitte, Zeitangabe hinten. „I usually work from home on Fridays.“
| Ausdruck | Stellung | Beispiel |
|---|---|---|
| every day | Satzende oder Satzanfang | I check my mail every day. |
| once a week | Satzende | We meet once a week. |
| twice a month | Satzende | She visits twice a month. |
| from time to time | Satzende | He calls from time to time. |
| sometimes | Mitte oder Anfang | Sometimes I walk to work. |
| always / never | nur Satzmitte | I never walk to work. |
Fragen und kurze Antworten
Die Frage nach der Häufigkeit lautet how often: „How often do you go to the gym?“ Wie diese Frage gebaut wird, steht in den Fragen mit do. Im Fragesatz behält das Häufigkeitsadverb seinen Platz vor dem Vollverb: „Do you often work late?“ — nicht „Do you work often late?“
In kurzen Antworten steht das Adverb allein oder mit dem Hilfsverb: „Do you smoke?“ — „Never.“ Oder ausführlicher: „No, I never have.“ Das ist gesprochene Sprache und völlig üblich, ein ganzer Satz wirkt hier eher steif.
Ein Ausdruck lohnt eigene Aufmerksamkeit: ever. Es ist die Fragevariante von never und bedeutet je, jemals: „Have you ever been to London?“ In der Aussage steht es nicht allein, sondern nur in hardly ever oder nach einer Verneinung: „I haven't ever met him“, üblicher aber „I have never met him“.
Britisch gegen amerikanisch
Die Stellung ist in beiden Varianten gleich. Unterschiede gibt es bei der Wortwahl: Seldom klingt in beiden Varianten gehoben und schriftlich, im Alltag sagt man rarely oder hardly ever. Often wird britisch häufig ohne t gesprochen, /ˈɒf(ə)n/ · AE /ˈɔːf(ə)n/, gelegentlich hört man auch die Variante mit hörbarem t.
Bei always ist die Aussprache /ˈɔːlweɪz/ · AE /ˈɔːlweɪz/ weitgehend gleich, der Unterschied liegt nur im r-losen britischen Umfeld. Usually schwankt zwischen /ˈjuːʒuəli/ und /ˈjuːʒəli/ — die kürzere Form ist im Gespräch die Regel, in beiden Varianten.
Ein praktischer Unterschied betrifft die Zeitangabe dahinter: BE sagt „at the weekend“, AE „on the weekend“. Der Satz „I usually work at the weekend“ ist also britisch, „I usually work on the weekend“ amerikanisch — das Adverb bleibt an derselben Stelle.
Häufige Fragen
- Wo steht always im englischen Satz?
- Vor dem Vollverb und hinter einer Form von to be. „I always walk to work“, aber „I am always tired.“ Steht ein Hilfsverb oder Modalverb im Satz, rutscht always dahinter: „I have always wanted to go“, „You can always ask.“ Am Satzende steht always nie.
- Warum ist I go often to the cinema falsch?
- Weil das Häufigkeitsadverb im Englischen vor dem Vollverb steht, nicht dahinter. Richtig ist „I often go to the cinema.“ Der Fehler entsteht durch die wörtliche Übertragung aus dem Deutschen, wo das Adverb hinter dem Verb stehen darf. Das Englische lässt an dieser Stelle keine Wahl.
- Heißt es I don't never oder I never?
- Nur I never. Never ist bereits verneint, ein zusätzliches don't ergibt eine doppelte Verneinung und gilt als falsch. Dasselbe gilt für rarely, seldom und hardly ever. Wenn du don't benutzen willst, nimm ein neutrales Adverb: „I don't often eat meat.“
- Was ist der Unterschied zwischen sometimes und sometime?
- Sometimes mit s heißt manchmal und beschreibt Häufigkeit: „I sometimes work from home.“ Sometime ohne s heißt irgendwann und bezeichnet einen unbestimmten Zeitpunkt: „Let's meet sometime next week.“ Dazu kommt some time mit Leerzeichen für eine gewisse Zeitspanne: „It took some time.“ Drei Wörter, drei Bedeutungen.
- Darf ich every day in die Satzmitte stellen?
- Nein. Mehrwortige Häufigkeitsangaben wie every day, once a week oder twice a month stehen am Satzende oder am Satzanfang, nicht zwischen Subjekt und Verb. Richtig ist „I read the news every day“ oder „Every day I read the news“, nicht „I every day read the news.“ Die Satzmitte ist den einwortigen Adverbien vorbehalten.
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