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A1Nomen und Artikel13 Min. Lesezeit

some und any — Aussage, Frage, Verneinung und die Ausnahme

some in der Aussage, any in Frage und Verneinung — und warum in Angeboten trotzdem some steht.

Das kannst du danach

  • Du setzt some in Aussagesätzen und any in Fragen und Verneinungen.
  • Du benutzt some in Fragen, wenn du etwas anbietest oder ein Ja erwartest.
  • Du bildest die zusammengesetzten Formen something, anything, somebody und anybody sicher.
  • Du erkennst any in der Bedeutung „egal welcher“ und verwechselst sie nicht mit der Fragebedeutung.

Wofür man die beiden überhaupt braucht

some und any sind Mengenwörter für eine unbestimmte Menge. Sie stehen dort, wo man im Deutschen oft gar nichts sagt. Wir sagen „Ich habe Geld“, das Englische sagt I've got some money. Wir sagen „Hast du Fragen“, das Englische sagt Have you got any questions. Diese Lücke im Deutschen ist der Grund, warum Deutschsprachige die beiden Wörter regelmäßig weglassen und der Satz dadurch schroff oder unvollständig klingt.

Beide stehen vor Pluralnomen und vor unzählbaren Nomen, nie vor einem Nomen im Singular, das man zählen kann. some books und some water sind richtig, „some book“ ist es nicht; dort stünde a book. Welche Nomen zählbar sind und welche nicht, klärt die Lektion zu zählbaren und unzählbaren Nomen, und die Pluralbildung selbst steht bei den Pluralformen.

Der Unterschied zum bestimmten Artikel ist ebenfalls wichtig. the water meint bestimmtes Wasser, das beide Gesprächspartner kennen. some water meint irgendeine Menge davon. Wer die Artikel noch nicht sicher hat, sollte sie parallel wiederholen; sie stehen bei a, an und the.

Die Grundregel in einem Satz

some steht in Aussagesätzen, any steht in Fragen und Verneinungen. Das ist die Regel, und sie trägt den größten Teil des Alltags. There's some milk in the fridge. Is there any milk in the fridge. There isn't any milk in the fridge. Drei Sätze, dieselbe Milch, zwei verschiedene Wörter.

Für die Frageform brauchst du je nach Verb entweder die Umstellung oder das Hilfsverb do. Bei there is und there are dreht sich das Verb nach vorn, wie es die Lektion zu there is und there are beschreibt. Bei Vollverben brauchst du die Konstruktion aus Fragen mit do: Do you have any brothers. Das Fragewort any ändert daran nichts, es hängt nur am Nomen.

Für die Verneinung gilt dasselbe: not plus any. I don't have any time. Alternativ gibt es das Wort no, das die Verneinung schon enthält und dann ohne not steht: I have no time. Beide Sätze bedeuten dasselbe, die Variante mit no klingt eine Spur nachdrücklicher. Was du nicht tun darfst, ist beides zu kombinieren; „I don't have no time“ ist im Standardenglisch falsch. Die Formen der Verneinung stehen bei der Verneinung.

SatzartWortBeispielDeutsch
AussagesomeI've got some questions.Ich habe Fragen.
FrageanyHave you got any questions?Hast du Fragen?
Verneinung mit notanyI haven't got any questions.Ich habe keine Fragen.
Verneinung mit nonoI've got no questions.Ich habe keine Fragen.
AngebotsomeWould you like some tea?Möchtest du Tee?
BittesomeCould I have some water?Könnte ich Wasser haben?

Die Ausnahme, die im Alltag ständig vorkommt

In Fragen steht some statt any, wenn du etwas anbietest oder um etwas bittest — also immer dann, wenn du mit einem Ja rechnest oder auf ein Ja hinarbeitest. Would you like some coffee. Could you lend me some money. Shall I get you some water. Mit any wären diese Sätze nicht falsch, sie klingen aber distanziert bis unfreundlich, so als würdest du die Existenz der Sache bezweifeln.

Der Unterschied lässt sich an einem Paar zeigen. Do you want any help fragt neutral, ob überhaupt Hilfe gebraucht wird, und lässt ein Nein offen. Do you want some help bietet Hilfe an und erwartet ein Ja. Beide Sätze sind grammatisch korrekt, sie transportieren aber verschiedene Haltungen. In der Höflichkeit steckt hier mehr Grammatik, als man erwartet.

Deshalb hört man some fast immer in Restaurants, an der Tür und im Büro, wo Menschen einander etwas anbieten. Wenn du nur eine Sache aus dieser Lektion mitnehmen willst, nimm diese: Sobald die Frage ein Angebot ist, steht some. Das gilt auch in Verbindung mit Modalverben, etwa in Can I have some sugar.

any in Aussagesätzen: die zweite Bedeutung

any kommt auch in Aussagesätzen vor, und dann bedeutet es etwas anderes, nämlich „egal welcher“. Any bus goes to the centre heißt, dass es keine Rolle spielt, welchen Bus du nimmst. Come any time heißt, dass jede Uhrzeit passt. Diese Bedeutung hat mit der Frageregel nichts zu tun und wird trotzdem regelmäßig mit ihr verwechselt.

Erkennen kannst du sie an der Betonung und daran, dass any hier auch vor einem Singular stehen darf, was die Mengenbedeutung nicht erlaubt. Any child can do that. Diese Bedeutung liegt nahe bei all, every und each, unterscheidet sich aber davon: every child meint alle Kinder, any child meint ein beliebiges.

Ebenso steht any nach Wörtern, die eine Verneinung oder einen Zweifel enthalten, ohne selbst not zu sein: without any help, hardly any money, I doubt if there's any left. Das Wort hardly ist dabei tückisch, weil es positiv aussieht und negativ wirkt. Wer hier some einsetzt, verrät sich sofort.

Die zusammengesetzten Formen

some und any bilden mit -thing, -body, -one und -where feste Wörter, und die folgen genau derselben Verteilung wie die Grundformen. Aussage: I saw something strange. Frage: Did you see anything strange. Verneinung: I didn't see anything strange. Alternativ steht nothing ohne not: I saw nothing strange.

Diese Wörter sind grammatisch Singular, auch wenn sie inhaltlich nach mehreren klingen. Everybody is here, nicht „are here“. Somebody has left their bag heißt, dass jemand seine Tasche vergessen hat, und das their ist heute Standard, weil das Geschlecht unbekannt ist. Ein Adjektiv dahinter steht immer nach dem Wort, nie davor, wie es die Lektion zu den Adjektiven beschreibt.

somewhere, anywhere und nowhere ergänzen die Reihe für Orte: Let's go somewhere quiet. I can't find it anywhere. Für die Präposition davor gelten dabei dieselben Regeln wie sonst wie bei jeder anderen Ortsangabe. In Angeboten kehrt auch hier die Ausnahme wieder: Would you like something to drink.

AussageFrage und VerneinungVerneinung mit noBedeutung
somethinganythingnothingSache
somebodyanybodynobodyPerson
someoneanyoneno onePerson
somewhereanywherenowhereOrt
sometimeseverneverHäufigkeit

Typische Fehler Deutschsprachiger

Der häufigste Fehler ist das Weglassen. „I need help“ ist möglich, aber I need some help ist der normale Satz. Deutsch braucht dort kein Wort, Englisch schon, und ohne some klingt der Satz knapper und dringlicher, als du es vielleicht meinst. Achte beim Hören darauf, wie oft some in Sätzen auftaucht, in denen du es nicht erwartet hättest.

Der zweite Fehler ist die doppelte Verneinung, die aus Liedtexten mitgebracht wird. „I don't want no trouble“ hört man, es ist aber umgangssprachlich bis regional und in geschriebenem Englisch falsch. Nimm entweder not any oder no, nie beides. Der dritte Fehler ist some in Fragen, die keine Angebote sind: „Do you have some time?“ als neutrale Frage sollte Do you have any time heißen.

Ein vierter Fehler betrifft die Menge selbst. Wer sagen will, wie viel es ist, braucht andere Wörter: much und many für große Mengen, a few und a little für kleine. some sagt nur, dass etwas da ist, nicht wie viel. Wenn etwas ausgeht, benutzt man dafür das Verb run out of: We've run out of milk.

Fortgeschrittene Feinheiten wie die Kombination mit Verneinungswörtern, die Stellung von any nach Vergleichen und die Abgrenzung zu no und none behandelt die Lektion zu den Mengenangaben. Auf A1-Niveau reicht die Grundregel plus die Angebotsausnahme, und mit diesen beiden Sätzen kommst du im Gespräch ohne Stolpern durch.

Kurz gegengeprüft

Geh vor dem Sprechen drei Fragen durch. Erstens: Ist der Satz eine Aussage. Dann steht some. Zweitens: Ist es eine Frage oder Verneinung. Dann steht any, es sei denn, du bietest etwas an. Drittens: Meinst du eigentlich „egal welcher“. Dann steht any auch in der Aussage.

Dieselbe Prüfung funktioniert für die zusammengesetzten Formen, weil sie sich exakt gleich verhalten. Wenn du bei something stolperst, setz gedanklich some thing ein und prüfe die Satzart. Das dauert am Anfang eine Sekunde und wird nach ein paar Wochen unbewusst.

Zum Vergleich lohnt sich später der Blick auf both, either und neither, weil dort dieselbe Frage nach Menge und Auswahl auftaucht, nur bei genau zwei Dingen. some und any bleiben davon unberührt: Sie zählen nicht, sie stellen nur fest, dass etwas vorhanden ist oder eben nicht.

Häufige Fragen

Wann steht some und wann any?
some steht in Aussagesätzen, any in Fragen und Verneinungen. Die wichtige Ausnahme sind Angebote und Bitten: Dort steht auch in der Frage some, weil du mit einem Ja rechnest. Would you like some tea ist deshalb üblicher als Would you like any tea.
Warum heißt es Would you like some coffee und nicht any coffee?
Weil die Frage ein Angebot ist. some signalisiert, dass du mit einem Ja rechnest und den Kaffee bereits im Blick hast. Mit any würdest du neutral prüfen, ob überhaupt Interesse besteht, und das klingt in dieser Situation distanziert.
Kann any auch in einem Aussagesatz stehen?
Ja, dann bedeutet es „egal welcher“. Any bus goes to the centre heißt, dass jeder beliebige Bus fährt. In dieser Bedeutung darf any auch vor einem Nomen im Singular stehen, was in der Mengenbedeutung nicht möglich ist.
Heißt es I don't have any oder I have no?
Beides ist richtig und bedeutet dasselbe. not any ist die neutrale Form, no wirkt etwas nachdrücklicher und wird häufiger geschrieben als gesprochen. Falsch ist nur die Kombination aus beidem, also die doppelte Verneinung.
Steht some vor einem Nomen im Singular?
Nur bei unzählbaren Nomen wie some water oder some information. Bei zählbaren Nomen im Singular steht stattdessen a oder an. some book ist falsch, a book ist richtig, some books ist ebenfalls richtig.

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