Das kannst du danach
- Du benutzt used to für frühere Gewohnheiten und Zustände, die heute nicht mehr gelten.
- Du bildest Frage und Verneinung mit did und der Form use to.
- Du unterscheidest used to do sicher von be used to doing.
- Du weißt, wann would statt used to möglich ist und wann nicht.
- Du erkennst, warum das Deutsche für diesen Unterschied kein eigenes Wort hat.
Was used to ausdrückt
used to beschreibt etwas, das früher regelmäßig geschah oder dauerhaft galt und heute nicht mehr gilt. I used to smoke heißt: Ich habe früher geraucht, jetzt nicht mehr. We used to live in Hamburg heißt: Wir haben dort gewohnt, jetzt nicht.
Der zweite Teil dieser Bedeutung ist der wichtigere: Der Gegensatz zur Gegenwart ist immer mitgemeint, auch wenn er nicht ausgesprochen wird. Wer I used to play the piano sagt, sagt zugleich, dass er es heute nicht mehr tut. Genau dieser eingebaute Kontrast ist der Grund, warum es die Form überhaupt gibt.
Die Form ist unveränderlich: used to plus Grundform, für alle Personen gleich. I used to, she used to, they used to. Es gibt kein Present, kein Future, kein Perfekt. Wer sagen will, dass er heute etwas regelmäßig tut, nimmt das Simple Present mit einem Häufigkeitsadverb: I usually walk to work.
used to ist kein Modalverb, auch wenn es sich in der Verwendung ähnlich anfühlt. Es verhält sich wie ein normales Vollverb im Simple Past und braucht deshalb in Frage und Verneinung did. Wie Modalverben tatsächlich funktionieren, ist eine eigene Lektion — used to gehört nicht dazu.
Gewohnheit und Zustand
used to deckt zwei Dinge ab, die im Englischen sonst getrennt behandelt werden. Erstens wiederholte Handlungen: We used to go swimming every Sunday. Zweitens dauerhafte Zustände: There used to be a cinema here. She used to have long hair.
Der zweite Fall ist der praktisch wertvollere, weil es dafür keine Alternative gibt. Für wiederholte Handlungen kann man auf would für Gewohnheiten ausweichen. Für Zustände geht das nicht: There would be a cinema here ist falsch. Bei have, be, know, like, live und ähnlichen Zustandsverben ist used to die einzige Wahl.
Beim Verneinen verschiebt sich die Aussage fein: I didn't use to like coffee heißt, dass ich früher keinen Kaffee mochte und heute schon. Auch hier trägt die Form den Gegensatz zur Gegenwart mit.
Nicht gemeint ist mit used to ein einmaliges Ereignis. I used to break my leg ist falsch, weil ein Beinbruch keine Gewohnheit ist. Dafür steht das Simple Past: I broke my leg when I was twelve.
| Satzart | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Aussage | used to + Grundform | I used to smoke. |
| Verneinung | didn't use to + Grundform | I didn't use to like tea. |
| Verneinung, formell | used not to + Grundform | He used not to worry. |
| Frage | Did ... use to ...? | Did you use to live here? |
| Frage, formell | Used you to ...? | Used she to work here? |
| Kurzantwort | did / didn't | Yes, I did. |
Frage und Verneinung: das verschwundene d
In Frage und Verneinung übernimmt did die Vergangenheitsmarkierung, und das Vollverb fällt in die Grundform zurück. Aus used to wird use to. Didn't use to, did you use to — ohne d. Das ist dieselbe Logik wie bei jedem anderen Verb: I didn't go, nicht I didn't went.
Weil sich used to und use to gleich anhören, hört man den Unterschied nicht und schreibt ihn deshalb oft falsch. In der Schrift zählt er. Wer sich unsicher ist, prüft am Muster: Wo did steht, steht keine Vergangenheitsform. Die Fragen mit do und die Verneinung mit not folgen genau derselben Regel.
Es gibt zusätzlich eine formelle Variante ohne did: used not to und die Frageform Used you to...? Sie wirken heute altmodisch bis britisch-gehoben und begegnen einem vor allem in älteren Texten. Im Alltag benutzt niemand sie.
In der gesprochenen Sprache wird die Frage mit used to ohnehin oft umgangen, weil sie umständlich klingt. Statt Did you use to live in Berlin? hört man häufiger Did you live in Berlin? oder Were you living in Berlin? Die Bedeutung bleibt fast dieselbe, die Konstruktion ist leichter.
used to gegen be used to: die teure Verwechslung
Hier liegt der Kern dieser Lektion. Zwei Konstruktionen sehen fast gleich aus und bedeuten etwas völlig Verschiedenes. Der Unterschied hängt an zwei Kleinigkeiten: ob ein be davorsteht und ob danach eine Grundform oder eine -ing-Form folgt.
used to do etwas heißt: Ich habe das früher getan, heute nicht mehr. I used to drive to work — früher bin ich mit dem Auto gefahren, jetzt nicht mehr. Hier ist used ein Vollverb im Simple Past, und to ist der Infinitivmarker.
be used to doing etwas heißt: Ich bin daran gewöhnt, es fällt mir leicht. I'm used to driving in London — ich bin daran gewöhnt, in London zu fahren, und tue es vermutlich weiterhin. Hier ist used ein Adjektiv mit der Bedeutung „gewohnt“, und to ist eine Präposition. Deshalb folgt die -ing-Form, nicht der Infinitiv. Die vollständige Behandlung samt get used to steht in der Lektion zu be used to und get used to.
Der entscheidende Unterschied ist die Zeitrichtung. used to zeigt in die Vergangenheit und schließt die Gegenwart aus. be used to beschreibt einen aktuellen Zustand. I used to live in Spain heißt, dass ich weg bin. I'm used to living in Spain heißt, dass ich dort lebe und es mir vertraut ist.
Der zweite Unterschied ist die Form danach. Nach used to steht die Grundform, nach be used to eine -ing-Form oder ein Nomen. Dass ein to auch Präposition sein kann und dann eine -ing-Form nach sich zieht, gilt genauso bei look forward to — siehe look forward to und grundsätzlich die Lektion zu Gerundium und Infinitiv.
Der dritte Unterschied ist die Beweglichkeit. be used to lässt sich in jede Zeitform setzen: I am used to, I was used to, I will be used to. used to hat genau eine Form und bleibt in der Vergangenheit.
| Form | Bedeutung | Was folgt | Beispiel |
|---|---|---|---|
| used to do | früher, heute nicht mehr | Grundform | I used to smoke. |
| be used to doing | daran gewöhnt sein | -ing-Form oder Nomen | I'm used to getting up early. |
| get used to doing | sich daran gewöhnen | -ing-Form oder Nomen | She got used to the noise. |
| would do | frühere wiederholte Handlung | Grundform | He would sit there for hours. |
| Simple Past | einmaliges Ereignis | — | I broke my leg. |
used to oder would
Für wiederholte Handlungen in der Vergangenheit gibt es eine zweite Möglichkeit: would. Every summer we would drive to the coast. Das klingt erzählerisch und wärmer als used to und ist typisch für Erinnerungen und Geschichten.
Der Unterschied ist scharf umrissen. would funktioniert nur bei Handlungen, nicht bei Zuständen. He would go fishing every Sunday ist gut. He would have a beard ist falsch — ein Bart ist keine Handlung. Auch He would live in Manchester geht nicht. In all diesen Fällen brauchst du used to.
Ein zweiter Unterschied betrifft den Anfang. would kann einen Text nicht eröffnen, weil es einen zeitlichen Rahmen voraussetzt. Man beginnt mit When I was a child, we used to spend every summer at the coast und fährt dann mit would fort: My father would get up at five, and we would drive for hours. Genau so bauen englische Erinnerungstexte auf.
Die dritte Möglichkeit ist einfach das Simple Past mit einem Häufigkeitsausdruck: We went swimming every Sunday. Das ist immer richtig und nie falsch, verliert aber den Gegensatz zur Gegenwart. Wenn dir der Kontrast wichtig ist, nimm used to; wenn dir das Erzählerische wichtig ist, nimm would; wenn du nur berichtest, reicht das Simple Past. Für parallel laufende Vorgänge im Hintergrund bleibt das Past Progressive zuständig.
Der Vergleich zum Deutschen: ein Wort, das uns fehlt
Deutsch hat für used to keine eigene Form. Wir behelfen uns mit Adverbien: „früher“, „damals“, „immer“. „Ich habe früher geraucht.“ Die Grammatik bleibt normale Vergangenheit, die Bedeutung „heute nicht mehr“ steckt allein im Wörtchen „früher“.
Das hat zwei Folgen. Erstens lassen Deutschsprachige used to oft weg, weil ihr innerer Satz kein Gegenstück dazu enthält, und sagen I smoked before. Das ist verständlich, aber unenglisch; before allein bedeutet nicht „früher einmal“. Zweitens benutzen sie es zu breit und setzen es auch für einmalige Ereignisse ein, weil „früher“ im Deutschen keine Wiederholung verlangt.
Bei be used to kommt eine zweite Falle dazu. Deutsch sagt „Ich bin es gewohnt, früh aufzustehen“ — mit einem Infinitiv. Englisch verlangt an derselben Stelle eine -ing-Form: I'm used to getting up early. Der deutsche Infinitiv verleitet direkt zu I'm used to get up early, und dieser Satz ist falsch.
Erschwerend kommt hinzu, dass „gewohnt“ und „gewöhnt“ im Deutschen fast gleich klingen und im Alltag auch vermischt werden. Englisch trennt sauber: be used to ist der Zustand, get used to ist der Vorgang der Gewöhnung. It took me a month to get used to the new job — und danach: Now I'm used to it.
Merkhilfe für die drei Fälle: used to blickt zurück, be used to beschreibt jetzt, get used to beschreibt den Weg dahin. Wer sich diese drei Zeitrichtungen einmal nebeneinander notiert, verwechselt sie deutlich seltener.
Ein letzter Hinweis zur Aussprache, weil sie den Unterschied stützt. In used to und be used to wird das s stimmlos gesprochen: /juːst tuː/. Im normalen Verb use (benutzen) ist es stimmhaft: /juːz/. Wer I used the car sagt, spricht ein z; wer I used to drive sagt, spricht ein s. Und wer sicher sein will, dass er über abgeschlossene Vergangenheit spricht und nicht über eine Verbindung zur Gegenwart, prüft die Abgrenzung zum Present Perfect: I used to live here und I have lived here beschreiben nicht dieselbe Lage.
| Englisch | Deutsch | Zeit |
|---|---|---|
| I used to work here. | Ich habe früher hier gearbeitet. | vorbei |
| I'm used to working here. | Ich bin es gewohnt, hier zu arbeiten. | jetzt |
| I'm getting used to working here. | Ich gewöhne mich daran, hier zu arbeiten. | im Gang |
| I worked here in 2019. | Ich habe 2019 hier gearbeitet. | einmaliger Zeitraum |
| I would work late every Friday. | Freitags habe ich immer lange gearbeitet. | erzählte Gewohnheit |
Typische Fehler
Erstens das d in Frage und Verneinung. Nicht I didn't used to, sondern I didn't use to. Der Fehler ist rein orthografisch, fällt aber in jedem geschriebenen Text auf.
Zweitens der Infinitiv nach be used to. Nicht I'm used to get up early, sondern I'm used to getting up early. Wer sich nur eine Sache aus dieser Lektion merkt, sollte es diese sein.
Drittens die Gegenwartsform. Es gibt kein I use to go to the gym im Sinne von „ich gehe normalerweise“. Richtig ist I usually go to the gym. used to existiert ausschließlich als Vergangenheitsform.
Viertens der Doppelbau mit did und der falschen Ergänzung: Did you used to live here ist falsch, Did you use to live here richtig. Zusätzlich fehlt bei Anfängern manchmal das to: Nicht I used live there, sondern I used to live there.
Fünftens die Übertragung auf einmalige Ereignisse. used to braucht Wiederholung oder Dauer. Für den einen Urlaub in Rom nimmst du das Simple Past. Und wer bei der Wahl zwischen Grundform und -ing-Form nach anderen Verben unsicher bleibt, findet die Systematik bei den Verben mit Infinitiv.
Häufige Fragen
- Was bedeutet used to auf Deutsch?
- Es entspricht dem deutschen „früher“ plus Vergangenheit: I used to smoke heißt „Ich habe früher geraucht“. Immer mitgemeint ist, dass es heute nicht mehr so ist. Ein eigenes deutsches Wort dafür gibt es nicht, deshalb wird die Form von Deutschsprachigen oft weggelassen.
- Heißt es didn't use to oder didn't used to?
- didn't use to, ohne d. Sobald did im Satz steht, trägt es die Vergangenheit, und das Vollverb steht in der Grundform. Dasselbe gilt in der Frage: Did you use to live here. Gesprochen hört man den Unterschied nicht, geschrieben schon.
- Was ist der Unterschied zwischen used to und be used to?
- used to do etwas heißt, dass du es früher getan hast und heute nicht mehr. be used to doing etwas heißt, dass du daran gewöhnt bist, meist weiterhin. Nach used to folgt die Grundform, nach be used to eine -ing-Form oder ein Nomen: I used to drive gegen I'm used to driving.
- Kann ich statt used to auch would sagen?
- Nur bei wiederholten Handlungen, nicht bei Zuständen. He would go fishing every Sunday ist richtig, He would have a beard nicht. Außerdem braucht would einen bereits gesetzten Zeitrahmen und eignet sich nicht als erster Satz. In Erinnerungstexten beginnt man mit used to und fährt mit would fort.
- Gibt es used to auch für die Gegenwart?
- Nein. Es existiert ausschließlich als Vergangenheitsform. Wer sagen will, dass er heute etwas regelmäßig tut, nimmt das Simple Present mit usually, normally oder generally: I usually cycle to work. Formen wie I use to cycle sind falsch.
Passt dazu
- be used to und get used to — gewohnt sein oder sich gewöhnenWarum nach diesem to die -ing-Form steht, wie sich be used to von get used to unterscheidet und wo used to etwas ganz anderes meint.
- can — Fähigkeit, Erlaubnis und warum kein to folgtWie can gebildet wird, welche Bedeutungen es trägt und warum nach can weder ein to noch ein s stehen darf.
- Gerundium oder Infinitiv — wenn die Form den Sinn ändertstop smoking gegen stop to smoke: Bei einer kleinen Gruppe von Verben entscheidet die Form über die Bedeutung, nicht über den Stil.
- Gerundium und Infinitiv — wann -ing steht und wann toWarum ein Verb nach einem anderen Verb eine Form braucht, welche zwei zur Wahl stehen und warum nach Präpositionen immer -ing folgt.
- have got — Besitz ausdrücken, britisch gegen amerikanischWann have got statt have steht, wie du damit verneinst und fragst und warum Amerikaner es seltener benutzen als Briten.
- have something done — etwas machen lassen auf EnglischWarum Ich lasse mein Auto reparieren nicht I let my car repair heißt und wie have und get den Unterschied zwischen Auftrag und Erlebnis tragen.