Das kannst du danach
- Du ersetzt wiederholte zählbare Nomen mit one und ones statt sie wegzulassen.
- Du erkennst, nach welchen Begleitern one stehen muss und nach welchen es nicht stehen darf.
- Du unterscheidest one als Ersatzwort, one als Zahlwort und one als unpersönliches Pronomen.
- Du weißt, warum one bei unzählbaren Nomen unmöglich ist.
- Du vermeidest die Auslassung, die deine Sätze im Englischen abgehackt klingen lässt.
„Ich nehme den roten“ — und warum das im Englischen nicht reicht
Im Laden zeigt jemand auf zwei Pullover und fragt, welchen du willst. Auf Deutsch antwortest du: Ich nehme den roten. Das Nomen ist weg, und niemand vermisst es, weil die Endung am Adjektiv die Arbeit übernimmt. Den roten trägt Fall, Zahl und Geschlecht mit sich herum, und daraus baut sich das fehlende Wort im Kopf des Zuhörers von selbst wieder auf. Das Englische kann diesen Trick nicht. Adjektive haben dort keine Endungen, red bleibt red, egal ob ein Pullover, zwei Pullover oder gar nichts folgt. Also braucht die Sprache einen Platzhalter, der die Stelle des Nomens besetzt: I'll take the red one.
Genau das ist die Aufgabe von one und ones. Sie stehen für ein zählbares Nomen, das kurz vorher schon genannt wurde und das man nicht ein zweites Mal aussprechen möchte. This pen doesn't work. Have you got another one. Diese Sätze wirken im Deutschen fast überkorrekt, weil wir an dieser Stelle nichts sagen würden. Im Englischen ist die Auslassung dagegen kein Stilmittel, sondern ein hörbarer Fehler. I'll take the red klingt für Muttersprachler abgebrochen, so wie ein deutscher Satz klingt, dem am Ende ein Wort fehlt.
Der Unterschied zwischen den beiden Formen ist banal: one steht für ein Nomen im Singular, ones für eines im Plural. Which shirt do you want — the blue one. Which shirts do you want — the blue ones. Weil die Form die Zahl trägt, muss man beim Sprechen dieselbe Entscheidung treffen wie bei der Pluralbildung selbst, nur eben am Ersatzwort statt am Nomen.
Diese Lektion räumt drei Fragen ab, die in der Praxis wirklich stören. Erstens: Wann muss one stehen. Zweitens: Nach welchen Begleitern darf es gerade nicht stehen, weil der Begleiter die Arbeit schon erledigt. Und drittens: Wie one sich zu den beiden anderen Wörtern verhält, die genauso aussehen — dem Zahlwort one und dem unpersönlichen one in Sätzen wie one never knows.
| Deutsch | Englisch | Was ersetzt wird |
|---|---|---|
| Ich nehme den roten. | I'll take the red one. | shirt, Singular |
| Ich nehme die roten. | I'll take the red ones. | shirts, Plural |
| Hast du einen anderen? | Have you got another one? | pen, Singular |
| Welchen meinst du? | Which one do you mean? | beliebiges zählbares Nomen |
| Die billigen sind besser. | The cheap ones are better. | Plural als Subjekt |
Wo one stehen muss: nach Adjektiven und nach which
Der harte Fall ist das Adjektiv. Steht ein Adjektiv allein da, wo eigentlich eine Nomengruppe hingehört, braucht das Englische zwingend one oder ones dahinter. I've got two bikes, an old one and a new one. She bought the expensive ones. Ohne den Platzhalter bleibt der Satz unvollständig, denn ein englisches Adjektiv kann nicht selbst zum Nomen werden. Ausnahmen gibt es nur bei festen Gruppenbezeichnungen wie the rich, the poor, the unemployed, und die meinen immer Menschen als Gruppe, nie einen einzelnen Gegenstand.
Auch nach which ist der Platzhalter praktisch Pflicht, sobald man wirklich auswählt: Which one do you prefer. Which ones are yours. Die nackte Frage Which do you prefer gibt es zwar, sie klingt aber förmlich und schriftlich. Im Gespräch sagt man which one, und wer es weglässt, wirkt eher steif als knapp. Die nackte Frageform gehört eher in schriftliche Texte.
Nach dem unbestimmten Artikel gilt derselbe Zwang, allerdings mit einer kleinen Verschiebung. Ein bloßes a one gibt es nicht — das wäre doppelt gemoppelt, weil one hier ohnehin schon eine Einheit meint. Kommt aber ein Adjektiv dazwischen, ist der Artikel wieder da: a red one, a bigger one, an expensive one. Ohne Adjektiv steht one einfach allein: I need a pen. Have you got one. Wie sich a und an überhaupt verhalten, klärt die Lektion zu a, an und the.
Und schließlich: Nach dem bestimmten Artikel steht one nie ohne Zusatz. The one funktioniert nur, wenn etwas folgt, das die Auswahl einschränkt — ein Adjektiv, eine Präpositionalgruppe oder ein Relativsatz. The one on the left. The one I told you about. Diese Verbindung mit einem Relativsatz ist im Alltag die häufigste Form überhaupt und entspricht dem deutschen derjenige, der.
| Umgebung | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Adjektiv, Singular | Adjektiv + one | the small one |
| Adjektiv, Plural | Adjektiv + ones | the small ones |
| unbestimmter Artikel + Adjektiv | a/an + Adjektiv + one | a cheaper one |
| Auswahlfrage | which one/ones | Which ones did you buy? |
| mit Nachtrag | the one + Zusatz | the one with the stripes |
Wo one nicht stehen darf
Der erste Ausschluss ist der wichtigste: Unzählbares kann one nicht ersetzen. I prefer white wine to red — nicht to red one. Water, advice, information, luggage, furniture, music: All diese Wörter haben keinen Plural und keine Einzelstücke, also gibt es auch nichts zu zählen und nichts, wofür ein Zählplatzhalter einspringen könnte. Hier bleibt das Adjektiv einfach allein stehen. Wer sich bei einem Wort nicht sicher ist, findet die Zuordnung in der Lektion zu zählbaren und unzählbaren Nomen.
Zweiter Ausschluss: nach reinen Zahlen. Two ones ist falsch, es heißt schlicht I'll take two. Dasselbe gilt für Mengenwörter, die für sich stehen können — I need some, I haven't got any, I bought several. Sobald aber ein Adjektiv dazwischenrutscht, kehrt ones zurück: I bought some cheap ones. Das ist die Grundregel hinter allen Einzelfällen: Der Platzhalter erscheint dort, wo sonst ein Adjektiv im Leeren hinge. Wie sich some und any sonst verhalten, ist eine eigene Baustelle.
Dritter Ausschluss: nach Possessivformen im normalen Standard. Auf die Frage Whose bike is this antwortet man mine, nicht my one. Die Possessivpronomen mine, yours, hers, ours, theirs tragen den Ersatz schon in sich, und deshalb wäre ein zusätzliches one überflüssig. In der gesprochenen Sprache Nordenglands und Schottlands hört man my one durchaus, aber im geschriebenen Standard hat es nichts verloren. Den Unterschied zwischen begleitender und ersetzender Form behandelt die Lektion zu den Possessivbegleitern. Mit Adjektiv wird es dagegen wieder zulässig: my old one.
Und schließlich fällt one nach own weg. My own — nie my own one. Auch nach Superlativen ist es freiwillig: the best one und the best sind beide korrekt, wobei die Kurzform etwas gehobener klingt. Der Superlativ gehört damit zu den wenigen Umgebungen gehört, in denen das Englische den Platzhalter tatsächlich sparen darf.
this one, that one — und der Streitfall these ones
Nach den Zeigewörtern steht one im Singular ganz regulär: I like this one better than that one. Damit unterscheidet sich das Englische deutlich vom Deutschen, wo dieser und jener allein auskommen — dieser gefällt mir besser. Wer die deutsche Struktur überträgt, produziert I like this better, und das ist zwar nicht falsch, meint aber eher eine unbestimmte Sache oder Situation als einen konkreten Gegenstand aus einer Auswahl. Zum Grundsystem der Zeigewörter gibt es die Lektion zu this, that, these und those.
Im Plural wird es strittig. These ones und those ones hört man im gesprochenen britischen Englisch ständig, viele Stilratgeber lehnen es trotzdem ab, weil these und those den Plural bereits anzeigen. Der sichere Weg ist die kurze Form: I'll take these. Do you mean those. Wer in einer Prüfung schreibt, lässt ones nach these und those besser weg. Sobald ein Adjektiv dazukommt, ist die Frage ohnehin erledigt, denn dann steht ones unstrittig: these blue ones.
Ein Wort zur Aussprache und zum Rhythmus. one wird betont, wenn es die Auswahl trägt — the RED one —, und bleibt unbetont, wenn die Betonung schon anderswo liegt. Genau deshalb fällt Deutschsprachigen das Wort beim Hören oft gar nicht auf: Es ist kurz, unbetont und verschwindet im Redefluss. Wer es beim Sprechen weglässt, hat es beim Zuhören meist nie richtig wahrgenommen.
Nützlich ist auch die Doppelform the one and the other beziehungsweise gebräuchlicher one … the other. I've got two brothers. One lives in Leeds, the other works abroad. Hier steht one ohne Artikel und ohne Adjektiv, weil es eine Zweiergruppe aufteilt. Diese Verwendung grenzt an die Mengenwörter, die eine Zweiergruppe ebenfalls aufteilen können.
| Form | Bewertung | Beispiel |
|---|---|---|
| this one / that one | immer korrekt | That one is cheaper. |
| these / those | immer korrekt | I'll take these. |
| these ones / those ones | gesprochen üblich, schriftlich meiden | These ones are broken. |
| these blue ones | immer korrekt | I mean these blue ones. |
| my one | regional, nicht Standard | besser: mine |
Drei Wörter, die gleich aussehen
Neben dem Ersatzwort gibt es das Zahlwort one. Es zählt und wird betont: I've only got one ticket. Der Unterschied zum Platzhalter zeigt sich am Kontext, nicht an der Form. In I'll take the red one steht one für shirt, in I'll take one steht es für die Zahl. Deutschsprachige verwechseln das selten beim Hören, aber häufig beim Bauen eigener Sätze, weil sie das Zahlwort im Kopf haben und den Platzhalter deshalb für überflüssig halten.
Dann gibt es das unpersönliche one, das Entsprechung des deutschen man ist: One never knows. One should always check the small print. Diese Form ist im heutigen Englisch deutlich formeller als das deutsche man und klingt im Alltag steif bis altmodisch. Gesprochen nimmt man you: You never know. Wer über sich selbst spricht und dabei verallgemeinert, kommt mit you weiter. Der Unterschied zwischen förmlichem und alltäglichem Ausdruck ist Thema der Lektion zu Register.
Wichtig dabei: Das unpersönliche one bleibt im ganzen Satz erhalten, im britischen Englisch mit one's und oneself. One must do one's best. Im amerikanischen Englisch wechselt man nach dem ersten one gern zu he oder his, was in britischen Texten als nachlässig gilt. Das ist einer der wenigen Punkte, an denen die beiden Varianten nicht nur unterschiedlich klingen, sondern unterschiedliche Regeln haben.
Zuletzt eine Verwandtschaft, die selten benannt wird: Die Auslassung eines Nomens ohne Ersatz heißt Ellipse und ist im Englischen an vielen Stellen erlaubt, nur eben nicht nach einem Adjektiv. Das Englische lässt Verben aus, Hilfsverben, ganze Satzteile — aber nicht das Nomen hinter red. Wer diese eine Ausnahme kennt, hat den größten Teil des Problems gelöst, denn er weiß dann, wo die Sprache großzügig ist und wo nicht.
Fehler, die zuverlässig passieren
Der Klassiker Nummer eins ist die reine Übertragung: Ich nehme den billigen wird zu I'll take the cheap. Der Satz ist grammatisch unvollständig, und das Ohr des Gegenübers stolpert. Es hilft, sich beim Lernen die Adjektivendung des Deutschen als Signal zu merken: Überall dort, wo im deutschen Satz eine Endung wie -e, -en oder -es das Nomen ersetzt, steht im Englischen one oder ones. Das ist eine mechanische Regel, aber sie funktioniert.
Fehler Nummer zwei ist one bei Unzählbarem: I need advice — a good one. Richtig ist some good advice. Weil das Deutsche hier ebenfalls zählen kann — ein guter Rat —, wirkt der englische Satz zunächst plausibel. Genau deshalb ist die Liste der unzählbaren Nomen für Deutschsprachige mehr als eine Vokabelfrage: Sie entscheidet über Artikel, über much und many und eben auch über one.
Fehler Nummer drei ist die Häufung. Wer die Regel frisch gelernt hat, setzt one überall ein, auch nach Zahlen und nach mine. I've got two ones. This is my one. Beides ist falsch. Der Platzhalter kommt nur dorthin, wo sonst wirklich eine Lücke bliebe. Ein guter Test: Ergänze probeweise das ausgelassene Nomen. Klingt der Satz mit Nomen richtig, ohne Nomen aber schief, dann gehört one hinein.
Und ein Stilhinweis zum Schluss. Zu viele one und ones in kurzer Folge lesen sich zäh, besonders im geschriebenen Text. The blue ones are cheaper than the green ones, but the red ones are better than either. Hier lohnt sich der Rückgriff auf das echte Nomen oder ein Umbau des Satzes. Für längere Nomengruppen mit mehreren Bestimmungen gilt ohnehin, was die Lektion zu komplexen Nominalphrasen beschreibt: Klarheit geht vor Kürze.
Häufige Fragen
- Heißt es these ones oder nur these?
- Beides kommt vor, sicher ist nur these. Da these bereits Plural anzeigt, halten viele these ones für überflüssig, und in schriftlichen Texten oder Prüfungen sollte man es meiden. Im gesprochenen britischen Englisch ist es dagegen völlig üblich. Sobald ein Adjektiv dazwischensteht, ist ones ohnehin korrekt: these blue ones.
- Warum kann man nicht my one sagen?
- Weil die Possessivpronomen mine, yours, hers, ours und theirs den Ersatz schon enthalten. Auf Whose is this antwortet man mine. Die Form my one existiert regional im gesprochenen Englisch, gilt aber nicht als Standard. Mit einem Adjektiv dazwischen ist sie wieder korrekt: my old one.
- Kann one auch unzählbare Nomen ersetzen?
- Nein. one und ones stehen ausschließlich für zählbare Nomen. Bei water, advice, information oder furniture bleibt das Adjektiv allein: I prefer white wine to red. Wer hier one einsetzt, macht denselben Fehler wie bei a advice. Die Zählbarkeit entscheidet, nicht die deutsche Entsprechung.
- Was ist der Unterschied zwischen one als Ersatzwort und one als Zahl?
- Das Zahlwort zählt und ist betont: I've only got one. Das Ersatzwort steht für ein vorher genanntes Nomen und ist meist unbetont: I'll take the red one. Die Form ist identisch, der Unterschied liegt in Betonung und Umgebung. Nach einem Adjektiv oder nach which kann one nur das Ersatzwort sein.
- Sagt man two ones?
- Nein, nach Zahlen steht kein Platzhalter: I'll take two. Dasselbe gilt für some, any, several und both, wenn sie allein stehen. Erst wenn ein Adjektiv dazukommt, kehrt ones zurück: I'll take two red ones. Die Regel dahinter lautet, dass one nur einspringt, wo sonst ein Adjektiv ohne Bezugswort bliebe.
Passt dazu
- Objektpronomen — me, him, her, us und them richtig setzenWarum das Englische mit einer einzigen Objektform auskommt, wo das Deutsche zwischen Dativ und Akkusativ trennt.
- Personalpronomen — I, you, he, she, it und das englische GeschlechtWelche Personalpronomen es im Englischen gibt, warum keines wegfallen darf und weshalb die Sonne it ist und nicht she.
- Possessivbegleiter — my, your, his, her und der BesitzerWie my, your, his und her gebildet werden, warum sie sich nach dem Besitzer richten und weshalb kein Artikel daneben stehen darf.
- Reflexivpronomen — myself und die deutschen sich-VerbenWarum sich konzentrieren im Englischen concentrate heißt und wann myself, each other oder by myself stehen muss.
- this, that, these, those — Nähe, Ferne, Einzahl und MehrzahlWann this und wann that steht, wie die Pluralformen these und those gebildet werden und warum das Deutsche hier weniger unterscheidet.