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Relativsätze — who, which, that und das fehlende Komma

Wann who, which oder that steht, warum das englische Komma der Bedeutung folgt und wann das Relativpronomen ganz wegfällt.

Das kannst du danach

  • Du wählst zwischen who, which und that nach dem Bezugswort und nach der Satzart.
  • Du erkennst am Komma, ob ein Relativsatz notwendig oder nur ergänzend ist.
  • Du lässt das Relativpronomen weg, wo Englisch es weglässt.
  • Du stellst Präpositionen im Relativsatz an die richtige Stelle.
  • Du vermeidest die Kommafehler, die aus dem deutschen Regelwerk stammen.

Was ein Relativsatz überhaupt tut

Ein Relativsatz hängt sich an ein Nomen und sagt etwas darüber. The man lives next door wird zu The man who lives next door is a teacher. Statt zwei kurzer Sätze steht ein längerer, und der Zusatz sitzt direkt hinter dem Wort, um das es geht. Genau das ist die Grundregel der Stellung: Der Relativsatz klebt am Bezugswort. Schiebt man etwas dazwischen, bezieht sich der Satz plötzlich auf das Falsche.

Im Deutschen funktioniert das Prinzip identisch: der Mann, der nebenan wohnt. Nur wandert im Deutschen das Verb ans Ende, im Englischen nicht. Deshalb sieht der englische Relativsatz aus wie ein normaler Hauptsatz mit einem Pronomen davor, und die gewohnte Reihenfolge aus Subjekt, Verb und Objekt bleibt unangetastet. The book that I bought yesterday — nicht that I yesterday bought. Wer aus dem Deutschen übersetzt, schiebt das Verb reflexhaft nach hinten. Das ist der erste Fehler, den man sich abgewöhnen muss.

Der zweite Unterschied ist unauffälliger und wirkt sich dafür auf jeden Text aus: Deutsch dekliniert das Relativpronomen nach Kasus und Geschlecht, Englisch nicht. der, die, das, dem, dessen, denen — dagegen stehen im Englischen im Alltag ganze drei Wörter: who, which und that. Das ist eine echte Erleichterung, hat aber eine Kehrseite. Weil die Form nichts über die Rolle im Satz verrät, muss die Stellung es tun.

who, which oder that

Die Grundauswahl ist schnell erklärt. who steht für Personen, which für Sachen und Tiere, that für beides. Das heißt in der Praxis: In vielen Sätzen hat man die Wahl, und that ist die gesprochene Normalform. The woman who called und The woman that called sind beide richtig, das zweite klingt beiläufiger.

Für Personen gilt eine kleine Feinheit: that neben Menschen ist völlig üblich, wirkt aber in gehobenen Texten etwas unpersönlich. Wer schreibt, nimmt dort who. Für Sachen gilt das Umgekehrte: which ist in notwendigen Relativsätzen zwar erlaubt, klingt aber schwerfällig, und amerikanische Redaktionen streichen es dort systematisch zugunsten von that.

Dazu kommen zwei weitere Formen. whose zeigt Besitz an und funktioniert wie der deutsche Genitiv dessen oder deren: The man whose car was stolen called the police. Anders als der Genitiv mit s steht whose auch bei Sachen, wenn eine Umformung mit of zu umständlich wäre: a house whose windows are broken. Und whom ist die Objektform von who — grammatisch korrekt, im gesprochenen Englisch aber fast ausgestorben. Wer whom nicht sicher setzt, nimmt who oder lässt das Pronomen ganz weg. Das ist kein Notbehelf, sondern der übliche Weg.

Ein Wort, das Deutschsprachige gerne einsetzen, gehört hier nicht hin: what. What ist kein Relativpronomen im Sinne von das, was sich auf ein Bezugswort bezieht. The film what I saw ist falsch. Richtig sind The film that I saw oder The film I saw. What steht nur ohne Bezugswort, etwa in I don't know what you mean — und dort ist es näher an einer indirekten Frage als an einem Relativsatz.

PronomenBezugRolleBeispiel
whoPersonenSubjekt, oft auch Objektthe girl who won the race
whomPersonennur Objekt, formellthe girl whom we met
whichSachen, TiereSubjekt und Objektthe car which broke down
thatPersonen und Sachennur im notwendigen Satzthe car that broke down
whosePersonen und SachenBesitzthe man whose dog barks
— (nichts)Personen und Sachennur im Objektfallthe car I bought

Das Komma folgt der Bedeutung, nicht der Grammatik

Hier liegt der Kern dieser Lektion, und hier täuscht die Muttersprache am stärksten. Im Deutschen bekommt jeder Relativsatz ein Komma, ausnahmslos. Das ist eine reine Formregel: Nebensatz, also Komma. Im Englischen entscheidet dagegen die Bedeutung, und das Komma verändert den Sinn des Satzes.

Ohne Komma ist der Relativsatz notwendig. Er grenzt ein und sagt, welches Exemplar gemeint ist: The students who failed the test have to repeat it. Gemeint sind nur die durchgefallenen, die anderen sind nicht betroffen. Mit Komma ist der Relativsatz nur eine Zusatzinformation, die man streichen könnte: The students, who failed the test, have to repeat it. Jetzt sind alle durchgefallen und alle müssen wiederholen. Dasselbe Wortmaterial, zwei völlig verschiedene Aussagen — und der einzige Unterschied sind zwei Kommas.

Zwei Faustregeln machen die Entscheidung praktisch. Erstens: Wenn man den Relativsatz streichen kann und der Hauptsatz noch beantwortet, welches Ding gemeint ist, gehört ein Komma hin. Zweitens: Sprich den Satz laut. Der notwendige Relativsatz läuft ohne Pause durch, der ergänzende hat vorn und hinten eine kleine Sprechpause — genau dort steht das Komma. Vertiefen lässt sich das in den eigenen Lektionen zu notwendigen und nicht notwendigen Relativsätzen; die allgemeinen Unterschiede beim Zeichensetzen stehen in der Lektion zur englischen Kommasetzung.

Aus dieser Bedeutungsregel folgen zwei harte Nebenregeln. Nach einem Komma ist that verboten: My car, that is ten years old ist falsch, richtig ist My car, which is ten years old. Und nach einem Komma darf das Pronomen niemals wegfallen. Der ergänzende Relativsatz braucht also immer who, which oder whose. Bei Eigennamen ist die Sache damit ebenfalls entschieden: My brother Tom, who lives in Leeds bekommt ein Komma, weil ein Name bereits eindeutig ist und der Zusatz nichts mehr eingrenzen kann.

Merkmalnotwendig (kein Komma)ergänzend (mit Komma)
Funktiongrenzt ein, welches Ding gemeint istfügt eine Nebeninformation hinzu
Pronomenwho, which, thatwho, which, whose — nie that
Weglassen möglich?ja, im Objektfallnie
StreichprobeSatz verliert die BedeutungSatz bleibt sinnvoll
BeispielPeople who smoke die younger.My father, who smokes, is fine.

Wenn das Relativpronomen einfach verschwindet

Englisch lässt das Relativpronomen weg, sobald es im Relativsatz das Objekt ist und kein Komma davorsteht. The book that I read last week wird zu The book I read last week. Beides ist korrekt, die kurze Fassung ist in Gespräch und Alltagstext die übliche. Für deutsche Ohren klingt das zunächst wie ein abgehackter Satz, weil im Deutschen das Buch ich letzte Woche gelesen habe schlicht unmöglich ist.

Die Probe ist einfach: Steht direkt hinter dem Pronomen ein neues Subjekt, ist das Pronomen Objekt und darf weg. The man I met — hinter dem Bezugswort kommt sofort I, also Objekt, also weglassbar. Steht dagegen ein Verb, ist das Pronomen Subjekt und muss bleiben. The man who met me kann nicht zu The man met me verkürzt werden, denn das ist ein ganz anderer Satz.

Diese kurze Form ist auch der Grund, warum englische Sätze oft zwei Verben unvermittelt nebeneinanderstellen. The email I sent yesterday didn't arrive enthält sent und didn't arrive und wirkt beim ersten Lesen wie zwei Fehler. Es ist nur ein weggelassenes that. Wer beim Lesen an dieser Stelle hängen bleibt, setzt es probeweise ein.

Verwandt damit ist die Kurzform mit Partizip, bei der noch mehr wegfällt: The people who are waiting outside wird zu The people waiting outside, und The letter which was sent last week wird zu The letter sent last week. Wie das systematisch geht, steht in der Lektion zu den verkürzten Relativsätzen und in den Partizipialsätzen.

Präpositionen im Relativsatz

Gehört zum Verb eine Präposition, hat Englisch zwei Möglichkeiten, und beide sind richtig. Die formelle Variante zieht die Präposition nach vorn: the woman to whom I spoke. Die normale, gesprochene Variante lässt sie hinten stehen, wo sie beim Verb hingehört: the woman I spoke to. Diese zweite Fassung wirkt auf Deutschsprachige falsch, weil ein Satz nicht auf einer Präposition enden dürfe. Im Englischen darf er das, und meistens tut er es auch.

Wichtig ist nur, dass die Präposition nicht zweimal auftaucht. the house in which we lived in ist falsch, entweder vorn oder hinten. Vorn geht außerdem nur mit which und whom, niemals mit that: in which we lived ist korrekt, in that we lived nicht.

Welche Präposition überhaupt gilt, hängt am Verb und nicht an der Logik. Deutsch wartet man auf jemanden, englisch heißt es wait for, also the bus I was waiting for. Deutsch hört man jemandem zu, englisch listen to, also the song I was listening to. Wer diese festen Verbindungen nicht mitlernt, baut sie im Relativsatz falsch zusammen. Eine Übersicht bietet die Lektion zu den Präpositionen nach Verben.

Typische Fehler von Deutschsprachigen

Der häufigste Fehler ist das Streukomma. Wer jeden Relativsatz mit Komma abtrennt, wie es die deutsche Regel verlangt, macht aus jedem eingrenzenden Satz eine Randbemerkung. In Prüfungstexten fällt das sofort auf, weil der Sinn kippt: The people, who live here, are friendly behauptet, dass alle Menschen hier freundlich sind, und nicht nur die hier lebenden.

Der zweite Fehler ist das doppelte Subjekt: The man who he lives next door. Das Relativpronomen ist bereits das Subjekt, ein zusätzliches Personalpronomen hat darin nichts zu suchen. Dasselbe passiert am Ende: the film that I saw it. Auch hier ist die Rolle schon vergeben, das Objektpronomen ist zu viel.

Der dritte Fehler ist die Verwechslung von who und which bei Firmen, Mannschaften und Gruppen. The company which pays my salary ist richtig, obwohl dort Menschen arbeiten. Englisch behandelt solche Wörter als Sache, außer man meint ausdrücklich die Mitglieder — dann steht im britischen Englisch auch der Plural: the team who were arguing.

Der vierte Fehler ist der Abstand zum Bezugswort. She gave the book to her sister that was written in French lässt offen, ob die Schwester oder das Buch auf Französisch verfasst wurde. Englisch kann das nicht über die Form klären, weil that keine Endung hat. Also hilft nur Umstellen: She gave her sister the book that was written in French. Wer weiter üben will, findet die anspruchsvollen Fälle in der Lektion zu den fortgeschrittenen Relativsätzen.

Häufige Fragen

Wann steht that und wann which?
that steht nur im notwendigen Relativsatz, also ohne Komma. which steht dort ebenfalls, ist aber schwerfälliger und wird vor allem im amerikanischen Englisch vermieden. Nach einem Komma ist nur which möglich, that ist dort ausgeschlossen. Die Faustregel lautet: kein Komma, dann meistens that; Komma, dann immer which.
Warum steht bei englischen Relativsätzen oft kein Komma?
Weil das englische Komma die Bedeutung anzeigt und nicht die Satzart. Grenzt der Relativsatz ein, welches Ding gemeint ist, steht kein Komma. Ist er nur eine Zusatzinformation, die man streichen könnte, steht eines. Im Deutschen gibt es diese Wahl nicht, dort bekommt jeder Relativsatz ein Komma — deshalb wirkt der englische Satz zunächst unvollständig.
Darf ich das Relativpronomen wirklich weglassen?
Ja, wenn es im Relativsatz das Objekt ist und kein Komma davorsteht. The film I watched ist genauso korrekt wie The film that I watched und klingt natürlicher. Ist das Pronomen dagegen Subjekt, muss es bleiben: The film that won the prize lässt sich nicht kürzen. Die Probe: Folgt ein Subjekt, darf es weg; folgt ein Verb, muss es stehen.
Ist whom noch üblich?
Im Gespräch kaum. Man hört fast immer who oder gar kein Pronomen: the person I called. In formellen Texten und nach einer vorangestellten Präposition ist whom weiterhin Standard: the colleague to whom I sent the report. Wer unsicher ist, kann whom gefahrlos meiden, ohne einen Fehler zu machen.
Heißt es the man who lives here oder the man which lives here?
who oder that, nie which. which ist Sachen und Tieren vorbehalten. Umgekehrt gilt bei Firmen und Institutionen die Sachform: the company which sponsors us. Nur wenn ausdrücklich die einzelnen Menschen gemeint sind, ist im britischen Englisch auch who möglich.

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