Das kannst du danach
- Du entscheidest zwischen a und an nach dem Anfangslaut, nicht nach dem Buchstaben.
- Du unterscheidest den unbestimmten vom bestimmten Artikel und begründest deine Wahl.
- Du erkennst die Fälle, in denen im Englischen kein Artikel steht.
- Du vermeidest die Artikelfehler, die aus dem Deutschen herrühren.
Drei Möglichkeiten, nicht zwei
Vor einem englischen Nomen steht entweder der unbestimmte Artikel a beziehungsweise an, oder der bestimmte Artikel the, oder gar nichts. Diese dritte Möglichkeit wird beim Lernen gern übersehen, dabei ist sie häufiger als die anderen beiden zusammen. Music is important. I like dogs. She's at work. Kein Artikel weit und breit, und alle drei Sätze sind vollkommen normal.
Die gute Nachricht zuerst: Das Englische hat nur einen bestimmten Artikel. Kein der, die, das, kein dem, den, des. the ist immer the, egal ob das Nomen männlich, weiblich, sächlich, im Singular oder im Plural steht. Damit fällt der gesamte deutsche Artikelapparat weg, und mit ihm die Notwendigkeit, jedes Nomen mit seinem Geschlecht zu lernen.
Die schlechte Nachricht: Die Wahl zwischen a, the und keinem Artikel folgt anderen Regeln als im Deutschen, und die Abweichungen fallen ausgerechnet dort auf, wo man sie nicht erwartet. Deutschsprachige setzen zu viele the und zu wenige a.
a oder an — der Laut entscheidet
Die Regel lautet nicht Vokal oder Konsonant, sondern Vokallaut oder Konsonantenlaut. Vor einem gesprochenen Vokal steht an, vor einem gesprochenen Konsonanten a. Was auf dem Papier steht, ist zweitrangig. Deshalb heißt es a university, obwohl das Wort mit u beginnt: Gesprochen fängt es mit /j/ an, wie in you. Und deshalb heißt es an hour, obwohl das Wort mit h beginnt: Das h ist stumm, gesprochen beginnt das Wort mit /aʊ/.
Dieselbe Logik greift bei Abkürzungen, die man Buchstabe für Buchstabe spricht. an MP, an FBI agent, an hour, an honest answer — hier steht überall ein Vokallaut am Anfang, obwohl der Buchstabe ein Konsonant ist. Umgekehrt: a euro, a European country, a one-way street, a user, a uniform. Alle beginnen gesprochen mit /j/ oder /w/.
Der Grund für die ganze Unterscheidung ist Bequemlichkeit. Zwei Vokale hintereinander sind mühsam auszusprechen, das n dazwischen glättet. Wer sich die Regel über den Klang merkt und nicht über die Schrift, macht sie nie wieder falsch. Sprich das Nomen leise vor und hör hin, womit es beginnt.
| Schreibung beginnt mit | Aussprache beginnt mit | Artikel | Beispiel |
|---|---|---|---|
| Konsonant | Konsonantenlaut | a | a book, a car |
| Vokal | Vokallaut | an | an apple, an idea |
| Vokal (u, eu) | /j/ | a | a university, a euro |
| Konsonant (stummes h) | Vokallaut | an | an hour, an honour |
| Konsonant (Abkürzung) | Vokallaut | an | an MP, an SMS |
| Vokal (o) | /w/ | a | a one-way street |
Wann der unbestimmte Artikel steht
a und an bedeuten so viel wie irgendein, ein beliebiges Exemplar. Sie stehen, wenn du etwas zum ersten Mal erwähnst oder wenn es dir egal ist, welches Exemplar gemeint ist: I need a pen. There's a cat in the garden. Nach der ersten Erwähnung wechselt der Artikel: I saw a dog. The dog was huge.
a und an stehen nur vor zählbaren Nomen im Singular. Vor einem Plural und vor unzählbaren Nomen ist der unbestimmte Artikel unmöglich — dort steht entweder nichts oder eine Mengenangabe wie some. An information und a advice gibt es nicht, weil diese Nomen im Englischen unzählbar sind; die vollständige Liste solcher Fälle steht bei zählbar und unzählbar.
Eine Verwendung überrascht Deutschsprachige regelmäßig: Vor Berufen, Nationalitäten und Rollen steht im Englischen ein Artikel, im Deutschen nicht. She's a doctor. He's a student. My sister's an engineer. Wer Er ist Lehrer wörtlich überträgt, sagt He is teacher — und das klingt im Englischen wie ein abgebrochener Satz. Die Verbindung mit to be verlangt hier den Artikel.
Schließlich steht a in Mengen- und Preisangaben, wo das Deutsche pro sagt: twice a week, sixty miles an hour, five pounds a kilo. Auch half an hour und once a month gehören dazu. Das a ist hier kein Artikel im engeren Sinn, sondern eine Verteilungsangabe.
Wann der bestimmte Artikel steht
the steht, wenn beide Gesprächspartner wissen, welches Exemplar gemeint ist. Das kann daran liegen, dass es vorher genannt wurde (the dog I mentioned), dass es aus der Situation klar ist (Can you close the window?) oder dass es die Sache nur einmal gibt (the sun, the moon, the internet, the government).
the steht außerdem vor Superlativen (the best film of the year), vor Ordnungszahlen (the first time, the third floor) und in vielen festen Verbindungen wie in the morning, at the moment, on the left. Die Zahlwörter dazu findest du bei Zahlen und Datum.
Bei geografischen Namen ist das Bild gemischt und muss teilweise gelernt werden. Flüsse, Meere, Gebirgsketten und Ländernamen im Plural bekommen the: the Thames, the Atlantic, the Alps, the Netherlands, the United States. Einzelne Berge, Seen, Städte, Kontinente und die meisten Länder bekommen keinen: Mount Everest, Lake Constance, Vienna, Europe, Germany. Die feineren Regeln behandelt die Lektion zum fortgeschrittenen Artikelgebrauch.
Die Aussprache von the ändert sich nach demselben Prinzip wie bei a und an. Vor Konsonantenlaut klingt es /ðə/, vor Vokallaut /ði/: the book /ðə/, aber the apple /ði/. Das ist kein Muss für die Verständigung, macht aber im Klang einen deutlichen Unterschied.
Wann gar kein Artikel steht
Der Nullartikel ist die eigentliche Hürde, weil das Deutsche an vielen dieser Stellen sehr wohl einen Artikel setzt. Erstens: Wenn du etwas allgemein meinst, steht im Englischen kein Artikel. Life is short. Music helps. Dogs are loyal. Children learn fast. Das Deutsche sagt hier das Leben, die Musik, die Hunde — im Englischen wäre the falsch, weil du dann eine bestimmte Auswahl meinst. The dogs are loyal heißt: diese bestimmten Hunde dort.
Zweitens: kein Artikel vor Mahlzeiten (after breakfast, before lunch), Sprachen (I speak Spanish), Schulfächern (She studies history), Sportarten (He plays football), Farben (I like blue) und den meisten abstrakten Begriffen (Freedom matters).
Drittens: kein Artikel in einer Reihe fester Verbindungen mit Institutionen, wenn es um den Zweck geht und nicht um das Gebäude. go to school, go to bed, go to work, go to church, be in hospital, be at university. Sobald das Gebäude gemeint ist, kommt the zurück: I drove to the school to pick her up. Hier lohnt der Blick auf die Präpositionen des Ortes, weil Artikel und Präposition zusammen eine Einheit bilden.
Viertens: kein Artikel vor Zeitangaben mit next und last (next week, last year), vor den meisten Eigennamen und nach einem Possessivbegleiter oder einem Genitiv. My the car gibt es nicht, ebenso wenig the John's car. Dass der Genitiv den Artikel ersetzt, ist eine Regel, die man einmal verstehen und dann nie wieder anfassen muss.
| Deutsch | Falsch | Richtig |
|---|---|---|
| Das Leben ist kurz. | The life is short. | Life is short. |
| Er ist Lehrer. | He is teacher. | He is a teacher. |
| Ich spiele Klavier. | I play piano. | I play the piano. |
| Ich gehe zur Schule. | I go to the school. | I go to school. |
| Nächste Woche. | The next week. | Next week. |
| Im Fernsehen. | In the television. | On TV. |
| Ich mag Katzen. | I like the cats. | I like cats. |
Der Vergleich zum Deutschen
Die auffälligste Erleichterung ist das fehlende Geschlecht. Ein englisches Nomen hat keins, folglich braucht der Artikel keine Endung und keinen Fall. Was im Deutschen der Tisch, den Tisch, dem Tisch und des Tisches heißt, ist im Englischen viermal the table. Wer aus dem Deutschen kommt, spart hier den größten Einzelposten der Grammatik.
Die auffälligste Falle ist das überflüssige the beim allgemeinen Sprechen. Weil das Deutsche die Musik, das Geld und die Menschen sagt, entstehen Sätze wie The money isn't everything oder The people are strange, die auf Englisch etwas anderes bedeuten als gemeint: nämlich dieses bestimmte Geld und diese bestimmten Leute. Wenn du allgemein sprichst, lass the weg.
Ein Sonderfall dreht die Sache um: Musikinstrumente bekommen im Englischen the, obwohl das Deutsche keinen Artikel setzt. She plays the violin. He plays the drums. Bei Sportarten dagegen steht nichts: She plays tennis. Das ist keine Logik, sondern Konvention, und man lernt es als Paar.
Und schließlich: Der unbestimmte Artikel ist im Englischen weniger verzichtbar als im Deutschen. Nach as, nach such und nach what steht er zwingend: as a child, such a mess, what a day. Auch hier hilft es, die ganze Wendung als Block zu lernen statt als Regel. Wenn du zwischen einem allgemeinen und einem bestimmten Bezug schwankst, hilft oft der Griff zu this, that, these und those, die eindeutiger zeigen als jeder Artikel.
Artikel und Adjektiv
Steht ein Adjektiv vor dem Nomen, rückt es zwischen Artikel und Nomen: a good idea, the old house, an interesting book. Das Adjektiv verändert sich dabei nicht, denn englische Adjektive werden nie dekliniert. Was im Deutschen ein guter Freund, einen guten Freund und guten Freunden heißt, ist im Englischen dreimal good friend.
Wichtig ist dabei, dass sich a und an nach dem ersten gesprochenen Laut des gesamten Ausdrucks richten, nicht nach dem Nomen. Es heißt an old car, obwohl car mit Konsonant beginnt, weil old direkt hinter dem Artikel steht. Und a useful tool, obwohl tool mit Konsonant beginnt und useful mit u — entscheidend ist der /j/-Laut von useful.
Bei Mengenangaben verschiebt sich das Bild noch einmal. Vor much und many steht kein Artikel, ebenso wenig vor a lot of in der Form the lot of. Wer sich unsicher ist, prüft zuerst, ob das Nomen überhaupt zählbar ist, und entscheidet erst danach über den Artikel. Diese Reihenfolge erspart einen Großteil der Fehler.
Häufige Fragen
- Heißt es a university oder an university?
- a university. Der Artikel richtet sich nach dem gesprochenen Anfangslaut, und university beginnt gesprochen mit /j/ wie in you, also mit einem Konsonantenlaut. Dieselbe Regel gilt für a euro, a European und a user. Der Buchstabe u am Wortanfang ist irreführend.
- Warum heißt es an hour?
- Weil das h in hour stumm ist. Gesprochen beginnt das Wort mit einem Vokallaut, deshalb steht an. Dasselbe gilt für an honest man und an honour. Bei Wörtern mit gesprochenem h, etwa house oder hotel, steht dagegen a.
- Wann benutzt man the und wann gar keinen Artikel?
- the steht, wenn klar ist, welches Exemplar gemeint ist. Kein Artikel steht, wenn du allgemein sprichst: I like music, nicht I like the music. Dieselbe Unterscheidung trifft das Deutsche nicht, weil es auch bei allgemeinen Aussagen einen Artikel setzt. Das ist die häufigste Artikelfalle für Deutschsprachige.
- Warum heißt es he is a teacher und nicht he is teacher?
- Weil das Englische vor Berufen, Rollen und Nationalitäten den unbestimmten Artikel verlangt, wenn ein zählbares Nomen im Singular steht. She's a nurse, he's an architect, I'm a student. Das Deutsche lässt den Artikel dort weg, und genau diese Lücke wird beim Übersetzen mitgenommen.
- Heißt es I play piano oder I play the piano?
- Bei Musikinstrumenten steht im Englischen the: I play the piano, she plays the guitar. Bei Sportarten steht dagegen kein Artikel: I play tennis, he plays football. Im lockeren amerikanischen Sprachgebrauch hört man auch play piano, im britischen Standard bleibt es beim the.
Passt dazu
- all, every, each — Einzahl oder Mehrzahl danachWarum every student is heißt, all students are, und weshalb ausgerechnet all der Punkt ist, an dem Deutschsprachige stolpern.
- both, either, neither — zwei Dinge, drei AusdrückeWie Englisch über genau zwei Dinge spricht: beide, eins von beiden, keins von beiden — mit Singular, Plural und der Falle der doppelten Verneinung.
- Determinatoren — Reihenfolge und Kombination vor dem NomenWelche Begleiter vor einem englischen Nomen zusammenpassen, in welcher Reihenfolge sie stehen und warum the both nicht existiert.
- Englisch: zählbare und unzählbare Nomen — advice, news, moneyWarum information, advice und news im Englischen keinen Plural haben und wie man sie trotzdem abzählt.
- Genitiv-s — wann 's steht und wann of, mit allen AusnahmenDie Regel hinter Peter's car und the roof of the house — samt Apostroph im Plural und den Ausnahmen bei Zeit, Ländern und Firmen.
- Mengenangaben — a few gegen few, a little gegen littleWarum ein einziger Artikel die Aussage umdreht und wie a few, few, a little und little im Englischen wirklich klingen.