Das kannst du danach
- Du setzt so vor Adjektive und Adverbien und such vor Nomengruppen.
- Du stellst den unbestimmten Artikel in such a quiet day an die richtige Stelle.
- Du bildest Folgesätze mit so … that und such … that.
- Du unterscheidest so much, so many, such a lot of und so few sicher.
- Du erkennst, an welcher Stelle dich das deutsche so systematisch in die Irre führt.
Ein deutsches Wort, zwei englische
Im Deutschen kommt man mit einem einzigen Wort durch. So still war es lange nicht. So ein stiller Tag. Es war so still, dass ich die Uhr gehört habe. Dreimal dasselbe so, und niemand muss dabei nachdenken. Das Englische verteilt diese Arbeit auf zwei Wörter, und die Grenze verläuft nicht dort, wo das deutsche Sprachgefühl sie vermuten würde: It was so quiet. It was such a quiet day. Wer die Regel nicht kennt, sagt zuverlässig so a quiet day — und das ist im Englischen schlicht unmöglich.
Die Grenze ist keine Bedeutungsfrage, sondern eine Frage der Wortart dahinter. so steht vor einem Adjektiv oder einem Adverb, also vor einem einzelnen Eigenschaftswort. such steht vor einer Nomengruppe, also vor einem Nomen mit allem, was dazugehört: Artikel, Adjektive, manchmal beides. Sobald ein Nomen im Spiel ist, kippt der Satz von so auf such. Das ist die ganze Regel, und sie hat keine Ausnahme, die man auf B1 kennen müsste.
Der Test dauert eine Sekunde. Frag dich, was unmittelbar nach dem Wort kommt. Steht dort ein Nomen — day, people, weather, idea —, nimmst du such. Steht dort ein reines Eigenschaftswort ohne Nomen dahinter, nimmst du so. He drives so fast. He is such a fast driver. Beide Sätze sagen dasselbe über denselben Menschen, aber im ersten endet die Kette beim Adverb, im zweiten steht am Ende ein Nomen.
Warum das Deutsche hier täuscht, ist schnell erklärt: Unser so ist wortartblind. Es klebt vor Adjektiven, vor Adverbien und in der Verbindung so ein auch vor Nomen. Weil die Muttersprache diese Unterscheidung nie verlangt, wird sie beim Englischsprechen auch nicht mitgedacht. Der Fehler entsteht nicht aus Unwissen über die Regel, sondern daraus, dass die Frage im Kopf gar nicht erst auftaucht.
| Was folgt | Wort | Beispiel | Deutsch |
|---|---|---|---|
| Adjektiv allein | so | The film was so long. | Der Film war so lang. |
| Adverb | so | She spoke so quietly. | Sie sprach so leise. |
| Artikel + Nomen | such | It was such a mess. | Es war so ein Chaos. |
| Artikel + Adjektiv + Nomen | such | It was such a long film. | Es war so ein langer Film. |
| Nomen im Plural | such | They were such nice people. | Das waren so nette Leute. |
so vor Adjektiv und Adverb
so verstärkt. Es sagt nicht nur, dass etwas lang, teuer oder leise ist, sondern dass es in einem Maß so ist, das über das Erwartete hinausgeht. This is so expensive heißt nicht neutral teuer, sondern teurer als gedacht. Genau darin unterscheidet sich so von very: very ist eine reine Verstärkung, so trägt immer einen Rest Bewertung mit, oft ein Erstaunen oder eine Klage. I'm so tired klingt persönlicher als I'm very tired.
Nach so steht das Adjektiv nackt, ohne Artikel und ohne Nomen. The room was so cold. The instructions were so unclear. Sobald du hinter dem Adjektiv ein Nomen ergänzen willst, funktioniert der Satz nicht mehr, und du musst auf such umbauen. Das ist der häufigste Umbaupunkt beim Sprechen: Man beginnt mit so, merkt mitten im Satz, dass ein Nomen kommt, und müsste zurückspringen. Wer die beiden Muster einzeln geübt hat, entscheidet sich schon beim ersten Wort richtig.
Vor Adverbien gilt dasselbe. He answered so politely. It happened so quickly. Hier taucht ein zweiter Klassiker auf: Deutschsprachige setzen an dieser Stelle gern das Adjektiv statt des Adverbs, weil unsere Sprache beide Formen gleich schreibt. Wie die Adverbbildung im Einzelnen läuft und wo die Ausnahmen wie fast, hard und late liegen, steht in der Lektion zur Bildung der Adverbien. Für so gilt nur: Was zum Verb gehört, steht in der Adverbform.
Auch die Steigerungsformen vertragen sich mit so nicht. So better oder so more expensive gibt es nicht. Wenn du vergleichen willst, brauchst du den Komparativ mit einer eigenen Konstruktion: much better, far more expensive, nowhere near as cheap. so und Steigerung schließen sich aus, weil so schon selbst ein Maß angibt.
such vor der Nomengruppe — und wohin der Artikel geht
such steht vor der kompletten Nomengruppe. Das heißt: erst such, dann der Artikel, dann die Adjektive, dann das Nomen. It was such a quiet day. She has such an interesting job. That was such a stupid idea. Diese Reihenfolge ist der eine Punkt, an dem sich die Lektion entscheidet, denn sie kehrt die deutsche Erwartung nicht um, sondern verschiebt sie um genau eine Stelle. Im Deutschen sagen wir so ein stiller Tag — der Artikel steht hinter so. Im Englischen genauso: such a quiet day. Der Aufbau ist also parallel, nur heißt das Wort eben such und nicht so.
Der Fehler entsteht trotzdem, weil viele die Regel als so wird zu such abspeichern und dann mechanisch ersetzen, ohne den Artikel zu bemerken. Aus so ein stiller Tag wird dann such quiet day ohne a. Der unbestimmte Artikel darf aber nicht wegfallen, wenn ein zählbares Nomen im Singular folgt. Wie a und an im Englischen überhaupt funktionieren und wann sie zwingend sind, klärt die Lektion zu a, an und the.
Im Plural und bei unzählbaren Nomen fällt der Artikel dagegen weg, weil er dort ohnehin nie steht. They are such good friends. We had such bad luck. He talks such nonsense. Ob ein Nomen zählbar ist oder nicht, entscheidet also indirekt über den Artikel nach such — und das ist derselbe Mechanismus wie beim Nullartikel generell. Bei unzählbaren Nomen wie luck, weather, information oder advice steht nach such nie ein a.
such kann auch ganz ohne Adjektiv stehen. He is such an idiot. It was such a day. In dieser Form ist es rein verstärkend und lebt vom Tonfall: Das Nomen selbst trägt die Bewertung. Solche Sätze sind gesprochene Sprache, in einem formellen Text würde man sie umbauen. Und noch eine Kleinigkeit: such kann zusätzlich einfach solch bedeuten, ganz ohne Verstärkung, etwa in such cases oder in such a way — dort ist es sachlich und in Schriftsprache völlig üblich.
| Nomen | Muster | Beispiel |
|---|---|---|
| zählbar, Singular | such + a/an + (Adjektiv) + Nomen | such an old car |
| zählbar, Plural | such + (Adjektiv) + Nomen | such old cars |
| unzählbar | such + (Adjektiv) + Nomen | such bad weather |
| kein Nomen | so + Adjektiv/Adverb | so old, so slowly |
so much, so many, such a lot of
Bei Mengen wird es kurz unübersichtlich, weil much und many selbst schon halbe Nomenbegleiter sind. Die Faustregel bleibt aber dieselbe: much und many sind keine Nomen, deshalb steht so davor. So much time. So many people. So little money. So few options. Der Blick auf das Wort direkt hinter so genügt weiterhin, denn much ist kein Nomen, sondern eine Mengenangabe.
Welche Mengenangabe wohin gehört, hängt an der Zählbarkeit: many und few zu Zählbarem, much und little zu Unzählbarem. Wenn dir diese Zuordnung noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen ist, lohnt der Umweg über die Lektion zu much und many. Fehler wie so much people fallen Muttersprachlern sofort auf, weil sie an einer Stelle sitzen, an der Englisch sehr streng ist.
Die Wendung a lot of ist dagegen eine Nomengruppe — lot ist ein Nomen mit Artikel. Deshalb heißt es such a lot of work und nicht so a lot of work. Dasselbe gilt für Ausdrücke wie such a large number of complaints. Wer diesen Fall einmal durchschaut hat, hat die Regel wirklich verstanden und nicht nur auswendig gelernt: Es geht nie um die Bedeutung, immer um die Wortart des nächsten Wortes.
Ein Sonderfall zum Merken ist such a long time. Time ist hier zählbar gemeint, deshalb steht a. Daneben existiert so long, ohne Artikel und ohne Nomen: I waited so long. Beide Sätze sind korrekt, sie bauen den Gedanken nur anders. Solche Paare sind gutes Übungsmaterial, weil sie die Regel an einem einzigen Wortpaar sichtbar machen.
so … that und such … that: die Folge
Beide Wörter bilden Folgesätze, also Sätze nach dem Muster so sehr, dass. It was so cold that the pipes froze. It was such a cold night that the pipes froze. Der Nebensatz hängt jeweils mit that an, und die Wahl zwischen so und such richtet sich weiterhin nur danach, was im Hauptteil steht: Adjektiv allein oder Nomengruppe. Diese Konstruktion ist die Standardform der Konsekutivsätze im Englischen.
Das that kann in gesprochener Sprache wegfallen: It was so cold the pipes froze. Das ist völlig üblich und kein Fehler. Im Deutschen ist das undenkbar, unser dass muss stehen. Umgekehrt gilt: Wer im Englischen das that setzt, macht nie etwas falsch, es klingt nur etwas schriftlicher. Für den Anfang ist es die sicherere Wahl.
Zu unterscheiden ist diese Konstruktion von so mit der Bedeutung also. It was cold, so we went home heißt nicht so kalt, sondern deshalb. Dieses so leitet eine Folge als eigenen Hauptsatz ein und braucht kein Adjektiv. Der Unterschied liegt in der Satzstellung, und wenn dir dort etwas fehlt, hilft die Lektion zur englischen Satzstellung weiter.
In sehr formellen Texten begegnet dir gelegentlich noch die alte Form so cold a night statt such a cold night. Sie ist grammatisch korrekt, klingt heute aber literarisch bis altmodisch und gehört eher in die Nähe der altertümlichen Formen. Du musst sie erkennen können, aber nicht benutzen. In der Sprache, die du selbst produzierst, ist such a cold night die einzige normale Wahl.
Typische Fehler und die Abgrenzung zu very
Der mit Abstand häufigste Fehler ist so a. Er hat eine klare Ursache und lässt sich deshalb gezielt abtrainieren: Immer wenn dein nächstes Wort ein Artikel ist, kann das Wort davor kein so sein. Wer sich diese eine Kopplung merkt, hat neunzig Prozent des Themas erledigt. Zweithäufigster Fehler ist das fehlende a nach such, also such nice day. Auch das ist eine Artikelfrage und keine Frage von so gegen such.
Ein dritter Stolperstein ist die Übertragung von such auf Vergleiche. such as heißt wie zum Beispiel und ist eine völlig andere Konstruktion: Fruit such as apples and pears. Damit vergleicht man nicht die Intensität, sondern nennt Beispiele. Wer such as und such a durcheinanderbringt, produziert Sätze, die zwar aus richtigen Wörtern bestehen, aber niemand versteht.
Bleibt die Frage, wann man so überhaupt nimmt und wann very. In neutralen Aussagen ist very die unauffälligere Wahl: The report is very detailed. so trägt Emotion und wird deshalb in geschriebenen Sachtexten sparsam eingesetzt. In gesprochener Sprache ist es umgekehrt sehr häufig, gerade in Ausrufen ohne that-Satz: That's so unfair. This is so typical. Solche Sätze enden mit dem Adjektiv und brauchen keine Fortsetzung.
Zuletzt eine Abgrenzung, die oft in derselben Prüfungsaufgabe auftaucht: so und such geben ein hohes Maß an, enough und too geben ein passendes oder zu hohes Maß an. It's so hot beschreibt, It's too hot bewertet gegen einen Zweck. Beide Bereiche werden gern im selben Test abgefragt, weil sie im Deutschen mit ähnlichen Wörtern arbeiten und die Verwechslung deshalb naheliegt.
Häufige Fragen
- Warum kann man nicht so a nice day sagen?
- Weil so nur vor einem Adjektiv oder Adverb stehen darf, nie vor einem Artikel. Sobald ein Nomen mit Artikel folgt, braucht der Satz such: such a nice day. Die Reihenfolge ist dabei dieselbe wie im deutschen so ein schöner Tag, nur heißt das erste Wort eben such.
- Heißt es so much people oder so many people?
- so many people. people ist zählbar und im Plural, deshalb steht many. much gehört zu unzählbaren Nomen wie time, money oder work: so much time. Vor beiden steht so und nicht such, weil much und many keine Nomen sind.
- Was ist der Unterschied zwischen so und very?
- very verstärkt neutral, so verstärkt mit Bewertung. The film was very long ist eine sachliche Angabe, The film was so long enthält Erstaunen oder Ärger. Außerdem kann so einen Folgesatz mit that einleiten, very nicht: It was so long that I fell asleep.
- Muss das that in so … that stehen?
- Nein. Im gesprochenen Englisch fällt es regelmäßig weg: It was so cold the pipes froze. Im Deutschen ist das Weglassen von dass unmöglich, deshalb wirkt es zunächst fremd. In schriftlichen Texten setzt man das that besser.
- Was bedeutet such as?
- such as heißt wie zum Beispiel und leitet Beispiele ein: Soft fruit such as strawberries. Das hat mit dem verstärkenden such a nichts zu tun. Verwechslungen sind häufig, weil beide Wendungen mit such beginnen.
Passt dazu
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