Das kannst du danach
- Du stellst enough hinter Adjektive und Adverbien, aber vor Nomen.
- Du unterscheidest too, too much und too many nach der Wortart dahinter.
- Du bildest Sätze mit too … to und enough … to samt for-Ergänzung.
- Du erkennst, warum das deutsche genug dich hier systematisch falsch stellen lässt.
- Du grenzt too von very und von also ab.
Zwei Wörter, ein Maßstab
enough und too messen. Sie sagen nicht, wie groß etwas ist, sondern ob es für einen Zweck reicht. He is old enough to drive heißt: Sein Alter genügt für den Führerschein. He is too old to play heißt: Sein Alter steht dem Spielen im Weg. Genau deshalb gehören die beiden zusammen und werden auch zusammen geprüft: enough markiert die untere Schwelle, too die obere, und dazwischen liegt der Bereich, in dem alles passt.
Der Inhalt ist also unproblematisch, denn Deutsch macht es genauso: genug und zu. Was Deutschsprachige an dieser Stelle scheitern lässt, ist nicht die Bedeutung, sondern die Stellung von enough. Das englische enough wechselt seinen Platz, je nachdem, was es misst. Das deutsche genug tut das nie — es steht immer hinter dem gemessenen Wort. Alt genug. Zeit genug. Schnell genug. Geld genug. Vier Beispiele, viermal dieselbe Position.
Im Englischen ist das anders, und der Unterschied ist scharf: Vor einem Nomen steht enough davor, hinter einem Adjektiv oder Adverb steht es dahinter. enough time, aber old enough. Das ist die eine Regel dieser Lektion, und sie ist gleichzeitig die einzige Stelle, an der Muttersprachler den Fehler sofort hören. Sätze wie I don't have time enough oder He is enough old klingen für sie nicht nach Akzent, sondern nach falsch gelernt.
too dagegen steht immer vorne, ohne Ausnahme: too old, too quickly, too much noise. Damit ist too der einfache Teil des Themas — und wird trotzdem verwechselt, allerdings nicht in der Stellung, sondern in der Bedeutung. Dazu kommen wir weiter unten, denn too heißt auch auch, und im Deutschen ist zu nicht immer negativ gemeint.
| Gemessen wird | Englisch | Beispiel | Deutsch |
|---|---|---|---|
| Adjektiv | Adjektiv + enough | old enough | alt genug |
| Adverb | Adverb + enough | quickly enough | schnell genug |
| Nomen | enough + Nomen | enough time | genug Zeit / Zeit genug |
| Adjektiv | too + Adjektiv | too old | zu alt |
| Nomen zählbar | too many + Nomen | too many cars | zu viele Autos |
| Nomen unzählbar | too much + Nomen | too much noise | zu viel Lärm |
enough nach Adjektiv und Adverb
Die Grundform ist kurz: Erst das Eigenschaftswort, dann enough. The water isn't hot enough. She wasn't quick enough. This flat is big enough for three people. In allen drei Sätzen misst enough die Eigenschaft davor, und deshalb steht es hinten. Wer hier die deutsche Reihenfolge übernimmt, liegt zufällig richtig, denn auch im Deutschen heißt es heiß genug. Der Ärger beginnt erst beim Nomen.
Bei Adverbien gilt dasselbe, und das Adverb behält seine Form: quickly enough, clearly enough, often enough. Achte darauf, dass an dieser Stelle wirklich das Adverb steht und nicht das Adjektiv, denn Deutsch schreibt beide gleich. He didn't explain it clearly enough ist richtig, He didn't explain it clear enough hört man zwar in gesprochenem Englisch, es gehört aber nicht in einen Text, den jemand bewertet.
Auffällig ist, wie oft enough im Englischen in verneinten Sätzen auftaucht. Das liegt daran, dass eine erreichte Schwelle selten erwähnenswert ist, eine verfehlte dagegen immer. It's not warm enough. He isn't experienced enough. Diese Sätze bilden die Verneinung ganz normal mit not, enough selbst wird nicht verändert. Es gibt kein Gegenteil von enough, das man an derselben Stelle einsetzen könnte.
Ein Nebeneffekt der Stellung: enough kann auch ganz allein am Satzende stehen, wenn klar ist, worum es geht. Is it warm enough? — Yes, just about. That's enough. Diese knappen Antworten sind gesprochene Sprache und funktionieren wie eine Ellipse: Alles, was aus dem Kontext hervorgeht, fällt weg.
enough vor dem Nomen
Sobald ein Nomen gemessen wird, springt enough nach vorn. We don't have enough chairs. There isn't enough milk. I didn't get enough sleep. Hier steht enough vor dem Nomen wie eine Mengenangabe, und genau das ist es auch: In dieser Verwendung gehört enough in dieselbe Gruppe wie much, many, some und few. Wie diese Gruppe insgesamt funktioniert, zeigt die Lektion zu den Mengenangaben.
Anders als much und many unterscheidet enough nicht zwischen zählbar und unzählbar. Enough chairs und enough milk sind beide korrekt, dieselbe Form für beide Seiten. Das ist eine seltene Erleichterung in diesem Themenfeld, denn sonst zwingt einen Englisch an fast jeder Mengenangabe zu einer Entscheidung über Zählbarkeit. Bei enough entfällt sie.
Wenn das Nomen schon durch einen Artikel oder ein Pronomen bestimmt ist, schiebt sich of dazwischen: enough of the money, enough of these excuses, enough of it. Ohne Bestimmung steht kein of: enough money. Dieselbe Mechanik kennst du von all, every und each und von both — die englischen Mengenwörter brauchen of immer dann, wenn ein Determinator folgt.
Und dann gibt es noch die Form, die zwar existiert, aber selten ist: Nomen + enough, also time enough oder money enough. Sie ist nicht falsch, klingt jedoch gehoben bis literarisch und begegnet dir eher in älteren Texten als im Alltag. Deutschsprachige treffen sie leider oft zufällig, weil sie der deutschen Reihenfolge folgt — und produzieren damit unabsichtlich einen altertümlichen Ton. Nimm im Zweifel enough time.
too, too much und too many
too steht immer vor dem Wort, das es misst, und die Wahl der Form hängt allein davon ab, was folgt. Vor Adjektiv oder Adverb steht too allein: too expensive, too slowly. Vor einem unzählbaren Nomen steht too much: too much traffic. Vor einem zählbaren Nomen im Plural steht too many: too many emails. Diese Dreiteilung ist dieselbe wie bei much und many, nur mit einem vorangestellten too.
Der klassische Fehler ist too much cars. Er entsteht, weil das deutsche zu viel keinen Unterschied macht — zu viel Verkehr und zu viele Autos klingen fast gleich und werden im Sprechen oft ohnehin verschluckt. Englisch verlangt die Entscheidung an jeder einzelnen Stelle. Wenn du dir unsicher bist, prüf, ob du das Nomen zählen kannst: Autos ja, Verkehr nein.
too much kann außerdem hinter einem Verb stehen und dann das Verb messen: You worry too much. He talks too much. Auch hier gibt es keine Alternative mit many, weil kein Nomen gemessen wird. Die Stellung am Satzende gehört zum normalen Muster der Adverbstellung: Was das Verb näher bestimmt, steht in der Regel hinter dem Objekt.
Die Gegenstücke nach unten heißen too little und too few. Too little information, too few volunteers. Sie sind seltener, aber sauber gebaut: little für Unzählbares, few für Zählbares. Wichtig ist, dass sie nicht dasselbe sagen wie not enough, sondern schärfer klingen. Not enough volunteers stellt eine Lücke fest, too few volunteers bewertet sie.
| Muster | Beispiel | Gegenstück |
|---|---|---|
| too + Adjektiv | too heavy | not light enough |
| too much + unzählbar | too much sugar | not enough sugar |
| too many + Plural | too many people | not enough people |
| Verb + too much | he sleeps too much | he doesn't sleep enough |
| too little + unzählbar | too little time | not enough time |
| too few + Plural | too few chairs | not enough chairs |
too … to gegen enough … to
Beide Wörter lassen sich mit einem Infinitiv fortsetzen, und dort zeigt sich ihr Verhältnis am deutlichsten. He is too young to vote. He is old enough to vote. Dieselbe Person, dieselbe Handlung, entgegengesetzte Schwelle. Der Infinitiv mit to hängt direkt an, ohne dass, ohne Nebensatz. Das gehört zu den festen Mustern, die die Lektion zu den Verben mit Infinitiv genauer beschreibt.
Der entscheidende Punkt für Deutschsprachige: Der englische Satz enthält keine Verneinung, obwohl der deutsche eine hat. He is too young to vote heißt Er ist zu jung, um wählen zu dürfen — oder eben Er darf noch nicht wählen. Das negative Ergebnis steckt schon in too. Wer trotzdem eine Verneinung einbaut und He is too young not to vote sagt, dreht die Aussage um.
Wenn eine handelnde Person genannt werden soll, kommt sie mit for davor: The box was too heavy for me to lift. The instructions were clear enough for a beginner to follow. Diese for-Ergänzung steht zwischen dem Maßwort und dem Infinitiv, und sie ist im Deutschen meist ein eigener Nebensatz mit dass. Genau deshalb wird sie beim Sprechen gern zu lang gebaut.
Beachte auch, dass in diesen Sätzen am Ende kein Objektpronomen mehr steht. The box was too heavy for me to lift, nicht to lift it. Das Objekt ist bereits das Subjekt des Hauptsatzes und wird nicht wiederholt. Im Deutschen steht dort ein es, und dieses überflüssige it ist einer der hartnäckigsten Fehler auf B1. Wer mit Objektpronomen sicher umgeht, erkennt schnell, warum es hier keinen Platz gibt.
Abgrenzungen: too, very und also
too ist nie neutral. Es bewertet immer gegen einen Zweck und sagt: Das ist ein Problem. very bewertet nicht, es verstärkt nur. The coffee is very hot ist eine Feststellung, vielleicht sogar ein Lob. The coffee is too hot ist eine Beschwerde. Deutschsprachige benutzen too deshalb häufig zu oft, weil unser zu in Wendungen wie zu schön auch positiv gemeint sein kann. Im Englischen geht das nicht.
Von diesem too zu unterscheiden ist das too am Satzende mit der Bedeutung auch: I'd like a coffee too. Es ist dasselbe Wort, aber eine andere Funktion, und im Satz sitzt es an einer anderen Stelle. Verwechseln lässt es sich kaum, wenn man auf die Position achtet: bewertendes too steht vor einem Adjektiv, ergänzendes too steht am Ende.
Zur Verstärkung eignet sich too nicht. Wer sagen will, dass etwas sehr gut war, sagt very good oder really good, nicht too good. Die einzige Ausnahme ist die feste ironische Wendung That's too good to be true, und dort ist die negative Bedeutung ja gerade beabsichtigt. Wie so und such zeigen, hat Englisch für die reine Verstärkung eigene Mittel und braucht too dafür nicht.
Zuletzt der Gruß aus der Prüfungspraxis: Umformungsaufgaben verlangen fast immer, einen too-Satz in einen enough-Satz zu drehen. The film was too long for us to finish wird zu The film wasn't short enough for us to finish — was seltsam klingt und zeigt, dass die Umkehrung ein passendes Gegenteil braucht. Meist ist die verneinte enough-Form mit demselben Adjektiv die bessere Lösung: The bag was too heavy to carry wird zu The bag wasn't light enough to carry. Prüf immer, ob das Ergebnis tatsächlich noch dasselbe bedeutet.
Häufige Fragen
- Heißt es old enough oder enough old?
- old enough. Nach einem Adjektiv oder Adverb steht enough dahinter, nie davor. Vor einem Nomen ist es umgekehrt: enough time, enough people. Das deutsche genug steht in beiden Fällen hinten, deshalb entsteht der Fehler fast nur in der Nomen-Variante.
- Wann nehme ich too much und wann too many?
- too much steht vor unzählbaren Nomen wie water, money oder time, too many vor zählbaren Nomen im Plural wie cars oder emails. Steht kein Nomen dahinter, sondern ein Adjektiv, heißt es nur too: too expensive. Hinter einem Verb steht too much: he works too much.
- Warum steht in too young to vote keine Verneinung?
- Weil too die Verneinung schon enthält. Der Satz bedeutet, dass die Person wegen ihres Alters nicht wählen darf. Im Deutschen braucht dieselbe Aussage ein nicht oder ein um … zu, im Englischen nicht. Ein zusätzliches not kehrt die Bedeutung um.
- Was ist der Unterschied zwischen not enough und too little?
- Beide beschreiben einen Mangel, aber too little klingt schärfer und wertet. There isn't enough time stellt fest, dass die Zeit knapp ist. There is too little time sagt, dass die Knappheit ein Problem ist. Für Zählbares heißt die entsprechende Form too few.
- Kann too auch auch heißen?
- Ja, am Satzende: I'm coming too. Das ist dasselbe Wort in einer anderen Funktion und hat mit der Bedeutung zu viel nichts zu tun. Die Position im Satz macht den Unterschied eindeutig: bewertendes too steht vorne, ergänzendes too hinten.
Passt dazu
- Adjektive — Stellung, Reihenfolge und warum sie nie gebeugt werdenEnglische Adjektive bekommen nie eine Endung. Dafür gibt es eine feste Reihenfolge, wenn mehrere zusammenkommen.
- Adverbien — Bildung mit -ly und die Ausnahmen, die zählenWie aus englischen Adjektiven Adverbien werden, warum good und well sich unterscheiden und wo -ly die Bedeutung kippt.
- Häufigkeitsadverbien — always, often, never und ihre StellungWo always, often und never im englischen Satz stehen — vor dem Vollverb, aber hinter to be.
- Komparativ — -er gegen more und die unregelmäßigen FormenWann ein Adjektiv -er bekommt und wann more davorsteht, wie die Schreibung sich ändert und warum than nicht wie „wie“ funktioniert.
- Superlativ — -est gegen most und der Artikel theWann ein Adjektiv -est bekommt und wann most davorsteht, warum fast immer the davorgehört und was nach dem Superlativ folgt.