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A2Adjektive und Adverbien14 Min. Lesezeit

Komparativ — -er gegen more und die unregelmäßigen Formen

Wann ein Adjektiv -er bekommt und wann more davorsteht, wie die Schreibung sich ändert und warum than nicht wie „wie“ funktioniert.

Das kannst du danach

  • Du entscheidest nach der Silbenzahl zwischen -er und more.
  • Du wendest die Schreibregeln bei big, happy und nice sicher an.
  • Du kennst die unregelmäßigen Formen good, bad, far und little.
  • Du unterscheidest den Vergleich mit than vom Vergleich mit as … as.

Was der Komparativ leistet

Der Komparativ ist die erste Steigerungsstufe: Er stellt zwei Größen nebeneinander und sagt, welche mehr von einer Eigenschaft hat. My flat is smaller than yours. This route is more expensive. Er ist damit die alltäglichste aller Vergleichsformen, denn die meisten Vergleiche betreffen zwei Dinge, nicht drei oder mehr. Sobald es um das eine Extrem in einer größeren Gruppe geht, ist der Superlativ zuständig.

Anders als im Deutschen hat das Englische zwei Bauweisen für dieselbe Aufgabe. Kurze Adjektive bekommen die Endung -er, lange stellen more davor. Das Deutsche kennt diese Trennung nicht: „schöner“, „interessanter“ und „ungewöhnlicher“ bekommen alle dasselbe -er, ganz gleich wie lang das Wort ist. Wer das überträgt, kommt zu Formen wie interestinger, die es nicht gibt.

Die Grundlagen zur Form und Stellung der Adjektive stehen unter Adjektive. Diese Lektion setzt sie voraus und behandelt ausschließlich die Steigerung.

Die Silbenregel

Die Entscheidung zwischen -er und more hängt an der Silbenzahl. Einsilbige Adjektive bekommen -er: old wird older, fast wird faster, cheap wird cheaper. Adjektive mit drei oder mehr Silben bekommen more: expensive wird more expensive, difficult wird more difficult, interesting wird more interesting. Dazwischen liegen die zweisilbigen, und sie sind der Grund, warum diese Regel oft als kompliziert gilt.

Bei zweisilbigen Adjektiven entscheidet die Endung. Wörter auf -y, -er, -le und -ow nehmen fast immer die Endung: happy wird happier, clever wird cleverer, simple wird simpler, narrow wird narrower. Alle übrigen zweisilbigen nehmen more: careful wird more careful, modern wird more modern, boring wird more boring. Bei einigen sind beide Formen gebräuchlich — common, quiet, gentle und polite hört man in beiden Varianten, ohne dass eine falsch wäre.

Zwei Sonderfälle sind wichtiger als sie scheinen. Erstens: Adjektive, die aus Partizipien entstanden sind, nehmen immer more, auch wenn sie kurz klingen — more tired, more bored, more pleased. Zweitens: fun wird umgangssprachlich zu funner gesteigert, in geschriebenem Englisch aber zu more fun. Wer sichergehen will, nimmt die more-Form.

SilbenRegelGrundformKomparativ
eine-ercheapcheaper
eine-eryoungyounger
zwei auf -y-iereasyeasier
zwei auf -le / -er / -ow-ersimplesimpler
zwei, sonstmoreusefulmore useful
drei und mehrmoreimportantmore important
Partizip als Adjektivmoretiredmore tired

Die Schreibregeln beim Anhängen

Wer -er anhängt, muss manchmal die Schreibung anpassen. Drei Regeln decken fast alles ab. Erstens: Endet das Adjektiv auf einen Konsonanten mit einem einzelnen betonten Vokal davor, wird der Konsonant verdoppelt. big wird bigger, hot wird hotter, sad wird sadder, thin wird thinner. Zweitens: Endet es auf -y nach einem Konsonanten, wird das y zu i. happy wird happier, dry wird drier, easy wird easier. Nach einem Vokal bleibt das y stehen: grey wird greyer.

Drittens: Endet das Adjektiv bereits auf -e, kommt nur ein r dazu. nice wird nicer, large wird larger, safe wird safer. Ein doppeltes e wie in niceer gibt es nicht. Diese drei Regeln gelten gleichlautend für den Superlativ, dort nur mit -est statt -er, und sie greifen auch bei den Adverbien, soweit diese überhaupt gesteigert werden.

Nicht verdoppelt wird, wenn der Vokal lang ist oder aus zwei Buchstaben besteht: cheap wird cheaper, nicht cheapper. Ebenso wenig bei Wörtern auf w, x oder y: new wird newer, nicht newwer. Und bei zweisilbigen Wörtern verdoppelt man nur, wenn die letzte Silbe betont ist — im britischen Englisch gibt es hier eine bekannte Abweichung: travel wird zu travelled, mit doppeltem l, während amerikanisches Englisch traveled schreibt.

Die unregelmäßigen Formen

Vier Adjektive tanzen aus der Reihe, und weil sie zu den häufigsten der Sprache gehören, muss man sie auswendig können. good wird better, bad wird worse, far wird farther oder further, little wird less. Dazu kommen die Formen von much und many, die beide zu more werden — deshalb sieht more manchmal wie ein eigenes Wort aus und ist tatsächlich der Komparativ von much. Zur Verteilung der beiden Grundformen siehe much und many.

Bei far lohnt eine Unterscheidung: farther bezieht sich auf messbare Entfernung, further auf übertragene Bedeutungen wie weitere Informationen oder weitere Schritte. In britischem Englisch wird further inzwischen für beides benutzt, farther gilt dort als seltener. Amerikanisches Englisch hält die Trennung etwas strenger ein.

Ein deutscher Übertragungsfehler ist hier besonders hartnäckig: gooder und badder gibt es nicht, so plausibel sie nach der Silbenregel auch wären. Und worse steigert sich nicht weiter — more worse ist doppelt gemoppelt und in jeder Prüfung ein Fehler.

GrundformKomparativSuperlativAnmerkung
goodbetterbestnie gooder
badworseworstnie badder
farfarther / furtherfarthest / furthestfarther nur räumlich
littlelessleastMenge, nicht Größe
much / manymoremostmuch bei Stoff, many bei Zählbarem
oldolder / elderoldest / eldestelder nur in der Familie

than und as … as

Der Vergleich mit dem Komparativ läuft über than: She is taller than her brother. This is cheaper than the other one. than ist keine Präposition, sondern eine Vergleichspartikel, und deshalb folgt in gepflegtem Englisch die Subjektform: He is older than I am. Im Gespräch sagt man than me, und das ist völlig üblich — nur in einer schriftlichen Prüfung ist die Langform mit Verb die sichere Wahl.

Für Gleichheit steht dagegen as … as, und dabei bleibt das Adjektiv ungesteigert: She is as tall as her brother. This one is as expensive as that one. Verneint heißt es not as … as oder not so … as: It isn't as cold as yesterday. Das ist eine der wichtigsten Fallen für Deutschsprachige, weil das Deutsche mit „als“ und „wie“ arbeitet und beide oft verwechselt werden — im Englischen ist die Trennung strikt: than bei Ungleichheit, as bei Gleichheit.

Zwei Muster sind zusätzlich nützlich. Die Verdopplung drückt eine fortlaufende Steigerung aus: It's getting colder and colder. Prices are becoming more and more expensive. Und die doppelte Konstruktion mit the stellt zwei Entwicklungen in Beziehung: The sooner you start, the easier it gets. Diese Form ist im Englischen häufiger als im Deutschen und wirkt in E-Mails und Berichten gut. Wer den Nachdruck anders setzen will, greift auf so und such oder auf enough und too zurück.

Der Vergleich zum Deutschen

Der Kern des Unterschieds ist die geteilte Bauweise. Deutsch steigert immer synthetisch, also mit Endung: „billiger“, „interessanter“, „unwahrscheinlicher“. Englisch teilt sich in eine Endungsvariante für kurze und eine Umschreibung für lange Wörter. Wer diesen Schnitt nicht verinnerlicht, produziert entweder beautifuller oder, seltener, more cheap.

Der zweite Unterschied ist die Doppelung. Im Deutschen gibt es keine Möglichkeit, versehentlich zweimal zu steigern. Im Englischen schon, und der Fehler passiert genau dann, wenn man beide Systeme mischt: more easier, more better, most cheapest. In gesprochenem Englisch hört man das gelegentlich als Verstärkung, in geschriebenem gilt es durchgehend als Fehler.

Der dritte betrifft than und wie. „Größer als“ heißt taller than, „so groß wie“ heißt as tall as. Der deutsche Fehler as tall than oder taller as entsteht mechanisch aus der Muttersprache und gehört zu den typischen Fehlern Deutschsprachiger. Es hilft, sich than fest an den Komparativ zu koppeln: Wo eine Steigerungsform steht, folgt than, nie as.

Typische Fehler

Neben der Doppelsteigerung und der than-Verwechslung sind drei Punkte auffällig. Erstens die vergessene Schreibanpassung: biger statt bigger, happyer statt happier. Zweitens die Steigerung von Adjektiven, die sich nicht steigern lassen. perfect, unique, dead und impossible bezeichnen Zustände ohne Zwischenstufen; more perfect ist logisch schwierig und in formellen Texten unerwünscht. Umgangssprachlich hört man es trotzdem.

Drittens die Verwechslung von less und fewer. less steht bei nicht zählbaren Dingen — less time, less money —, fewer bei zählbaren: fewer people, fewer mistakes. Supermärkte schreiben zwar oft ten items or less, aber korrekt wäre fewer. Welche Nomen in welche Gruppe fallen, klärt zählbare und unzählbare Nomen.

Und schließlich die Stellung: Der Komparativ steht wie jedes Adjektiv vor dem Nomen oder nach dem Verb to be, nicht irgendwo dazwischen. a cheaper ticket, this ticket is cheaper. Ein Satz wie this ticket cheaper is entsteht durch die deutsche Wortstellung im Nebensatz und ist im Englischen nie möglich; die Grundordnung steht unter Satzstellung.

Häufige Fragen

Wann benutze ich -er und wann more?
Einsilbige Adjektive nehmen -er: older, faster, cheaper. Adjektive mit drei oder mehr Silben nehmen more: more expensive, more difficult. Bei zweisilbigen entscheidet die Endung — auf -y, -le, -er und -ow steht -er, sonst more. Partizipien wie tired oder bored nehmen immer more.
Heißt es taller than me oder taller than I?
Beides kommt vor. than me ist die normale gesprochene Form und in jedem Alltagstext in Ordnung. than I gilt als formal korrekt, klingt aber allein stehend steif. Die eleganteste Lösung ist die Langform mit Verb: She is taller than I am. Damit liegst du in jedem Register richtig.
Warum ist more better falsch?
Weil better bereits der Komparativ von good ist. Wer more davorsetzt, steigert zweimal. Dasselbe gilt für more easier oder more worse. Es gilt strikt entweder oder: entweder die Endung -er oder das Wort more, nie beides im selben Ausdruck.
Was ist der Unterschied zwischen less und fewer?
fewer steht bei zählbaren Nomen im Plural: fewer cars, fewer questions. less steht bei nicht zählbaren Nomen: less traffic, less time. Im Alltag wird less zunehmend für beides benutzt, in Prüfungen und formellen Texten wird die Unterscheidung aber erwartet.
Kann ich jedes Adjektiv steigern?
Nein. Adjektive, die einen absoluten Zustand bezeichnen, haben keine Zwischenstufen: dead, unique, impossible, perfect. Statt more perfect sagt man closer to perfect oder nearly perfect. Ebenso wenig lassen sich Adjektive steigern, die schon eine Extremstufe enthalten, etwa freezing oder enormous — dort verstärkt man mit absolutely.

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