Das kannst du danach
- Du bildest Adverbien regelmäßig mit -ly und beherrschst die Schreibänderungen bei -y, -le und -ic.
- Du unterscheidest good und well sicher und weißt, wann well ein Adjektiv ist.
- Du erkennst die Paare, bei denen -ly die Bedeutung ändert: hard und hardly, late und lately, near und nearly.
- Du erkennst Adjektive auf -ly wie friendly und weichst auf eine Umschreibung aus.
- Du setzt das Adverb an die Stelle im Satz, an der es im Englischen hingehört.
Adjektiv oder Adverb — was der Unterschied im Kopf ausmacht
Ein Adjektiv beschreibt ein Nomen: a quick answer. Ein Adverb beschreibt ein Verb, ein Adjektiv oder ein anderes Adverb: she answered quickly. Diese Trennung kennst du aus dem Deutschen, aber du merkst sie dort nicht, weil das Deutsche für beides dieselbe Form benutzt. „Eine schnelle Antwort“ und „sie antwortete schnell“ — das Wort ändert sich nicht. Genau darin liegt die Falle. Wer aus dem Deutschen kommt, hat keinen Reflex dafür, dass hier zwei verschiedene Wortarten stehen, weil die Muttersprache den Unterschied nie sichtbar macht.
Im Englischen ist der Unterschied fast immer sichtbar, und er ist verpflichtend. She sings beautiful ist falsch, she sings beautifully ist richtig. He drives dangerous ist falsch, he drives dangerously ist richtig. Es gibt keine Sätze, in denen beides gleich gut geht — bis auf eine Gruppe von Sonderfällen, die weiter unten kommt. Deutschsprachige machen diesen Fehler nicht aus Unwissenheit, sondern aus Automatik: Das Gehirn übersetzt die Form eins zu eins und merkt nicht, dass eine Endung fehlt.
Die Grundlagen der Adjektive stehen in einer eigenen Lektion, und es lohnt sich, sie vorher gelesen zu haben — was du hier lernst, ist die Ableitung davon. Wenn du sicher bist, welche Wörter Adjektive sind, ist die Adverbbildung fast nur noch Rechtschreibung. Wenn du dagegen unsicher bist, ob interesting oder interested an eine bestimmte Stelle gehört, dann liegt das Problem eine Ebene tiefer.
Eine schnelle Probe hilft: Frage dich, wonach das Wort gefragt wird. Ein Adjektiv antwortet auf „was für ein“, ein Adverb auf „wie“. In he is a careful driver antwortet careful auf „was für ein Fahrer“ — Adjektiv. In he drives carefully antwortet carefully auf „wie fährt er“ — Adverb. Diese Probe funktioniert in beiden Sprachen und ist zuverlässiger als jedes Bauchgefühl.
Die Regel: Adjektiv plus -ly
Die Grundregel ist kurz. An das Adjektiv kommt -ly, und fertig ist das Adverb. Quick wird quickly, slow wird slowly, careful wird carefully, quiet wird quietly, bad wird badly, loud wird loudly. Kein Hilfsverb, keine Umstellung im Satz, keine Ausnahme für bestimmte Verben. Das ist eine der wenigen englischen Regeln, die sich fast ohne Einschränkung anwenden lässt.
Der Vergleich zum Deutschen ist an dieser Stelle ungewöhnlich freundlich: Das Englische verlangt zwar eine Endung, wo das Deutsche keine hat, aber es verlangt immer dieselbe. Im Deutschen musst du dafür bei jedem Adjektiv, das vor einem Nomen steht, die Deklination treffen — ein schneller Wagen, ein schnelles Auto, mit schnellen Autos. Diese Arbeit fällt im Englischen komplett weg. Das Adjektiv verändert sich vor dem Nomen nie. Insofern tauschst du eine schwere Regel gegen eine leichte.
Ein paar Sätze, wie sie tatsächlich fallen: She speaks German fluently. He shut the door quietly because the baby was asleep. They finished the job surprisingly quickly. I honestly don't know. Beachte im letzten Beispiel, dass ein Adverb auch einen ganzen Satz bewerten kann, nicht nur das Verb. Honestly bezieht sich nicht auf das Nichtwissen, sondern auf die Aussage selbst — genau wie das deutsche „ehrlich gesagt“.
Adverbien lassen sich übrigens steigern, aber nicht so, wie du es von den Adjektiven kennst. Bei kurzen Formen wie fast heißt es faster, bei den -ly-Formen steht more davor: more carefully, most carefully. Wie die Steigerung im Detail läuft, steht in der Lektion zum Komparativ; für den Anfang reicht die Faustregel, dass alles mit -ly ein more bekommt.
Wenn sich beim Anhängen die Schreibung ändert
Vier Schreibregeln musst du kennen. Endet das Adjektiv auf einen Konsonanten plus -y, wird das y zu i: happy wird happily, easy wird easily, angry wird angrily. Endet es auf Konsonant plus -le, fällt das e weg: simple wird simply, terrible wird terribly, possible wird possibly. Endet es auf -ic, kommt -ally: automatic wird automatically, dramatic wird dramatically. Die einzige nennenswerte Ausnahme davon ist public, das publicly bildet.
Adjektive auf stummes -e behalten das e normalerweise: nice wird nicely, safe wird safely, extreme wird extremely. Drei Wörter tun das nicht: true wird truly, due wird duly, whole wird wholly. Diese drei lernst du am besten als Einzelfälle, sie folgen keinem Muster, das sich merken ließe.
Ein häufiger Tippfehler betrifft Wörter, deren Adjektiv schon auf -l endet. Careful wird carefully mit zwei l, beautiful wird beautifully, hopeful wird hopefully. Da steht kein Doppel-l aus einer Verdopplungsregel, sondern schlicht das l des Adjektivs plus das l von -ly. Im amerikanischen Englisch ändert sich daran nichts — das ist einer der Punkte, an denen BE und AE sich einig sind.
| Endung des Adjektivs | Was passiert | Beispiel |
|---|---|---|
| Konsonant + -y | y wird zu i | happy → happily |
| Konsonant + -le | e fällt weg | terrible → terribly |
| -ic | -ally statt -ly | automatic → automatically |
| stummes -e | e bleibt | safe → safely |
| -l | beide l bleiben stehen | careful → carefully |
| Sonderfälle | unregelmäßig | true → truly, whole → wholly |
good und well — der Klassiker unter den Fehlern
Good hat kein Adverb auf -ly. Es gibt kein goodly im heutigen Englisch. Das Adverb zu good ist well. He is a good cook, aber he cooks well. She speaks good English, aber she speaks English well. Wer good als Adverb benutzt, klingt nicht falsch im Sinne von unverständlich, aber deutlich ungeschult — es ist einer der Fehler, an denen Muttersprachler sofort hören, dass jemand Englisch als Fremdsprache spricht.
Die Schwierigkeit ist, dass well auch ein Adjektiv sein kann, dann aber „gesund“ bedeutet. I'm well heißt „mir geht es gut, ich bin gesund“, nicht „ich mache das gut“. Nach den Formen von to be steht deshalb well nur in diesem Sinn. Are you well? fragt nach dem Befinden. I don't feel well heißt, dass jemand krank ist. Das deutsche „gut“ deckt beides ab und gibt dir keinen Hinweis darauf, welche Bedeutung gemeint ist.
Auf die Frage How are you? antworten Muttersprachler heute meistens I'm good. Grammatisch ist das ein Adjektiv nach to be und damit korrekt — es geht um den Zustand, nicht um eine Tätigkeit. Streng konservative Sprecher bevorzugen I'm well. Beides hörst du täglich, und keins von beidem ist ein Fehler. Was dagegen wirklich falsch ist: he plays the piano good.
Merke dir die Trennung an einem Satzpaar. She did good bedeutet „sie hat Gutes getan“, mit good als Nomen. She did well bedeutet „sie hat gut abgeschnitten“. Der Unterschied ist so groß, dass er in Zeugnissen und Bewerbungen zählt. Wenn du über eine Leistung sprichst, nimm well.
Wenn -ly die Bedeutung verschiebt
Bei einer kleinen Gruppe von Wörtern ist die Form mit -ly nicht das Adverb zur Grundform, sondern ein eigenes Wort mit eigener Bedeutung. Das ist die gefährlichste Stelle dieser Lektion, weil beide Formen existieren und beide korrekt sind — nur eben mit unterschiedlichem Sinn. Wer hier greift, ohne zu prüfen, sagt oft das Gegenteil dessen, was er meint.
He works hard heißt „er arbeitet hart“. He hardly works heißt „er arbeitet kaum“. Das ist kein Nuancenunterschied, das sind zwei entgegengesetzte Aussagen über denselben Menschen. Hardly ist eine Verneinung, und sie hat es in sich: Es steht kein not im Satz, aber der Satz ist trotzdem negativ. I hardly know her bedeutet, dass du sie fast nicht kennst.
Ähnlich bei late und lately. He arrived late heißt „er kam spät“. He hasn't been here lately heißt „er war in letzter Zeit nicht hier“ — lately ist eine Zeitangabe für den jüngsten Zeitraum und steht fast immer mit dem Present Perfect, weil es einen Zeitraum bis in die Gegenwart bezeichnet. Genau wie bei for und since entscheidet hier die Zeitangabe mit über die Zeitform.
Near und nearly trennen Ort und Menge. She lives near the station beschreibt eine Entfernung. She nearly missed the train heißt „fast“ — eine Angabe darüber, wie knapp etwas war. Und most und mostly: This is the most important point ist der Superlativ, mostly bedeutet „hauptsächlich, meistens“. Auch pretty gehört hierher: a pretty dress ist ein hübsches Kleid, pretty good heißt „ziemlich gut“.
| Ohne -ly | Bedeutung | Mit -ly | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| hard | hart, intensiv | hardly | kaum, fast nicht |
| late | spät | lately | in letzter Zeit |
| near | nahe | nearly | fast, beinahe |
| most | am meisten | mostly | hauptsächlich |
| short | kurz | shortly | bald, in Kürze |
| free | kostenlos | freely | frei, ungehindert |
| pretty | hübsch | prettily | auf hübsche Weise |
Adjektive, die auf -ly enden und trotzdem Adjektive sind
Nicht jedes Wort auf -ly ist ein Adverb. Friendly, lovely, silly, lonely, ugly, likely, elderly und cowardly sind Adjektive. Sie enden zufällig auf -ly, weil dieselbe Endung im Altenglischen auch Adjektive gebildet hat. Ein Adverb dazu gäbe friendlily, und das sagt niemand. Diese Wörter haben schlicht kein Adverb.
Was tust du also, wenn du „auf freundliche Weise“ sagen willst? Du weichst auf eine Umschreibung aus: in a friendly way, in a friendly manner. She smiled at me in a friendly way. He handled the complaint in a very professional manner. Diese Konstruktion ist keine Notlösung, sondern die normale Ausdrucksweise. Muttersprachler benutzen sie, ohne darüber nachzudenken.
Für Deutschsprachige ist das eine unauffällige Falle, weil das deutsche „freundlich“ als Adverb völlig problemlos funktioniert. „Sie lächelte mich freundlich an“ — dagegen ist nichts einzuwenden. Die englische Entsprechung she smiled at me friendly ist dagegen ungrammatisch. Es hilft, sich die Handvoll betroffener Wörter einmal bewusst anzuschauen: friendly, lovely, silly, lonely, ugly, likely, deadly, cowardly. Viel mehr sind es nicht.
Wörter, die als Adjektiv und Adverb gleich aussehen
Eine dritte Gruppe hat gar keine -ly-Form, weil Adjektiv und Adverb identisch sind. Fast ist das bekannteste Beispiel: a fast car und he drives fast. Ein fastly gibt es nicht. Ebenso hard im Sinn von „hart“, straight, early, late, daily, weekly, monthly, high und low. He got up early. The train leaves daily. She works hard.
Bei einigen dieser Wörter existiert zusätzlich eine -ly-Form mit anderer Bedeutung — das sind genau die Paare aus dem vorigen Abschnitt. Bei anderen, etwa fast oder daily, existiert sie überhaupt nicht. Es lohnt sich nicht, hier ein System zu suchen. Diese Wörter lernst du einzeln, so wie du auch unregelmäßige Verben einzeln lernst.
Zwei Formen verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil sie im Alltag ständig vorkommen. Deep und deeply: dig deep beschreibt das buchstäbliche Graben, deeply moved beschreibt ein Gefühl. High und highly: throw the ball high ist die Höhe, highly recommended ist eine Bewertung. Die Grundform bleibt am Konkreten, die -ly-Form geht ins Übertragene. Das ist keine harte Regel, aber ein brauchbarer Anhaltspunkt.
Wo das Adverb im Satz steht
Die Stellung ist im Englischen strenger geregelt als im Deutschen, und sie hat eine Regel, die es im Deutschen gar nicht gibt: Zwischen Verb und direktes Objekt darf nichts. I speak fluently English ist falsch, I speak English fluently ist richtig. Im Deutschen kannst du „ich spreche fließend Englisch“ sagen, ohne dass jemand stutzt. Genau diese Umstellung überträgt sich beim Sprechen fast automatisch — und sie ist einer der häufigsten Fehler auf A2-Niveau.
Adverbien der Art und Weise stehen normalerweise am Satzende: She closed the door quietly. Zeitangaben stehen ebenfalls hinten oder ganz vorne: Yesterday she left early. Häufigkeitsadverbien wie always, never, often stehen dagegen vor dem Vollverb und nach to be: I always drink coffee, but I'm never hungry in the morning. Diese Mittelstellung ist eine eigene Regel, die sich nicht mit der Endstellung mischt.
Wenn mehrere Angaben zusammenkommen, gilt im Englischen die Reihenfolge Art und Weise, Ort, Zeit: She sang beautifully at the concert last night. Im Deutschen ist es umgekehrt — Zeit steht vor Ort. „Sie sang gestern Abend im Konzert wunderschön.“ Wer die deutsche Reihenfolge überträgt, produziert Sätze, die verständlich, aber hörbar fremd sind. Die feineren Fälle stehen in der Lektion zur Stellung der Adverbien.
Ein letzter Hinweis zu Verben der Wahrnehmung. Nach look, sound, feel, taste, smell und seem steht ein Adjektiv, kein Adverb, weil sie einen Zustand beschreiben und nicht eine Tätigkeit. That sounds good, not that sounds well. The soup tastes wonderful. You look tired. Wer hier ein -ly anhängt, überkorrigiert. Und im Zweifel gilt: Prüfe, ob das Wort dem Subjekt eine Eigenschaft zuschreibt oder dem Verb eine Art und Weise.
Häufige Fragen
- Heißt es I feel good oder I feel well?
- Beides existiert und bedeutet etwas leicht anderes. I feel good beschreibt Stimmung und allgemeines Wohlbefinden, I feel well bezieht sich auf Gesundheit. Nach feel steht ein Adjektiv, deshalb ist good hier kein Fehler, auch wenn hartnäckig behauptet wird, es müsse well heißen. I don't feel well ist der übliche Satz, wenn dir wirklich schlecht ist.
- Warum ist he works hardly falsch?
- Weil hardly nicht das Adverb zu hard ist, sondern ein eigenes Wort mit der Bedeutung „kaum“. He works hardly wäre also der Vorwurf, dass jemand fast nichts tut — vermutlich das Gegenteil dessen, was du sagen willst. Für „er arbeitet hart“ nimmst du hard ohne Endung: he works hard. Hard ist eines der Wörter, deren Adverb genauso aussieht wie das Adjektiv.
- Wie sage ich auf Englisch, dass jemand freundlich lächelt?
- Nicht mit friendly als Adverb, denn friendly ist ein Adjektiv und hat keine Adverbform. Nimm die Umschreibung in a friendly way: she smiled at me in a friendly way. Dasselbe gilt für lovely, silly, lonely und alle anderen Adjektive, die zufällig auf -ly enden. Alternativ formulierst du um und sagst she gave me a friendly smile.
- Kann man Adverbien steigern?
- Ja. Kurze Adverbien ohne -ly steigerst du mit -er und -est: fast, faster, fastest; early, earlier, earliest. Alle Formen auf -ly bekommen more und most: carefully, more carefully, most carefully. Unregelmäßig sind well mit better und best sowie badly mit worse und worst. Die Regeln entsprechen weitgehend denen bei den Adjektiven.
- Gibt es Unterschiede zwischen britischem und amerikanischem Englisch bei Adverbien?
- Wenige, aber hörbare. Im gesprochenen amerikanischen Englisch fällt das -ly bei einigen Adverbien im lockeren Register weg: drive slow, come quick, run real fast. Im britischen Englisch gilt das als deutlich umgangssprachlich, auf Verkehrsschildern steht dort go slow allerdings ebenfalls. In geschriebenem Englisch beider Varianten setzt du das -ly.
Passt dazu
- Adjektive — Stellung, Reihenfolge und warum sie nie gebeugt werdenEnglische Adjektive bekommen nie eine Endung. Dafür gibt es eine feste Reihenfolge, wenn mehrere zusammenkommen.
- enough und too — die Stellung vor und nach dem WortWarum enough hinter dem Adjektiv, aber vor dem Nomen steht, und wie sich too … to von enough … to unterscheidet.
- Häufigkeitsadverbien — always, often, never und ihre StellungWo always, often und never im englischen Satz stehen — vor dem Vollverb, aber hinter to be.
- Komparativ — -er gegen more und die unregelmäßigen FormenWann ein Adjektiv -er bekommt und wann more davorsteht, wie die Schreibung sich ändert und warum than nicht wie „wie“ funktioniert.
- Superlativ — -est gegen most und der Artikel theWann ein Adjektiv -est bekommt und wann most davorsteht, warum fast immer the davorgehört und was nach dem Superlativ folgt.