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B2Präpositionen15 Min. Lesezeit

Präpositionen nach Verben — depend on, consist of, listen to

Welche Präposition zu welchem englischen Verb gehört, warum die deutsche fast nie passt und wo sie im Satz landet.

Das kannst du danach

  • Du kennst die feste Präposition der wichtigsten englischen Verben und wählst sie unabhängig vom Deutschen.
  • Du erkennst die Verben, die im Englischen ohne Präposition stehen, obwohl das Deutsche eine verlangt.
  • Du setzt nach der Präposition zuverlässig die -ing-Form statt des Infinitivs.
  • Du stellst Fragen und Relativsätze mit nachgestellter Präposition richtig.
  • Du unterscheidest Verben, die mit zwei Präpositionen zwei verschiedene Dinge bedeuten.

Warum das deutsche Sprachgefühl hier zuverlässig danebengreift

Feste Verbindungen aus Verb und Präposition sind der Ort, an dem fortgeschrittene Texte auffliegen. Die Zeitform stimmt, die Wortstellung stimmt, das Vokabular ist gehoben — und dann steht da It depends of the weather. Für englische Ohren ist das kein kleiner Schnitzer, sondern ein deutlich hörbarer Fremdklang. Das Verb war richtig gewählt. Die Präposition dahinter kam aus dem Deutschen, und genau das ist der Fehler.

Jede Sprache legt willkürlich fest, welche Präposition zu welchem Verb gehört. Im Deutschen hängt etwas von etwas ab, im Englischen heißt es depend on. Im Deutschen wartet man auf jemanden, im Englischen wait for somebody. Im Deutschen hört man jemandem zu, im Englischen listen to somebody. Es gibt keine übergeordnete Logik, aus der man das ableiten könnte. Verb und Präposition sind ein einziges Wort mit einer Lücke in der Mitte, und so muss man sie auch lernen.

Der Fehler entsteht nicht beim Lernen, sondern beim Sprechen unter Zeitdruck. Man denkt den deutschen Satz, greift das englische Verb und lässt die Präposition automatisch mitlaufen — sie kommt dann aus der Muttersprache, weil sie dort keine eigene Entscheidung ist. Wer das einmal durchschaut hat, hört sich selbst beim Fehler zu. Das ist der Punkt, an dem sich die Sache reparieren lässt.

Diese Lektion nimmt die Verben. Adjektive haben ihre eigene Liste, nachzulesen bei den Präpositionen nach Adjektiven, und Nomen wiederum eine dritte, die bei den Präpositionen nach Nomen steht. Die drei Listen überschneiden sich nur teilweise: interest heißt als Adjektiv interested in, als Nomen interest in, aber das Verb heißt be interested in — man kann also nicht von einer Wortart auf die andere schließen.

Die wichtigsten Verben mit fester Präposition

Die folgende Liste deckt den größten Teil des Alltags ab. Sie ist nach der Präposition sortiert, weil sich so leichter Gruppen bilden lassen: Verben des Denkens und Sprechens neigen zu about, Verben der Abhängigkeit und des Vertrauens zu on, Verben des Bestehens und der Herkunft zu of und from.

Lerne diese Verbindungen nicht als Vokabelpaar, sondern in einem ganzen Satz. Ein Paar wie apply for bleibt abstrakt, I applied for three jobs last week hat eine Melodie, die im Ohr bleibt. Genau diese Melodie ist es, die dich später beim Sprechen rettet, wenn zum Nachdenken keine Zeit ist.

Beachte, dass viele dieser Verbindungen zugleich Phrasal Verbs sind. Die Grenze zwischen einem Verb mit fester Präposition und einem Phrasal Verb ist fließend und für die Praxis unwichtig. Wichtig ist nur, ob die Bedeutung noch durchsichtig ist — bei depend on schon, bei put up with nicht mehr.

PräpositionVerbenBeispielsatz
ondepend on, rely on, insist on, concentrate on, live on, spend onIt all depends on the weather.
ofconsist of, approve of, accuse somebody of, remind somebody of, dream ofThe team consists of six people.
abouttalk about, think about, complain about, worry about, care aboutShe complained about the noise.
forwait for, look for, apply for, pay for, ask for, blame somebody forI applied for the job on Monday.
tolisten to, belong to, refer to, object to, apologise to, happen toThis belongs to my sister.
withagree with, deal with, cope with, compare with, provide somebody withWe can deal with that tomorrow.
fromsuffer from, benefit from, differ from, prevent somebody from, recover fromHe suffers from hay fever.
inbelieve in, succeed in, result in, specialise in, participate inI don't believe in luck.
atlook at, laugh at, shout at, aim at, arrive atDon't laugh at him.

Deutsch gegen Englisch — die Fallen im direkten Vergleich

Der eigentliche Lernstoff steckt nicht in der Liste, sondern in der Gegenüberstellung. Solange die deutsche und die englische Präposition zufällig zusammenpassen, macht niemand einen Fehler. Interessant sind die Fälle, in denen sie auseinanderlaufen — und das sind die meisten. Die folgende Tabelle stellt sie nebeneinander.

Besonders hartnäckig sind drei: depend on statt depend of, weil das deutsche von an of erinnert. Ask somebody statt ask to somebody, weil wir jemanden fragen und dabei ein Objekt ohne Präposition haben, im Englischen aber ask for something dazwischenfunkt. Und think of gegen think about, wo das Deutsche mit einem einzigen an durchkommt.

Wenn du dir nur eine Sache aus dieser Lektion merkst, dann diese: Die deutsche Präposition ist kein Hinweis, sondern eine Warnung. Sobald du sie beim Übersetzen im Kopf hörst, lohnt sich ein kurzer Zweifel. In den typischen Fehlern Deutschsprachiger steht dieselbe Beobachtung noch einmal in größerem Zusammenhang.

Ein Nebeneffekt lohnt sich: Wer die Präposition sicher hat, kann das Verb auch im Passiv verwenden, ohne ins Straucheln zu kommen. The problem was dealt with immediately behält das with am Ende, obwohl kein Objekt mehr folgt. Das wirkt für deutsche Augen unvollständig, ist aber die einzig richtige Form.

DeutschEnglischBeispielTypischer Fehler
abhängen vondepend onThat depends on you.depend of
bestehen ausconsist ofIt consists of two parts.consist from
warten aufwait forWe waited for an hour.wait on
sich freuen auflook forward toI look forward to it.look forward on
zuhörenlisten toListen to me.listen ohne to
sich kümmern umlook afterHe looks after the dog.look for
leiden ansuffer fromShe suffers from asthma.suffer on
sich beschweren übercomplain aboutThey complained about it.complain over
sich bewerben umapply forI applied for it.apply on
gehören zubelong toIt belongs to me.belong at
sich verlassen aufrely onYou can rely on her.rely of
teilnehmen anparticipate inHe participated in the study.participate at

Verben, die gar keine Präposition wollen

Die zweite Fehlerquelle ist das Gegenteil: Das Deutsche verlangt eine Präposition, das Englische nicht. Wir diskutieren über etwas, das Englische discusses something. Wir antworten auf eine Frage, das Englische answers a question. Wir heiraten jemanden — hier ist es andersherum, denn im Deutschen sagt man auch mit jemandem verheiratet sein, und be married to sorgt für Verwirrung.

Diese Gruppe ist überschaubar, aber sie taucht in schriftlichen Texten ständig auf, und dort fällt discuss about besonders unangenehm auf. In geschäftlicher Korrespondenz ist es einer der beiden oder drei Fehler, an denen Muttersprachler den deutschen Absender sofort erkennen.

Umgekehrt gibt es Verben, bei denen das Englische eine Präposition setzt, wo das Deutsche ein blankes Objekt hat: reply to a message, ask for permission, apply to a university. Auch hier hilft kein System, nur die Liste und der Satz, in dem du sie zum ersten Mal gehört hast.

Englisch ohne PräpositionDeutsch mit PräpositionFalsch
discuss somethingüber etwas diskutierendiscuss about
answer a questionauf eine Frage antwortenanswer to a question
enter a roomin einen Raum gehenenter into a room
marry somebodyjemanden heiratenmarry with
phone somebodyjemanden anrufenphone to
lack somethingan etwas mangelnlack of (als Verb)
approach somebodyauf jemanden zugehenapproach to
attend a meetingan einer Sitzung teilnehmenattend to a meeting

Nach der Präposition steht die -ing-Form

Sobald ein Verb folgt, greift eine Regel, die keine Ausnahme kennt: Nach einer Präposition steht die -ing-Form, nie der Infinitiv mit to. I insist on paying. She apologised for being late. We are thinking about moving. Der Grund ist einfach, aber im Deutschen unsichtbar: Eine Präposition braucht ein Nomen, und die -ing-Form ist im Englischen die Nomenform des Verbs.

Deutschsprachige verunglücken hier besonders oft bei Verbindungen, die auf to enden. look forward to, be used to, object to, get round to — das to sieht aus wie ein Infinitivzeichen, ist aber eine Präposition. Deshalb heißt es I look forward to hearing from you und nicht to hear. Die Grundlagen dazu stehen bei Gerundium und Infinitiv, die Liste der betroffenen Verben bei den Verben mit Gerundium.

Der Test ist mechanisch: Setze probeweise ein Nomen ein. I look forward to the weekend funktioniert, also ist to eine Präposition, also folgt die -ing-Form. I want to the weekend funktioniert nicht, also ist to dort ein Infinitivzeichen. Dieser Test kostet zwei Sekunden und erledigt den häufigsten Fehler in deutschen Geschäftsmails ein für alle Mal.

Wo die Präposition im Satz landet

Im Englischen bleibt die Präposition oft am Satzende stehen, während das Deutsche sie nach vorn holt. Who did you talk to? — Mit wem hast du gesprochen? What are you waiting for? — Worauf wartest du? Diese nachgestellte Stellung ist im Englischen der Normalfall, nicht die Ausnahme, und sie klingt in gesprochener Sprache völlig unauffällig.

Dasselbe gilt in Relativsätzen. The person I spoke to was very helpful. The house we lived in has been sold. Die Präposition rutscht ans Ende der Konstruktion, das Relativpronomen fällt oft ganz weg. Die formelle Variante mit vorangestellter Präposition — the person to whom I spoke — existiert, klingt aber in normaler Sprache steif. Mehr dazu bei den Relativsätzen.

In sehr formellen Texten, etwa in juristischer oder wissenschaftlicher Sprache, wandert die Präposition vor das Relativpronomen: the conditions under which the offer applies. Das ist kein besseres Englisch, sondern anderes Register. Welche Variante wann angemessen ist, entscheidet der Text, nicht die Grammatik.

Ein letzter Punkt: Ein Verb kann mit zwei verschiedenen Präpositionen zwei verschiedene Dinge bedeuten. agree with somebody heißt jemandem zustimmen, agree to something heißt einem Vorschlag zustimmen, agree on something heißt sich auf etwas einigen. Ähnlich apply for a job gegen apply to a company, und think of an idea gegen think about a problem. Wer sich auf jemanden verlassen kann, sagt count on somebody; wer sich um jemanden kümmert, sagt look after somebody. Die Präposition ist hier kein Anhängsel, sondern trägt die Bedeutung.

VerbPräpositionBedeutungBeispiel
agreewithjemandem zustimmenI agree with you.
agreetoeinem Vorschlag zustimmenThey agreed to the plan.
agreeonsich einigenWe agreed on a date.
applyforsich bewerben umShe applied for the post.
applytosich wenden an, gelten fürThat rule applies to everyone.
thinkofsich vorstellen, einfallenI can't think of a name.
thinkaboutnachdenken überThink about it tonight.

Häufige Fragen

Heißt es depend on oder depend of?
Immer depend on. It depends on the weather. Das deutsche abhängen von legt of nahe, und genau deshalb ist depend of einer der häufigsten Fehler überhaupt. Auch die Kurzform in der Antwort lautet It depends, ohne Präposition, sobald nichts mehr folgt.
Warum ist discuss about falsch?
Weil discuss im Englischen ein direktes Objekt nimmt: We discussed the budget. Das deutsche über etwas diskutieren verführt zum about, aber das Verb trägt die Präposition schon in sich. Wenn du about brauchst, nimm ein anderes Verb: We talked about the budget.
Muss nach look forward to der Infinitiv oder die -ing-Form stehen?
Die -ing-Form: I look forward to hearing from you. Das to gehört zur festen Verbindung und ist eine Präposition, kein Infinitivzeichen. Der Test: Wenn du an derselben Stelle ein Nomen einsetzen kannst — I look forward to the meeting —, dann folgt die -ing-Form.
Darf ein englischer Satz auf einer Präposition enden?
Ja, und meistens ist es sogar die natürlichere Form. Who are you waiting for? klingt normal, For whom are you waiting? klingt wie aus einem Roman des 19. Jahrhunderts. Die alte Schulregel, die das verbietet, stammt aus einem Versuch, dem Englischen lateinische Regeln überzustülpen.
Wie lernt man diese Verbindungen am besten?
Nicht als Paare, sondern in kurzen Sätzen aus deinem eigenen Alltag. Statt apply for lernst du I applied for two jobs last month. Die Präposition hängt dann an einer Melodie und nicht an einer Regel. Zusätzlich hilft es, die Verben nach Präposition zu gruppieren, weil sich innerhalb einer Gruppe Bedeutungsähnlichkeiten zeigen.

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