Das kannst du danach
- Du bildest das Past Perfect mit had und dem Past Participle für alle Personen.
- Du setzt es nur dort ein, wo die zeitliche Reihenfolge sonst unklar wäre.
- Du erkennst, warum es nach after und before meistens überflüssig ist.
- Du verwendest es sicher in der indirekten Rede und im Bedingungssatz.
- Du grenzt es vom Simple Past und vom Present Perfect ab.
Bildung
Das Past Perfect besteht aus had und dem Past Participle, also der dritten Verbform: I had finished, she had gone, they had seen. had gilt für alle Personen ohne Ausnahme — es gibt kein hads. Damit ist diese Zeitform formal die einfachste des ganzen englischen Systems, denn selbst das Present Perfect muss noch zwischen have und has unterscheiden.
Die dritte Form ist bei regelmäßigen Verben mit dem Simple Past identisch, endet also auf -ed. Bei unregelmäßigen Verben weicht sie ab, und genau dort passieren die Fehler: had gone und nicht had went, had taken und nicht had took. Die vollständige Liste steht in der Lektion zu den unregelmäßigen Verben.
Die Kurzform lautet 'd, und die ist zweideutig: I'd finished ist had, I'd finish wäre would. Entscheidend ist die Verbform danach — folgt ein Partizip, war es had; folgt eine Grundform, war es would. Verneint heißt es hadn't, gefragt wird durch Umstellung: Had you seen him before.
Das Deutsche bildet das Plusquamperfekt mit zwei Hilfsverben, hatte und war: ich hatte gegessen, ich war gegangen. Englisch braucht diese Unterscheidung nicht, hier steht immer had. Ein I was gone existiert zwar, bedeutet aber einen Zustand und keine Vorvergangenheit.
| Satzart | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| Aussage | had + Past Participle | She had left before I arrived. |
| Kurzform | 'd + Past Participle | They'd already eaten. |
| Verneinung | hadn't + Past Participle | I hadn't seen the email. |
| Frage | Had + Subjekt + Past Participle | Had you met him before? |
| Verlaufsform | had been + -ing | He had been working all night. |
Wofür es da ist
Das Past Perfect ist keine besonders weit zurückliegende Vergangenheit. Es ist eine Vergangenheit vor einer anderen Vergangenheit. Das ist der ganze Inhalt der Zeitform, und alles Weitere folgt daraus. Der Satz braucht also einen zweiten, späteren Bezugspunkt in der Vergangenheit — meist im Simple Past, manchmal nur im Zusammenhang mitgedacht.
When I arrived, the film had already started. Zwei Ereignisse, das Ankommen und das Beginnen, und das Past Perfect markiert das frühere. Ohne diese Markierung hieße When I arrived, the film started, und das bedeutete etwas anderes: Der Film begann in dem Moment, als ich kam. Hier trägt die Zeitform tatsächlich Bedeutung, hier ist sie unverzichtbar.
Der zweite Einsatzort ist der Grund für einen vergangenen Zustand. She was angry because I had forgotten her birthday. Das Vergessen liegt vor dem Ärger, und weil der Nebensatz das Frühere nennt, klärt das Past Perfect die Reihenfolge. Auch hier ließe ein Simple Past offen, was zuerst kam.
Der dritte Einsatzort ist die Verlaufsform: had been plus -ing. Sie misst eine Dauer, die bis zu einem Punkt in der Vergangenheit reichte. She had been waiting for an hour when the train finally came. Das Verhältnis zwischen beiden Formen entspricht genau dem zwischen Present Perfect und Present Perfect Progressive, nur eine Zeitstufe tiefer; ausführlich behandelt es die Lektion zum Past Perfect Progressive.
Warum Deutschsprachige es zu oft benutzen
Wer die Regel gelernt hat, neigt dazu, sie überall anzuwenden: Sobald zwei Handlungen in der Vergangenheit nacheinander passieren, kommt das Past Perfect zum Einsatz. Genau das ist der typische Fehler. Englisch setzt die Form nur dort, wo die Reihenfolge sonst unklar bliebe. Ist sie ohnehin klar, steht schlicht das Simple Past.
Am deutlichsten wird das nach after und before. Diese Bindewörter sagen die Reihenfolge bereits, ein zweites Signal ist überflüssig. After she finished her homework, she went out ist völlig korrekt und in Texten die übliche Fassung. After she had finished ist nicht falsch, aber schwerfällig. Bei before ist die Sache noch klarer: Before I left, I locked the door — hier wäre das Past Perfect sogar irreführend, weil before schon nach hinten zeigt.
Ebenso wenig gehört das Past Perfect in eine Erzählkette. Wenn Ereignisse in der Reihenfolge berichtet werden, in der sie passiert sind, trägt das Simple Past alles: He got up, made coffee, read the paper and left. Niemand schreibt hier had got up. Erst wenn die Erzählung aus der Reihe springt und etwas Früheres nachträgt, kommt das Past Perfect: He left the house. He had forgotten his keys. Wie Erzähltexte ihre Zeitformen anordnen, zeigt die Lektion zu den Zeitformen im Erzähltext.
Und eine ferne Vergangenheit allein ist kein Grund. In 1985 my grandfather bought this house braucht kein had bought, auch wenn es lange her ist. Ohne zweiten Bezugspunkt gibt es kein Davor, und ohne Davor kein Past Perfect.
| Situation | Richtig | Überflüssig |
|---|---|---|
| Reihenfolge sonst unklar | When I arrived, she had left. | — |
| nach after | After he left, we ate. | After he had left, we ate. |
| vor before | Before she called, I went out. | Before she had called … |
| Ereigniskette | I woke up, got dressed and left. | I had woken up, had got dressed … |
| nur lange her | He died in 1990. | He had died in 1990. |
Die Fälle, in denen es Pflicht ist
Es gibt Zusammenhänge, in denen das Past Perfect nicht wahlweise steht, sondern grammatisch verlangt wird. Der erste ist die indirekte Rede. Wird ein Satz im Präteritum oder Perfekt in die Vergangenheit verschoben, landet er im Past Perfect: I saw him wird zu She said she had seen him. Diese Verschiebung heißt Backshift und ist in den Lektionen zur indirekten Rede und zu den Backshift-Regeln geregelt.
Der zweite Pflichtfall ist der Bedingungssatz der dritten Art, also die nicht mehr änderbare Vergangenheit. If I had known, I would have helped. Hier steht das Past Perfect im if-Teil und ist nicht ersetzbar. Die vollständige Struktur behandelt die Lektion zu den if-Sätzen des Typs 3.
Der dritte Pflichtfall sind Wunschsätze über die Vergangenheit: I wish I had studied harder. If only we had left earlier. Auch hier ist das Past Perfect fest eingebaut, wie in der Lektion zu wish und if only beschrieben. Ein I wish I studied harder bedeutet etwas anderes, nämlich einen Wunsch für die Gegenwart.
Der vierte Fall sind feste Wendungen mit hardly, no sooner und scarcely, die zugleich eine Umstellung verlangen: Hardly had we sat down when the phone rang. No sooner had she arrived than it started raining. Diese Form ist gehoben und kommt fast nur schriftlich vor; sie gehört zum Thema der Inversion.
Abgrenzung zum Present Perfect
Beide Zeitformen sehen ähnlich aus und tun im Prinzip dasselbe: Sie stellen ein Ereignis vor einen Bezugspunkt. Der Unterschied liegt darin, wo dieser Bezugspunkt liegt. Beim Present Perfect ist es das Jetzt, beim Past Perfect ein Zeitpunkt in der Vergangenheit. I have lost my keys heißt, sie fehlen mir jetzt. I had lost my keys heißt, sie fehlten mir damals.
Daraus folgt eine praktische Regel: Sobald ein Erzähltext im Simple Past steht, wird aus jedem Present Perfect ein Past Perfect. Der ganze Text rückt eine Stufe zurück. Diese Verschiebung erklärt auch, warum in Romanen so viel had steht, obwohl im Gespräch kaum jemand diese Form benutzt.
Die Zeitangaben wandern mit. for und since funktionieren im Past Perfect genauso wie im Present Perfect, nur mit vergangenem Bezug: She had lived there for ten years before she moved. Auch already, just und never bleiben an derselben Stelle im Satz, nämlich zwischen had und Partizip.
Nicht verwechseln sollte man das Past Perfect mit dem Past Progressive. Dieses beschreibt eine Handlung, die zu einem vergangenen Zeitpunkt gerade lief. I was reading when he came in — das Lesen läuft parallel. I had read the book when he came in — das Lesen war vorher abgeschlossen.
| Zeitform | Bezugspunkt | Beispiel |
|---|---|---|
| Present Perfect | jetzt | I have finished my work. |
| Past Perfect | ein Punkt in der Vergangenheit | I had finished my work when she called. |
| Simple Past | der Zeitpunkt selbst | I finished my work at six. |
| Past Progressive | laufend zu diesem Zeitpunkt | I was finishing my work when she called. |
Typische Fehler von Deutschsprachigen
Der erste Fehler ist der Überschuss, der oben beschrieben wurde. Wer in jedem zweiten Satz had schreibt, wirkt umständlich, auch wenn kein einzelner Satz falsch ist. Die Probe: Streiche das had und prüfe, ob unklar wird, was zuerst geschah. Bleibt es klar, kann das had weg.
Der zweite Fehler ist die falsche Partizipform. had wrote, had drank, had went — alle drei sind falsch und ausgerechnet häufig, weil die betroffenen Verben zu den gebräuchlichsten gehören. Richtig sind had written, had drunk, had gone.
Der dritte Fehler betrifft feste Verbverbindungen. Auch Phrasal Verbs richten sich nach dem Grundverb: had got up, had taken off, had found out. Die Partikel bleibt unverändert hinten stehen, wie es die Einführung in die Phrasal Verbs beschreibt.
Der vierte Fehler entsteht aus dem deutschen Hilfsverb. Weil das Plusquamperfekt bei Bewegungsverben mit war gebildet wird, schreiben manche I was gone to Berlin. Englisch kennt nur had, unabhängig vom Verb. Und der fünfte Fehler ist das Past Perfect in einem Satz ohne zweiten Zeitpunkt — dann fehlt der Bezug, auf den die Form angewiesen ist, und der Satz wirkt unfertig.
Häufige Fragen
- Wann brauche ich das Past Perfect wirklich?
- Nur wenn zwei Ereignisse in der Vergangenheit liegen und die Reihenfolge sonst unklar wäre. When I arrived, she had left macht deutlich, dass sie vor meiner Ankunft ging. Steht die Reihenfolge schon anders fest, etwa durch after, before oder durch die Erzählabfolge, reicht das Simple Past. Ein einzelnes lange zurückliegendes Ereignis braucht kein Past Perfect.
- Heißt es After he had left oder After he left?
- Beides ist grammatisch möglich, üblich ist die kurze Fassung. after sagt die Reihenfolge bereits, deshalb ist ein zusätzliches had entbehrlich. In geschriebenen Texten findet man beide Varianten, in gesprochenem Englisch fast nur After he left. Bei before ist das Simple Past sogar deutlich natürlicher.
- Was ist der Unterschied zwischen I had seen und I have seen?
- Der Bezugspunkt. I have seen it heißt, ich habe es gesehen und das ist jetzt relevant. I had seen it heißt, ich hatte es zu einem bestimmten vergangenen Zeitpunkt schon gesehen. Das Past Perfect braucht deshalb immer einen zweiten, späteren Zeitpunkt im Satz oder im Zusammenhang, das Present Perfect nicht.
- Gibt es das Past Perfect auch als Verlaufsform?
- Ja, mit had been und der -ing-Form: She had been working there for five years before the company closed. Diese Form betont die Dauer bis zu einem vergangenen Zeitpunkt, während das einfache Past Perfect auf das abgeschlossene Ereignis schaut. Zustandsverben wie know oder believe bilden auch hier keine Verlaufsform.
- Warum steht in Romanen so viel had?
- Weil die Erzählung im Simple Past läuft und jeder Rückgriff auf etwas Früheres deshalb eine Stufe tiefer rutscht. Was in direkter Rede ein Present Perfect wäre, wird im Erzähltext zum Past Perfect. Im Gespräch fällt das kaum auf, weil dort der Bezugspunkt meistens die Gegenwart ist.
Passt dazu
- already, yet, just — Bedeutung und Stellung im englischen SatzWas already, yet und just bedeuten, an welche Stelle im Satz sie gehören und warum das deutsche „schon“ hier drei Übersetzungen hat.
- Aspekt — warum die Verlaufsform Bedeutung trägt, nicht nur ZeitI live in Berlin gegen I'm living in Berlin: Wie die englische Verlaufsform Dauer, Verhalten und Höflichkeit ausdrückt, wofür das Deutsche keine Form hat.
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- Future Perfect — will have done und was bis dahin fertig istDer Rückblick aus der Zukunft: Bildung mit will have, die Rolle von by und warum das deutsche Futur II im Alltag fast nie vorkommt.
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