Das kannst du danach
- Du bildest If-Sätze Typ 3 mit Past Perfect und would have plus dritter Verbform.
- Du erkennst, dass Typ 3 ausschließlich über eine unveränderliche Vergangenheit spricht.
- Du vermeidest die Formen If I would have und would of.
- Du ersetzt would have durch could have und might have, wo es passt.
- Du kennst die verkürzte Form mit Inversion: Had I known.
Wovon Typ 3 spricht
If-Sätze Typ 3 handeln von einer Vergangenheit, die anders hätte laufen können und es nicht tat. If I had studied harder, I would have passed the exam. Ich habe nicht genug gelernt, und ich bin durchgefallen. Beide Tatsachen stehen fest, der Satz spielt nur durch, was gewesen wäre.
Damit ist Typ 3 der einzige Bedingungssatz ohne jede Offenheit. Bei Typ 1 kann die Bedingung eintreten, bei Typ 2 ist sie unwahrscheinlich, aber denkbar. Bei Typ 3 ist die Sache erledigt. Deshalb steht dahinter fast immer ein Gefühl: Bedauern, Erleichterung, ein Vorwurf oder eine Rechtfertigung.
Diese Gefühlslage erklärt, warum die Form im Alltag so häufig ist. If you'd told me earlier, I could have helped ist ein Vorwurf. If we hadn't left so late, we wouldn't have missed the train ist eine Erklärung im Nachhinein. If he hadn't been wearing a helmet, he would have died ist Erleichterung. Die Grammatik ist dieselbe, der Ton völlig verschieden.
Wer nur über die Vergangenheit berichten will, braucht diese Form nicht. Sie kommt erst ins Spiel, wenn man den tatsächlichen Verlauf verlässt. Genau deshalb steht daneben oft eine schlichte Feststellung im Simple Past, die die Wirklichkeit nennt: I didn't study, so I failed.
Die Bildung
Der if-Teil steht im Past Perfect, also had plus dritter Verbform. Der Hauptsatz steht mit would have plus dritter Verbform. If they had asked, we would have said yes. Das Muster ist lang, aber vollkommen starr: had im einen Teil, would have im anderen.
In der gesprochenen Sprache schrumpfen beide Hälften stark. If I'd known, I'd have called. Das erste 'd ist had, das zweite would, und beide klingen gleich. Wer nur hört, unterscheidet sie am folgenden Verb: 'd known ist had, 'd have called ist would. Verneint heißt es hadn't und wouldn't have.
Die dritte Verbform ist die Stelle, an der es klemmt. Bei regelmäßigen Verben ist sie mit der zweiten identisch, bei unregelmäßigen nicht. If I had gone, nicht If I had went. Wer die Reihe take – took – taken sicher beherrscht, baut diese Sätze ohne Nachdenken.
Wie bei Typ 2 kann statt would auch could oder might stehen, jeweils mit have und dritter Form. If we had left earlier, we could have caught the train. If you had asked, she might have agreed. Diese Kombinationen gehören zu den Modalverben mit have, die auch außerhalb von If-Sätzen ständig vorkommen.
| Satzteil | Form | Beispiel |
|---|---|---|
| if-Teil | had + 3. Form | If I had seen her, |
| Hauptteil | would have + 3. Form | I would have said hello. |
| Verneinung if-Teil | hadn't + 3. Form | If I hadn't seen her, |
| Verneinung Hauptteil | wouldn't have + 3. Form | I wouldn't have said anything. |
| Möglichkeit | could have / might have | We could have won. / She might have come. |
| Kurzform gesprochen | 'd + 3. Form / 'd have + 3. Form | If I'd known, I'd have come. |
Der deutsche Fehler: würde und hätte in einem Topf
Deutsch hat für diesen Satztyp eine eigene Form, den Konjunktiv der Vergangenheit: Wenn ich mehr gelernt hätte, hätte ich die Prüfung bestanden. Damit sind wir eigentlich gut gerüstet. Das Problem entsteht erst durch die Umgangssprache, in der neben hätte auch würde gehabt haben auftaucht und viele Sprecher beide Hälften mit würde bauen.
Im Englischen führt das zu If I would have studied harder, I would have passed. Dieser Satz ist die häufigste einzelne Fehlerquelle deutschsprachiger Lernender in diesem Bereich. Die Regel ist dieselbe wie bei Typ 2: Nach if steht kein would. Der if-Teil bekommt had, und zwar immer.
Der zweite deutsche Reflex betrifft die Zahl der Verben. Der englische Hauptsatz besteht aus drei Teilen — would, have und Partizip —, das deutsche hätte bestanden aus zweien. Deshalb fällt beim Sprechen gern das have weg: I would passed. Sprich den Block would have als Einheit, dann passiert das nicht.
Umgekehrt hilft eine Beobachtung: Wo im Deutschen zweimal hätte oder wäre steht, steht im Englischen einmal had und einmal would have. Wenn du das gehört hättest, hättest du gelacht wird zu If you had heard that, you would have laughed. Zwei deutsche Konjunktive, zwei verschiedene englische Formen.
| Deutsch | Falsch | Richtig |
|---|---|---|
| Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich gekommen. | If I would have known, I would have come. | If I had known, I would have come. |
| Wenn sie gefragt hätte, hätte ich geholfen. | If she would have asked, I would helped. | If she had asked, I would have helped. |
| Wenn wir früher losgefahren wären, hätten wir es geschafft. | If we would leave earlier, we would made it. | If we had left earlier, we would have made it. |
| Wenn er nicht gelogen hätte, wäre nichts passiert. | If he wouldn't lie, nothing would happen. | If he hadn't lied, nothing would have happened. |
would of und andere Hörfehler
In geschriebenen englischen Texten begegnet einem oft would of, could of, should of. Das ist kein Regionalismus und keine Variante, sondern schlicht falsch. Es entsteht, weil das unbetonte have in would have wie of klingt. Muttersprachler schreiben es trotzdem, Lernende sollten es nie tun.
Ein verwandter Hörfehler betrifft das Weglassen des ganzen Blocks. If I'd have known ist in gesprochener Sprache verbreitet und in Prüfungen falsch: Im if-Teil steht nur had, ohne have. Wer sicher gehen will, schreibt die Langform aus und kürzt erst, wenn die Struktur sitzt.
Auch die Reihenfolge kann kippen. Im Hauptsatz mit Frage rückt would nach vorn: What would you have done. Das have bleibt dabei stehen, wo es hingehört, direkt vor dem Partizip. Would you have told her ist richtig, Would have you told her nicht.
Wenn im if-Teil eine Dauer gemeint ist, steht dort das Past Perfect Progressive: If she had been driving more slowly, the accident wouldn't have happened. Die Regel bleibt unverändert, nur die Verlaufsform tritt hinzu.
Verwandte Konstruktionen
Sehr nah verwandt ist I wish und if only mit dem Past Perfect: I wish I had said something. If only we had known. Diese Sätze drücken dasselbe Bedauern aus, nur ohne Folge. Wer Typ 3 beherrscht, hat diese Konstruktion praktisch geschenkt.
In gehobener Sprache lässt sich das if streichen, wenn had nach vorn rückt: Had I known, I would have come. Diese Umstellung ist die geläufigste Form der Inversion in Bedingungssätzen und wirkt förmlich, aber nicht altmodisch. Sie steht häufig in Geschäftsbriefen und Zeitungstexten.
Auch ohne if-Satz taucht die Form ständig auf, wenn jemand über eine verpasste Möglichkeit spricht. She could have gone to university, but she didn't. You should have told me. Diese Modalverben mit have sind im Grunde Hauptsätze eines Typ-3-Gefüges, dessen Bedingung ungesagt bleibt.
Wenn Bedingung und Folge zeitlich auseinanderfallen — die Bedingung in der Vergangenheit, die Folge in der Gegenwart —, greifen weder Typ 2 noch Typ 3 allein. Dafür gibt es die gemischten If-Sätze, die genau diese beiden Muster kombinieren. Sie setzen voraus, dass beide Grundtypen sitzen.
Übersetzungsfallen und Ton
Ein Typ-3-Satz kann im Deutschen sehr kurz ausfallen und im Englischen trotzdem den vollen Bau brauchen. Das hätte ich dir sagen können wird zu I could have told you that, mit have und dritter Form. Wer das have weglässt, verliert die Vergangenheit vollständig, denn I could tell you that heißt etwas ganz anderes.
Der Ton ist heikler, als er aussieht. If you had listened to me steht sprachlich neutral da, wirkt aber praktisch immer wie ein Vorwurf. Wer das vermeiden will, dreht den Satz um und stellt die eigene Seite nach vorn: I should have explained it better. Diese Umkehrung ist im Englischen ein gängiges Mittel, Konflikte zu entschärfen.
Im Erzählen dient Typ 3 dazu, Spannung nachträglich zu erzeugen. If the driver hadn't braked, someone would have been killed. Der Satz erklärt, wie knapp es war, ohne dass etwas passiert ist. In Berichten und Reportagen ist das eines der häufigsten Satzmuster überhaupt.
Zuletzt eine Beobachtung zur Häufigkeit: Typ 3 ist im Englischen gesprächstauglich und wird ständig benutzt, während der deutsche Konjunktiv der Vergangenheit vielen schwerfällt und oft umgangen wird. Wer im Deutschen zur Umschreibung neigt, unterschätzt leicht, wie normal die englische Form klingt. Bau sie ruhig ein, sie wirkt nicht gestelzt. Genauso unauffällig ist übrigens used to, wenn es um frühere Gewohnheiten geht.
Häufige Fragen
- Wann nehme ich Typ 3 und wann Typ 2?
- Typ 3 spricht ausschließlich über die Vergangenheit, die feststeht und nicht mehr zu ändern ist. Typ 2 spricht über Gegenwart oder Zukunft und lässt die Bedingung theoretisch offen. If I had money bezieht sich auf jetzt, If I had had money auf damals. Fällt Bedingung und Folge zeitlich auseinander, brauchst du eine gemischte Form.
- Warum ist If I would have known falsch?
- Weil im if-Teil eines Bedingungssatzes nie would steht. Richtig ist If I had known. Der Fehler kommt aus dem Deutschen, wo würde im Alltag beide Satzteile besetzen darf. Im Englischen ist die Aufteilung fest: had im if-Teil, would have im Hauptsatz.
- Was bedeutet would of?
- Nichts. Es ist eine Verschreibung von would have, weil das unbetonte have wie of klingt. Dasselbe gilt für could of und should of. In geschriebenen Texten von Muttersprachlern taucht es häufig auf, es gilt trotzdem als Fehler.
- Was heißt Had I known ohne if?
- Es ist die förmliche Variante von If I had known. Das if entfällt, dafür rückt had vor das Subjekt. Diese Inversion ist in Geschäftsbriefen und geschriebenen Texten üblich, im Gespräch aber selten. Der Sinn bleibt gleich.
- Kann im Hauptsatz auch could have oder might have stehen?
- Ja, und das ist sehr häufig. would have nennt die Folge als sicher, could have betont die Möglichkeit oder Gelegenheit, might have lässt offen, ob es tatsächlich so gekommen wäre. If we had left earlier, we could have caught the train ist ein völlig normaler Satz.
Passt dazu
- Bedingung ohne if — Had I known und Were it not forWie Had I known, Were it not for und Should you need gebildet werden, wo sie hingehören und warum sie in Prüfungen erwartet werden.
- gemischte If-Sätze — Bedingung und Folge in zwei ZeitenWenn eine vergangene Bedingung eine heutige Folge hätte oder umgekehrt: die zwei Mischformen aus Typ 2 und Typ 3.
- If-Sätze Typ 0 — Bedingungen, die immer geltenDer Bedingungssatz für Naturgesetze, Gewohnheiten und Regeln — zweimal Präsens, kein will, und meist ist when genauso richtig.
- If-Sätze Typ 1 — reale Bedingung, und warum nach if kein will stehtDer Bedingungssatz für alles, was wirklich passieren kann — mit der Regel, die Deutschsprachige am häufigsten verletzen.
- If-Sätze Typ 2 — die unwahrscheinliche Bedingung mit wouldSimple Past im if-Teil, would im Hauptteil: wie der zweite Bedingungssatz gebaut wird und warum würde nie in beide Satzteile gehört.
- unless, provided, as long as — Bedingungen ohne ifBedingungen lassen sich auch ohne if ausdrücken. Was unless genau bedeutet, warum es nicht verneint werden darf und wo in case anders liegt als if.