Das kannst du danach
- Du bildest das Past Perfect Progressive sicher mit had been und der -ing-Form.
- Du unterscheidest, wann die Verlaufsform nötig ist und wann das einfache Past Perfect genügt.
- Du erkennst, warum das Deutsche diese Zeitform mit Präteritum und schon umschreibt.
- Du weißt, welche Verben nicht in der Verlaufsform stehen und was stattdessen gilt.
- Du setzt for und since im richtigen Satzteil ein.
Was diese Zeitform überhaupt leistet
Das Past Perfect Progressive beantwortet eine sehr enge Frage: Wie lange lief etwas bis zu einem bestimmten Punkt in der Vergangenheit. Nicht wann es geschah, nicht ob es fertig wurde, sondern wie lange es davor schon andauerte. She had been waiting for two hours when the train finally arrived. Der Punkt ist die Ankunft des Zuges, und die zwei Stunden liegen davor.
Damit gehört die Form zu einer Familie. Sie verhält sich zum Past Perfect genau so, wie sich das Present Perfect Progressive zum Present Perfect verhält: Sie verschiebt den Blick von der Vollendung auf die Dauer. Und sie verhält sich zum Past Progressive wie eine Vorstufe: Das Past Progressive zeigt, was gerade lief, das Past Perfect Progressive zeigt, was vorher schon eine Weile gelaufen war.
Zwei Bezugspunkte sind also immer im Spiel. Der eine ist ein Ereignis oder eine Uhrzeit in der Vergangenheit, meist im Simple Past genannt oder als Zeitangabe gesetzt. Der andere ist die Strecke davor, die diese Zeitform trägt. Ohne den ersten Punkt hängt die Form in der Luft, und genau das ist der häufigste Fehler: ein Past Perfect Progressive ohne irgendeinen erkennbaren Bezug in der Vergangenheit.
Sehr oft steht dabei ein Ergebnis im Raum, das die Dauer erklärt. His eyes were red because he had been crying. Der rote Blick ist die sichtbare Folge, das Weinen die Ursache, die eine Weile gedauert hat. Diese Verbindung von Dauer und sichtbarer Folge ist der typischste Gebrauch überhaupt, und man findet ihn in Erzählungen häufiger als in Gesprächen.
Die Bildung: had been plus -ing
Die Form ist völlig regelmäßig und kennt keine Personalendungen. Es heißt immer had been, ganz gleich ob I, you, he oder they davorsteht. Danach folgt das Vollverb mit -ing. Die einzige Stelle, an der man sich vertun kann, ist das been, das gern unterschlagen wird: I had waiting ist keine englische Form.
In der Verneinung tritt not hinter had, in der Frage rückt had vor das Subjekt. Kurzformen sind in der gesprochenen Sprache die Regel: I'd been working, they hadn't been listening, hadn't you been sleeping. Das gesprochene I'd been klingt so gedrängt, dass Lernende es beim Hören oft überhaupt nicht bemerken.
Weil das Verb im Hauptteil unverändert bleibt, spielt es keine Rolle, ob es regelmäßig oder unregelmäßig ist. Auch bei den sperrigsten Verben lautet die Form schlicht had been plus -ing: had been thinking, had been writing, had been getting. Die dritte Verbform, die im einfachen Past Perfect nötig ist, brauchst du hier nie.
| Satzart | Bau | Beispiel |
|---|---|---|
| Aussage | had been + Verb-ing | I had been working all morning. |
| Verneinung | had not been + Verb-ing | She hadn't been sleeping well. |
| Frage | had + Subjekt + been + Verb-ing | Had you been waiting long? |
| Kurzantwort | Yes, I had. / No, I hadn't. | Had they been arguing? Yes, they had. |
| Kurzform | 'd been | We'd been driving for hours. |
Past Perfect oder Past Perfect Progressive
Beide Formen liegen zeitlich an derselben Stelle, vor einem Punkt der Vergangenheit. Der Unterschied liegt nur im Blickwinkel. Das einfache Past Perfect meldet, dass etwas abgeschlossen war: She had written three emails before lunch. Drei fertige Mails, gezählt und erledigt. Die Verlaufsform meldet, dass etwas lief: She had been writing emails all morning. Kein Ergebnis, sondern eine ausgefüllte Strecke.
Daran hängt eine brauchbare Faustregel. Wo eine Menge steht — drei Mails, zwei Kapitel, fünf Kilometer —, nimmt Englisch die einfache Form. Wo eine Zeitspanne steht — den ganzen Morgen, seit acht Uhr, zwei Stunden lang —, nimmt es die Verlaufsform. I had read two books und I had been reading for two hours sind beide korrekt, meinen aber Verschiedenes.
Ein zweiter Unterschied betrifft die Frage, ob die Sache zum Bezugspunkt noch lief. Beim Past Perfect Progressive ist das der Normalfall: When I arrived, she had been cooking for an hour — sie kochte noch. Beim Past Perfect ist es umgekehrt: When I arrived, she had cooked dinner — das Essen stand fertig da. Wer das verwechselt, ändert die ganze Szene.
Bei manchen Verben verschwindet der Unterschied fast völlig. I had lived there for ten years und I had been living there for ten years sind praktisch austauschbar, weil live ohnehin eine Dauer bezeichnet. Dasselbe gilt für work, wait und study. Bei anderen Verben ist der Unterschied dagegen scharf, und man merkt ihn sofort.
| Past Perfect | Past Perfect Progressive | Was sich ändert |
|---|---|---|
| I had painted the room. | I had been painting the room. | fertig gegen mittendrin |
| He had run five miles. | He had been running for an hour. | Menge gegen Zeitspanne |
| They had talked to her. | They had been talking for ages. | Ereignis gegen Dauer |
| We had eaten. | We had been eating when he called. | abgeschlossen gegen laufend |
Der Vergleich zum Deutschen: eine Form, die uns fehlt
Deutsch hat für diese Zeitform schlicht nichts. Wir kennen kein Plusquamperfekt der Verlaufsform, weil wir überhaupt keine Verlaufsform als feste grammatische Kategorie haben. Deshalb übersetzt sich She had been waiting for two hours nicht wörtlich, sondern nur mit einem Umweg: Sie wartete schon seit zwei Stunden. Das Deutsche nimmt dafür das Präteritum und schiebt ein schon oder ein bereits ein.
Diese Lücke hat eine unangenehme Nebenwirkung. Wer vom Deutschen ausgeht, sieht im deutschen Satz ein einfaches Präteritum und greift im Englischen zum Simple Past: She waited for two hours when the train arrived. Das ist falsch, denn der Satz braucht die Vorzeitigkeit. Das kleine deutsche schon ist das eigentliche Signal, und es wird beim Übersetzen fast immer überlesen.
Umgekehrt gilt: Wenn du im deutschen Satz ein schon, bereits oder seit findest und der Bezugspunkt in der Vergangenheit liegt, ist im Englischen fast immer eine der beiden Perfect-Formen fällig. Steht dabei eine Zeitspanne, nimm die Verlaufsform. Sie hatten schon eine Stunde diskutiert, als er kam wird zu They had been arguing for an hour when he came.
Ein weiterer deutscher Reflex führt in die Irre. Wir sagen gern Ich war am Arbeiten oder Ich war dabei zu arbeiten, wenn wir Dauer betonen wollen. Diese Umschreibungen wirken so, als bräuchte man auf Englisch etwas Zusätzliches, etwa I was busy working. Nötig ist das nie: Die -ing-Form allein trägt die Dauer schon vollständig.
for, since und die Verben ohne Verlaufsform
Zeitangaben stehen fast immer dabei, und dabei gilt dieselbe Aufteilung wie im Present Perfect: for nennt die Länge, since nennt den Anfangspunkt. He had been living in Bristol for six years. He had been living in Bristol since 2010. Beide Angaben stehen im Satz mit der Verlaufsform, nicht im Nebensatz mit dem Bezugspunkt.
Es gibt eine Gruppe von Verben, die grundsätzlich nicht in der Verlaufsform stehen. Dazu gehören know, believe, understand, want, need, like, hate, own, belong und be in der Bedeutung sein. Bei ihnen gilt das einfache Past Perfect, auch wenn eine Dauer gemeint ist: I had known her for years, nicht I had been knowing her. Diese Regel gilt für alle Verlaufsformen gleichermaßen.
Zwei Verben verhalten sich uneinheitlich. have ist ohne Verlaufsform, wenn es besitzen heißt, aber mit Verlaufsform, wenn es Teil einer Wendung ist: they had been having trouble ist völlig normal. Und think steht ohne Verlaufsform in der Bedeutung meinen, mit Verlaufsform in der Bedeutung nachdenken: I had been thinking about it all week.
Bei Handlungen, die man sich ausdrücklich vorgenommen hatte, taucht die Form oft mit Verben des Planens auf, etwa wenn jemand über Wochen sich auf etwas gefreut hat und dann doch etwas dazwischenkommt. She had been looking forward to the trip for months when it was cancelled. Der Satz erklärt in einem Zug, warum die Absage so hart traf.
| Verbtyp | Beispielverben | Was gilt |
|---|---|---|
| Tätigkeit | work, wait, read, drive | Verlaufsform normal |
| Zustand | know, own, believe, want | nur einfaches Past Perfect |
| Doppelt | have, think, see | je nach Bedeutung beides |
| Wahrnehmung | hear, smell, notice | meist ohne Verlaufsform |
Wo die Form im Text auftaucht
Im gesprochenen Alltagsenglisch ist das Past Perfect Progressive selten. Man hört es vor allem dort, wo jemand eine Vorgeschichte erzählt und begründet, warum eine Lage so war, wie sie war. Genau deshalb ist die Form in Romanen, Berichten und Zeugenaussagen deutlich häufiger als im Gespräch am Küchentisch.
Sehr regelmäßig steht sie in der indirekten Rede. Aus I have been waiting for an hour wird She said she had been waiting for an hour. Die Verschiebung der Zeitform macht aus dem Present Perfect Progressive automatisch das Past Perfect Progressive, und aus dem Past Progressive ebenfalls. Wer indirekte Rede sauber baut, benutzt die Form also ständig, ohne sie eigens zu wählen.
Ein zweiter fester Ort sind irreale Bedingungen. In If-Sätzen des dritten Typs steht sie im if-Teil, wenn eine Dauer gemeint ist: If she had been driving more slowly, the accident wouldn't have happened. Hier ist die Form nicht schmückend, sondern trägt die Bedeutung.
Und schließlich taucht sie in Sätzen mit before und until auf, wenn eine lange Vorbereitung einem Ereignis vorausging: They had been rehearsing for weeks before the first show. Diese Konstruktion wirkt im Englischen völlig unauffällig, während die deutsche Entsprechung mit schon seit Wochen fast umständlicher klingt.
Typische Fehler
Der häufigste Fehler ist das fehlende been. Wer I had waiting oder she had working schreibt, hat die Form halb gebaut. Merke sie dir als festen Block had been, der nie zerfällt, und häng die -ing-Form daran an. Zweitens fällt das had oft weg, weil das gesprochene 'd kaum hörbar ist — geschrieben muss es stehen.
Der zweite Fehler ist der fehlende Bezugspunkt. Ein Satz wie Yesterday I had been working all day steht ohne zweites Ereignis in der Luft und gehört ins Past Progressive: Yesterday I was working all day. Die Vorzeitigkeit braucht immer etwas, dem sie vorausgeht.
Der dritte Fehler ist die Verlaufsform bei Zustandsverben, meist bei know und want. Hier hilft nur, sich die Gruppe einmal einzuprägen. Der vierte betrifft die Zeitangabe: for und since gehören zum Verb in der Verlaufsform, nicht zum Nebensatz. When I had been arriving ist doppelt falsch, weil arrive punktuell ist und der Nebensatz ins Simple Past gehört.
Und schließlich wird die Form gern eingesetzt, wo das einfache Past Perfect genügt. Zwei Formen, die dasselbe Zeitfenster besetzen, verleiten dazu, immer die auffälligere zu nehmen. Frag dich stattdessen jedes Mal, ob dich die Dauer interessiert oder das Ergebnis. Interessiert dich das Ergebnis, nimm die kurze Form.
Häufige Fragen
- Wann nehme ich Past Perfect Progressive statt Past Perfect?
- Wenn dich die Dauer bis zum Bezugspunkt interessiert und nicht das Ergebnis. Steht im Satz eine Zeitspanne wie for two hours oder all morning, ist die Verlaufsform richtig. Steht eine Menge wie three letters oder five miles, nimm das einfache Past Perfect. Bei Verben wie live oder work sind beide Formen oft austauschbar.
- Wie übersetzt man Past Perfect Progressive ins Deutsche?
- Mit dem Präteritum plus schon, bereits oder seit. She had been waiting for an hour wird zu Sie wartete schon seit einer Stunde. Eine eigene deutsche Form gibt es nicht, deshalb geht die Information beim Übersetzen leicht verloren. Beim Weg vom Deutschen ins Englische ist genau dieses schon das Signal, das die englische Form auslöst.
- Heißt es I had been knowing her for years?
- Nein. know gehört zu den Zustandsverben und steht nicht in der Verlaufsform. Richtig ist I had known her for years. Dasselbe gilt für believe, understand, want, need, like, own und belong. Bei diesen Verben trägt das einfache Past Perfect die Dauer mit.
- Muss immer ein zweites Ereignis im Satz stehen?
- Ein Bezugspunkt in der Vergangenheit muss erkennbar sein, aber er kann auch aus dem vorherigen Satz kommen. In einer Erzählung reicht der zuvor genannte Zeitpunkt völlig aus. Fehlt jeder Bezug, ist meist das Past Progressive die richtige Wahl.
- Gibt es einen Unterschied zwischen britischem und amerikanischem Englisch?
- In der Bildung nicht, had been plus -ing gilt überall gleich. Amerikanisches Englisch greift insgesamt etwas seltener zu den Perfect-Formen und ersetzt sie in gesprochener Sprache öfter durch das Simple Past. In geschriebenen Texten verhalten sich beide Varianten praktisch identisch.
Passt dazu
- already, yet, just — Bedeutung und Stellung im englischen SatzWas already, yet und just bedeuten, an welche Stelle im Satz sie gehören und warum das deutsche „schon“ hier drei Übersetzungen hat.
- Aspekt — warum die Verlaufsform Bedeutung trägt, nicht nur ZeitI live in Berlin gegen I'm living in Berlin: Wie die englische Verlaufsform Dauer, Verhalten und Höflichkeit ausdrückt, wofür das Deutsche keine Form hat.
- for und since — Zeitraum gegen Zeitpunktfor steht vor einer Dauer, since vor einem Anfangspunkt. Im Deutschen heißt beides seit, und genau daher kommt der Fehler.
- future in the past — was going to und would als Zukunft von gesternWie man aus der Vergangenheit heraus über die Zukunft spricht: was going to, would, was to und was about to im Vergleich.
- Future Perfect — will have done und was bis dahin fertig istDer Rückblick aus der Zukunft: Bildung mit will have, die Rolle von by und warum das deutsche Futur II im Alltag fast nie vorkommt.
- Future Progressive — will be doing und wann es wirklich stehtDer Verlauf zu einem Zeitpunkt in der Zukunft, die höfliche Frage nach Plänen und warum das Deutsche für beides keine eigene Form hat.