englischclub
A2Zeitformen15 Min. Lesezeit

unregelmäßige Verben — die drei Formen im Simple Past

Die drei Formen der unregelmäßigen Verben, die häufigsten Vertreter und warum hier Auswendiglernen wirklich der kürzeste Weg ist.

Das kannst du danach

  • Du kennst die drei Formen eines unregelmäßigen Verbs und weißt, wofür jede einzelne gebraucht wird.
  • Du bildest das Simple Past der häufigsten unregelmäßigen Verben ohne Nachschlagen.
  • Du erkennst die Lautmuster, nach denen sich viele dieser Verben zu Gruppen bündeln lassen.
  • Du weißt, warum in Fragen und Verneinungen die Grundform zurückkommt.
  • Du unterscheidest britische und amerikanische Formen wie learnt und learned.

Warum es unregelmäßige Verben überhaupt gibt

Regelmäßige Verben hängen in der Vergangenheit schlicht -ed an: work wird zu worked, play zu played, watch zu watched. Wer dieses Grundmuster beherrscht, hat die eine Hälfte der englischen Vergangenheit erledigt. Die andere Hälfte besteht aus etwa 180 Verben, die sich nicht daran halten. Ärgerlich daran ist nicht die Zahl, sondern die Auswahl: Es sind ausgerechnet die Verben, die man in jedem zweiten Satz braucht. go, have, say, get, make, take, come, see, know, think — die zehn häufigsten Vollverben des Englischen sind ausnahmslos unregelmäßig.

Das ist kein englischer Sonderweg. Im Deutschen heißt dasselbe Phänomen starke Verben: singen wird zu sang und gesungen, gehen zu ging und gegangen, nehmen zu nahm und genommen. Auch bei uns ist es die alltäglichste Wortschicht, die sich am hartnäckigsten der Regel entzieht. Beide Sprachen haben diese Formen aus derselben germanischen Quelle geerbt, und deshalb sind viele Paare erkennbar verwandt: sing – sang – sung neben singen – sang – gesungen, drink – drank – drunk neben trinken – trank – getrunken.

Diese Verwandtschaft ist eine Hilfe und eine Falle zugleich. Sie hilft, weil das Prinzip vertraut ist: Der Vokal im Wortinneren ändert sich, statt dass hinten eine Endung angeklebt wird. Sie ist eine Falle, weil sich die Gruppen im Lauf der Jahrhunderte auseinanderentwickelt haben. Deutsch bringen ist unregelmäßig, englisch bring ebenfalls — aber die Form heißt brought und nicht bringed oder brang. Verlassen darf man sich auf das Sprachgefühl also nie.

Ein echter Trost bleibt trotzdem: Im Simple Past gibt es keine Personalendungen. Egal ob I, you, he, she oder they — die Form ist immer dieselbe. I went, she went, we went, they went. Damit ist das englische Simple Past deutlich einfacher als das deutsche Präteritum, wo ich ging neben du gingst und ihr gingt steht. Einzige Ausnahme ist das Verb to be mit was und were, das als einziges Verb noch zwei Vergangenheitsformen unterscheidet.

Die drei Formen und wofür man sie braucht

In Wortlisten stehen unregelmäßige Verben immer in drei Spalten. Diese drei Formen sind kein Selbstzweck, sondern jede hat einen eigenen Arbeitsplatz im Satz. Wer nur die zweite Form lernt, kann die Vergangenheit erzählen, scheitert aber an jeder zusammengesetzten Zeitform.

Die erste Form ist die Grundform, also der Infinitiv ohne to. Sie steht im Simple Present, nach Modalverben und, wichtig für dieses Thema, nach did. Die zweite Form ist das Simple Past und steht allein, ohne Hilfsverb. Die dritte Form heißt Past Participle und steht nie allein: Sie braucht immer ein Hilfsverb vor sich — have im Present Perfect, had im Past Perfect, eine Form von be im Passiv.

Bei regelmäßigen Verben fallen zweite und dritte Form zusammen, beide enden auf -ed. Genau deshalb fällt der Unterschied dort nicht auf, und genau deshalb merkt man ihn bei unregelmäßigen Verben schmerzhaft: I saw it und I have seen it sind nicht austauschbar. Wer sagt I have saw it, hat das Hilfsverb richtig und die Verbform falsch — ein Fehler, der sofort auffällt.

Beim Lernen lohnt es sich deshalb, die drei Formen immer laut und im Block zu sprechen: take – took – taken, write – wrote – written, speak – spoke – spoken. Einzeln gelernte Formen lassen sich später nicht zuordnen. Als Kette gelernte Formen rufen sich gegenseitig auf.

FormNameWo sie stehtBeispiel
1. FormInfinitivSimple Present, nach did, nach ModalverbenI go. Did you go? I can go.
2. FormSimple Pastallein, ohne HilfsverbI went home.
3. FormPast Participlenach have, had, beI have gone. It was taken.

Die wichtigsten unregelmäßigen Verben

Die folgende Liste deckt den weitaus größten Teil dessen ab, was im Alltag vorkommt. Wer diese Verben sicher kann, versteht und produziert die englische Vergangenheit in normalen Gesprächen ohne Lücke. Der Rest kommt beim Lesen von selbst dazu.

Lerne sie nicht alphabetisch. Alphabetisch stehen begin und be nebeneinander, obwohl sie nichts miteinander zu tun haben. Nimm stattdessen kleine Gruppen mit gleichem Lautmuster, wie im nächsten Abschnitt beschrieben, oder Gruppen nach Bedeutung: alles, was mit Bewegung zu tun hat, alles, was mit Sprechen zu tun hat.

GrundformSimple PastPast ParticipleDeutsch
bewas / werebeensein
becomebecamebecomewerden
beginbeganbegunbeginnen
breakbrokebrokenbrechen
bringbroughtbroughtbringen
buyboughtboughtkaufen
comecamecomekommen
dodiddonetun
drinkdrankdrunktrinken
drivedrovedrivenfahren
eatateeatenessen
findfoundfoundfinden
getgotgot (AE gotten)bekommen
givegavegivengeben
gowentgonegehen
havehadhadhaben
knowknewknownwissen
leaveleftleftverlassen
makemademademachen
meetmetmettreffen
paypaidpaidzahlen
saysaidsaidsagen
seesawseensehen
speakspokespokensprechen
taketooktakennehmen
telltoldtolderzählen
thinkthoughtthoughtdenken
writewrotewrittenschreiben

Muster statt Einzelfälle

Unregelmäßig heißt nicht regellos. Ein großer Teil der Verben lässt sich zu Gruppen bündeln, in denen derselbe Vokalwechsel oder dieselbe Endung wiederkehrt. Wer diese Gruppen im Kopf hat, muss nicht 180 Einzelfälle speichern, sondern etwa ein Dutzend Muster plus eine Handvoll echter Sonderlinge.

Besonders ergiebig ist die Gruppe mit i – a – u, weil sie im Deutschen genauso funktioniert: sing – sang – sung, ring – rang – rung, swim – swam – swum, begin – began – begun. Ebenso hilfreich ist die große Gruppe auf -ought und -aught, in der zweite und dritte Form gleich sind und beide auf ein gesprochenes /ɔːt/ enden: buy – bought, think – thought, teach – taught, catch – caught.

Bei manchen Verben ändert sich nur ein Buchstabe, und das leise. meet wird zu met, feel zu felt, keep zu kept, sleep zu slept. Man hört den kurzen Vokal, man schreibt ihn aber nicht doppelt. Das ist eine typische Fehlerquelle beim Diktieren und beim Tippen.

Vorsicht bei Verben, die von einem unregelmäßigen Verb abgeleitet sind: understand folgt stand und wird zu understood, forget folgt get und wird zu forgot, become folgt come und wird zu became. Auch zusammengesetzte Verben behalten das Muster. Ein Phrasal Verb wie get up richtet sich nach get und heißt in der Vergangenheit got up, niemals getted up. Dieselbe Regel gilt für alle zusammengesetzten Verben.

MusterBeispieleMerkhilfe
i – a – using, ring, swim, begin, drinkwie deutsch singen – sang – gesungen
i – a – u (2. = 3. Form)dig – dug – dug, win – won – wonVokal wechselt nur einmal
-ought / -aughtbuy, bring, think, teach, catchalle enden gesprochen auf /ɔːt/
ee – e – emeet, feel, keep, sleep, feedlanges ee wird kurzes e
i – o – i(t)enwrite – wrote – written, drive – drove – drivenPartizip auf -en
ea – o – ospeak – spoke – spoken, break – broke – brokenPartizip auf -en
ow – ew – ownknow – knew – known, grow – grew – grown, throw – threw – thrownsehr verlässliche Gruppe
alle drei gleichcut, put, let, hit, cost, shut, hurt, setkeine Veränderung

Verben, die sich gar nicht ändern

Eine kleine Gruppe hat drei identische Formen: cut, put, let, hit, cost, shut, hurt, set, spread, quit. Das klingt bequem, ist aber eine der unauffälligsten Fehlerquellen überhaupt, weil man der Form nicht ansieht, in welcher Zeit sie steht. I cut my finger kann heute oder gestern bedeuten. Nur der Zusammenhang oder eine Zeitangabe klärt das: I cut my finger yesterday.

Ein Sonderfall ist read. Geschrieben bleiben alle drei Formen gleich, gesprochen nicht: die Grundform klingt /riːd/, Simple Past und Past Participle klingen /red/, also wie die Farbe red. Wer laut liest, muss hier also mitdenken, obwohl auf dem Papier nichts passiert.

Ebenfalls unauffällig sind Verben, deren zweite und dritte Form gleich sind, sich aber von der Grundform unterscheiden: find – found – found, have – had – had, make – made – made, pay – paid – paid. Diese Gruppe ist die größte unter den unregelmäßigen Verben und deshalb der beste Startpunkt beim Lernen: Man merkt sich zwei Formen statt drei.

In Fragen und Verneinungen kommt die Grundform zurück

Das ist die Regel, an der die meisten Sätze scheitern, und sie ist zum Glück kurz: Sobald did im Satz steht, steht das Vollverb in der Grundform. Did you go home? Nicht Did you went home. She didn't take the bus. Nicht She didn't took the bus. Das did trägt die Vergangenheit bereits, das Verb muss sie nicht ein zweites Mal anzeigen.

Damit gilt für unregelmäßige Verben exakt dieselbe Mechanik wie für regelmäßige. Die Details zum Fragebau stehen in der Lektion zu den Fragen mit do, für die Verneinung gilt dasselbe mit didn't. Der einzige Unterschied ist psychologisch: Bei went fühlt sich die Rückkehr zu go falsch an, weil die Form so anders aussieht. Sie ist trotzdem richtig.

Eine Ausnahme gibt es: Fragt man nach dem Subjekt, entfällt did. Who took my pen? und nicht Who did take my pen? Hier steht also die zweite Form. Dasselbe gilt für What happened? Wer diesen Sonderfall einmal verstanden hat, hört den Unterschied sofort.

Auch to be steht außerhalb dieser Regel und bildet Frage und Verneinung ohne did: Were you at home? und I wasn't there. Das gehört zu den Eigenheiten von was und were und ist der häufigste Grund, warum jemand versehentlich Did you were at home sagt.

Typische Fehler von Deutschsprachigen

Der erste Fehler ist die Doppelmarkierung nach did, die eben beschrieben wurde. Der zweite ist das Verwechseln von zweiter und dritter Form: I have went statt I have gone, I have took statt I have taken. Weil im Deutschen ich ging und ich bin gegangen ebenfalls verschiedene Formen benutzen, ist das Prinzip bekannt — die Zuordnung muss trotzdem einzeln sitzen. Wann überhaupt eine Form mit have stehen muss, klärt der Vergleich zwischen Present Perfect und Simple Past.

Der dritte Fehler ist die falsche Übertragung aus dem Deutschen bei Verben, die hier stark und dort schwach sind oder umgekehrt. Deutsch fragen ist regelmäßig, englisch ask ebenfalls — kein Problem. Deutsch denken ist unregelmäßig, englisch think auch. Aber deutsch brauchen ist regelmäßig, während englisch bring zu brought wird; und deutsch helfen ist stark, während englisch help brav helped bildet. Es gibt keine verlässliche Brücke.

Der vierte Fehler betrifft die Aussprache. Viele sprechen said wie say mit d aus. Richtig ist /sed/, es reimt sich auf bed. Ebenso ist das a in ate im britischen Englisch häufig /et/ und nicht /eɪt/. Und die Vergangenheit von read klingt wie red, obwohl sie aussieht wie read.

Der fünfte Fehler ist ein Vermeidungsfehler: Wer eine Form nicht sicher weiß, weicht auf eine Umschreibung aus und sagt I was going statt I went. Das erzeugt einen falschen Sinn, weil das Past Progressive eine laufende Handlung beschreibt und keine abgeschlossene. Eine unsichere Form nachzuschlagen ist besser, als die Zeitform zu wechseln.

Britisch und amerikanisch

Bei einigen Verben schwankt die Sprache zwischen einer unregelmäßigen und einer regelmäßigen Form, und die Grenze verläuft grob zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten. Britisch üblich sind learnt, dreamt, burnt, spelt, spoilt, leapt. Amerikanisch üblich sind learned, dreamed, burned, spelled, spoiled, leaped. Beide Formen sind korrekt, beide werden überall verstanden. Britisches Englisch ist hier Hausstandard, aber wer im beruflichen Umfeld amerikanisch schreibt, sollte konsequent bei einer Variante bleiben.

Der bekannteste Unterschied betrifft get. Britisch heißt die dritte Form got, amerikanisch gotten: I have got a new phone gegen I have gotten a new phone. Achtung, die Bedeutung verschiebt sich dabei leicht — amerikanisch gotten betont das Bekommen als Vorgang, während britisch have got häufig einfach besitzen heißt, wie in der Lektion zu have got beschrieben.

Kleinere Abweichungen gibt es bei dive, wo amerikanisch dove neben dived steht, und bei fit, das amerikanisch oft unverändert bleibt, während britisch fitted üblich ist. Wer solche Unterschiede systematisch mitnehmen will, findet sie gebündelt in der Lektion zum Vergleich von britischer und amerikanischer Grammatik.

GrundformBritischAmerikanisch
learnlearnt / learnedlearned
dreamdreamt / dreameddreamed
burnburnt / burnedburned
spellspelt / spelledspelled
get (3. Form)gotgotten
divediveddove / dived

Häufige Fragen

Wie viele unregelmäßige Verben muss ich wirklich lernen?
Vollständige Listen führen etwa 180 Verben, aber diese Zahl ist irreführend. Rund 60 davon decken den normalen Alltag ab, und die ersten 25 kommen so oft vor, dass sie sich beim Lesen und Hören fast von selbst festsetzen. Sinnvoll ist, mit den häufigsten anzufangen und den Rest passiv aufzunehmen, statt die ganze Liste am Stück auswendig zu lernen.
Warum heißt es I didn't go und nicht I didn't went?
Weil did die Vergangenheit bereits markiert. Englisch zeigt die Zeit nur einmal pro Verbgruppe an, und zwar am ersten Hilfsverb. Sobald did im Satz steht, ist das Vollverb frei von Zeitmarkierung und steht in der Grundform. Dieselbe Logik gilt in der Frage: Did she take the car.
Was ist der Unterschied zwischen went und gone?
went ist die zweite Form und steht allein: I went to London last year. gone ist die dritte Form und braucht immer ein Hilfsverb: I have gone, she had gone, he is gone. Wer I have went sagt, mischt beide. Die Faustregel lautet: Steht have, has oder had davor, muss die dritte Form folgen.
Gibt es einen Trick, um sich die Formen zu merken?
Der zuverlässigste Weg ist, die drei Formen laut als Kette zu sprechen und sie sofort in einem eigenen Satz zu verwenden. Reine Listen bleiben schlecht haften, weil sie keinen Zusammenhang haben. Hilfreich sind außerdem die Lautgruppen: Wer weiß, dass buy, bring, think, teach und catch alle auf ein gesprochenes /ɔːt/ enden, hat fünf Verben mit einem Muster erledigt.
Heißt es learned oder learnt?
Beides ist richtig. learnt ist die britische Form, learned die amerikanische und inzwischen auch in Großbritannien weit verbreitete. Wichtig ist nur Konsequenz innerhalb eines Textes. Dasselbe gilt für dreamt und dreamed, burnt und burned, spelt und spelled.

Passt dazu