Das kannst du danach
- Du erkennst that-Sätze als Subjekt, Objekt und Ergänzung.
- Du weißt, nach welchen Verben that weggelassen werden darf und nach welchen nicht.
- Du verschiebst Subjektsätze mit dem einleitenden it an das Satzende.
- Du bildest Nominalsätze mit whether, if und Fragewörtern.
- Du erkennst den Konjunktiv nach suggest, insist und demand.
Ein Satz an der Stelle eines Nomens
In I know the answer steht ein Nomen als Objekt. In I know that he is right steht an derselben Stelle ein ganzer Satz. Genau das ist ein Nominalsatz: eine Konstruktion, die intern wie ein Satz gebaut ist, im übergeordneten Satz aber die Rolle eines Nomens spielt. Man kann sie durch it ersetzen und die Probe damit machen — I know it. Wo das funktioniert, liegt ein Nominalsatz vor.
Diese Sätze können jede Stelle einnehmen, an der sonst ein Nomen stünde: Subjekt, Objekt, Ergänzung nach einem Adjektiv oder nach einem Nomen. That he lied is obvious. I doubt that he'll come. I'm glad that you called. The fact that nobody noticed is worrying. Vier Stellungen, dieselbe Struktur, und in allen vier Fällen ist that das einleitende Wort ohne eigene Bedeutung. Es zeigt nur an, dass jetzt ein Satz kommt, der wie ein Nomen behandelt wird.
Der entscheidende Unterschied zum Deutschen liegt an zwei Stellen. Erstens ändert der englische Nebensatz seine Wortstellung nicht: Subjekt, Verb, Objekt wie im Hauptsatz. Das deutsche dass schickt das Verb ans Ende — ich weiß, dass er recht hat. Wer diese Verbendstellung mitüberträgt, produziert Sätze wie I know that he right is. Zweitens, und das ist der praktisch wichtigere Punkt: Das englische that darf oft weggelassen werden, das deutsche dass nie.
Vom Relativsatz unterscheidet sich der Nominalsatz durch die Funktion. Ein Relativsatz hängt an einem Nomen und beschreibt es — the man that I saw. Ein Nominalsatz steht selbst an Nomenstelle und beschreibt nichts. Beide können mit that beginnen, was die Verwechslung erklärt. Der Test ist einfach: Steht unmittelbar davor ein Nomen, auf das sich der Satz bezieht, ist es ein Relativsatz.
| Rolle | Beispiel | Ersetzbar durch |
|---|---|---|
| Objekt | I think that it works. | I think it. |
| Subjekt | That it works is clear. | It is clear. |
| nach Adjektiv | I'm sure that it works. | I'm sure of it. |
| nach Nomen | the fact that it works | the fact |
| Ergänzung | The problem is that it doesn't work. | The problem is this. |
that als Objekt — und wann es wegfallen darf
Die häufigste Stellung ist die als Objekt nach einem Verb des Denkens, Sagens oder Fühlens: think, know, say, believe, hope, feel, guess, suppose, mean. Nach genau diesen Verben fällt that im Alltag fast immer weg. I think he's right. She said she'd call. I hope you're OK. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern die normale gesprochene Form, und in E-Mails und lockeren Texten ebenso üblich.
Für Deutschsprachige ist das ein doppelter Umbau. Erst muss die Verbendstellung weg, dann darf auch noch das Bindewort verschwinden. Das Ergebnis sind zwei Sätze, die einfach hintereinanderstehen — I think he's right —, und genau das fühlt sich anfangs falsch an, weil im Deutschen ohne dass nur die indirekte Rede mit Konjunktiv möglich wäre: Er sagte, er sei müde. Das Englische braucht dafür keine eigene Verbform, sondern regelt es über die Zeitenverschiebung, die in der Lektion zu den Backshift-Regeln beschrieben ist.
Nach anderen Verben bleibt that dagegen stehen. Verben des förmlichen Äußerns wie reply, object, complain, protest, argue, point out und remark behalten es fast immer: He objected that the plan was too expensive. Auch nach Verben mit Objekt davor bleibt es: He told me that he was leaving. Und je förmlicher der Text, desto häufiger steht that auch dort, wo man es weglassen könnte.
Eine harte Grenze gibt es außerdem, wenn zwischen Verb und Nebensatz etwas anderes steht. He said yesterday that he was busy — hier ist that nötig, weil der Leser sonst yesterday zum Nebensatz zieht. Dasselbe gilt bei zwei aneinandergereihten Nebensätzen: He said he was tired and that he wanted to go home. Der zweite braucht das Bindewort, sonst wirkt er wie ein neuer Hauptsatz. Wie sich das im Bericht über Gesagtes auswirkt, zeigt die Lektion zur indirekten Rede.
| Verb | that weglassbar | Beispiel |
|---|---|---|
| think, know, say, hope | ja, im Alltag üblich | I think he's late. |
| tell + Objekt | ja, aber seltener | He told me he's late. |
| reply, object, complain | nein | She replied that it was too late. |
| nach Nomen (the fact) | nein | the fact that he's late |
| als Subjektsatz | nein | That he's late is odd. |
Der Subjektsatz und der Trick mit it
Ein that-Satz kann Subjekt sein: That he lied is obvious. Grammatisch tadellos, stilistisch schwerfällig. Englische Sätze mögen es nicht, wenn vorne ein langer, schwerer Block steht und hinten nur zwei kurze Wörter folgen. Deshalb verschiebt man den Nebensatz ans Ende und stellt vorne ein bedeutungsloses it als Platzhalter hin: It's obvious that he lied. Diese Verschiebung ist im Englischen der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Das Deutsche kennt denselben Mechanismus — Es ist offensichtlich, dass er gelogen hat —, und deshalb ist dieser Punkt einer der wenigen, an denen die Muttersprache hilft. Der Unterschied liegt nur im Detail: Im Subjektsatz darf that auf keinen Fall wegfallen, weder in der vorangestellten noch in der verschobenen Form. It's obvious he lied ist zwar hörbar, aber der Nebensatz hat dort schon eher den Charakter eines nachgeschobenen Kommentars.
Die Muster mit it sind zahlreich und lohnen sich als feste Bausteine: It's clear that, It seems that, It turns out that, It's a pity that, It's no wonder that, It's important that. Alle folgen demselben Bau — it, Verb, Bewertung, that-Satz. Wer sie als Formeln lernt, hat ein Werkzeug für fast jede Stellungnahme. Zu unterscheiden sind sie von den Spaltsätzen mit It's Peter who did it, die etwas ganz anderes tun, nämlich einen Satzteil hervorheben. Das behandelt die Lektion zu it-cleft und what-cleft.
Ein Nominalsatz kann außerdem hinter einem Nomen stehen und dessen Inhalt angeben: the fact that, the idea that, the news that, the claim that, the possibility that. Diese Verbindung sieht aus wie ein Relativsatz, ist aber keiner, denn that ist hier kein Stellvertreter für das Nomen, sondern nur ein Bindewort. Der Unterschied wird sichtbar, wenn man das Bindewort testweise durch which ersetzt: Bei the fact which geht es nicht, bei the book which schon.
whether, if und die Fragewörter
Nicht jeder Nominalsatz beginnt mit that. Wenn der Inhalt eine Entscheidungsfrage ist, steht whether oder if: I don't know whether he's coming. She asked if I had time. Beide sind meist austauschbar, aber whether ist förmlicher und in vier Fällen die einzige Möglichkeit: nach einer Präposition, vor einem to-Infinitiv, als Subjektsatz und vor der Alternative or not. It depends on whether he agrees. I'm not sure whether to go. Whether we win or not doesn't matter.
Bei Ergänzungsfragen übernimmt das Fragewort selbst die Einleitung: I don't know where he lives. Tell me what you want. Entscheidend ist die Wortstellung: Der Nebensatz behält Subjekt vor Verb und benutzt kein do. I don't know where he lives, nicht where does he live. Genau das ist der klassische Stolperstein, dem die Lektion zu den indirekten Fragen gewidmet ist.
Neben den Satzformen mit Bindewort gibt es zwei weitere Bauformen, die dieselbe Nomenrolle einnehmen: die -ing-Form und der to-Infinitiv. Smoking is bad for you. To err is human. I want to leave. Hier steht kein Nebensatz mit eigenem Subjekt, aber die Funktion ist dieselbe. Welche Verben welche der beiden Formen verlangen, ist eine eigene große Baustelle und in der Lektion zu Gerundium und Infinitiv beschrieben.
Zwischen diesen Formen bestehen feine Bedeutungsunterschiede. I remembered that I had locked the door berichtet eine Erinnerung, I remembered to lock the door berichtet eine ausgeführte Handlung. Solche Paare sind kein Zufall, sondern folgen einem Muster, das die Lektion zu Bedeutungsunterschieden bei Gerundium und Infinitiv auffächert.
| Inhalt | Einleitung | Beispiel |
|---|---|---|
| Aussage | that (oft weglassbar) | I know (that) it works. |
| Ja-Nein-Frage | whether / if | I wonder if it works. |
| nach Präposition | nur whether | It depends on whether it works. |
| Ergänzungsfrage | Fragewort | I don't know how it works. |
| Handlung ohne Subjekt | -ing oder to-Infinitiv | Fixing it took hours. |
Der Konjunktiv nach suggest, insist und demand
Nach einer kleinen Gruppe von Verben, die Forderungen und Vorschläge ausdrücken, steht im that-Satz die Grundform des Verbs, unabhängig von Person und Zeit: I suggest that he go alone. They demanded that she be present. Kein s in der dritten Person, kein is, kein does. Diese Form heißt Konjunktiv und ist im Englischen bis auf wenige Reste verschwunden — hier hat sie überlebt.
Zu dieser Gruppe gehören suggest, propose, recommend, insist, demand, request, require, order, urge und die entsprechenden Nomen und Adjektive: It's essential that he be informed. The recommendation that she resign was ignored. Im britischen Englisch ist die Umschreibung mit should genauso üblich und klingt weniger streng: I suggest that he should go alone. Im amerikanischen Englisch steht überwiegend die nackte Grundform.
Für Deutschsprachige ist das gut zu merken, weil unsere Sprache an derselben Stelle ebenfalls einen Konjunktiv hat, wenn auch einen anderen: Man verlangte, dass sie anwesend sei. Der Reflex ist also vorhanden, er muss nur auf die englische Form umgelegt werden. Was vom englischen Konjunktiv sonst noch übrig ist, steht in den Lektionen zu were im Konjunktiv und zu formellen Konjunktivformen.
Vorsicht bei suggest in einer anderen Bedeutung. Wenn es nicht vorschlägt, sondern nahelegt, folgt ein normaler Satz: The evidence suggests that he was there. Kein Konjunktiv, weil nichts gefordert wird. Ebenso ist die häufig gehörte Konstruktion I suggest you to go schlicht falsch — nach suggest steht nie ein to-Infinitiv mit Objekt davor, sondern entweder ein that-Satz oder eine -ing-Form: I suggest going.
Fehler, Zeichensetzung und Stil
Fehler eins ist das Komma. Im Deutschen steht vor dass immer eines, im Englischen vor that nie. I think, that he's right ist falsch, ebenso She said, that it was late. Da die deutsche Regel ausnahmslos gilt, sitzt sie tief, und das Komma rutscht auch geübten Schreibern durch. Die englische Kommasetzung folgt anderen Grundsätzen, die in der Lektion zur Kommasetzung beschrieben sind.
Fehler zwei ist die übernommene Verbstellung: I know that he right is. Fehler drei ist das falsche Bindewort nach Präpositionen — depends on that ist unmöglich, richtig ist depends on whether oder depends on the fact that. Fehler vier ist die englische Frageform im Nebensatz: I don't know where does he live. Alle vier kommen aus derselben Quelle, nämlich der wörtlichen Übertragung deutscher Nebensatzmuster.
Ein Wort zum Stil. Wer that überall weglässt, schreibt schnell Sätze, die beim ersten Lesen falsch abbiegen. I found the report he'd written was inaccurate — hier stolpert man kurz, weil the report zunächst als Objekt gelesen wird. Ein eingesetztes that löst das sofort: I found that the report he'd written was inaccurate. Die Weglassung ist also erlaubt, aber nicht immer klug.
Umgekehrt lassen sich viele that-Sätze durch eine Nomengruppe ersetzen, was Texte dichter und förmlicher macht: That the costs rose was expected wird zu The rise in costs was expected. Dieses Verfahren heißt Nominalisierung und ist im wissenschaftlichen und juristischen Englisch der Normalfall. Für Gebrauchstexte gilt allerdings das Gegenteil: Ein klarer that-Satz mit einem echten Verb liest sich fast immer besser als ein Substantivblock, und wer beides beherrscht, kann je nach Register entscheiden.
Häufige Fragen
- Wann kann man that weglassen?
- Nach Verben wie think, know, say, hope, believe und feel, wenn der Nebensatz direkt auf das Verb folgt. I think he's right ist völlig normal. Nicht weglassen darf man es im Subjektsatz, nach Nomen wie the fact, nach Verben wie reply und object sowie wenn zwischen Verb und Nebensatz etwas anderes steht.
- Steht vor that im Englischen ein Komma?
- Nein. Anders als das deutsche dass bekommt das englische that kein Komma. I think that he's right wird ohne Komma geschrieben. Die deutsche Regel ist ausnahmslos, weshalb der Fehler auch bei geübten Schreibern auftritt. Kommas stehen im Englischen vor nicht notwendigen Zusätzen, nicht vor Bindewörtern dieser Art.
- Was ist der Unterschied zwischen if und whether?
- Meist keiner, whether ist nur förmlicher. Zwingend ist whether nach einer Präposition, vor einem to-Infinitiv, im Subjektsatz und vor or not. It depends on whether he comes, I'm not sure whether to stay. In einfachen Objektsätzen sind beide möglich: I don't know if he's coming.
- Warum heißt es It is important that he be there?
- Weil nach Ausdrücken der Forderung und der Empfehlung die Grundform des Verbs steht, der sogenannte Konjunktiv. Er verändert sich nicht nach Person oder Zeit: that he be, that she go, that they arrive. Im britischen Englisch ist die Umschreibung mit should ebenso üblich: that he should be there.
- Wie unterscheidet man einen that-Nominalsatz von einem Relativsatz?
- Der Relativsatz hängt an einem Nomen und beschreibt es, der Nominalsatz steht selbst an Nomenstelle. In the book that I read ist that ein Stellvertreter für book und durch which ersetzbar. In the fact that I read it ist that nur ein Bindewort und nicht ersetzbar. Wer die Probe mit which macht, erkennt den Unterschied sofort.
Passt dazu
- absolute Konstruktion — The weather being fine und ihre TückenWie The weather being fine gebaut wird, welche Bedeutung Leser hineinlesen und warum die Konstruktion im Gespräch gestelzt klingt.
- although, though, despite — drei Wege, obwohl zu sagenNach although folgt ein Satz, nach despite ein Nomen. Warum der teuerste Fehler hier nicht in der Bedeutung liegt, sondern im Bau.
- betonendes do — Nachdruck ohne das deutsche dochI do like it: Wie das Englische Nachdruck baut, weil es kein Wörtchen wie doch hat — und warum Do sit down höflicher klingt als Sit down.
- Cleft-Sätze — Betonung durch Umbau statt durch TonfallWarum Englisch einen Satz zerlegt, wo Deutsch nur lauter spricht, und wie It was John who und What I need is gebaut werden.
- Ellipse — was das Englische weglässt, ohne dass etwas fehltKurzantworten, and-Verbindungen und das nackte to: Wo das Englische Wörter streicht — und warum deutsche Sätze im Englischen oft zu vollständig klingen.
- Finalsätze — to, in order to und so that für den ZweckWozu etwas geschieht: to und in order to bei gleichem Subjekt, so that bei verschiedenem — und warum for to do es nicht gibt.