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Konjunktiv — I suggest that he be und der formelle Subjunctive

Warum nach suggest, insist und demand die Grundform ohne to steht und wieso britisches Englisch dort lieber should einsetzt.

Das kannst du danach

  • Du bildest den formellen Konjunktiv mit der Grundform des Verbs ohne Endung.
  • Du kennst die Verben und Adjektive, die diesen Konjunktiv auslösen.
  • Du verneinst korrekt mit not vor der Grundform, ohne do.
  • Du wählst zwischen der amerikanischen Grundform und der britischen should-Variante.
  • Du unterscheidest suggest that he be von suggest doing und suggest to do.

Ein Satz, der falsch aussieht und richtig ist

I suggest that he be informed immediately. Der Satz sieht für viele Lernende nach einem Fehler aus. Nach he müsste is stehen, nicht be. Genau das ist der Punkt: Hier steht kein Indikativ, sondern der present subjunctive, der formelle Konjunktiv des Englischen. Er besteht schlicht aus der Grundform des Verbs, ohne to, ohne Endung, ohne Anpassung an die Person.

Diese Form ist im Englischen weitgehend verschwunden und hat sich nur in wenigen Nischen gehalten. Eine davon ist der Objektsatz nach Verben des Verlangens und Empfehlens. The board demands that the report be published. She insisted that he leave. It is essential that everyone arrive on time. Man beachte arrive statt arrives und leave statt leaves — das fehlende s ist keine Nachlässigkeit, sondern die Form.

Für deutschsprachige Lernende ist die Sache ungewohnt in der Ausführung und vertraut in der Funktion. Das Deutsche hat mit dem Konjunktiv I an genau dieser Stelle eine eigene Form: Er verlangte, dass der Bericht veröffentlicht werde. Auch bei uns klingt das förmlich und gehört in Behördenschreiben und Berichterstattung. Die Parallele ist so eng, dass sie beim Lernen hilft: Wo das Deutsche werde oder komme setzt, setzt das Englische die Grundform.

Verwandt, aber verschieden ist der Konjunktiv in irrealen Bedingungen, also das were in If I were you. Das ist der past subjunctive und hat mit dem hier behandelten present subjunctive nur die Bezeichnung gemeinsam. Er wird beim Konjunktiv were gesondert behandelt.

PersonIndikativKonjunktivBeispiel
Iam / gobe / goIt is vital that I be there.
he / she / itis / goesbe / goShe asks that he go.
we / theyare / gobe / goWe demand that they be heard.
Verneinungdoes not gonot goI insist that he not go.
Passivis informedbe informedI suggest that she be informed.

Wie die Form gebildet wird

Die Bildung ist die einfachste im ganzen englischen Verbsystem, weil nichts passiert. Man nimmt die Grundform, den bare infinitive ohne to, und benutzt sie für alle Personen. go, be, have, work, arrive. Kein s in der dritten Person Singular, keine Zeitverschiebung, keine Anpassung an das übergeordnete Verb. Diese Unveränderlichkeit ist der Grund, warum die Form überhaupt auffällt: Alles andere im Englischen verändert sich.

Die Verneinung ist die zweite Besonderheit. Sie wird ohne do gebildet, indem not direkt vor die Grundform tritt: I insist that he not be told. The rules require that staff not use private devices. Für Ohren, die an don't gewöhnt sind, klingt das seltsam, aber jedes eingeschobene do wäre hier falsch. Zum normalen Fall siehe die Verneinung mit not.

Das Passiv folgt derselben Logik und benutzt be plus Partizip: It was recommended that the building be closed. Wer hier is closed schreibt, verliert den Konjunktiv. Der Aufbau des Passivs steht im Passiv-Überblick.

Eine wichtige Eigenschaft: Der Konjunktiv verändert sich nicht, wenn der Hauptsatz in der Vergangenheit steht. She insisted that he leave — nicht left. Damit fällt hier die Zeitenverschiebung weg, die sonst in abhängigen Sätzen gilt und in den Backshift-Regeln beschrieben wird. Der Konjunktiv steht außerhalb dieses Systems, weil er gar keine Zeit ausdrückt, sondern eine Forderung.

Welche Verben und Adjektive ihn auslösen

Ausgelöst wird der Konjunktiv von Verben, die einen Wunsch, eine Forderung oder eine Empfehlung ausdrücken. Die Kerngruppe ist überschaubar: suggest, recommend, propose, demand, insist, request, require, ask, urge, advise, order, command, stipulate, move im Sinne von beantragen. Sie alle beschreiben etwas, das noch nicht der Fall ist, sondern erst geschehen soll.

Die zweite Gruppe sind unpersönliche Konstruktionen mit einem Adjektiv der Notwendigkeit oder Wichtigkeit: It is essential that …, It is vital that …, It is important that …, It is necessary that …, It is imperative that …, It is desirable that …, It is crucial that …. It is essential that every applicant submit two references.

Dazu kommt eine kleine Gruppe von Nomen, die aus diesen Verben abgeleitet sind: the demand that, the recommendation that, the requirement that, the proposal that, the insistence that. His recommendation that the project be postponed was accepted. Das Muster überträgt sich mit dem Wortstamm, das erleichtert das Lernen.

Ein wichtiger Vorbehalt: Manche dieser Verben haben zwei Bedeutungen, und nur eine löst den Konjunktiv aus. insist that heißt entweder darauf bestehen, dass etwas geschieht — dann Konjunktiv —, oder darauf beharren, dass etwas der Fall ist — dann Indikativ. He insisted that she be present ist eine Forderung. He insisted that she was present ist eine Behauptung über eine Tatsache. Dasselbe gilt für suggest: I suggest that he go ist ein Vorschlag, the evidence suggests that he went ist eine Schlussfolgerung. Diese Doppelnatur behandeln auch die Verben des Berichtens.

AuslöserBeispielBedeutung
suggestI suggest that he apply.Vorschlag, Konjunktiv
suggestThe data suggest that he applied.Schluss, Indikativ
insistShe insists that he be told.Forderung, Konjunktiv
insistShe insists that he was told.Behauptung, Indikativ
It is essentialIt is essential that she attend.Notwendigkeit, Konjunktiv
recommendationthe recommendation that it be closedNomen, Konjunktiv

Britisch gegen amerikanisch — die should-Variante

Hier liegt einer der klarsten Unterschiede zwischen den beiden Hauptvarianten des Englischen. Amerikanisches Englisch benutzt den blanken Konjunktiv routinemäßig: I suggest that he be informed. Britisches Englisch schiebt traditionell should ein: I suggest that he should be informed. Beide Sätze bedeuten exakt dasselbe.

Die britische Variante ist im Alltag die unauffälligere, gilt aber keineswegs als besser. In britischen Rechtstexten, Satzungen und förmlichen Berichten ist der blanke Konjunktiv ebenso zu Hause, und in den letzten Jahrzehnten hat er unter amerikanischem Einfluss auch im britischen Journalismus zugenommen. Wer britisch schreibt, kann beide Formen benutzen, sollte aber innerhalb eines Textes konsequent bleiben. Weitere solcher Unterschiede sammelt die britisch-amerikanische Grammatik.

Vorsicht bei der Verneinung der should-Variante: Hier steht not nach should, nicht davor. I insist that he should not be told. In der blanken Form dagegen I insist that he not be told. Wer die beiden Muster mischt, produziert Sätze, die keiner Variante angehören. Zu should selbst siehe should und ought to.

Es gibt eine dritte Möglichkeit, die im gesprochenen britischen Englisch am häufigsten ist und in Lehrbüchern zu selten steht: der schlichte Indikativ. I suggest that he goes. Grammatisch beschreibende Werke verzeichnen diese Form als üblich, in Prüfungen auf C1-Niveau gilt sie jedoch als schwächer als die beiden anderen Varianten. Wer Punkte sammeln will, nimmt den Konjunktiv oder should.

Für die Textsorte gilt eine einfache Faustregel. Vertrag, Satzung, Protokoll, Gutachten: blanker Konjunktiv. Bericht, Geschäftsmail, Aufsatz: should oder Konjunktiv. Gespräch: meist ganz anders formuliert, etwa mit einer Aufforderung oder einem Modalverb. Wie sich Register auf solche Entscheidungen auswirkt, zeigt die Lektion zu formeller und informeller Sprache.

suggest, recommend und die Konstruktionsfalle

Die häufigste Fehlerquelle bei diesen Verben ist nicht der Konjunktiv selbst, sondern die Wahl der Konstruktion. suggest und recommend nehmen keinen Infinitiv mit Objekt. I suggest you to come ist falsch, und zwar unabhängig vom Register. Das Deutsche erlaubt genau diese Struktur — ich schlage dir vor zu kommen —, weshalb der Fehler so verbreitet ist.

Möglich sind drei Konstruktionen. Erstens der Konjunktivsatz: I suggest that you come. Zweitens die -ing-Form ohne Person: I suggest coming early. Drittens ein Nomen: I suggest an earlier meeting. Wer eine bestimmte Person nennen will, braucht die erste Variante. Zum Wechsel zwischen -ing-Form und Infinitiv siehe Gerundium und Infinitiv sowie die Verben mit Gerundium.

Andere Verben derselben Bedeutungsgruppe verhalten sich anders und nehmen sehr wohl den Infinitiv: advise, urge, ask, order, tell, require. I advised him to leave. She urged us to reconsider. Diese Verben haben also zwei Muster: mit Objekt plus Infinitiv oder mit that plus Konjunktiv. She urged that we reconsider ist ebenso korrekt wie She urged us to reconsider. Zu diesem Muster passt die Lektion zur indirekten Rede bei Aufforderungen.

demand und insist wiederum nehmen nie ein Objekt mit Infinitiv. I demand you to leave ist falsch, richtig ist I demand that you leave. Diese Verteilung ist Vokabelarbeit, keine Regel: Man lernt sie mit dem Verb, nicht mit einem Prinzip. Ein Überblick über solche Muster steht bei den fortgeschrittenen Verbmustern.

Feste Wendungen und was vom Konjunktiv übrig ist

Neben dem Objektsatz hat sich der Konjunktiv in einer Reihe erstarrter Wendungen gehalten, die niemand mehr als Konjunktiv wahrnimmt. God save the King. Long live the Queen. Be that as it may. Come what may. Suffice it to say. Far be it from me. Heaven forbid. So be it. In all diesen Fällen steht die Grundform, wo man eine gebeugte Form erwarten würde.

Diese Wendungen sind nicht produktiv, man kann sie nicht nach Belieben erweitern. Sie werden als Ganzes gelernt und wirken im Alltag markiert, oft ironisch. Wer sie in einer sachlichen Mail einsetzt, erzeugt einen Ton, der nicht immer beabsichtigt ist. Der Bestand solcher Reste ist Thema der Lektion zu den Konjunktivresten und der altertümlichen Formen.

Ein aktiver Rest findet sich im Recht und in der Verwaltung. Verträge, Satzungen und Beschlüsse benutzen den Konjunktiv regelmäßig, weil er Forderungen ohne Zeitbezug ausdrückt: It is hereby resolved that the committee be dissolved. The rules require that each member submit an annual declaration. Wer beruflich mit englischen Verträgen zu tun hat, begegnet der Form täglich.

Zuletzt die Frage, wie viel man davon aktiv braucht. Für das Verstehen: die ganze Lektion, denn die Form begegnet einem in jeder gehobenen Textsorte. Für das eigene Schreiben: die Kerngruppe suggest, recommend, insist, demand, require und die Wendung It is essential that. Damit deckt man neunundneunzig Prozent der Fälle ab, in denen ein Konjunktiv wirklich gefordert ist, und kann sich den Rest passiv aneignen.

Wer sicher gehen will, hat immer eine Ausweichroute. Statt I suggest that he be informed lässt sich auch I suggest informing him oder He should be informed schreiben. Diese Umformulierungen sind nicht schlechter, nur weniger förmlich. In einer schriftlichen Prüfung allerdings ist der Konjunktiv ein sichtbares Zeichen von Sprachbeherrschung, und genau dafür wird er dort auch bewertet.

Häufige Fragen

Warum heißt es I suggest that he be informed und nicht is informed?
Weil hier der formelle Konjunktiv steht, der present subjunctive. Er besteht aus der Grundform des Verbs ohne to und ohne Endung, für alle Personen gleich. Verben des Verlangens und Empfehlens wie suggest, demand oder insist lösen ihn aus. Das Deutsche hat mit dem Konjunktiv I eine direkte Entsprechung: Er schlägt vor, dass er informiert werde.
Wie verneint man den englischen Konjunktiv?
Mit einem einfachen not direkt vor der Grundform, ohne do. I insist that he not be told. The rules require that staff not use private devices. Ein eingeschobenes does oder do wäre hier falsch. In der britischen should-Variante steht not dagegen hinter should: I insist that he should not be told.
Was ist der Unterschied zwischen der britischen und der amerikanischen Form?
Amerikanisches Englisch benutzt die blanke Grundform: I suggest that he be informed. Britisches Englisch schiebt traditionell should ein: I suggest that he should be informed. Die Bedeutung ist identisch, beide Formen sind korrekt. Im britischen Journalismus hat die blanke Form unter amerikanischem Einfluss zugenommen.
Heißt es I suggest you to come?
Nein, das ist falsch. suggest und recommend nehmen kein Objekt mit Infinitiv. Richtig sind I suggest that you come, I suggest coming early oder I suggest an earlier meeting. Andere Verben derselben Gruppe wie advise, urge und ask nehmen dagegen sehr wohl den Infinitiv: I advised him to leave.
Verschiebt sich der Konjunktiv in der Vergangenheit?
Nein. She insisted that he leave bleibt leave, nicht left, obwohl der Hauptsatz in der Vergangenheit steht. Der Konjunktiv drückt keine Zeit aus, sondern eine Forderung, deshalb greift die sonst übliche Zeitenverschiebung in abhängigen Sätzen hier nicht.
Ist der Konjunktiv im Englischen noch gebräuchlich?
In der gesprochenen Sprache kaum, im geschriebenen Sachtext durchaus. Verträge, Satzungen, Gutachten, Berichte und Prüfungstexte benutzen ihn regelmäßig. Dazu kommen erstarrte Wendungen wie God save the King oder Be that as it may. Für das eigene Schreiben genügt die Kerngruppe suggest, recommend, insist, demand, require und It is essential that.

Passt dazu