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C1Satzbau15 Min. Lesezeit

what-Sätze und it-Cleft — What I need is Betonung

Wie das Englische einen Satz in zwei Teile zerlegt, um einen Teil hervorzuheben — und warum das Deutsche dafür nur die Stimme braucht.

Das kannst du danach

  • Du bildest it-Cleft-Sätze mit that, who und which korrekt.
  • Du setzt what-Sätze ein, um ein Objekt, eine Handlung oder einen ganzen Sachverhalt hervorzuheben.
  • Du wählst zwischen it-Cleft und what-Satz nach dem, was hervorgehoben werden soll.
  • Du grenzt beide von Fronting und von betonendem do ab.
  • Du erkennst, warum deutsche Betonung durch Stimme im Englischen nicht ausreicht.

Warum das Englische einen Satz zerlegt

Im Deutschen betont man mit der Stimme und mit der Wortstellung. Peter hat die Rechnung bezahlt — je nachdem, welches Wort man hebt, sagt der Satz etwas anderes. Dazu kommt das freie Vorfeld: Die Rechnung hat Peter bezahlt. Beides steht ohne jeden Umbau zur Verfügung, und deshalb denkt kaum jemand darüber nach.

Das Englische kann die Stimme ebenfalls heben, aber die Wortstellung steht ihm kaum zur Verfügung: Subjekt, Verb, Objekt liegt fest. Im geschriebenen Text kommt hinzu, dass Betonung nicht hörbar ist. Deshalb hat das Englische Konstruktionen entwickelt, die Betonung in den Satzbau einbauen. Die wichtigsten sind die Spaltsätze, die Cleft-Sätze: Der Satz wird in zwei Teile gespalten, und der hervorgehobene Teil bekommt einen eigenen Platz.

Zwei Bauformen dominieren. Der it-Cleft beginnt mit it plus einer Form von be: It was Peter who paid the bill. Der what-Satz — oft pseudo-cleft genannt — beginnt mit einem what-Satz und stellt ihn über be der Hervorhebung gegenüber: What Peter did was pay the bill. Beide sagen inhaltlich dasselbe wie der schlichte Satz und tun etwas anderes mit ihm.

Das ist der Punkt, an dem Deutschsprachige zu wenig tun. Wer im Englischen so betonen will wie im Deutschen, hebt die Stimme und lässt den Satz stehen. Gesprochen geht das noch halbwegs; geschrieben verschwindet die Betonung spurlos, und der Text sagt nicht mehr, was er sagen sollte. Cleft-Sätze sind deshalb kein Schmuck, sondern der Ersatz für ein Mittel, das im Englischen fehlt.

Der it-Cleft: It was Peter who …

Der Bau ist streng: it + Form von be + hervorgehobener Teil + Anschluss mit that, who oder which + Rest. It is the second question that causes problems. It was in 2019 that they merged. It wasn't the price that put me off. Der Anschluss ist meist that; bei Personen ist who ebenso möglich und im gesprochenen Englisch häufig. Wichtig: Der Anschlusssatz ist kein gewöhnlicher Relativsatz, auch wenn er so aussieht, und er verhält sich in einigen Punkten anders als die notwendigen Relativsätze.

Hervorgehoben werden können Subjekt, Objekt, Zeit- und Ortsangaben und ganze Präpositionalgruppen. Nicht hervorheben lässt sich das Verb selbst — dafür braucht man den what-Satz oder das betonende do. Das ist die praktisch wichtigste Grenze der Konstruktion.

Das it am Anfang ist ein leeres Subjekt und hat mit dem it des Rückverweises nichts zu tun. Es funktioniert ähnlich wie in there is und there are: ein Platzhalter, der den Satzanfang füllt, weil das Englische einen braucht. Deutschsprachige übersetzen es reflexartig mit es, und im Deutschen entsteht dann ein Satz wie Es war Peter, der die Rechnung bezahlt hat — der zwar geht, aber im Deutschen deutlich seltener und schwerfälliger ist als das englische Gegenstück.

Die Zeitform steht meist im Present oder Past, und sie richtet sich nach dem Bezug, nicht nach dem zweiten Satzteil: It was Peter who pays for these things now ist möglich, wenn die Ermittlung in der Vergangenheit lag und die Zahlung heute gilt. In der Verneinung ist der it-Cleft besonders wirksam, weil er den Widerspruch punktgenau setzt: It wasn't me who told her.

HervorgehobenBeispielAnschluss
Subjekt (Person)It was Anna who called.who / that
ObjektIt's the noise that bothers me.that
ZeitIt was on Friday that we heard.that
OrtIt's in Leeds that they film it.that
GrundIt was because of the fog that we stopped.that
VerneinungIt wasn't the money that mattered.that

Der what-Satz: What I need is …

Die zweite Bauform dreht die Sache um. Ein Satz mit what steht vorn und benennt die Lücke, dahinter steht be und die Füllung: What I need is a week off. What annoys me is the constant rescheduling. What we did next was call the supplier. Das what ist hier kein Fragewort, sondern bedeutet the thing that; die Konstruktion gehört damit in die Nähe der Nominalsätze, weil der ganze what-Teil als Nomengruppe funktioniert.

Der große Vorteil gegenüber dem it-Cleft: Der what-Satz kann Handlungen hervorheben. Mit einer Form von do im what-Teil lässt sich ein ganzes Verb ins Zentrum rücken. What she did was resign on the spot. What they've done is cancel the whole line. Nach was steht dabei der Infinitiv ohne to, und das ist die Stelle, an der Deutschsprachige regelmäßig ein to einsetzen, das nicht hingehört.

Ebenso lassen sich ganze Sachverhalte aufgreifen und bewerten: What surprised everyone was that nobody objected. Hier folgt ein that-Satz. Diese Variante ist im akademischen und im journalistischen Englisch häufig, weil sie einen Vorsatz zusammenfasst und zugleich kommentiert — sie ist damit ein Mittel der Kohäsion und nicht nur der Betonung.

Es gibt Varianten mit anderen Wörtern als what, die dieselbe Arbeit tun und genauer sind: All I want is a straight answer. The reason we stopped was the fog. The person you need is Sara. The thing about this job is the hours. Diese Bauformen sind im gesprochenen Englisch sehr häufig und wirken weniger schriftsprachlich als der reine what-Satz.

Was hervorgehoben wirdMusterBeispiel
ObjektWhat + Subj. + Verb + isWhat I want is more time.
Subjekt (Sache)What + Verb + isWhat matters is the result.
HandlungWhat + Subj. + do + is + InfinitivWhat he did was ring the police.
ganzer SachverhaltWhat … is + that-SatzWhat worries me is that nobody knows.
GrundThe reason … isThe reason I left was the noise.
EinschränkungAll … isAll you need is a login.

it-Cleft oder what-Satz — die Auswahl

Die beiden Bauformen sind keine Geschmacksvarianten. Der it-Cleft hebt ein einzelnes Element hervor und setzt es gegen Alternativen: It was Anna who called — also nicht Tom. Er beantwortet eine unausgesprochene Frage nach dem Wer, Was, Wann oder Wo. Deshalb ist er das Mittel der Korrektur und des Widerspruchs.

Der what-Satz hebt seltener gegen Alternativen ab. Er baut Spannung auf: Erst die Lücke, dann die Füllung. What we need is a decision. Dadurch steht das Wichtige am Ende, wo englischer Text ohnehin das Neue erwartet. Der what-Satz eignet sich deshalb besonders gut für Vorschläge, Forderungen und Zusammenfassungen — und für Übergänge, weil sein erster Teil an das Vorherige anschließt.

Daraus folgt eine einfache Regel. Willst du sagen, welches von mehreren Dingen es war, nimm den it-Cleft. Willst du eine Handlung, eine Forderung oder eine Bewertung ans Satzende schieben, nimm den what-Satz. Und willst du überhaupt kein einzelnes Element hervorheben, sondern nur die Gültigkeit der Aussage bekräftigen, nimm betonendes do.

Beide Konstruktionen vertragen sich mit dem Passiv, und beide können mit einer Substitution verkürzt werden, wenn der Bezug klar ist: What I'd take is the smaller one. Was sie nicht vertragen, ist Häufung. Zwei Cleft-Sätze hintereinander wirken lehrbuchhaft; sie sind Einzelwerkzeuge für die Stellen, an denen tatsächlich etwas hervorzuheben ist.

Abgrenzung zu Fronting und typische Fehler

Neben den Cleft-Sätzen steht Fronting, und die Grenze ist klar: Fronting verschiebt nur, Cleft baut um. That one I'd keep gegen It's that one I'd keep gegen What I'd keep is that one. Alle drei heben denselben Teil hervor, aber mit steigendem Aufwand und steigender Deutlichkeit. Fronting ist das leiseste Mittel, der what-Satz das ausdrücklichste. In der Nähe liegt auch die Inversion, die allerdings von bestimmten Auslösern erzwungen wird und keine freie Betonungswahl ist.

Der erste typische Fehler betrifft die Kongruenz. Im it-Cleft steht das Verb im Anschlusssatz beim hervorgehobenen Subjekt: It is you who are responsible, nicht who is. Im gesprochenen Englisch hört man auch die Angleichung an it, aber schriftlich gilt die erste Form. Ebenso: It is the students who need this, nicht who needs.

Der zweite Fehler ist das to nach was in der Handlungsvariante. What he did was tell them the truth — ohne to. Mit to ist der Satz nicht ungrammatisch, aber deutlich seltener und wirkt schwerfällig. Der dritte betrifft die Zeitform: What I did was call heißt Vergangenheit im did, das Verb dahinter bleibt Infinitiv, also nicht was called.

Der vierte ist der deutsche Ausgangspunkt. Wer aus dem Deutschen kommt, sucht nach einer Entsprechung für Es ist gerade dieser Punkt, der … und baut lange Konstruktionen. Englisch ist an dieser Stelle knapper: It's this point that matters. Und wer im Deutschen einfach die Stimme heben würde, übersetzt oft überhaupt nichts und wundert sich, dass der englische Satz flach wirkt. Genau dort gehört ein Cleft-Satz hin.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen it-Cleft und what-Satz?
Der it-Cleft hebt ein einzelnes Element gegen Alternativen hervor und beantwortet eine Frage nach dem Wer, Was, Wann oder Wo: It was Anna who called. Der what-Satz baut Spannung auf und schiebt das Wichtige ans Satzende, oft bei Forderungen, Handlungen und Bewertungen: What we need is a decision. Nur der what-Satz kann ein Verb hervorheben.
Heißt es It is you who is oder It is you who are?
Im geschriebenen Standard It is you who are responsible, weil sich das Verb nach dem hervorgehobenen Subjekt richtet. Ebenso It is the students who need this. Die Angleichung an it kommt gesprochen vor, gilt aber als weniger sorgfältig.
Steht nach What he did was ein Infinitiv mit oder ohne to?
Ohne to: What he did was tell them the truth. Die Variante mit to ist möglich, aber selten und schwerfälliger. Die Zeitform steckt in did oder does, das folgende Verb bleibt in der Grundform.
Wann nimmt man which statt that im it-Cleft?
Bei Sachen ist that die übliche Wahl, which kommt vor, klingt aber förmlicher und im gesprochenen Englisch ungewöhnlich. Bei Personen sind who und that beide möglich. Für Zeit-, Orts- und Grundangaben steht praktisch immer that.
Kann man im Englischen nicht einfach das Wort betonen, wie im Deutschen?
Gesprochen teilweise, geschrieben nicht. Das Deutsche verfügt zusätzlich über ein freies Vorfeld, das Englische nicht. Wer nur die Stimme hebt und den Satz stehen lässt, verliert die Betonung im geschriebenen Text vollständig. Genau dafür gibt es Cleft-Sätze.

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