Das kannst du danach
- Du bildest den Superlativ mit -est oder most nach der Silbenzahl.
- Du setzt the vor den Superlativ und kennst die Fälle, in denen es entfällt.
- Du wählst zwischen in und of nach dem Superlativ richtig.
- Du unterscheidest den Superlativ sauber vom Komparativ.
Wofür der Superlativ steht
Der Superlativ bezeichnet das eine Ende einer Skala innerhalb einer Gruppe: the cheapest option, the most difficult question, the best day of the year. Er setzt also mindestens drei Größen voraus, denn bei zweien reicht der Komparativ. Genau daran scheitern viele Sätze: Wer über zwei Kandidaten spricht, sagt the better of the two, nicht the best.
Die Bauweise entspricht der des Komparativs, nur mit anderen Mitteln: Kurze Adjektive bekommen die Endung -est, lange bekommen most davorgestellt. Dazu kommt ein Element, das es im Komparativ nicht gibt und das im Englischen fast unverzichtbar ist — der bestimmte Artikel the. Er ist der Grund, warum deutsche Superlativsätze so oft unvollständig klingen.
Die Formen der Adjektive selbst setzt diese Lektion voraus; sie stehen unter Adjektive. Hier geht es um die höchste Stufe und um das, was rechts und links davon steht.
Die Silbenregel für -est und most
Einsilbige Adjektive bekommen -est: cheap wird the cheapest, fast wird the fastest, young wird the youngest. Adjektive mit drei oder mehr Silben bekommen most: the most expensive, the most interesting, the most important. Zweisilbige richten sich nach ihrer Endung — auf -y, -le, -er und -ow steht -est, sonst most: the happiest, the simplest, the narrowest, aber the most careful und the most modern.
Die Regel ist wortgleich mit der des Komparativs, es tauscht sich nur die Endung. Wer sich also merkt, dass ein Adjektiv zur -er-Gruppe gehört, weiß automatisch, dass es auch die -est-Form bildet. Umgekehrt gilt dasselbe: Was more nimmt, nimmt auch most. Die beiden Stufen laufen immer im Doppelpack, weshalb Vokabellisten sie meist zusammen aufführen.
Auch die Partizipien folgen dem Muster und nehmen most: the most tired, the most bored, the most surprised. Und die Adjektive, die sich grundsätzlich nicht steigern lassen — perfect, unique, dead —, haben auch keinen Superlativ. Statt the most unique heißt es truly unique.
| Silben | Regel | Grundform | Komparativ | Superlativ |
|---|---|---|---|---|
| eine | -est | cheap | cheaper | the cheapest |
| eine | Konsonant verdoppelt | big | bigger | the biggest |
| zwei auf -y | -iest | happy | happier | the happiest |
| zwei auf -le | -est | simple | simpler | the simplest |
| zwei, sonst | most | modern | more modern | the most modern |
| drei und mehr | most | expensive | more expensive | the most expensive |
Die Schreibregeln
Beim Anhängen von -est gelten dieselben drei Anpassungen wie beim Komparativ. Ein einzelner Konsonant nach einem kurzen betonten Vokal wird verdoppelt: big wird the biggest, hot wird the hottest, thin wird the thinnest. Ein -y nach Konsonant wird zu i: happy wird the happiest, easy wird the easiest, dry wird the driest. Endet das Adjektiv auf -e, kommt nur -st dazu: nice wird the nicest, large wird the largest.
Zwei Stolpersteine kommen hinzu, die im Komparativ weniger auffallen. Erstens die Aussprache: Bei den -est-Formen wird die Endung als eigene Silbe gesprochen, also nicht wie das gesprochene -est im Deutschen verschluckt. Zweitens die Häufung von Konsonanten: the strictest, the sixth-fastest — solche Formen sind korrekt, klingen aber schwerfällig, weshalb Muttersprachler dann gern zu einer Umschreibung greifen.
Bei den Adverbien liegt der Fall anders: Die meisten enden auf -ly und werden deshalb mit most gesteigert — most carefully, most quickly. Die Ausnahmen fast, hard, early und late steigern mit Endung: the fastest, the earliest. Die Bildung der Adverbien selbst steht unter Adverbien.
Die unregelmäßigen Superlative
Dieselben vier Adjektive wie beim Komparativ bilden auch hier eigene Formen, und sie sind so häufig, dass sie einzeln sitzen müssen: good wird the best, bad wird the worst, far wird the farthest oder the furthest, little wird the least. Dazu kommt the most als Superlativ von much und many.
Zwei Formen verdienen einen eigenen Blick. the eldest ist die Familienform von old und steht nur bei Personen innerhalb einer Familie: my eldest sister. Für alles andere gilt the oldest: the oldest building in town. Und the least ist der Gegenpol zu the most und steht bei nicht zählbaren Größen: the least effort, the least money. Bei zählbaren steht the fewest: the fewest mistakes.
Nicht steigerbar in der Höchststufe sind schließlich die Adjektive, die selbst schon ein Extrem bezeichnen. the most excellent oder the most enormous klingen für Muttersprachler seltsam, weil excellent und enormous bereits die Spitze meinen. Statt zu steigern verstärkt man mit absolutely oder truly.
| Grundform | Superlativ | Beispiel |
|---|---|---|
| good | the best | That's the best film I've seen. |
| bad | the worst | It was the worst day of the trip. |
| far | the furthest | the furthest point on the map |
| little | the least | He did the least work. |
| much / many | the most | She has the most experience. |
| old (Familie) | the eldest | my eldest brother |
Das the vor dem Superlativ
Der bestimmte Artikel gehört zum Superlativ dazu, und zwar aus einem einfachen Grund: Ein Superlativ ist immer eindeutig. Es gibt nur ein Höchstes. Deshalb steht the — this is the cheapest option, not a cheapest option. Das ist die Standardform und in geschriebenem Englisch praktisch ausnahmslos richtig. Die allgemeinen Regeln zu diesem Artikel stehen unter a, an und the.
Es gibt drei Fälle, in denen the entfällt. Erstens, wenn ein Possessivbegleiter davorsteht: my best friend, our biggest problem, their oldest customer. Zwei Begleiter nebeneinander sind im Englischen ausgeschlossen, also nie my the best friend. Das gilt genauso für den Genitiv-s: Peter's oldest brother. Zweitens im prädikativen Gebrauch ohne Bezug auf eine Gruppe, wo das Adjektiv nur einen Zustand beschreibt: She is happiest when she's working. Der Satz vergleicht nicht Personen, sondern Zustände derselben Person.
Drittens bei Adverbien, wo das the häufig wegfällt: He works hardest in the morning. Sie ist damit nicht falsch, wenn sie doch steht — the wirkt hier nur formeller. In allen anderen Fällen gilt: Wo ein Superlativ steht, steht auch the. Wer es weglässt, klingt für englische Ohren so, als sei der Satz abgebrochen.
Was nach dem Superlativ folgt
Nach dem Superlativ steht meist die Gruppe, aus der das Extrem stammt. Für Orte und Institutionen gilt in: the tallest building in Europe, the best student in the class. Für eine gezählte Menge gilt of: the best of the three, the youngest of my cousins, the worst day of my life. Deutsch benutzt hier durchgehend „in“ oder den Genitiv, was zu Sätzen wie the tallest building of Europe führt — verständlich, aber falsch.
Sehr häufig ist die Verbindung mit ever und dem Present Perfect: That's the best meal I've ever had. It was the worst film I've ever seen. Der Nebensatz wird dabei meist ohne Relativpronomen angeschlossen, weil das Pronomen Objekt ist — die Regel dazu steht unter Relativsätze. Diese Wendung ist eine der praktischsten Konstruktionen des Alltagsenglisch und lohnt sich als festes Muster.
Ein drittes Muster ist one of the plus Superlativ plus Plural: one of the biggest cities in the world, one of the most common mistakes. Der Plural ist hier zwingend, weil man von einer Gruppe spricht, aus der ein Element herausgegriffen wird — one of the biggest city ist falsch. Die Bildung der Pluralformen steht unter Plural.
Der Vergleich zum Deutschen
Das Deutsche hat für den Superlativ zwei Formen, das Englische nur eine. „Der schnellste Zug“ steht vor dem Nomen, „am schnellsten“ steht beim Verb: „Dieser Zug fährt am schnellsten.“ Im Englischen ist beides the fastest: the fastest train und this train goes the fastest. Wer die zweite deutsche Form nachbauen will, sucht nach einer Entsprechung für „am“ und findet keine — es gibt keine.
Der zweite Unterschied ist der Artikel. Deutsch verlangt ihn beim attributiven Superlativ ebenfalls, lässt ihn aber bei der am-Form weg. Englisch verlangt ihn fast immer. Deshalb entstehen Sätze wie This is best solution, in denen genau das fehlende the auffällt. Es hilft, the und den Superlativ als ein einziges Wortpaar zu lernen, so wie man auch Präpositionen mit Verben zusammen lernt.
Der dritte Punkt betrifft die geteilte Bauweise. Deutsch steigert alles mit Endung, auch lange Wörter: „am interessantesten“, „am unwahrscheinlichsten“. Englisch teilt nach Silbenzahl. Der Fehler interestingest entsteht dadurch fast zwangsläufig und gehört zu den typischen Fehlern Deutschsprachiger.
Typische Fehler
Erstens die Doppelsteigerung: the most cheapest, the most best. Entweder Endung oder most, nie beides. Zweitens der Superlativ bei zwei Größen: Wer zwischen zwei Angeboten wählt, sagt the cheaper of the two. Der Superlativ setzt drei voraus. Drittens das fehlende the, viertens of statt in bei Orten.
Ein fünfter Fehler ist die Verwechslung von most mit der Bedeutung „die meisten“. the most people heißt nicht „die meisten Leute“, sondern „am meisten Leute“ im Sinne einer Höchstzahl. „Die meisten Leute“ heißt schlicht most people, ohne Artikel. Der Unterschied hängt am the: Most people agree ist eine Aussage über die Mehrheit, The most people we've ever had ist eine Aussage über einen Rekord.
Und schließlich die Stellung im Satz: Der Superlativ steht wie jedes Adjektiv vor dem Nomen oder nach dem Verb to be — the best answer, this answer is the best. Ein nachgestelltes Adjektiv nach deutschem Muster gibt es nicht; die Grundordnung des englischen Satzes steht unter Satzstellung.
Häufige Fragen
- Wann heißt es -est und wann most?
- Einsilbige Adjektive bekommen -est: the cheapest, the fastest. Adjektive mit drei oder mehr Silben bekommen most: the most expensive. Bei zweisilbigen entscheidet die Endung — auf -y, -le, -er und -ow steht -est, sonst most. Die Regel ist dieselbe wie beim Komparativ, nur mit anderer Endung.
- Muss vor dem Superlativ immer the stehen?
- Fast immer. Es entfällt, wenn ein Possessivbegleiter oder ein Genitiv davorsteht — my best friend, Anna's oldest son — und häufig bei Adverbien: He runs fastest. Außerdem fehlt es, wenn kein Vergleich mit anderen gemeint ist: She's happiest at home. In allen übrigen Fällen gehört the dazu.
- Heißt es the best in the world oder of the world?
- in the world. Nach dem Superlativ steht in bei Orten, Gruppen und Institutionen: the best restaurant in town, the tallest girl in the class. of steht bei gezählten Mengen und Zeiträumen: the best of the three, the worst day of my life. Das deutsche „von“ führt hier regelmäßig zum falschen of.
- Was ist der Unterschied zwischen most people und the most people?
- most people heißt „die meisten Leute“ und ist eine Aussage über eine Mehrheit: Most people prefer tea. the most people ist ein echter Superlativ und heißt „die größte Zahl von Leuten“: That was the most people we've ever had here. Der Artikel entscheidet über die Bedeutung.
- Kann ich bei zwei Dingen den Superlativ benutzen?
- In gepflegtem Englisch nicht. Bei zwei Größen steht der Komparativ mit the: the better of the two, the older of my two brothers. Umgangssprachlich hört man auch den Superlativ, in Prüfungen und formellen Texten wird aber die Komparativform erwartet.
Passt dazu
- Adjektive — Stellung, Reihenfolge und warum sie nie gebeugt werdenEnglische Adjektive bekommen nie eine Endung. Dafür gibt es eine feste Reihenfolge, wenn mehrere zusammenkommen.
- Adverbien — Bildung mit -ly und die Ausnahmen, die zählenWie aus englischen Adjektiven Adverbien werden, warum good und well sich unterscheiden und wo -ly die Bedeutung kippt.
- enough und too — die Stellung vor und nach dem WortWarum enough hinter dem Adjektiv, aber vor dem Nomen steht, und wie sich too … to von enough … to unterscheidet.
- Häufigkeitsadverbien — always, often, never und ihre StellungWo always, often und never im englischen Satz stehen — vor dem Vollverb, aber hinter to be.
- Komparativ — -er gegen more und die unregelmäßigen FormenWann ein Adjektiv -er bekommt und wann more davorsteht, wie die Schreibung sich ändert und warum than nicht wie „wie“ funktioniert.