Das kannst du danach
- Du ordnest jedem Berichtsverb sein Muster zu, statt überall that zu setzen.
- Du unterscheidest admit doing von admit that und refuse to do von deny doing.
- Du bildest die Muster mit Präposition wie accuse somebody of doing korrekt.
- Du wählst das Verb, das die Sprechhandlung genau trifft, statt immer say zu benutzen.
- Du erkennst, warum der deutsche dass-Satz hier systematisch in die Irre führt.
Das Problem in einem Satz
Er gab zu, dass er das Geld genommen hat. Er bestritt, dass er dort war. Er beschuldigte sie, dass sie gelogen hat. Drei deutsche Sätze, drei Mal dieselbe Struktur: Verb, Komma, dass-Satz. Das Deutsche kommt bei fast allen Verben des Berichtens mit dieser einen Fügung aus, und deshalb muss man beim Sprechen nichts entscheiden. Genau das ist die Falle.
Im Englischen heißen dieselben drei Sätze He admitted taking the money, He denied being there und He accused her of lying. Drei Verben, drei völlig verschiedene Anschlüsse: ing-Form, ing-Form, Präposition plus ing-Form. Wer das deutsche Muster überträgt, produziert He admitted that he took the money — was hier zufällig geht — und He accused her that she lied, was schlicht falsch ist. Der Fehler ist nicht selten, sondern die Regel.
Auf B1 lernt man die indirekte Rede mit say und tell und die Backshift-Regeln, die die Zeitenverschiebung steuern. Auf C1 kommt die Schicht dazu, die aus der indirekten Rede erst gutes Englisch macht: die Wahl des passenden Berichtsverbs. Ein Text, in dem zwanzig Mal he said steht, ist grammatisch fehlerfrei und stilistisch tot. Ein Text, der zwischen admitted, claimed, insisted und pointed out wechselt, transportiert nebenbei, wie der Sprecher zu seiner Aussage stand.
Der Preis dafür ist, dass jedes dieser Verben sein eigenes Muster mitbringt. Es gibt keine übergreifende Regel, die man ableiten könnte. Deshalb ist die Tabelle im nächsten Abschnitt das Kernstück dieser Lektion, und deshalb lohnt es sich, sie beim Schreiben offen zu haben, bis die zwanzig häufigsten Verben sitzen. Die allgemeinen Zusammenhänge zwischen Verb und Anschlussform behandelt die Lektion zu den Verbmustern.
Die Mustertabelle
Sechs Muster reichen für praktisch alle Berichtsverben. Erstens verb + that-clause: He claimed that he was ill. Zweitens verb + ing: He admitted taking it. Drittens verb + to-infinitive: He refused to sign. Viertens verb + object + to-infinitive: He asked me to wait. Fünftens verb + object + preposition + ing: He accused her of lying. Sechstens verb + preposition + ing ohne Objekt: He apologised for being late.
Viele Verben lassen zwei Muster zu, aber nicht beliebig. admit nimmt that und ing: He admitted that he took it und He admitted taking it. deny nimmt that und ing, aber niemals einen Infinitiv: He denied taking it, nie He denied to take it. refuse nimmt ausschließlich den Infinitiv: He refused to answer, nie He refused answering. Diese drei Verben sind das Muster für die ganze Gruppe, weil sie zeigen, dass die Bedeutung die Form nicht vorhersagt.
Die Tabelle enthält die Verben, die im geschriebenen Englisch tatsächlich vorkommen. Wer sie in Blöcken lernt — erst die that-Verben, dann die ing-Verben, dann die Präpositionsverben —, behält sie besser als wer alphabetisch vorgeht.
| Verb | Muster | Beispiel | Deutsch |
|---|---|---|---|
| admit | admit (that) / admit + ing | He admitted taking the money. | Er gab zu, das Geld genommen zu haben. |
| deny | deny (that) / deny + ing | She denied knowing him. | Sie bestritt, ihn zu kennen. |
| claim | claim (that) / claim + to-infinitive | He claimed to be an expert. | Er behauptete, Fachmann zu sein. |
| refuse | refuse + to-infinitive | They refused to pay. | Sie weigerten sich zu zahlen. |
| suggest | suggest (that) / suggest + ing | She suggested waiting. | Sie schlug vor zu warten. |
| accuse | accuse somebody of + ing | They accused him of lying. | Sie beschuldigten ihn zu lügen. |
| blame | blame somebody for + ing | She blamed me for forgetting. | Sie gab mir die Schuld, es vergessen zu haben. |
| apologise | apologise (to sb) for + ing | He apologised for being late. | Er entschuldigte sich für die Verspätung. |
| insist | insist on + ing / insist that | He insisted on paying. | Er bestand darauf zu zahlen. |
| warn | warn sb (not) to / warn sb about | She warned me not to go. | Sie warnte mich davor hinzugehen. |
| promise | promise (that) / promise + to-infinitive | He promised to call. | Er versprach anzurufen. |
| offer | offer + to-infinitive | She offered to help. | Sie bot an zu helfen. |
| threaten | threaten + to-infinitive | He threatened to resign. | Er drohte zurückzutreten. |
| congratulate | congratulate sb on + ing | They congratulated her on winning. | Sie gratulierten ihr zum Sieg. |
| point out | point out (that) | He pointed out that the data was old. | Er wies darauf hin, dass die Daten alt waren. |
admit und deny: die ing-Gruppe
admit und deny sind das Herzstück, weil sie in Berichten, Protokollen und Zeitungstexten ständig auftreten und weil beide die ing-Form nehmen. He admitted stealing the car. She denied receiving the email. Beide lassen daneben den that-Satz zu, und der ist im gesprochenen Englisch sogar häufiger: He admitted that he had stolen the car. Was beide nicht zulassen, ist der Infinitiv. He denied to know her existiert nicht.
Für die Vorzeitigkeit gibt es eine eigene Form: having plus Partizip Perfekt. He admitted having taken the money betont, dass die Tat vor dem Zugeben liegt. Notwendig ist sie selten, weil der Zusammenhang das ohnehin klärt, aber in juristischen und amtlichen Texten steht sie regelmäßig. Dasselbe Prinzip trägt die absolute Konstruktion und die fortgeschrittenen Partizipialsätze.
In dieselbe Gruppe gehören weitere Verben, die eine Sprechhandlung mit ing anschließen: mention, recommend, propose, report, acknowledge. He mentioned seeing her at the station. The report recommends reducing the budget. Auffällig ist, dass gerade diese Verben im Deutschen alle mit dass funktionieren — er erwähnte, dass; der Bericht empfiehlt, dass. Die Übertragung ergibt jedes Mal einen zu langen englischen Satz, oft mit falschem Muster.
Ein Sonderfall ist suggest, das Deutschsprachige zuverlässig falsch bauen. He suggested me to leave ist falsch, obwohl es sich richtig anfühlt. Möglich sind He suggested leaving, He suggested that I leave, He suggested that I should leave. Das Verb nimmt kein Objekt plus Infinitiv, und diese Regel hat keine Ausnahme. Bei der Variante mit that und Grundform greift der formelle Konjunktiv, der im amerikanischen Englisch Standard ist.
Die Infinitivgruppe: refuse, promise, threaten, offer
Eine zweite Gruppe verlangt den Infinitiv mit to und keine ing-Form. refuse, promise, threaten, offer, agree, decide, claim in seiner Infinitivvariante. They refused to comment. She promised to send the file. He threatened to sue. We agreed to meet on Friday. Der rote Faden ist eine Aussage über zukünftiges Handeln des Sprechers selbst — daher der Infinitiv, der im Englischen ohnehin nach vorn zeigt.
Die Verneinung steht vor to: He promised not to tell anyone. Das ist derselbe Bau wie bei told him not to wait, und der Fehler ist derselbe: to not tell hört man, gilt aber als nachlässig. Bei claim gibt es eine Feinheit, die in Nachrichtentexten dauernd vorkommt: He claimed to have seen her verschiebt die Aussage in die Vergangenheit, ohne einen Nebensatz zu bauen. Das entspricht He claimed that he had seen her und ist deutlich kürzer.
Verben mit Objekt gehören ebenfalls hierher, aber mit Zwischenschritt: tell, ask, order, advise, remind, warn, urge, persuade. She told me to wait. They warned us not to swim there. Diese Gruppe ist der Bereich der indirekten Rede bei Aufforderungen, und sie deckt sich mit dem Muster verb + object + to-infinitive. Wer dort sicher ist, hat die halbe Berichtsgrammatik erledigt.
Die Präpositionsgruppe: accuse of, blame for, apologise for
Die schwierigste Gruppe sind die Verben mit fester Präposition, weil nach der Präposition zwingend die ing-Form steht und weil die Präposition nicht ableitbar ist. accuse somebody of doing. blame somebody for doing. congratulate somebody on doing. thank somebody for doing. praise somebody for doing. criticise somebody for doing. apologise to somebody for doing. insist on doing. object to doing.
Der deutsche Satz baut hier keinen Präpositionalanschluss, sondern wieder einen dass-Satz oder einen Infinitiv mit zu: Sie beschuldigte ihn, gelogen zu haben. Deshalb fehlt beim Übertragen die Präposition komplett, und es entsteht She accused him to lie oder She accused him that he lied. Beides ist falsch, richtig ist nur She accused him of lying. Welche Präposition zu welchem Verb gehört, ist Vokabelarbeit und steht systematisch in den Präpositionen nach Verben.
Nach der Präposition steht die ing-Form, nie der Infinitiv. Das gilt ausnahmslos, auch wenn das to der Präposition wie ein Infinitivzeichen aussieht: object to paying, look forward to hearing, be used to working. Diese Verwechslung ist so verbreitet, dass ihr die Lektion zu be used to und get used to einen eigenen Abschnitt widmet, und sie erwischt auch geübte Schreiber in Geschäftsbriefen.
Für die Vorzeitigkeit gilt dasselbe wie oben: of having done, for having done. She was accused of having falsified the records. In der Alltagssprache reicht meist die einfache ing-Form, weil der Zusammenhang klar macht, was zuerst geschah. In juristischen Texten steht die lange Form, weil dort Zeitverhältnisse nicht dem Zusammenhang überlassen werden.
| Verb | Präposition | Beispiel | Häufiger Fehler |
|---|---|---|---|
| accuse | of | They accused him of cheating. | accused him to cheat |
| blame | for | She blamed him for the delay. | blamed him the delay |
| apologise | for | I apologised for the mistake. | apologised the mistake |
| congratulate | on | He congratulated me on passing. | congratulated me for passing |
| insist | on | She insisted on seeing the manager. | insisted to see |
| object | to | They objected to being filmed. | objected to be filmed |
| warn | about / against | He warned us about the ice. | warned us of the ice (seltener) |
| thank | for | We thanked her for helping. | thanked her to help |
Welches Verb sagt was
Die Musterwahl ist die grammatische Hälfte, die Verbwahl die inhaltliche. Berichtsverben sind nicht neutral: Sie bewerten die Aussage mit. claim signalisiert Zweifel — He claimed to be a doctor legt nahe, dass er keiner ist. state ist neutral und sachlich. insist zeigt Widerstand gegen eine andere Sicht. concede und admit zeigen, dass die Aussage gegen das eigene Interesse geht. allege ist die vorsichtigste Form und steht in Presseberichten, wenn nichts bewiesen ist.
Für Deutschsprachige ist das eine Chance und ein Risiko zugleich. Die Chance: Ein einziges gut gewähltes Verb ersetzt einen ganzen erklärenden Nebensatz. Das Risiko: Wer claim benutzt, wo state gemeint ist, unterstellt dem Sprecher ohne Absicht eine Lüge. In Geschäftsmails ist das ein realer Ärgerpunkt, weshalb dort meist die neutralen Verben stehen: said, noted, explained, confirmed. Der Zusammenhang mit dem Register beschreibt die Lektion Abschwächung.
Auch die Zeitform des Berichtsverbs trägt Bedeutung. He says the deal is off berichtet eine noch geltende Aussage, He said the deal was off berichtet eine vergangene. Ob die Zeit im Nebensatz mitwandert, entscheiden die Backshift-Regeln, und bei Fragen gelten die Besonderheiten aus der indirekten Rede bei Fragen und den indirekten Fragen. Alles zusammen ergibt das Werkzeug, mit dem man fremde Aussagen sauber wiedergibt, ohne sie zu verfälschen.
Eine praktische Reihenfolge fürs Schreiben: erst entscheiden, welche Sprechhandlung vorlag — behaupten, zugeben, bestreiten, vorschlagen, warnen, versprechen. Dann das Verb wählen. Dann sein Muster prüfen. Wer in dieser Reihenfolge arbeitet, vermeidet den häufigsten Ablauf, bei dem zuerst der deutsche dass-Satz im Kopf steht und das englische Verb hinterher hineingezwungen wird.
Die Passivvariante und der unpersönliche Bericht
Berichtsverben treten häufig im Passiv auf, weil die Quelle dann offenbleiben darf. It is claimed that the figures were altered. He is said to be considering resignation. She was reported to have left the country. Diese beiden Bauarten sind Standard in Nachrichtentexten und in wissenschaftlicher Prosa und stehen ausführlich in der Lektion zum Passiv mit Verben des Sagens.
Für das Deutsche gibt es hier ein Gegenstück, das aber anders funktioniert: der Konjunktiv der indirekten Rede. Er soll zurücktreten. Sie habe das Land verlassen. Weil das Englische diesen Konjunktiv nicht hat, muss es die Distanzierung im Verb und im Passiv unterbringen. Wer den deutschen Konjunktiv wörtlich übertragen will, landet bei should, und das bedeutet etwas anderes. He should be considering resignation heißt, er sollte es tun.
Die zweite Bauart, He is said to be, ist für Deutschsprachige besonders nützlich, weil sie kurz ist und im Deutschen keine direkte Entsprechung hat. The building is thought to date from 1720. The company is understood to be in talks. Solche Sätze kann man nicht Wort für Wort übersetzen, man muss sie als Muster lernen — und dann sind sie in jedem Bericht sofort einsetzbar.
Häufige Fragen
- Heißt es he denied to steal oder he denied stealing?
- He denied stealing. deny nimmt die ing-Form oder einen that-Satz, aber nie den Infinitiv. Möglich sind also He denied stealing the car und He denied that he had stolen the car. Der Infinitiv nach deny ist einer der Fehler, die in Prüfungen zuverlässig angestrichen werden.
- Warum ist accuse somebody that falsch?
- Weil accuse eine feste Präposition trägt: accuse somebody of doing something. Nach der Präposition of steht zwingend die ing-Form. Der Fehler entsteht, weil das Deutsche mit einem dass-Satz arbeitet und die Präposition dort gar nicht vorkommt. Richtig ist They accused him of lying.
- Was ist der Unterschied zwischen say und tell im Bericht?
- tell braucht ein persönliches Objekt, say nicht: He told me that he was late, aber He said that he was late. He said me ist falsch, He told that ohne Objekt ebenfalls. Wenn du die Person nicht nennen willst, nimmst du say, wenn du sie nennst, meist tell.
- Wann benutze ich claim statt say?
- claim signalisiert, dass du die Aussage nicht als bewiesen behandelst. He claimed to be a doctor legt nahe, dass Zweifel bestehen. In neutralen Zusammenhängen nimmst du said, stated oder explained. In Geschäftsmails ist claim heikel, weil es dem Gegenüber unausgesprochen unterstellt, die Unwahrheit zu sagen.
- Muss ich nach admit die Vorzeitigkeit mit having ausdrücken?
- Nicht zwingend. He admitted taking the money ist in fast allen Zusammenhängen ausreichend, weil klar ist, dass die Tat vor dem Zugeben liegt. He admitted having taken the money ist förmlicher und steht vor allem in juristischen und amtlichen Texten, in denen Zeitverhältnisse ausdrücklich benannt werden.
- Warum steht nach look forward to eine ing-Form?
- Weil das to hier eine Präposition ist und kein Infinitivzeichen. Nach einer Präposition steht im Englischen immer die ing-Form: I look forward to hearing from you. Dasselbe gilt für object to, be used to und get round to. Der Test: Wenn nach to ein Nomen stehen könnte, ist to eine Präposition.
Passt dazu
- Backshift — wann die Zeit in der indirekten Rede zurückgehtDie Regel der Zeitenverschiebung in der indirekten Rede — und die vier Fälle, in denen sie ausdrücklich nicht gilt.
- indirekte Rede — Aussagesätze richtig wiedergebenWie man englische Aussagesätze wiedergibt, was sich dabei an Zeiten, Pronomen und Zeitangaben verschiebt und warum der deutsche Konjunktiv hier nichts nützt.
- indirekte Rede bei Aufforderungen — tell somebody to doWie Befehle, Bitten und Ratschläge wiedergegeben werden, warum dabei kein Nebensatz entsteht und weshalb say hier grundsätzlich nicht funktioniert.
- indirekte Rede bei Fragen — if, whether und die WortstellungWarum die Frageform beim Berichten verschwindet, wann if und wann whether steht und weshalb do dabei ersatzlos wegfällt.