Das kannst du danach
- Du bildest das Passiv in jeder Zeitform aus be und der dritten Verbform.
- Du findest über die Aktivform sicher die passende Passivform.
- Du weißt, welche Passivformen es zwar theoretisch gibt, aber praktisch niemand benutzt.
- Du bildest das Passiv mit Modalverben und mit Infinitiven.
- Du erkennst, wo Deutsch mit man arbeitet und Englisch das Passiv braucht.
Eine Formel für zwölf Formen
Das englische Passiv hat einen großen Vorteil: Es gibt nur eine einzige Regel, und die gilt in jeder Zeitform. Du nimmst das Verb be, setzt es in die Zeitform, die im Aktivsatz stand, und hängst das Past Participle des Vollverbs an. Das Vollverb bewegt sich nie wieder. Alles, was sich ändert, ändert sich an be.
Damit reduziert sich der ganze Themenbereich auf zwei Fragen. Erstens: Wie sieht be in dieser Zeitform aus. Zweitens: Wie lautet die dritte Form dieses Verbs. Die erste Frage beantwortet die Tabelle im nächsten Abschnitt, die zweite die Liste der unregelmäßigen Verben. Bei regelmäßigen Verben ist die dritte Form schlicht die -ed-Form aus dem Simple Past.
Diese Seite ist die Übersicht, nicht der Einstieg. Wie das Passiv überhaupt funktioniert, wofür es gut ist und wie man einen Aktivsatz umbaut, steht in der Lektion zum Passiv in der Gegenwart. Die Vergangenheitsformen mit ihren Stolperstellen behandelt das Passiv in der Vergangenheit ausführlich. Hier geht es darum, alle Formen nebeneinander zu sehen und die richtige auszuwählen.
Ein Hinweis vorweg, der viel Ärger spart: Die Zeitform des Passivsatzes ist immer die Zeitform des Aktivsatzes. Du wechselst beim Umformen nie die Zeit. They build houses wird zu Houses are built, They built houses zu Houses were built, They will build houses zu Houses will be built. Wer beim Umformen ins Passiv plötzlich eine andere Zeit wählt, hat den Satz inhaltlich verändert.
Die vollständige Tabelle
Die folgende Übersicht zeigt jede englische Zeitform mit ihrem Aktiv- und Passivgegenstück. Als Beispielverb dient write mit den Formen write – wrote – written, weil sich daran die dritte Form deutlich abhebt. Lies die Tabelle nicht als Lernstoff zum Auswendiglernen, sondern als Nachschlagewerk: Du suchst die Zeile deiner Aktivform und liest rechts die Passivform ab.
Auffällig ist, wie wenige unterschiedliche Bausteine vorkommen. Es sind am Ende nur is, are, was, were, been, being, be und die Hilfsverben have, will und die Modalverben. Alles Weitere ist Kombination.
| Zeitform | Aktiv | Passiv |
|---|---|---|
| Simple Present | She writes the report. | The report is written. |
| Present Progressive | She is writing the report. | The report is being written. |
| Simple Past | She wrote the report. | The report was written. |
| Past Progressive | She was writing the report. | The report was being written. |
| Present Perfect | She has written the report. | The report has been written. |
| Past Perfect | She had written the report. | The report had been written. |
| will-Futur | She will write the report. | The report will be written. |
| going to | She is going to write it. | It is going to be written. |
| Future Perfect | She will have written it. | It will have been written. |
| Modalverb | She must write the report. | The report must be written. |
| Modalverb Vergangenheit | She should have written it. | It should have been written. |
| Infinitiv | to write the report | to be written |
| Gerundium | writing the report | being written |
Welche Formen es gibt und trotzdem niemand benutzt
Rein rechnerisch ließe sich zu jeder Aktivform eine Passivform bauen. Praktisch bleiben zwei Ecken der Tabelle leer, und das ist kein Zufall, sondern eine Frage der Sprechbarkeit.
Die erste Lücke ist das Passiv der Verlaufsform in den Perfekt- und Zukunftszeiten. Zum Present Perfect Progressive gäbe es theoretisch has been being written. Diese Kette aus drei be-Formen sagt niemand. Auch will be being written zum Future Progressive kommt in echten Texten praktisch nicht vor. Statt solcher Ungetüme weicht man ins Aktiv aus oder wählt eine einfachere Passivform: They have been working on the report seit sechs Stunden bleibt aktiv, oder man sagt schlicht The report has been in progress since this morning.
Die zweite Lücke sind Verben ohne Objekt. Nur was ein Objekt hat, kann passiviert werden, denn das Objekt wird ja zum neuen Subjekt. arrive, happen, sleep, fall, appear, die und viele Phrasal Verbs wie break down oder turn up haben keines. The car was broken down ist deshalb kein Passiv, sondern ein Fehler.
Umgekehrt gibt es Phrasal Verbs mit Objekt, und die passivieren ganz normal — die Partikel bleibt dabei am Verb kleben: The meeting was called off. The plan was carried out last week. Wer hier die Partikel weglässt, verändert die Bedeutung.
Passiv mit Modalverben und im Infinitiv
Modalverben ändern ihre Form nie, deshalb ist das Passiv nach ihnen besonders einfach: Modalverb plus be plus dritte Form. This must be done today. The form can be downloaded. Nothing could be changed. Das gilt für alle Modalverben gleichermaßen.
Für die Vergangenheit tritt have zwischen Modalverb und been: It should have been checked. The letter must have been lost. Diese Verbindung heißt oft modale Vergangenheit und trägt im Englischen viel Bedeutung, die das Deutsche mit Wörtern wie „eigentlich“ oder „wohl“ abdeckt.
Auch Infinitive haben eine Passivform, nämlich to be done. Sie steht überall dort, wo im Aktiv ein einfacher to-Infinitiv stünde: I expect to be told the truth. There's nothing to be done. The house needs to be painted. Wer die Verben mit Infinitiv kennt, kann sie also allesamt auch passiv verwenden.
Dasselbe gilt für das Gerundium, das als being done erscheint: She hates being interrupted. He remembers being asked. Auch hier lohnt der Blick auf die Grundlagen von Gerundium und Infinitiv, weil die Wahl zwischen beiden Formen dieselbe bleibt wie im Aktiv.
Auswahlhilfe in drei Fragen
Wenn du vor einem Satz sitzt und nicht weißt, welche Passivform hingehört, arbeite die folgenden drei Fragen der Reihe nach ab. Sie führen zuverlässig zur richtigen Form, ohne dass du die ganze Tabelle im Kopf haben musst.
Frage eins: Wie lautet der Satz im Aktiv. Bilde ihn notfalls mit einem erfundenen Subjekt wie somebody. Wenn dein Satz lauten soll „Die Ergebnisse werden gerade geprüft“, denke zuerst somebody is checking the results. Damit hast du die Zeitform bestimmt, ohne über das Passiv nachzudenken.
Frage zwei: Wie sieht be in dieser Zeitform aus. Im Present Progressive heißt es is being, im Simple Past was, im Present Perfect has been. Setze diese Form ein und lass das Vollverb komplett weg. Du hast dann ein Gerüst: The results are being.
Frage drei: Wie lautet die dritte Form des Vollverbs. Häng sie an. The results are being checked. Fertig. Diese Reihenfolge funktioniert deshalb so gut, weil sie den einzigen wirklich schwierigen Schritt, die Zeitwahl, ins Aktiv verlagert, wo er dir vertraut ist.
Für die Zukunft gilt dasselbe Verfahren. Aus somebody will send the letter wird das Gerüst The letter will be, dann The letter will be sent. Auch die Feinheiten zwischen will und going to bleiben im Passiv unverändert erhalten.
Wo Deutsch anders denkt
Der wichtigste Unterschied betrifft nicht die Formen, sondern die Häufigkeit. Deutsch hat mit „man“ ein bequemes Wort, mit dem sich der Handelnde verschweigen lässt, ohne die Satzstruktur zu ändern: Man hat mir gesagt, dass. Man baut hier eine Brücke. Man spricht hier Englisch. Englisch hat dafür kein Gegenstück. one existiert zwar, klingt aber gestelzt und altmodisch. Also weicht Englisch ins Passiv aus: I was told that. A bridge is being built here. English is spoken here.
Daraus folgt eine praktische Regel für alle, die aus dem Deutschen schreiben: Immer wenn du in deinem deutschen Gedanken „man“ sagst, prüfe im Englischen zuerst das Passiv. Das ist der häufigste einzelne Anlass für englische Passivsätze, und er ist im Deutschen unsichtbar, weil das deutsche Original gar kein Passiv ist.
Der zweite Unterschied ist das deutsche Zustandspassiv. Die Tür ist geschlossen und die Tür wird geschlossen sind zwei verschiedene Dinge — Zustand gegen Vorgang. Englisch hat für beide nur The door is closed und lässt den Zusammenhang entscheiden. Wer aus dem Deutschen übersetzt, sollte deshalb nicht versuchen, die Unterscheidung mit Gewalt nachzubauen.
Der dritte Unterschied ist die Person als Subjekt. Englisch macht aus dem Empfänger einer Handlung ohne Weiteres ein Subjekt: I was given the wrong address. We were shown the flat. Deutsch kann das nicht und behält den Dativ. Genau deshalb wirken diese sehr häufigen englischen Sätze auf deutsche Ohren zunächst falsch. Sie sind es nicht.
Wenn dich die Feinheiten weiterreizen: Konstruktionen wie He is said to be very strict behandelt das Passiv mit Verben des Sagens, und stilistische Fragen des Passivgebrauchs greift das fortgeschrittene Passiv auf.
Häufige Fragen
- Gibt es das Passiv wirklich in allen Zeitformen?
- Formal ja, praktisch nein. Alle einfachen Formen und alle Perfektformen sind völlig normal. Die Verlaufsform des Passivs ist nur in Gegenwart und Vergangenheit gebräuchlich, also is being done und was being done. Formen wie has been being done oder will be being done sind grammatisch konstruierbar, kommen aber in echten Texten nicht vor. Dort weicht man ins Aktiv aus oder formuliert um.
- Wie erkenne ich, ob ein Verb überhaupt ein Passiv bilden kann?
- Suche im Aktivsatz nach einem Objekt. Nur wenn es eines gibt, kann daraus ein Passivsubjekt werden. They repaired the car hat ein Objekt, also gibt es The car was repaired. The car broke down hat keines, also gibt es kein Passiv dazu. Diese Probe ist zuverlässiger als jedes Gefühl und deckt auch die häufigen Fehler mit happen und arrive ab.
- Muss ich beim Umformen die Zeitform ändern?
- Nein, und genau das ist eine typische Fehlerquelle. Die Zeitform bleibt exakt dieselbe, sie wandert nur vom Vollverb auf be. Aus They have finished it wird It has been finished, nicht It was finished. Wenn du bei einer Umformung eine andere Zeit einsetzt, hast du den Inhalt des Satzes verändert und nicht nur die Perspektive.
- Wann steht by und wann lasse ich es weg?
- Nenne den Handelnden nur, wenn er neu, überraschend oder für den Satz wichtig ist: The proposal was rejected by the board. Ist er selbstverständlich oder unbekannt, lass ihn weg. In echten englischen Texten steht by in etwa jedem fünften Passivsatz. Ein Passivsatz, der by ohnehin Bekanntes anhängt, wirkt umständlich.
- Ist zu viel Passiv schlechter Stil im Englischen?
- In vielen Fällen ja. Englische Stilratgeber empfehlen das Aktiv, wo der Handelnde bekannt und wichtig ist, weil Aktivsätze kürzer und klarer sind. Das Passiv ist ein Werkzeug für einen bestimmten Zweck: den Handelnden verschweigen, das Ergebnis in den Vordergrund rücken oder einen Text sachlich halten. Wer es benutzt, um förmlicher zu klingen, erreicht meist nur, dass der Satz länger wird.
Passt dazu
- Passiv — Bildung mit be und wann by überhaupt stehtWie das englische Passiv mit be und der dritten Verbform gebaut wird, warum es häufiger ist als das deutsche und wann by wirklich nötig ist.
- Passiv fortgeschritten — zwei Objekte, get-Passiv, PräpositionalverbenWie das Englische aus zwei Objekten zwei Passivsätze macht, wann get statt be steht und warum die Präposition am Satzende bleibt.
- Passiv in der Vergangenheit — was done und has been doneWie das englische Passiv in Simple Past, Past Progressive, Present Perfect und Past Perfect gebildet wird und wo das deutsche wurde in die Irre führt.
- Passiv mit Verben des Sagens — It is said that und He is said toZwei Bauweisen für unbelegte Behauptungen: das unpersönliche It is said that und der persönliche Umbau He is said to.