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Passiv — Bildung mit be und wann by überhaupt steht

Wie das englische Passiv mit be und der dritten Verbform gebaut wird, warum es häufiger ist als das deutsche und wann by wirklich nötig ist.

Das kannst du danach

  • Du bildest das Passiv mit einer Form von be und der dritten Verbform.
  • Du entscheidest, wann der Handelnde mit by genannt wird und wann nicht.
  • Du erkennst, warum das englische Passiv leichter klingt als das deutsche.
  • Du bildest bei Verben mit zwei Objekten beide möglichen Passivsätze.
  • Du vermeidest die typischen Fehler mit become und mit vergessenem be.

Was das Passiv tut

Im Aktiv steht der Handelnde vorn: The company produces these bikes in Manchester. Im Passiv rückt das, was behandelt wird, an den Satzanfang: These bikes are produced in Manchester. Es passiert dasselbe, nur die Aufmerksamkeit verschiebt sich. Das Passiv ist also kein Ausweichmanöver, sondern eine Entscheidung darüber, wovon der Satz handelt.

Der zweite Grund für das Passiv ist, dass der Handelnde unwichtig, unbekannt oder selbstverständlich ist. My bike was stolen — wer es war, weiß niemand. English is spoken here — wer genau spricht, ist gleichgültig. In beiden Fällen wäre eine Nennung des Täters nicht nur überflüssig, sondern störend.

Und schließlich schafft das Passiv Zusammenhang im Text. Wenn der vorige Satz von einem Gegenstand handelt, will der nächste bei diesem Gegenstand bleiben. Das Passiv erlaubt genau das, ohne dass man das Thema wechseln muss. Deshalb ist es in Berichten, Anleitungen und wissenschaftlichen Texten so verbreitet.

Nur bestimmte Verben lassen sich überhaupt ins Passiv setzen, nämlich solche mit einem Objekt. happen, arrive, sleep, come und die anderen Verben ohne Objekt haben kein Passiv. The accident was happened ist deshalb unmöglich.

Die Bildung: be plus dritte Form

Das Passiv besteht immer aus zwei Teilen: einer Form von to be und der dritten Verbform, dem Past Participle. Die Zeitform steckt vollständig im be, das Vollverb ändert sich nie. The room is cleaned every day. The room was cleaned yesterday. The room has been cleaned.

Das bedeutet praktisch: Wer be in allen Zeitformen kann und die dritte Form der unregelmäßigen Verben beherrscht, kann jedes Passiv bilden. Neue Regeln kommen nicht dazu. Bei regelmäßigen Verben ist die dritte Form identisch mit der zweiten, bei unregelmäßigen nicht: taken, written, seen, done.

In der Frage rückt die be-Form nach vorn, in der Verneinung tritt not dahinter: Is the report written every week. The report isn't written by hand. Bei zusammengesetzten Zeiten wandert nur der erste Teil: Has the letter been sent.

Auch mit Modalverben funktioniert das Muster, dann heißt es Modalverb plus be plus dritte Form: It must be done today. The file can be downloaded here. This should be checked again. Diese Kombination ist in Anleitungen und Vorschriften die Normalform.

ZeitformAktivPassiv
Simple PresentThey clean the room.The room is cleaned.
Present ProgressiveThey are cleaning the room.The room is being cleaned.
Simple PastThey cleaned the room.The room was cleaned.
Present PerfectThey have cleaned the room.The room has been cleaned.
will-FutureThey will clean the room.The room will be cleaned.
ModalverbThey must clean the room.The room must be cleaned.

Wann by steht — meistens gar nicht

Der Handelnde kann mit by angeschlossen werden: The novel was written by a teacher from Leeds. Diese Angabe ist aber die Ausnahme, nicht die Regel. Untersuchungen englischer Texte zeigen, dass in ungefähr vier von fünf Passivsätzen überhaupt kein by vorkommt. Wer es überall einsetzt, schreibt umständlich.

Sinnvoll ist by dann, wenn der Handelnde neu, überraschend oder wichtig ist. The bridge was designed by a woman of twenty-six. Ist er dagegen bekannt oder gleichgültig, lässt man ihn weg: The bill was paid, ohne zu sagen, dass die Kellnerin sie kassiert hat. Der Satz The room is cleaned by a cleaner ist grammatisch richtig und trotzdem albern.

Neben by gibt es with, und die beiden werden gern verwechselt. by nennt den Handelnden, with das Werkzeug oder Material. The window was broken by a boy. The window was broken with a stone. Wer das vertauscht, macht aus dem Stein den Täter. Weitere Fälle dieser Art sammelt die Lektion zu den Präpositionen nach Verben.

Steht der Handelnde als Pronomen, gelten die Objektpronomen: by me, by him, by them, nie by I oder by he. Diese Stelle wird häufig übersehen, weil das Pronomen im Aktiv Subjekt war und dort I oder he hieß.

Der Vergleich zum Deutschen

Deutsch bildet das Passiv mit werden, nicht mit sein: Das Zimmer wird geputzt. Genau hier liegt die erste Falle, denn wer wörtlich übersetzt, greift zu become. The room becomes cleaned ist kein englischer Satz, sondern reiner Unsinn. Englisch nimmt immer be, das deutsche werden hat im Passiv keine englische Entsprechung.

Der zweite Unterschied ist die Häufigkeit. Das englische Passiv ist deutlich verbreiteter als das deutsche und klingt dabei leichter. Wo im Deutschen ein Passivsatz schwerfällig wirkt und Lehrer zum Aktiv raten, ist der englische Satz völlig unauffällig. This is discussed in chapter three liest sich glatt, Dies wird in Kapitel drei besprochen dagegen etwas amtlich.

Daraus folgt eine praktische Konsequenz: Deutschsprachige benutzen im Englischen zu wenig Passiv, nicht zu viel. Sie behelfen sich stattdessen mit man, für das es im Englischen keine direkte Entsprechung gibt. Man macht das so wird nicht zu One does it like this, sondern normalerweise zu This is done like this oder zu einem Satz mit you.

Der dritte Unterschied betrifft das Zustandspassiv. Deutsch unterscheidet Die Tür wird geschlossen von Die Tür ist geschlossen. Englisch benutzt für beides be und trennt allein über die Zeitform und den Zusammenhang: The door is being closed gegen The door is closed. Wer diesen Unterschied ausdrücken will, braucht die Verlaufsform.

Und schließlich kennt Deutsch das unpersönliche Passiv ohne Subjekt: Hier wird gearbeitet. Englisch kann das nicht, weil jeder englische Satz ein Subjekt braucht. Solche Sätze müssen umgebaut werden, etwa zu People are working here oder Work is going on here.

DeutschFalschRichtig
Das Haus wird gebaut.The house becomes built.The house is being built.
Man spricht hier Englisch.One speaks English here.English is spoken here.
Mir wurde gesagt, dass …It was said to me that …I was told that …
Hier wird nicht geraucht.Here is not smoked.Smoking is not allowed here.

Zwei Objekte, zwei Passivformen

Manche Verben haben zwei Objekte: give, send, tell, offer, show, teach, pay, promise, lend. Im Aktiv heißt es They gave the winner a medal — der Gewinner ist das eine Objekt, die Medaille das andere. Beide können im Passiv zum Subjekt werden, und das ergibt zwei völlig korrekte Sätze.

Die erste Möglichkeit setzt die Person nach vorn: The winner was given a medal. Die zweite setzt die Sache nach vorn: A medal was given to the winner. Beachte das to in der zweiten Fassung: Sobald die Person nach dem Verb steht, braucht sie eine Präposition.

Im Englischen ist die erste Variante die üblichere. I was told, she was given, we were sent, he was offered — diese Sätze gehören zum Alltagsenglisch. Für Deutschsprachige ist das ungewohnt, weil im Deutschen die Person im Dativ steht und deshalb kein Subjekt werden kann. Mir wurde gesagt, nicht Ich wurde gesagt. Englisch kennt diese Sperre nicht.

Genau hier entsteht einer der hartnäckigsten Fehler. Mir wurde eine Frage gestellt wird nicht zu Me was asked a question, sondern zu I was asked a question. Wer den deutschen Dativ mitschleppt, baut den Satz falsch herum. Ähnlich gelagert ist das Passiv bei Verben des Sagens, das die Lektion zum Passiv mit Verben des Sagens behandelt.

AktivPassiv mit PersonPassiv mit Sache
They gave me a form.I was given a form.A form was given to me.
She sent him the file.He was sent the file.The file was sent to him.
We offered her the job.She was offered the job.The job was offered to her.
They told us the truth.We were told the truth.The truth was told to us.

Wo das Passiv im Alltag steht

Anleitungen und Vorschriften bestehen fast durchgehend aus Passivsätzen. The form must be signed and returned within ten days. Payment is made in advance. Applications are processed in the order received. Hier trägt das Passiv nicht Distanz, sondern Sachlichkeit: Es geht um den Vorgang, nicht um die Person am Schreibtisch.

In Nachrichten und Berichten steht es überall dort, wo der Handelnde nicht feststeht. Three people were injured in the crash. The report was published on Monday. Wer Zeitung liest, begegnet der Form in jedem zweiten Satz. In Beschreibungen von Abläufen taucht sie ebenso auf, etwa wenn Arbeiten ausgeführt werden: The repairs were carried out overnight.

In gesprochener Sprache ist das Passiv seltener, aber nicht selten. Vor allem feste Wendungen halten sich hartnäckig: I was born in Hamburg, he got fired, we were told to wait. Statt be steht in der Umgangssprache oft get: My car got stolen klingt lebendiger als My car was stolen, gilt aber als informell.

Für die Vergangenheitsformen des Passivs und für den vollständigen Überblick über alle Zeitformen gibt es eigene Lektionen: das Passiv in der Vergangenheit und der Überblick über alle Passivformen. Wer noch weiter will, findet in have something done die Konstruktion für Arbeiten, die man erledigen lässt, statt sie selbst zu tun.

Typische Fehler

Der häufigste Fehler ist das fehlende be. The room cleaned every day sagt aus, dass der Raum etwas putzt. Ohne be gibt es kein Passiv, ganz gleich wie eindeutig der Zusammenhang ist. Zweiter Klassiker ist become statt be, direkt aus dem deutschen werden übernommen.

Der dritte Fehler betrifft die Verbform. Nach be steht die dritte Form, nicht die zweite: The letter was written, nicht The letter was wrote. Bei regelmäßigen Verben fällt das nicht auf, bei unregelmäßigen sofort. Und viertens wird bei Verben ohne Objekt ein Passiv gebaut, wo keines möglich ist: I was arrived ist falsch.

Fünftens steht by, wo es nichts zu suchen hat. Wenn der Handelnde selbstverständlich ist, lass ihn weg. Ein Text, in dem jeder Passivsatz ein by trägt, liest sich wie eine Übersetzungsübung. Und sechstens wird der Passivsatz mit einem Aktivsatz vermischt, wenn im Present Perfect das been vergessen wird: The room has cleaned statt The room has been cleaned.

Zuletzt eine Frage des Stils, keine der Grammatik: Passiv ist kein Zeichen von Vornehmheit. Wo ein klarer Handelnder existiert und wichtig ist, gehört er nach vorn. Englische Stilratgeber warnen seit Jahrzehnten vor dem gedankenlosen Passiv in Behördentexten, und das zu Recht. Benutze es, wenn es den Satz besser macht, nicht als Schmuck.

Häufige Fragen

Wie bildet man das Passiv im Englischen?
Mit einer Form von be und der dritten Verbform. Die Zeitform steckt allein im be: is cleaned, was cleaned, has been cleaned, will be cleaned. Das Vollverb bleibt unverändert. Nach Modalverben heißt es Modalverb plus be plus dritte Form, etwa must be done.
Wann benutzt man by im Passivsatz?
Nur wenn der Handelnde neu oder wichtig ist. In den meisten englischen Passivsätzen steht überhaupt kein by, weil der Handelnde unbekannt oder selbstverständlich ist. The room is cleaned by a cleaner ist zwar korrekt, aber überflüssig. Für Werkzeuge und Material steht statt by die Präposition with.
Warum heißt es nicht The house becomes built?
Weil das englische Passiv immer mit be gebildet wird. Das deutsche werden hat hier keine Entsprechung. become bedeutet werden im Sinn von sich entwickeln zu, etwa he became a teacher. Richtig heißt es The house is being built.
Warum gibt es zwei Passivsätze zu They gave me a book?
Weil das Verb zwei Objekte hat und beide zum Subjekt werden können. I was given a book stellt die Person nach vorn, A book was given to me die Sache. Die erste Variante ist im Englischen die häufigere. Für Deutschsprachige ist sie ungewohnt, weil der deutsche Dativ diese Konstruktion nicht erlaubt.
Ist get statt be im Passiv erlaubt?
In der gesprochenen Sprache ja, in förmlichen Texten besser nicht. He got fired und my phone got stolen sind völlig gängig und betonen meist ein plötzliches oder unerfreuliches Geschehen. In Berichten, Bewerbungen und Prüfungen nimm die Form mit be.

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