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Großschreibung — Titel, Wochentage und Nationalitäten

Warum Monday und German groß, aber table klein geschrieben wird, und welche Wörter in englischen Titeln klein bleiben.

Das kannst du danach

  • Du schreibst Nomen im Englischen klein und erkennst, wo die deutsche Gewohnheit stört.
  • Du schreibst Wochentage, Monate, Nationalitäten, Sprachen und Feiertage groß.
  • Du wendest die Titelschreibweise an und weißt, welche Wörter darin klein bleiben.
  • Du entscheidest bei Titeln und Berufsbezeichnungen zwischen groß und klein.
  • Du kennst die britisch-amerikanischen Unterschiede bei Abkürzungen und Titeln.

Die Grundregel steht auf dem Kopf

Deutsch schreibt alle Nomen groß, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob sie wichtig sind. Der Tisch, die Freiheit, das Wetter. Englisch schreibt Nomen klein: the table, freedom, the weather. Diese eine Umstellung ist schnell gelernt, aber sie hält sich hartnäckig in Texten, die schnell getippt werden, und in Wörtern, die sich zwischen den Sprachen ähneln. Wer Government, Company oder Project mitten im Satz großschreibt, verrät die Muttersprache in einem einzigen Buchstaben.

Gleichzeitig schreibt das Englische groß, wo das Deutsche klein schreibt, und das ist der interessantere Teil. Wochentage, Monate, Nationalitäten, Sprachen, Religionen, Feiertage und die Ableitungen davon tragen alle einen großen Anfangsbuchstaben. On Monday, in July, a German car, she speaks French, a Catholic school, at Christmas. Im Deutschen sind deutsch, französisch und katholisch als Adjektive klein.

Die Logik dahinter ist einfacher als die deutsche: Groß geschrieben wird, was ein Eigenname ist oder von einem Eigennamen abgeleitet wurde. Deutschland ist ein Eigenname, also ist auch German groß. Ein Tisch ist kein Eigenname, also bleibt table klein. Wer diese eine Frage stellt — steckt hier ein Eigenname drin — löst die meisten Fälle richtig.

Dazu kommt eine dritte Schicht, die im Deutschen gar kein Gegenstück hat: die Titelschreibweise. Buchtitel, Filmtitel, Kapitelüberschriften und in vielen Häusern auch Zeitungsschlagzeilen schreiben die meisten Wörter groß, aber nicht alle. The Old Man and the Sea. Diese Konvention hat eigene Regeln, sie ist Teil der Schreibkultur und wird in Prüfungen und im Beruf durchaus bemerkt. Verwandt damit ist die eigenwillige Schlagzeilengrammatik.

KategorieEnglischDeutsch
Wochentagon Mondayam Montag
Monatin Septemberim September
Nationalität als Nomena Spaniardein Spanier
Nationalität als Adjektiva Spanish restaurantein spanisches Restaurant
SpracheI speak Polish.Ich spreche Polnisch.
Feiertagat Easterzu Ostern
Allgemeines Nomenthe governmentdie Regierung
Jahreszeitin summerim Sommer

Wochentage, Monate, Feiertage — und die Jahreszeiten als Ausnahme

Wochentage und Monate sind im Englischen ausnahmslos groß. Monday, Tuesday, January, February. Das gilt auch in Abkürzungen: Mon, Tue, Jan, Feb. Der Grund ist historisch: Diese Namen gehen auf Gottheiten zurück und wurden nie als gewöhnliche Nomen behandelt. Wie diese Namen in Datumsangaben eingebaut werden und wo sich britische und amerikanische Schreibweise unterscheiden, steht bei Zahlen und Datum.

Feiertage werden ebenfalls großgeschrieben: Christmas, Easter, Ramadan, Thanksgiving, New Year's Eve. Auch zusammengesetzte Namen tragen an jedem Hauptwort einen großen Buchstaben, kleine Funktionswörter bleiben klein: the Fourth of July, Bonfire Night.

Die Jahreszeiten fallen dagegen heraus und bleiben klein: in spring, a cold winter, last autumn. Das ist eine echte Ausnahme, die man einzeln lernen muss, denn sie widerspricht der Erwartung, dass Zeitbegriffe gleich behandelt werden. Groß werden Jahreszeiten nur als Teil eines Namens: the Spring Term, the Summer Olympics.

Auch Himmelsrichtungen bleiben klein, solange sie eine Richtung angeben: drive north, the wind comes from the west. Groß werden sie, sobald sie eine Region bezeichnen: the North of England, the American South, Southeast Asia. Der Unterschied ist derselbe wie oben: Richtung ist ein gewöhnliches Nomen, Region ist ein Eigenname. Zur Verwendung der Artikel bei solchen Namen siehe die fortgeschrittene Artikellehre.

Nationalitäten, Sprachen und Ableitungen

Alles, was von einem Ländernamen abgeleitet ist, wird großgeschrieben, unabhängig von der Wortart. Das Nomen: a German, two Italians. Das Adjektiv: German engineering, Italian food. Die Sprache: She teaches German. Für deutschsprachige Lernende ist der Adjektivfall der neue: Im Deutschen ist deutsches Ingenieurwesen klein, im Englischen ist German engineering groß.

Diese Regel greift weiter, als man denkt. Sie erfasst auch Ableitungen, deren Herkunft nicht mehr offensichtlich ist: Shakespearean, Victorian, Darwinian, Marxist, Freudian. Ebenso Marken- und Produktnamen: a Google search, a Tesla. Und sie erfasst Religionsbezeichnungen samt Adjektiven: Muslim, Jewish, Buddhist, Christian.

Es gibt einige Wörter, die den Weg vom Eigennamen zum Allgemeinbegriff so weit gegangen sind, dass die Großschreibung fällt. french fries, roman numerals, china als Porzellan, brussels sprouts werden im modernen Gebrauch häufig klein geschrieben, wobei die Wörterbücher schwanken. Im Zweifel und in förmlichen Texten schreibt man groß und liegt nie falsch.

Eine praktische Konsequenz für den Beruf: In Lebensläufen und Bewerbungen tauchen Nationalitäten und Sprachen ständig auf, und ein kleingeschriebenes english im Abschnitt Sprachkenntnisse fällt unangenehm auf. Wer eine Bewerbung auf Englisch schreibt, sollte diesen Punkt gezielt prüfen — dazu passt die Lektion zu Business English.

Titel, Ämter und Anreden

Bei Berufs- und Amtsbezeichnungen entscheidet die Stellung. Direkt vor einem Namen sind sie Teil des Namens und stehen groß: President Lincoln, Doctor Bell, Professor Hughes, Prime Minister Attlee. Stehen sie allein und beschreiben nur die Funktion, sind sie gewöhnliche Nomen und stehen klein: the president signed the bill, she is a professor at Leeds.

Zwischenstellungen gibt es auch. Wenn die Bezeichnung eindeutig eine bestimmte Person meint und wie ein Titel gebraucht wird, schwankt die Praxis: the Queen und the Prime Minister werden in britischen Zeitungen oft groß geschrieben, wenn die aktuelle Amtsinhaberin gemeint ist. Das ist Hausstil, kein Rechtschreibgesetz. Wichtig ist wieder die Einheitlichkeit innerhalb eines Textes.

Anreden in Briefen sind klar geregelt: Dear Sir, Dear Ms Hughes, Yours sincerely. Nur das erste Wort der Grußformel wird groß geschrieben, nicht das zweite: Yours faithfully, nicht Yours Faithfully. Im britischen Englisch steht hinter Ms, Mr und Dr kein Punkt, im amerikanischen schon: Ms Hughes gegen Ms. Hughes. Weitere solcher Unterschiede sammelt die Lektion zur britisch-amerikanischen Grammatik.

Familienbezeichnungen folgen derselben Logik wie Ämter. Als Namensersatz groß: I asked Mum. Mit Possessivbegleiter davor klein: I asked my mum. Der Test ist einfach: Steht ein Wort wie my, your oder the davor, ist es kein Name mehr. Zu diesen Begleitern siehe die Possessivbegleiter.

KleinGroßWarum
the doctor calledDoctor Bell calledvor dem Namen ist es Titel
my mum saidMum saidPossessivbegleiter macht es zum Nomen
he is a professorProfessor Hughesallein stehend ist es Beruf
drive norththe North of EnglandRichtung gegen Region
in winterthe Winter OlympicsJahreszeit gegen Eigenname

Titelschreibweise — was klein bleibt

In Buch-, Film- und Aufsatztiteln schreibt das Englische die meisten Wörter groß. Diese Konvention heißt title case und ist keine Kür, sondern in Verlagen, Universitäten und Redaktionen erwartet. Groß werden alle Inhaltswörter: Nomen, Vollverben, Adjektive, Adverbien und Pronomen. Klein bleiben die Funktionswörter, solange sie nicht am Anfang oder am Ende stehen.

Klein bleiben konkret: die Artikel a, an, the; die kurzen Präpositionen wie of, in, on, to, for, with, at, from, by; und die verbindenden and, but, or, nor, as, if. So entsteht The Old Man and the Sea, A Portrait of the Artist as a Young Man, Gone with the Wind. Die Artikel gehören zum Grundstoff, siehe a, an und the.

Zwei Zusatzregeln, die oft vergessen werden. Erstens: Das erste und das letzte Wort eines Titels sind immer groß, auch wenn es ein Artikel oder eine Präposition ist. The Sound We Fell For. Zweitens: Formen von to be sind Verben und deshalb groß, so kurz sie auch sind. What Is Life. Genau hier greifen viele daneben, weil is unscheinbar wirkt.

Bei Partikeln von Phrasal Verbs entscheidet die Funktion. Wenn up, out oder off zum Verb gehört und die Bedeutung trägt, wird es großgeschrieben: Waking Up in Reno, Sorting Out the Mess. Als reine Präposition bleibt es klein. Wer bei der Abgrenzung unsicher ist, findet den Zugang in der Einführung in Phrasal Verbs und an Beispielen wie take off oder carry on.

Neben der Titelschreibweise gibt es die sentence case genannte Alternative: Nur das erste Wort und Eigennamen werden großgeschrieben. Wissenschaftliche Zeitschriften, viele britische Verlage und die meisten Websites arbeiten heute so, weil es ruhiger liest. Beide Systeme sind korrekt. Was nicht geht, ist der Mischbetrieb innerhalb einer Publikation.

Typische Fehler deutschsprachiger Schreibender

Fehler eins ist das durchgeschriebene Nomen. Wörter, die im Deutschen und Englischen ähnlich aussehen — Information, Organisation, Konzept, Projekt —, werden reflexhaft groß getippt. In einer geschäftlichen Mail summiert sich das schnell zu einem halben Dutzend Fehlern, und es wirkt nicht wie ein Tippfehler, sondern wie Unsicherheit. Ein Durchgang mit dieser Frage vor dem Absenden lohnt sich immer.

Fehler zwei ist das kleingeschriebene Nationalitätsadjektiv. a german company statt a German company. Der Fehler ist so verbreitet, dass er in Korrekturlisten für deutschsprachige Lernende ganz oben steht, gemeinsam mit den weiteren typischen Fehlern Deutschsprachiger.

Fehler drei betrifft das Pronomen I, das im Englischen immer groß ist, egal wo es steht. Bei schnellem Tippen rutscht es ins kleine i, und das liest sich im Englischen deutlich nachlässiger als ein kleines ich im Deutschen. Zu den übrigen Formen siehe die Personalpronomen.

Fehler vier ist die Übergroßschreibung in Überschriften und Aufzählungen. Wer alle Wörter einer Überschrift großschreibt, inklusive of und the, wendet die Titelregel falsch an. Und wer Stichpunkte in einer Präsentation mal so, mal so schreibt, wirkt unsortiert. Die Rechtschreibprüfung findet keinen dieser Fälle, weil jedes Wort für sich existiert. Es hilft nur, gezielt zu lesen — am besten zusammen mit der Kommasetzung in einem eigenen Korrekturdurchgang.

Häufige Fragen

Werden Wochentage und Monate im Englischen großgeschrieben?
Ja, immer. Monday, Tuesday, January, February und auch die Abkürzungen Mon oder Jan tragen einen großen Anfangsbuchstaben. Das gilt unabhängig von der Stellung im Satz. Die Jahreszeiten sind dagegen die Ausnahme und bleiben klein: in spring, last winter.
Schreibt man german oder German?
German, immer groß, egal ob als Nomen, als Adjektiv oder als Sprachbezeichnung. a German car, two Germans, she speaks German. Alles, was von einem Ländernamen abgeleitet ist, gilt im Englischen als Eigenname. Im Deutschen ist das Adjektiv deutsch klein, genau daher kommt der Fehler.
Welche Wörter bleiben in englischen Titeln klein?
Die Artikel a, an, the, die kurzen Präpositionen wie of, in, on, to, for, with und die Verbindungswörter and, but, or, nor. Ausnahme: Am Anfang und am Ende eines Titels steht auch ein solches Wort groß. Formen von to be bleiben immer groß, weil sie Verben sind: What Is Life.
Wann schreibt man president groß und wann klein?
Groß direkt vor einem Namen, weil es dann Teil des Namens ist: President Lincoln. Klein, wenn es allein die Funktion beschreibt: the president signed the bill. Dieselbe Regel gilt für doctor, professor und alle anderen Titel. Bei the Queen oder the Prime Minister schwankt die Praxis je nach Hausstil.
Warum wird im Englischen the government kleingeschrieben?
Weil es ein gewöhnliches Nomen ist und kein Eigenname. Englisch schreibt Nomen grundsätzlich klein und macht nur bei Eigennamen und deren Ableitungen eine Ausnahme. Die deutsche Regel, alle Nomen großzuschreiben, ist unter den Weltsprachen die Ausnahme, nicht der Normalfall.
Muss ich Überschriften in title case schreiben?
Nein, es gibt zwei zulässige Systeme. title case schreibt alle Inhaltswörter groß, sentence case nur das erste Wort und Eigennamen. Wissenschaftliche Zeitschriften und viele Websites nutzen heute sentence case. Beides ist korrekt, solange du innerhalb eines Textes oder einer Publikation konsequent bleibst.

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