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A2Bedingungssätze13 Min. Lesezeit

If-Sätze Typ 0 — Bedingungen, die immer gelten

Der Bedingungssatz für Naturgesetze, Gewohnheiten und Regeln — zweimal Präsens, kein will, und meist ist when genauso richtig.

Das kannst du danach

  • Du bildest If-Sätze Typ 0 mit Simple Present in beiden Satzteilen.
  • Du unterscheidest allgemeingültige Aussagen vom einzelnen Fall in der Zukunft.
  • Du ersetzt if durch when, wenn die Aussage immer zutrifft.
  • Du erkennst, warum das deutsche „wenn“ diesen Unterschied nicht sichtbar macht.

Was Typ 0 aussagt

Der Typ 0 beschreibt keine einzelne Gelegenheit, sondern eine Regelmäßigkeit. Er sagt: Immer wenn A der Fall ist, ist auch B der Fall. „If you heat ice, it melts.“ Das ist kein Versprechen für morgen, sondern eine Beschreibung, wie die Welt funktioniert. Deshalb steht in beiden Teilen das Simple Present und nirgends ein will.

Drei Gruppen von Aussagen laufen über Typ 0. Erstens Naturgesetze und physikalische Zusammenhänge: „If you mix blue and yellow, you get green.“ Zweitens Gewohnheiten und persönliche Muster: „If I drink coffee after eight, I don't sleep.“ Drittens Regeln, Vorschriften und technische Abläufe: „If a passenger has no ticket, they pay a penalty fare.“

Die Bezeichnung Typ 0 ist eine Zählweise der Lehrbücher, keine Erfindung der Sprache. Sie steht vor If-Sätze Typ 1, weil sie die einfachste Form ist: keine Zeitverschiebung, keine Modalverben, nur zweimal Präsens. Wer sie beherrscht, hat die halbe Arbeit für alle anderen Typen erledigt.

Art der AussageBeispielDeutsch
NaturgesetzIf you drop a stone, it falls.Wenn man einen Stein loslässt, fällt er.
GewohnheitIf she works late, she takes a taxi.Wenn sie lange arbeitet, nimmt sie ein Taxi.
RegelIf the shop is closed, you use the machine.Wenn der Laden zu ist, nimmt man den Automaten.
AnweisungIf it doesn't start, check the battery.Wenn er nicht anspringt, prüf die Batterie.

Der Bau: zweimal Simple Present

Beide Teile stehen im Simple Present, mit allem, was dazugehört: das dritte s in der dritten Person Singular, die Verneinung mit don't und doesn't, die Frage mit do und does. „If water gets into the case, the phone stops working.“ Hier stehen zwei Präsensformen nebeneinander, und keine davon ist ein Sonderfall.

Auch die Reihenfolge ist frei. „Plants die if you don't water them.“ sagt dasselbe wie „If you don't water them, plants die.“ Das Komma folgt derselben Regel wie beim Typ 1: Es steht nur, wenn der if-Teil vorne steht. Alles Weitere dazu unter Kommasetzung.

Fragen sind möglich und kommen in Anleitungen und Beratungsgesprächen häufig vor: „What happens if I press this button?“ Der Hauptsatz wird dann nach den üblichen Regeln für Fragen mit do gebaut, der if-Teil bleibt unverändert im Präsens.

if oder when — hier fast dasselbe

Beim Typ 0 lässt sich if in den meisten Fällen durch when ersetzen, ohne dass sich die Bedeutung ändert. „If I eat garlic, I can't sleep.“ und „When I eat garlic, I can't sleep.“ meinen beide dasselbe Muster. Der Grund liegt in der Aussage selbst: Wenn etwas immer gilt, ist die Frage, ob es eintritt, ohnehin geklärt.

Das ist der einzige Fall, in dem if und when austauschbar sind. Beim Typ 1 trennt das Englische scharf: if lässt offen, ob die Sache eintritt, when setzt sie voraus. „I'll cook if you come.“ ist ein Angebot unter Vorbehalt, „I'll cook when you come.“ rechnet fest mit dem Besuch. Mehr zu diesen Nebensätzen steht unter Temporalsätze.

Das Deutsche macht diesen Unterschied mit einem einzigen Wort unsichtbar. „Wenn du kommst, koche ich.“ kann beides heißen, und erst der Zusammenhang klärt es. Deshalb fehlt Deutschsprachigen das Gefühl dafür, welches der beiden englischen Wörter gemeint ist — sie greifen im Zweifel zu if, auch wo when passender wäre.

Ein kleiner Unterschied bleibt trotzdem: when betont die Regelmäßigkeit stärker, if den Bedingungscharakter. „When I'm tired, I get grumpy.“ klingt nach einer festen Eigenschaft, „If I'm tired, I get grumpy.“ eher nach einer Einschränkung. Falsch ist keins von beiden.

Typ 0 und der Imperativ

Sehr oft steht im Hauptsatz kein Aussagesatz, sondern eine Aufforderung. Gebrauchsanweisungen, Sicherheitshinweise und Erste-Hilfe-Anleitungen sind fast vollständig in dieser Form geschrieben: „If the machine overheats, switch it off.“ „If someone faints, lay them on their side.“ Der Imperativ macht den Satz kurz und unmissverständlich.

Manche Bücher rechnen diese Sätze zum Typ 1, weil sie sich auf einen möglichen Einzelfall beziehen. Der Streit ist müßig. Entscheidend ist die Form: if plus Präsens, dann Imperativ oder Präsens. Kein will, und darauf kommt es an.

Auch Modalverben passen in den Hauptsatz, ohne dass der Satz seinen allgemeingültigen Charakter verliert: „If you book online, you can save ten per cent.“ Hier ist can keine Vorhersage für morgen, sondern eine dauerhafte Eigenschaft des Angebots.

Der Vergleich zum Deutschen

Beim Typ 0 ist das Deutsche ausnahmsweise kein Stolperstein, sondern eine Stütze. „Wenn Wasser kocht, verdampft es.“ steht im Deutschen ebenfalls zweimal im Präsens. Wer wörtlich übersetzt, landet hier zufällig richtig. Genau deshalb wird der Typ 0 in vielen Kursen kaum geübt — er macht keine Arbeit.

Zwei Fallen bleiben aber. Die erste ist das dritte s, das im Deutschen keine Entsprechung hat und deshalb beim schnellen Sprechen verschwindet: „If it rain, the road get slippery.“ Beide Formen brauchen ihr s.

Die zweite ist die Verwechslung mit dem einzelnen Fall. „Wenn es morgen regnet, bleiben wir zu Hause.“ sieht im Deutschen genauso aus wie „Wenn es regnet, wird die Straße rutschig.“ — zweimal Präsens, einmal wenn. Im Englischen sind das zwei verschiedene Sätze: „If it rains tomorrow, we'll stay at home.“ mit will, und „If it rains, the road gets slippery.“ ohne. Ein Zeitwort wie tomorrow oder next week ist das sicherste Zeichen, dass Typ 1 gemeint ist.

Umgekehrt sind Wörter wie always, usually oder every time ein Signal für Typ 0. Wie diese Häufigkeitsadverbien im Satz stehen, ist eine eigene Frage, aber ihr bloßes Vorkommen entscheidet die Wahl des Typs zuverlässig.

Abgrenzung zu den übrigen Typen

Vier Formen stehen zur Wahl, und sie unterscheiden sich nicht in der Zeit, sondern in der Einschätzung. Typ 0 sagt: Das gilt immer. Typ 1 sagt: Das kann passieren. Typ 2 sagt: Das ist unwahrscheinlich oder nicht der Fall. Typ 3 sagt: Das war einmal möglich, ist aber vorbei.

Die Verwechslungsgefahr besteht fast nur zwischen Typ 0 und Typ 1, weil beide im if-Teil identisch aussehen. Der Unterschied steckt allein im Hauptsatz. Steht dort ein will, geht es um einen Einzelfall in der Zukunft. Steht dort ein Präsens, geht es um eine Regel.

Ein Test, der fast immer trägt: Lässt sich „immer wenn“ einsetzen, ohne dass der Satz seltsam wird, ist Typ 0 richtig. „Immer wenn ich Kaffee trinke, schlafe ich schlecht.“ funktioniert. „Immer wenn es morgen regnet“ funktioniert nicht — also Typ 1.

Typif-TeilHauptsatzBeispiel
Typ 0Simple PresentSimple PresentIf you press it, the light comes on.
Typ 1Simple Presentwill + GrundformIf you press it, the light will come on.
Typ 2Simple Pastwould + GrundformIf you pressed it, the light would come on.
Typ 3Past Perfectwould have + PartizipIf you had pressed it, the light would have come on.

Typische Fehler

Der häufigste Fehler ist das eingeschmuggelte will: „If you heat water, it will boil.“ Der Satz ist nicht kaputt, aber er sagt etwas anderes — er kündigt einen konkreten Vorgang an statt eine allgemeine Wahrheit zu beschreiben. In einem Physikbuch wäre er unpassend.

Der zweite Fehler betrifft unless. Beim Typ 0 ist es möglich, aber deutlich seltener als beim Typ 1: „Unless you water them, plants die.“ geht, klingt aber steifer als die Fassung mit if not. Was unless leistet und was nicht, steht unter unless, provided, as long as.

Der dritte ist die Vermischung mit einer Gewohnheit in der Vergangenheit. Wer beschreiben will, was früher immer galt, braucht keinen if-Satz mit Präsens, sondern eine Vergangenheitsform: „If I was tired, I went to bed early.“ Solche Sätze gibt es, sie gehören aber inhaltlich zu used to und den Gewohnheiten der Vergangenheit.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Typ 0 und Typ 1?
Typ 0 beschreibt, was immer gilt, und hat in beiden Teilen Präsens. Typ 1 beschreibt einen möglichen Einzelfall in der Zukunft und hat will im Hauptsatz. „If you press the button, the light comes on.“ erklärt, wie das Gerät funktioniert. „If you press the button, the light will come on.“ sagt voraus, was gleich passiert.
Kann ich beim Typ 0 immer when statt if sagen?
In den allermeisten Fällen ja, und das ist der einzige Bedingungstyp, bei dem das gilt. when betont dabei die Regelmäßigkeit etwas stärker, if den Bedingungscharakter. Bei Typ 1 sind die beiden Wörter nicht austauschbar.
Warum steht im Typ 0 kein will, obwohl es um die Zukunft gehen kann?
Weil es eben nicht um die Zukunft geht. Der Typ 0 macht eine zeitlose Aussage, die gestern galt, heute gilt und morgen gilt. Ein will würde daraus eine Vorhersage für einen bestimmten Moment machen und die Allgemeingültigkeit zerstören.
Ist „If you don't pay, they cancel it.“ Typ 0 oder Typ 1?
Als Beschreibung der Geschäftsbedingungen ist es Typ 0: So läuft das dort immer. Geht es um deine konkrete Buchung nächste Woche, gehört ein will hinein und der Satz wird zu Typ 1. Der Zusammenhang entscheidet, nicht die Wortwahl.
Gilt die Kommaregel beim Typ 0 genauso?
Ja. Steht der if-Teil vorne, folgt ein Komma; steht er hinten, steht keines. Das weicht vom Deutschen ab, wo der Nebensatz in beiden Stellungen abgetrennt wird.

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