Das kannst du danach
- Du kennst die Aufgabentypen im Use-of-English-Teil und weißt, was jeder davon prüft.
- Du erkennst die zwanzig Strukturen, die in Umformungsaufgaben immer wieder auftauchen.
- Du zählst die Wörter in key word transformations korrekt und vermeidest Formfehler.
- Du erkennst die Fallen, die auf deutschsprachige Prüflinge zugeschnitten wirken.
- Du planst deine Vorbereitung nach Häufigkeit statt nach Vollständigkeit.
Was geprüft wird und was nicht
CAE (C1 Advanced) und CPE (C2 Proficiency) prüfen Grammatik nicht als Wissen, sondern als Umformungsfähigkeit. Es gibt keine Aufgabe, in der du eine Regel benennen musst. Es gibt Aufgaben, in denen ein Satz mit anderen Mitteln dasselbe sagen soll, und Lückentexte, in denen genau ein Wort passt. Wer die Regeln kennt, aber nicht umformen kann, verliert Punkte; wer umformen kann, ohne die Regel benennen zu können, verliert keine.
Der Grammatikanteil steckt vor allem im Teil Reading and Use of English. Vier Aufgabentypen tragen ihn: der offene Lückentext (open cloze), die Wortbildung (word formation), die Schlüsselwortumformung (key word transformation) und, indirekt, die Multiple-Choice-Lücken. Der Aufsatz und der mündliche Teil prüfen dieselben Strukturen noch einmal, dort aber als Bandbreite: Wer nur einfache Sätze produziert, bekommt beim Kriterium Language keine Höchstnote, auch wenn nichts falsch ist.
Der Unterschied zwischen CAE und CPE ist weniger eine Frage anderer Strukturen als eine Frage der Dichte und der Idiomatik. Dieselbe Inversion, die im CAE isoliert abgefragt wird, steht im CPE in einem Satz, der zusätzlich eine feste Wendung und ein passendes Register verlangt. Auf C2 kommt die idiomatische Grammatik dazu — Konstruktionen, die grammatisch korrekt und trotzdem unenglisch sein können.
| Aufgabentyp | Was geprüft wird | Typisches Ziel |
|---|---|---|
| Open cloze | Funktionswörter, feste Fügungen | Präpositionen, Artikel, Relativpronomen |
| Word formation | Ableitungen, Vor- und Nachsilben | Nomen aus Verb, Verneinungsvorsilbe |
| Key word transformation | Strukturumformung | Passiv, Inversion, Modalperfekt |
| Multiple choice cloze | Wortwahl und Kollokation | Verb plus richtige Präposition |
| Aufsatz | Bandbreite und Register | komplexe Satzverbindung |
Die Strukturen, die immer wiederkommen
Die Umformungsaufgaben schöpfen aus einem überschaubaren Vorrat. Wer diesen Vorrat kennt, erkennt die Zielstruktur oft schon am Schlüsselwort, bevor er den Satz gelesen hat. Steht dort ONLY, NEVER, NO SOONER oder LITTLE, ist eine Inversion gefragt: Not until he apologised did she reply. Steht dort HAD, kommt entweder das Past Perfect oder die Bedingung ohne if: Had I known, I would have called.
Steht das Schlüsselwort im Perfekt neben einem Modalverb, wird die modale Vergangenheit geprüft: must have been, needn't have gone, should have told. Das ist die mit Abstand häufigste Einzelstruktur in CAE-Umformungen, und deutsche Prüflinge verwechseln dabei regelmäßig didn't need to go (er ging nicht) mit needn't have gone (er ging, obwohl es nicht nötig war).
Häufig sind außerdem das have something done (I had my car repaired), das Passiv mit Verben des Sagens (He is thought to have left), die gemischten If-Sätze (If I had studied medicine, I would be a doctor now) und die Cleft-Sätze (What surprised me was the price). Diese fünf plus Inversion und Modalperfekt decken einen großen Teil aller Umformungen ab.
Auf CPE-Niveau kommen der formelle Konjunktiv (I insist that he be present), verkürzte Relativsätze (the man sitting opposite) und die Feinheiten bei Gerundium oder Infinitiv hinzu — also die Verben, bei denen beides möglich ist und die Bedeutung sich ändert: I stopped smoking gegen I stopped to smoke, I regret telling you gegen I regret to tell you.
| Schlüsselwort | Erwartete Struktur | Beispiel |
|---|---|---|
| NO SOONER, HARDLY | Inversion mit Past Perfect | No sooner had we left than it rained. |
| HAD | Bedingung ohne if | Had she asked, I would have helped. |
| NEED | needn't have plus Partizip | You needn't have paid. |
| HAVE | causative | She had her hair cut. |
| THOUGHT, SAID | Passiv des Sagens | He is said to be abroad. |
| WHAT | what-Cleft | What I need is time. |
| ACCOUNT | on no account plus Inversion | On no account must you sign. |
Die Mechanik der Umformung
Bei der key word transformation gelten formale Regeln, an denen mehr Punkte verlorengehen als an fehlender Grammatikkenntnis. Das vorgegebene Schlüsselwort darf nicht verändert werden — kein Plural-s, kein anderer Zeitform, keine Vorsilbe. Die Lücke fasst drei bis sechs Wörter einschließlich des Schlüsselworts, und Kurzformen zählen als zwei: don't ist do not, also zwei Wörter. Wer sicher unter der Grenze bleiben will, schreibt Kurzformen ohnehin nicht.
Die Punkte werden geteilt vergeben, meist ein halber Punkt für die Struktur und ein halber für den Rest. Es lohnt sich also immer, etwas hinzuschreiben, auch wenn nur die halbe Lösung sicher ist. Und es lohnt sich, die Bedeutung exakt zu halten: Der neue Satz muss dasselbe sagen, nicht ungefähr dasselbe. Ein hinzugefügtes very oder ein weggelassenes Zeitadverb kostet den Punkt.
Im open cloze fehlen fast ausschließlich Funktionswörter. Die häufigsten Lösungen über alle Prüfungen hinweg sind Präpositionen, Relativpronomen, Artikel, Hilfsverben und die Bestandteile fester Fügungen wie in spite of, as long as, no matter. Wer hier eine Lücke nicht lösen kann, sollte prüfen, ob eine Präposition nach einem Verb oder eine Präposition nach einem Adjektiv gesucht ist — das sind die beiden ergiebigsten Kategorien, und beide sind reine Auswendigarbeit.
Bei der Wortbildung ist die häufigste Falle nicht die Ableitung selbst, sondern die Verneinung und der Numerus. Aus responsible wird irresponsible, nicht unresponsible; aus legal wird illegal; aus relevant wird irrelevant. Und wenn die Lücke ein Nomen im Plural verlangt, kostet der fehlende Buchstabe den ganzen Punkt.
Fallen, die deutschsprachige Prüflinge treffen
Einige Fehler tauchen in Korrekturen deutschsprachiger Prüfungen so regelmäßig auf, dass man sie vorab abarbeiten kann. Der erste ist die Wortstellung. Im Aufsatz rutscht das Verb an die zweite Position, weil das Deutsche es dort verlangt: Yesterday went I to the office. Auf C1 passiert das selten in einfachen Sätzen und regelmäßig in langen — genau dort, wo die Aufmerksamkeit beim Inhalt ist. Die englische Satzstellung ist starr, und je komplexer der Satz, desto teurer wird ein Verstoß.
Der zweite ist der Übergebrauch von Konnektoren. Prüfungsvorbereitung lehrt Listen mit moreover, furthermore, nevertheless, und viele Prüflinge setzen sie dann in jeden zweiten Satz. Das senkt die Note, weil das Kriterium Kohäsion nicht Menge, sondern Angemessenheit misst. Ein Text mit drei gut gesetzten Diskursmarkern schlägt einen mit zwölf.
Der dritte ist falsche Formalität. Deutschsprachige schreiben in Prüfungsaufsätzen zu förmlich, weil Schulenglisch Formalität mit Korrektheit verwechselt. Wenn die Aufgabe einen Blogbeitrag oder eine Rezension verlangt, ist ein durchgehend nominaler Stil ein Fehler im Register und kostet Punkte. Lies die Textsortenangabe genauso genau wie die Aufgabe.
Der vierte ist die Zeitform bei since und for. In Umformungen taucht regelmäßig ein Satz auf, der von It is three years since ich auf I haven't seen him for three years umgestellt werden muss. Wer die Regeln zu for und since nicht sicher hat, verliert hier zuverlässig, weil beide Richtungen geprüft werden.
Der fünfte betrifft das Zählbare. many informations, an advice, two furnitures — solche Formen tauchen selbst in C1-Aufsätzen auf, weil das Deutsche hier zählt, wo das Englische nicht zählt. Ein Blick auf die unzählbaren Nomen vor der Prüfung ist billiger als jeder verlorene Punkt.
Wie man sich vorbereitet
Die wirksamste Vorbereitung ist nicht das Durcharbeiten einer Grammatik von vorn bis hinten, sondern das Arbeiten nach Häufigkeit. Nimm zwanzig Umformungsaufgaben aus offiziellen Übungssätzen, sortiere die Zielstrukturen und übe die fünf häufigsten so lange, bis sie ohne Nachdenken kommen. Bei den meisten Prüflingen sind das Modalperfekt, Passiv, Inversion, causative und Cleft.
Zweitens: Übe rückwärts. Nimm die Lösung und formuliere den Ausgangssatz. Das trainiert genau die Fähigkeit, die die Aufgabe verlangt — zwei Formulierungen als bedeutungsgleich zu erkennen — und deckt schneller auf, wo dein Gefühl für Bedeutungsgleichheit ungenau ist.
Drittens: Schreib die Aufsätze mit einer Uhr und lies sie am nächsten Tag mit einem einzigen Suchauftrag durch, etwa nur Wortstellung oder nur Artikel. Fehlersuche mit einem Kriterium findet mehr als Fehlersuche mit allen.
Und viertens: Arbeite die Liste der hartnäckigsten Muttersprachfehler durch, bevor du dich mit Feinheiten beschäftigst. Die Sammlung typischer Fehler Deutschsprachiger deckt in einer Sitzung mehr Prüfungspunkte ab als drei Kapitel Stilistik. Wenn du danach wissen willst, wo du tatsächlich stehst, hilft die Selbsteinschätzung weiter als jeder Punktestand aus einem Online-Test.
Häufige Fragen
- Welche Grammatik kommt in CAE und CPE am häufigsten dran?
- In den Umformungsaufgaben dominieren Modalverben in der Vergangenheit, Passivkonstruktionen einschließlich have something done, Inversion nach negativen Ausdrücken, gemischte If-Sätze und Cleft-Sätze. Diese fünf Gruppen decken einen großen Teil aller Aufgaben ab und lohnen die meiste Übungszeit.
- Zählt don't als ein Wort oder als zwei?
- Als zwei, weil Kurzformen aufgelöst gezählt werden. Bei einer Grenze von sechs Wörtern kann eine Kurzform also den Unterschied zwischen Punkt und null Punkten ausmachen. Schreib in Umformungsaufgaben grundsätzlich die Vollform, dann kannst du dich nicht verzählen.
- Darf ich das Schlüsselwort verändern?
- Nein, unter keinen Umständen. Weder Zeitform noch Numerus noch Vor- oder Nachsilbe dürfen angepasst werden. Wenn dein Lösungssatz eine veränderte Form des Schlüsselworts braucht, ist die Struktur falsch gewählt, nicht das Wort.
- Was ist der Unterschied zwischen CAE und CPE bei der Grammatik?
- Nicht in erster Linie andere Strukturen, sondern höhere Dichte und mehr Idiomatik. Im CPE steht dieselbe Inversion in einem Satz, der zusätzlich eine feste Wendung, ein Register und eine präzise Bedeutungsgleichheit verlangt. Dazu kommen der formelle Konjunktiv und feine Bedeutungsunterschiede bei Gerundium und Infinitiv.
- Lohnt es sich, ganze Grammatikbücher durchzuarbeiten?
- Selten. Wirksamer ist es, die Zielstrukturen aus zwanzig echten Übungsaufgaben zu sortieren und die häufigsten bis zur Automatisierung zu üben. Danach lohnt eine Runde durch die typischen Muttersprachfehler, weil dort die meisten Punkte ohne neues Wissen zu holen sind.
Passt dazu
- Selbsteinschätzung — woran du merkst, wo dein Englisch stehtKein Quiz, sondern eine ehrliche Einordnung: welche Merkmale jede Stufe hat, woran man hängenbleibt und was als Nächstes dran ist.
- typische Fehler Deutschsprachiger — die hartnäckigsten im ÜberblickDie Fehler, die auch nach Jahren bleiben, weil sie aus dem Deutschen kommen — jeder benannt, richtiggestellt und mit der Lektion verknüpft, die ihn behandelt.