Das Wichtigste in Kürze
- Im Service genügen rund fünfzig feste Sätze für den gesamten Ablauf.
- Bei Allergien ist Genauigkeit wichtiger als Höflichkeit.
- Die Rechnung heißt in Großbritannien bill, in den USA check.
- Englischsprachige Gäste erwarten häufigere Nachfragen als deutsche.
Was im Service wirklich gebraucht wird
Englisch in der Gastronomie ist überschaubar, weil der Ablauf immer gleich ist: begrüßen, setzen, Getränke, Bestellung, servieren, nachfragen, abrechnen, verabschieden. Für jeden Schritt gibt es zwei oder drei Standardsätze.
Wer diese Sätze sicher beherrscht, kommt durch jeden Abend, auch ohne großen Wortschatz. Entscheidend ist die Sicherheit, nicht die Vielfalt — ein immer gleicher Satz fällt im Service nicht auf.
Wichtiger als Grammatik ist die Verständlichkeit. Langsam und deutlich zu sprechen wirkt aufmerksam; schnell und undeutlich erzeugt Rückfragen, die Zeit kosten.
Dazu kommt ein kultureller Punkt: Englischsprachige Gäste sind häufigere Nachfragen gewohnt. Ein „Is everything all right?“ nach wenigen Minuten gehört dort zum guten Service.
Begrüßen und setzen
„Good evening, do you have a reservation?“ ist der Standardeinstieg. Ohne Reservierung folgt „A table for two? This way, please.“
Wenn es voll ist: „I'm afraid we're fully booked tonight“ oder „There's a wait of about twenty minutes — would you like to wait at the bar?“
Beim Platzieren hilft eine kurze Ansage: „Here's the menu, and I'll be back in a moment to take your order.“ Damit weiß der Gast, dass er nicht gleich bestellen muss.
Für die Grundwendungen lohnt ein Blick ins Wortfeld Gastronomie und ergänzend Restaurant.
Ein Hinweis zur Anrede: Im Englischen gibt es kein Siezen, die Höflichkeit entsteht über Formeln. „Could I take your coat?“ wirkt zuvorkommender als „Can I take your coat?“, und beides ist deutlich freundlicher als ein bloßes „Your coat?“
Die Bestellung aufnehmen
„Are you ready to order?“ und „What can I get you?“ sind die üblichen Fragen. Für Getränke zuerst: „Can I get you something to drink first?“
Beim Nachfragen zur Zubereitung: „How would you like your steak? Rare, medium or well done?“ Diese drei Stufen muss man sicher kennen, weil sie ständig vorkommen.
Wichtige Rückfragen sind „Anything else?“, „Would you like a side with that?“ und „Still or sparkling?“ — Letzteres für Wasser, und die Unterscheidung existiert im Englischen genau so.
Zum Schluss wiederholt man die Bestellung. Das wirkt sorgfältig und deckt Hörfehler auf, bevor sie in die Küche gehen.
Bei Weinbestellungen lohnt eine knappe Rückfrage nach der Menge: „A glass or a bottle?“ Im englischsprachigen Raum ist außerdem die Frage nach der Glasgröße üblich, weil dort häufig zwischen kleinem und großem Glas unterschieden wird.
Empfehlen und erklären
Gäste fragen oft nach einer Empfehlung: „What do you recommend?“ Die beste Antwort nennt zwei Gerichte und einen Grund: „The lamb is very good today, and the mushroom risotto is our most popular dish.“
Deutsche Gerichte muss man erklären, nicht übersetzen. „Sauerbraten“ bleibt Sauerbraten, gefolgt von „marinated beef, slowly roasted, served with red cabbage and dumplings“.
Dasselbe gilt für Beilagen: Knödel sind „dumplings“, Spätzle „soft egg noodles“, Rotkohl „red cabbage“. Wer diese Erklärungen einmal formuliert, kann sie jeden Abend benutzen.
Hilfreich ist eine englische Fassung der Karte mit kurzen Erklärungen. Sie nimmt dem Service die Hälfte der Fragen ab.
Hilfreich ist eine kurze Begründung bei Empfehlungen. „It's cooked in the pan with herbs, not deep-fried“ sagt mehr als „it's very nice“ und hilft dem Gast tatsächlich bei der Entscheidung.
Allergien und Unverträglichkeiten
Hier endet die Höflichkeit und beginnt die Genauigkeit. Wenn ein Gast nach Zutaten fragt, ist Raten gefährlich — die richtige Antwort lautet „Let me check with the kitchen“, nicht „I think so“.
Die häufigsten Begriffe: nuts (Nüsse), peanuts (Erdnüsse), gluten, dairy oder lactose, shellfish (Schalentiere), eggs, soy. „Vegan“ und „vegetarian“ sind klar, aber Vorsicht: Viele halten Fisch fälschlich für vegetarisch.
Nützliche Sätze: „Does it contain nuts?“ — „This dish contains dairy.“ — „We can prepare it without the sauce.“
Wie Gäste selbst danach fragen, zeigt der Beitrag über Essen bestellen mit Allergie.
Während des Essens
Die übliche Nachfrage ist „How is everything?“ oder „Is everything all right with your meal?“, etwa zwei bis drei Minuten nach dem Servieren.
Bei einer Beschwerde gilt der Dreischritt: zuhören, bestätigen, Lösung anbieten. „I'm very sorry about that. Let me take it back and get you a fresh one.“
Zu vermeiden ist jede Rechtfertigung. Eine Erklärung, warum das Essen kalt war, interessiert den Gast nicht — die Lösung schon.
Weitere Formulierungen dazu stehen in Sich entschuldigen auf Englisch.
Abrechnen
In Großbritannien heißt die Rechnung „the bill“, in den USA „the check“. Beide verstehen beides, aber die eigene Wortwahl verrät, womit man vertraut ist.
Standardsätze: „Would you like to pay together or separately?“ — „How would you like to pay?“ — „Card or cash?“
Getrennte Rechnungen sind im englischsprachigen Raum weniger üblich als in Deutschland. „Separately“ wird verstanden, erzeugt aber manchmal Nachfragen.
Beim Trinkgeld gelten andere Gewohnheiten, besonders in den USA, wo Bedienungen oft darauf angewiesen sind. Die Einzelheiten stehen in Trinkgeld im Ausland.
Beim Kartenzahlen ist die Formulierung „Would you like the receipt?“ üblich. In Großbritannien wird oft gefragt, ob ein Trinkgeld hinzugefügt werden soll — in Deutschland ist das unüblich und sollte daher auch im englischen Gespräch nicht angeboten werden.
In der Küche
Auch dort ist Englisch oft die gemeinsame Sprache. Wichtige Wörter: starter (Vorspeise), main (Hauptgang), side (Beilage), order (Bestellung), fire (anfangen zu kochen), plate up (anrichten), hands (Hilfe beim Ausgeben).
Zurufe sind kurz und fest: „Two mains away“, „Behind you“, „Hot pan“, „Service“. Diese Ausdrücke sind international ähnlich und lassen sich schnell lernen.
Für Mengen und Temperaturen gelten die üblichen Einheiten, die in Mengenangaben beim Kochen erklärt sind.
Das zugehörige Vokabular sammelt das Wortfeld Kochen und Zubereitung.
Wie man sich vorbereitet
Am wirksamsten ist eine Liste mit fünfzig Sätzen, nach Ablauf sortiert, einmal laut durchgesprochen. Nach drei Diensten sitzt sie.
Zusätzlich lohnt es sich, die eigene Karte einmal vollständig auf Englisch zu erklären — am besten jemandem, der sie nicht kennt. Dabei fällt auf, welche Gerichte sich nicht ohne Weiteres beschreiben lassen.
Für die Aussprache der Gerichtsnamen hilft Nachsprechen, wie es Shadowing beschreibt. Besonders französische Begriffe auf der Karte werden englisch anders ausgesprochen als deutsch.
Und schließlich: Fehler im Service sind selten ein Problem. Freundlichkeit und Tempo zählen mehr als korrekte Zeitformen.
Häufige Fragen
- Heißt es bill oder check?
- „Bill“ ist britisch, „check“ amerikanisch. Beide werden überall verstanden. Im Zweifel genügt „Would you like to pay?“ mit einer Geste.
- Wie frage ich nach Allergien?
- „Do you have any allergies or dietary requirements?“ ist die übliche Formulierung. Bei Rückfragen zu Zutaten gilt: in der Küche nachfragen statt raten.
- Wie erkläre ich deutsche Gerichte?
- Den Namen stehen lassen und in einem Satz beschreiben, woraus das Gericht besteht. Übersetzungen wie „sour roast“ für Sauerbraten verwirren mehr, als sie helfen.
- Wie oft soll ich nachfragen?
- Einmal kurz nach dem Servieren und später beim Abräumen. Englischsprachige Gäste erwarten diese Nachfrage und werten ihr Fehlen als Nachlässigkeit.
Redaktion Englischclub · zuletzt aktualisiert am 03. Oktober 2026
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