Das Wichtigste in Kürze
- Amerikanische Rezepte messen Volumen, deutsche wiegen — das ist der Kern des Problems.
- Eine cup ist keine beliebige Tasse, sondern ein festes Maß von etwa 237 Millilitern.
- Britische und amerikanische Angaben unterscheiden sich, obwohl sie gleich heißen.
- Bei Backrezepten führt ungenaues Umrechnen am ehesten zum Misserfolg.
Warum englische Rezepte anders funktionieren
Mengenangaben beim Kochen auf Englisch zu verstehen ist weniger eine Vokabelfrage als eine Denkfrage. Deutsche Rezepte wiegen Zutaten in Gramm, amerikanische messen sie in Volumen: cups, tablespoons, teaspoons. Mehl wird also nicht gewogen, sondern in ein Gefäß gefüllt.
Das hat Folgen für die Genauigkeit. Eine cup Mehl kann je nach Füllmethode zwischen etwa 120 und 150 Gramm wiegen, weil lockeres und gepresstes Mehl unterschiedlich viel Platz braucht. Beim Kochen ist das unerheblich, beim Backen nicht.
Britische Rezepte liegen dazwischen: Sie verwenden häufiger Gramm, benutzen aber ebenfalls spoons und gelegentlich pints. Wer ein Rezept aus dem Netz nimmt, sollte deshalb zuerst prüfen, aus welchem Land es stammt.
Die praktische Konsequenz: Für Kuchen und Brot lohnt sich ein Messbecher-Set mit amerikanischen Maßen. Für Suppen und Pfannengerichte reicht Überschlagen.
Die wichtigsten Maße
Eine amerikanische cup entspricht etwa 237 Millilitern, wird aber meist mit 240 gerechnet. Ein tablespoon sind etwa 15 Milliliter, ein teaspoon etwa 5.
Eine fluid ounce sind knapp 30 Milliliter. Für Gewichte gilt: eine ounce sind etwa 28 Gramm, ein pound etwa 454 Gramm — also knapp ein halbes Kilo.
Beim Volumen unterscheiden sich Großbritannien und die USA: Eine britische pint hat etwa 568 Milliliter, eine amerikanische etwa 473. Wer ein Rezept mit pints hat, muss also die Herkunft kennen.
Für Flüssigkeiten in Rezepten ist die Abweichung meist verkraftbar. Bei Bier und Getränken hingegen ist sie spürbar — eine britische pint ist merklich mehr.
Für den Hausgebrauch lohnt es sich, diese acht Werte einmal auf einen Zettel zu schreiben und in den Küchenschrank zu hängen. Sie decken praktisch jedes englischsprachige Rezept ab, und das Nachschlagen am Telefon während des Kochens entfällt.
| Englisch | Abkürzung | Entspricht etwa |
|---|---|---|
| cup | c | 240 ml |
| tablespoon | tbsp | 15 ml |
| teaspoon | tsp | 5 ml |
| fluid ounce | fl oz | 30 ml |
| ounce | oz | 28 g |
| pound | lb | 454 g |
| pint (US) | pt | 473 ml |
| pint (UK) | pt | 568 ml |
Temperaturen in Fahrenheit
Amerikanische Rezepte geben Backtemperaturen in Fahrenheit an. Die genaue Umrechnung lautet: von Fahrenheit 32 abziehen und mit fünf Neunteln multiplizieren.
Für die Küche reichen einige Merkwerte. 350 Fahrenheit sind etwa 175 Grad Celsius und die häufigste Backtemperatur überhaupt. 400 Fahrenheit entsprechen etwa 200 Grad, 425 etwa 220.
Britische Rezepte nennen zusätzlich gas marks. Gas mark 4 entspricht etwa 180 Grad Celsius, gas mark 6 etwa 200. Diese Angabe stammt von Gasöfen und taucht in älteren Kochbüchern häufig auf.
Ein Hinweis zu Umluft: Englische Rezepte meinen meist Ober- und Unterhitze. Wer Umluft nutzt, nimmt in der Regel etwa zwanzig Grad weniger.
Die Wörter, die im Rezept stehen
Neben den Maßen braucht man die Handlungsverben. Häufig sind: chop (grob schneiden), dice (würfeln), mince (fein hacken), slice (in Scheiben schneiden), grate (reiben), whisk (schlagen), fold in (unterheben), simmer (leicht köcheln).
Besonders tückisch ist „fold in“, weil es ein Phrasal Verb ist und nichts mit Falten zu tun hat. Wer Eischnee unterhebt, foldet ihn in. Solche Verbindungen sammelt die Einführung zu Phrasal Verbs.
Für Mengen ohne Maß gibt es feste Ausdrücke: „a pinch of salt“ ist eine Prise, „a dash of“ ein Spritzer, „to taste“ heißt nach Geschmack. „A handful“ ist eine Handvoll und ebenso ungenau wie im Deutschen.
Der Grundwortschatz dazu steht in den Wortfeldern Kochen und Zubereitung und Küche und Geschirr.
Auch die Zeitangaben folgen eigenen Mustern. „Bake for 25 to 30 minutes, or until golden brown“ nennt eine Spanne und ein sichtbares Ziel. Das zweite ist wichtiger als das erste, weil Öfen unterschiedlich heizen.
Zutaten, die anders heißen
Zwischen britischem und amerikanischem Englisch unterscheiden sich viele Lebensmittel im Namen. Aubergine heißt in den USA eggplant, Zucchini heißen dort zucchini und in Großbritannien courgette.
Weitere Paare: coriander gegen cilantro, rocket gegen arugula, prawns gegen shrimp, biscuit gegen cookie. Letzteres ist besonders tückisch, weil ein amerikanischer biscuit ein salziges Gebäck ist.
Auch Mehlsorten sind nicht deckungsgleich. „Plain flour“ oder „all-purpose flour“ entspricht ungefähr Type 405, „self-raising flour“ enthält bereits Backpulver — wer das übersieht, bekommt ein anderes Ergebnis.
Eine Übersicht über solche Unterschiede bietet der Beitrag über britisches und amerikanisches Englisch.
Umrechnen ohne Rechner
Für den Alltag genügen grobe Merkregeln. Eine cup ist knapp ein Viertelliter. Ein pound ist knapp ein halbes Kilo. Eine ounce ist gut ein Viertel eines Hundertgrammstücks.
Bei Fahrenheit hilft die Faustregel, dass 350 gleich 175 Grad sind, und dass je 25 Fahrenheit etwa 14 Grad Celsius entsprechen. Damit kommt man ohne Formel aus.
Wer häufiger nach englischen Rezepten kocht, sollte sich ein Messbecher-Set anschaffen. Das erspart alle Umrechnungen und verhindert die typischen Backfehler.
Für Flüssigkeiten reicht ein Messbecher mit Doppelskala, wie er in vielen Haushalten ohnehin steht.
Wer ganz ohne Hilfsmittel auskommen muss, misst notfalls mit einem normalen Trinkglas von 200 Millilitern und rechnet eine cup als ein gut gefülltes Glas. Für herzhafte Gerichte reicht das aus, für Kuchen nicht.
Wo Ungenauigkeit teuer wird
Beim Kochen sind Abweichungen von zehn Prozent meist folgenlos. Eine Suppe mit etwas mehr Brühe bleibt eine Suppe.
Beim Backen ist das anders. Das Verhältnis von Mehl, Flüssigkeit und Triebmittel entscheidet über das Ergebnis, und hier rächt sich ungenaues Umrechnen sofort — der Teig geht nicht auf oder wird zäh.
Besonders heikel ist Backpulver und Natron. Ein teaspoon zu viel schmeckt man deutlich. Diese Angaben sollte man nie überschlagen, sondern genau abmessen.
Hefeteig reagiert besonders empfindlich auf die Flüssigkeitsmenge. Wer hier eine cup Wasser großzügig bemisst, bekommt einen klebrigen Teig, der sich nicht verarbeiten lässt. Im Zweifel nimmt man beim Backen die kleinere Menge und gießt nach.
Im Restaurant und beim Einkauf
Außerhalb der Küche begegnen einem dieselben Einheiten. Fleisch wird in pounds verkauft, Getränke in pints oder fluid ounces, Entfernungen in miles.
Beim Einkaufen hilft die Kenntnis der Grundwerte: ein pound Hackfleisch ist etwa ein halbes Kilo, ein gallon Milch sind knapp vier Liter.
Weitere Maßeinheiten außerhalb der Küche behandelt der Beitrag über englische Maßangaben. Für den Einkauf selbst hilft Einkaufen auf Englisch.
Beim Bestellen im Restaurant tauchen dieselben Maße bei Getränken auf: „a pint of“ beim Bier, „a shot of“ bei Spirituosen. Wer unsicher ist, fragt schlicht nach der Größe — üblich ist „What sizes do you have?“
Häufige Fragen
- Wie viel ist eine cup in Gramm?
- Das hängt von der Zutat ab, weil die cup ein Volumenmaß ist. Mehl liegt bei etwa 120 bis 150 Gramm, Zucker bei etwa 200, Wasser bei etwa 240. Deshalb gibt es keine allgemeine Umrechnung.
- Sind britische und amerikanische Maße gleich?
- Nicht durchgehend. Cups und spoons sind ähnlich, pints und gallons unterscheiden sich deutlich. Bei Rezepten mit pints lohnt es sich, die Herkunft zu prüfen.
- Was sind gas marks?
- Eine britische Temperaturangabe für Gasöfen. Gas mark 4 entspricht etwa 180 Grad Celsius, gas mark 6 etwa 200. In neueren Rezepten stehen meist zusätzlich Celsius-Werte.
- Was bedeutet to taste?
- Nach Geschmack, also ohne feste Menge. Es steht meist bei Salz und Pfeffer und bedeutet, dass man selbst abschmecken soll.
Redaktion Englischclub · zuletzt aktualisiert am 03. Oktober 2026
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