Das Wichtigste in Kürze
- In den USA ist Trinkgeld Teil des Einkommens und wird erwartet.
- In Großbritannien steht oft bereits ein service charge auf der Rechnung.
- An der Theke im Pub ist Trinkgeld unüblich.
- Die Höhe unterscheidet sich je nach Land und Dienstleistung erheblich.
Warum die Frage so heikel ist
Trinkgeld im Ausland ist für Reisende unangenehm, weil beide Fehler sichtbar sind: Zu wenig wirkt knauserig, zu viel wirkt unbeholfen. Dabei ist die Regel in jedem Land klar, nur eben jeweils anders.
Der größte Unterschied betrifft die USA. Dort ist Trinkgeld kein Dankeschön, sondern ein fester Teil des Einkommens; die Grundlöhne im Service sind entsprechend niedrig angesetzt.
In Großbritannien ist die Lage entspannter, weil Löhne anders gestaltet sind und auf vielen Rechnungen bereits eine Servicepauschale steht.
Wer die Unterschiede kennt, spart sich das Rechnen im Kopf und die Unsicherheit beim Zahlen.
Hinzu kommt, dass Trinkgeld in bargeldlosen Ländern anders abläuft. Wo fast nur mit Karte gezahlt wird, fragt das Gerät nach einem Prozentsatz, und man entscheidet unter Beobachtung — was den Druck erhöht. Die Sätze für die Bezahlung stehen in Im Restaurant bestellen auf Englisch.
In den USA
Im Restaurant sind fünfzehn bis zwanzig Prozent üblich, bei gutem Service auch mehr. Weniger als fünfzehn gilt als deutliches Zeichen von Unzufriedenheit.
Die Rechnung weist das Trinkgeld meist nicht aus. Auf dem Kartenbeleg gibt es eine Zeile „tip“, in die man den Betrag einträgt, und eine Zeile „total“ für die Summe.
An der Bar sind ein bis zwei Dollar pro Getränk üblich, beim Taxi etwa fünfzehn Prozent, beim Zimmerservice und beim Gepäckträger ein bis zwei Dollar pro Stück.
Beim Friseur und bei ähnlichen Dienstleistungen gelten ebenfalls etwa zwanzig Prozent — dazu passt Englisch beim Friseur.
Wer länger in den USA bleibt, sollte den Unterschied zum deutschen System kennen: Dort ist der Grundlohn im Service niedriger angesetzt, und das Trinkgeld gleicht ihn aus. Ein ausbleibendes Trinkgeld trifft deshalb die Bedienung unmittelbar, nicht das Unternehmen.
In Großbritannien
Im Restaurant sind zehn bis zwölf Prozent üblich, sofern kein „service charge“ auf der Rechnung steht. Steht er dort, ist nichts weiter nötig.
Die Servicepauschale liegt meist bei zwölf bis dreizehn Prozent und ist freiwillig; man kann darum bitten, sie zu entfernen, wenn der Service schlecht war.
Im Pub gibt man an der Theke kein Trinkgeld. Üblich ist stattdessen die Einladung „and one for yourself“, wie Im Pub auf Englisch beschreibt.
Beim Taxi rundet man auf oder gibt etwa zehn Prozent. In Cafés und beim Imbiss ist Trinkgeld unüblich.
Irland, Australien, Neuseeland
In Irland ähneln die Gepflogenheiten den britischen: etwa zehn Prozent im Restaurant, nichts an der Theke im Pub.
In Australien und Neuseeland ist Trinkgeld traditionell unüblich, weil die Löhne höher angesetzt sind. In gehobenen Restaurants rundet man auf oder gibt bis zu zehn Prozent.
Niemand nimmt es übel, wenn man dort gar nichts gibt. Das überrascht Reisende aus den USA regelmäßig.
In Kanada gelten dagegen weitgehend amerikanische Regeln mit fünfzehn bis zwanzig Prozent.
Wie man es gibt
Bei Barzahlung sagt man beim Übergeben des Geldes, wie viel man zurückhaben möchte: „Fifteen, please“ bei einer Rechnung von dreizehn Pfund.
Einfacher ist „Keep the change“, wenn der Rest als Trinkgeld gedacht ist. Dieser Satz ist überall verständlich und üblich.
Bei Kartenzahlung fragt das Gerät oft nach einem Prozentsatz. Man wählt oder tippt den Betrag ein; in den USA trägt man ihn auf dem Beleg ein.
Wichtig ist, den Betrag vor der Bestätigung zu prüfen. Voreingestellte Vorschläge beginnen in den USA mitunter bei achtzehn Prozent.
Beim Aufrunden gilt eine kleine Besonderheit: In Großbritannien rundet man Beträge beim Taxi auf das nächste Pfund, nicht auf fünf. Wer großzügig aufrundet, erntet gelegentlich ein überraschtes Nachfragen.
Die passenden Sätze
„Could we have the bill, please?“ ist der Einstieg, in den USA „Could we get the check?“. Danach folgt gegebenenfalls die Frage nach der Servicepauschale.
„Is service included?“ klärt den entscheidenden Punkt in vier Worten. Die Antwort entscheidet, ob man noch etwas gibt.
Beim Zahlen: „Keep the change“, „Could you add ten percent?“, „Twenty, please“ — alle drei sind übliche Formulierungen.
Wer die Pauschale entfernen lassen will, sagt ruhig: „Could you take the service charge off, please?“ Das ist in Großbritannien zulässig und wird akzeptiert.
Wenn der Service schlecht war
In Großbritannien kann man die Servicepauschale streichen lassen und sollte den Grund kurz nennen. Das ist unangenehm, aber vorgesehen.
In den USA ist das Streichen heikler, weil das Trinkgeld zum Einkommen gehört. Üblich ist, auf zehn Prozent zu reduzieren und gegebenenfalls mit der Leitung zu sprechen.
Eine Beschwerde formuliert man sachlich: „The service was very slow tonight, and we weren't able to get anyone's attention.“
Formulierungen dafür sammelt Kundengespräch auf Englisch aus der anderen Perspektive.
Andere Dienstleistungen
Im Hotel sind ein bis zwei Einheiten der Landeswährung für den Gepäckträger üblich, beim Zimmermädchen in den USA etwa zwei bis fünf Dollar pro Nacht.
Bei Stadtführungen gibt man am Ende etwas, besonders bei kostenlosen Rundgängen, die ausschließlich davon leben. Zehn bis fünfzehn Einheiten sind dort angemessen.
Beim Lieferdienst sind in den USA etwa fünfzehn Prozent üblich, in Großbritannien ein Aufrunden des Betrags.
Die passenden Sätze für das Hotel stehen in Im Hotel auf Englisch.
Bei Friseur, Kosmetik und ähnlichen Dienstleistungen liegen die Erwartungen in den USA bei etwa zwanzig Prozent, in Großbritannien deutlich darunter. Wer unsicher ist, fragt vorher an der Kasse — die Mitarbeiter sind an diese Frage von Touristen gewöhnt und antworten ohne Umschweife.
Die Faustregeln
USA und Kanada: fünfzehn bis zwanzig Prozent im Restaurant, ein bis zwei Dollar pro Getränk an der Bar, etwa fünfzehn Prozent beim Taxi.
Großbritannien und Irland: zehn bis zwölf Prozent im Restaurant, nichts im Pub an der Theke, Aufrunden beim Taxi.
Australien und Neuseeland: nichts oder Aufrunden, in gehobenen Häusern bis zehn Prozent.
Wer unsicher ist, beobachtet die anderen Gäste oder fragt schlicht nach: „What's usual here?“ Diese Frage ist nirgends unhöflich.
Und als Grundregel über alle Länder hinweg: Wer freundlich bedient wurde und etwas gibt, macht nichts falsch — die genaue Höhe fällt selten ins Gewicht.
Häufige Fragen
- Wie viel Trinkgeld gibt man in den USA?
- Im Restaurant fünfzehn bis zwanzig Prozent, an der Bar ein bis zwei Dollar pro Getränk. Trinkgeld ist dort Teil des Einkommens und wird erwartet.
- Muss ich in Großbritannien Trinkgeld geben?
- Im Restaurant zehn bis zwölf Prozent, sofern kein service charge auf der Rechnung steht. An der Theke im Pub ist Trinkgeld unüblich.
- Was heißt service charge included?
- Dass die Bedienung bereits auf der Rechnung steht. Ein zusätzliches Trinkgeld ist dann nicht nötig und wird auch nicht erwartet.
- Kann ich die Servicepauschale streichen lassen?
- In Großbritannien ja, sie ist freiwillig. Man bittet darum und nennt kurz den Grund. In den USA ist das deutlich unüblicher.
Redaktion Englischclub · zuletzt aktualisiert am 03. Oktober 2026
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