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Begrüßung auf Englisch: vom Hallo bis zum Händedruck

Welche Begrüßung wann passt, was How are you wirklich bedeutet und wie man sich vorstellt, ohne steif zu wirken.

Das Wichtigste in Kürze

  • How are you ist eine Grußformel, keine echte Frage nach dem Befinden.
  • Die Tageszeit entscheidet über good morning, afternoon und evening.
  • Good night ist ein Abschied, keine Begrüßung.
  • Der Händedruck ist im englischsprachigen Raum kürzer und seltener als in Deutschland.

Die Grundformen

Eine Begrüßung auf Englisch besteht meist aus zwei Teilen: dem Gruß und einer Frage nach dem Befinden. Beide gehören zusammen und werden fast immer in einem Zug gesprochen.

Die neutralen Formen sind „Hello“ und „Hi“. Hello passt überall, Hi ist lockerer und im Berufsalltag ebenso üblich wie unter Freunden.

Formeller sind „Good morning“, „Good afternoon“ und „Good evening“. Sie richten sich nach der Tageszeit und wirken höflich, aber distanziert.

Umgangssprachlich hört man „Hey“, „Morning“ oder in Großbritannien „All right?“ — Letzteres ist ein Gruß, keine Frage nach dem Wohlbefinden.

Für Lernende ist das eine gute Nachricht: Der Einstieg in jedes Gespräch besteht aus zwei festen Bausteinen, die man einmal lernt und danach überall benutzt. Der Wortschatz dazu steht im Wortfeld Begrüßung und Abschied.

Die Tageszeiten

„Good morning“ gilt bis zum Mittag, „Good afternoon“ bis etwa sechs Uhr abends, danach „Good evening“. Die Grenzen sind fließend und werden nicht streng genommen.

„Good night“ ist die wichtigste Ausnahme: Es ist kein Gruß, sondern ein Abschied. Wer damit einen Raum betritt, erzeugt Verwirrung.

In lockeren Zusammenhängen wird oft verkürzt: „Morning“ statt „Good morning“ ist im Büro völlig normal und klingt freundlicher als die volle Form.

Bei schriftlicher Kommunikation gelten andere Regeln; dort steht die Anrede an dieser Stelle, wie Englische Anrede beschreibt.

How are you und seine Tücken

Dies ist die häufigste Fehlerquelle für Deutschsprachige. „How are you?“ ist in den meisten Fällen keine Frage nach dem Befinden, sondern Teil des Grußes.

Die erwartete Antwort ist kurz und positiv: „Fine, thanks — and you?“ oder „Good, thanks.“ Eine ausführliche Schilderung der eigenen Lage irritiert.

Dasselbe gilt für „How's it going?“, „How are you doing?“ und das britische „You all right?“. Alle drei sind Grußformeln.

Wer tatsächlich fragen will, formuliert anders: „How have you been?“ oder deutlicher „Is everything okay? You look tired.“

Sich vorstellen

Die Standardform lautet „Hello, I'm Manuel“ oder etwas förmlicher „My name is Manuel Killert.“ Beides funktioniert in jeder Lage.

Die übliche Antwort ist „Nice to meet you“, im britischen Englisch auch „Pleased to meet you“. Darauf folgt meist „Nice to meet you too“.

Wichtig ist der Unterschied zwischen „Nice to meet you“ beim ersten Treffen und „Nice to see you“ beim Wiedersehen. Wer sie verwechselt, signalisiert, dass er den anderen nicht erkannt hat.

Beim Vorstellen Dritter sagt man „This is my colleague Sarah“ und nennt dabei zuerst die Person, der man jemanden vorstellt.

Wer den Namen des anderen nicht verstanden hat, fragt sofort nach. „Sorry, I didn't catch your name“ ist die übliche Formel und völlig unproblematisch — später danach zu fragen ist deutlich unangenehmer. Wie man Namen sicher aufnimmt, steht in Buchstabieren auf Englisch.

Körpersprache

Der Händedruck ist im englischsprachigen Raum kürzer und weniger fest als in Deutschland. Er gehört zum ersten Treffen, nicht zu jedem Zusammentreffen danach.

Unter Kollegen begrüßt man sich meist ohne Berührung, mit einem Nicken und einem Wort. Wer täglich die Hand gibt, fällt auf.

Umarmungen und Wangenküsse sind je nach Land und Umfeld unterschiedlich verbreitet und in beruflichen Zusammenhängen unüblich. Im Zweifel wartet man ab, was das Gegenüber tut.

Blickkontakt gilt als höflich und wird erwartet. Wer ihn meidet, wirkt unsicher oder desinteressiert.

Im Beruf

Beim ersten Treffen stellt man sich mit Namen und Funktion vor: „Hello, I'm Manuel Killert, I look after the web projects.“ Zwei Sätze genügen.

In Besprechungen beginnt man mit einer kurzen Runde, wenn nicht alle einander kennen. Das ist üblich und wird meist vom Gastgeber angestoßen.

Am Telefon lautet die Formel „Good morning, Klarwerk, Manuel speaking“ — Firma, dann Name. Weitere Wendungen stehen in Telefonieren auf Englisch.

In Videokonferenzen hat sich eine eigene Begrüßungsroutine eingebürgert, die Videokonferenz auf Englisch beschreibt.

Bei Kundenkontakt kommt eine Besonderheit hinzu: Dort begrüßt man zuerst und fragt dann nach dem Anliegen, nicht umgekehrt. Die passenden Formulierungen sammelt Kundengespräch auf Englisch.

Nach der Begrüßung

Auf den Gruß folgt meist eine kurze Überleitung. Üblich sind Bemerkungen zum Wetter, zur Anreise oder zum Wochenende — Themen, die niemanden festlegen.

„Did you have a good weekend?“ und „How was your trip?“ sind die häufigsten Einstiege. Beide erwarten eine kurze, freundliche Antwort.

Diese Phase dauert im englischsprachigen Raum länger als in Deutschland. Wer sofort zur Sache kommt, wirkt schroff, auch wenn es effizient gemeint ist.

Was sich als Thema eignet und was nicht, behandelt Small Talk auf Englisch ausführlich.

Verabschieden

Die neutrale Form ist „Goodbye“, umgangssprachlich „Bye“ oder „See you“. Im britischen Englisch hört man häufig „Cheers“, das zugleich danke bedeuten kann.

Für den Abschied mit Zeitbezug: „See you tomorrow“, „See you next week“, „Talk to you soon“. Diese Formeln sind üblich und verbindlich gemeint.

Im Beruf ergänzt man oft einen Wunsch: „Have a good weekend“ oder „Enjoy the rest of your day“. Die Antwort darauf lautet „You too“.

„Good night“ gehört ans Ende des Tages und bedeutet, dass man sich verabschiedet — nicht, dass man jemandem eine gute Nacht wünscht wie beim Zubettgehen.

Eine Besonderheit ist das britische „Cheers“: Es bedeutet je nach Lage danke, tschüss oder prost. Wer es hört, erschließt die Bedeutung aus der Situation — und wer es benutzt, klingt schnell vertraut mit dem Land.

Regionale Unterschiede

In den USA ist „How are you?“ noch stärker eine Formel als in Großbritannien, und die Antwort fällt noch kürzer aus. „Good, thanks“ genügt.

In Großbritannien ist „All right?“ als Gruß verbreitet, vor allem im Norden. Darauf antwortet man mit „All right“ — nicht mit einer Schilderung.

In Irland, Australien und Neuseeland gibt es eigene Formen, etwa „How's it going?“ oder „G'day“. Alle folgen demselben Muster: Gruß plus Formel.

Wer unsicher ist, bleibt bei „Hello“ und „Good morning“. Beide funktionieren überall und fallen nirgends auf.

Und für den Einstieg in jedes Gespräch gilt: Der Gruß ist wichtiger als seine Form. Wer grüßt, macht es richtig — wer schweigt, fällt auf.

Häufige Fragen

Was antworte ich auf How are you?
Kurz und positiv, dann die Frage zurückgeben: „Fine, thanks — and you?“ Eine ausführliche Antwort ist nicht erwartet, weil die Frage Teil des Grußes ist.
Wann sagt man Good night?
Nur zum Abschied am Abend. Als Begrüßung ist es falsch; wer abends ankommt, sagt „Good evening“.
Nice to meet you oder nice to see you?
„Nice to meet you“ beim ersten Kennenlernen, „Nice to see you“ beim Wiedersehen. Die Verwechslung signalisiert, dass man den anderen nicht erkannt hat.
Gibt man sich die Hand?
Beim ersten Treffen ja, danach selten. Der Händedruck ist kürzer als in Deutschland, und unter Kollegen begrüßt man sich meist ohne Berührung.

Redaktion Englischclub · zuletzt aktualisiert am 03. Oktober 2026

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