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Sich entschuldigen auf Englisch: sorry ist nicht gleich sorry

Zwischen Bedauern, Bitte um Verzeihung und dem britischen Dauer-sorry: Welche Formel wann angemessen ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Sorry drückt Bedauern aus, excuse me kündigt eine Störung an.
  • Im Britischen ist sorry oft reine Höflichkeit und kein Schuldeingeständnis.
  • Für echte Fehler braucht es mehr als sorry: eine Erklärung und einen Vorschlag.
  • Im Beruf ist die Formel mit apologise die sichere Wahl.

Zwei Wörter, zwei Aufgaben

Sich entschuldigen auf Englisch ist einfacher, als viele denken, solange man zwei Wörter auseinanderhält. „Sorry“ drückt Bedauern über etwas Geschehenes aus. „Excuse me“ kündigt an, dass man gleich stört — beim Vorbeigehen, beim Ansprechen, beim Unterbrechen.

Im Deutschen deckt „Entschuldigung“ beides ab, und genau daraus entsteht der häufigste Fehler. Wer sich durch eine Menschenmenge schiebt und dabei „sorry“ sagt, wirkt, als hätte er bereits jemanden angerempelt; richtig wäre „excuse me“.

Umgekehrt klingt „excuse me“ nach einem Versehen merkwürdig. Wer jemandem auf den Fuß getreten ist, sagt „sorry“ — und zwar sofort.

Ein dritter Ausdruck kommt im Alltag dazu: „pardon“ oder „pardon me“. Es ist etwas förmlicher als „excuse me“ und wird vor allem benutzt, wenn man etwas nicht verstanden hat. In den USA hört man es häufiger als in Großbritannien.

Die Abstufungen von sorry

„Sorry“ allein ist die knappe Alltagsform für Kleinigkeiten. „I'm sorry“ ist etwas nachdrücklicher, „I'm so sorry“ und „I'm terribly sorry“ steigern weiter.

Für ernstere Anlässe kommt eine Begründung dazu: „I'm sorry about the delay“ oder „I'm sorry for the confusion“. Die Präposition richtet sich nach dem Bezug: about für eine Sache, for für ein Verhalten.

Im Beruf ist „I apologise for …“ die förmliche Form. Amerikanisch geschrieben mit z: „apologize“. Sie wirkt sachlicher und ist in E-Mails die übliche Wahl.

Das britische sorry

In Großbritannien ist „sorry“ ein Allzweckwort. Man sagt es, wenn jemand anderes einen anrempelt, wenn man etwas nicht verstanden hat, wenn man jemanden durchlässt und wenn man widerspricht.

Für Deutschsprachige ist das ungewohnt, weil „Entschuldigung“ bei uns näher am Schuldeingeständnis liegt. Im Britischen ist es meist reines Schmiermittel des Umgangs und bedeutet nichts weiter.

Wer das nicht mitmacht, wirkt schnell schroff. Umgekehrt sollte man ein britisches „sorry“ nicht als Eingeständnis werten — mehr zu diesem Muster steht in Britische Höflichkeitsfloskeln.

Wenn wirklich etwas schiefgegangen ist

Bei echten Fehlern reicht „sorry“ nicht. Eine brauchbare Entschuldigung hat drei Teile: das Bedauern, die Benennung der Sache und einen Vorschlag zur Lösung.

Auf Englisch klingt das etwa so: „I'm sorry about the mistake in the invoice. I've corrected it and sent a new version. Please let me know if anything is still wrong.“ Diese Reihenfolge wirkt in jeder Sprache, im Englischen aber besonders, weil Umschweife dort weniger geschätzt werden.

Zu vermeiden ist die Passivkonstruktion, die Verantwortung verwischt: „Mistakes were made“ gilt im Englischen als Musterbeispiel für eine Nichtentschuldigung. Wer den Passivgebrauch kennt, erkennt diese Fälle sofort.

Ebenfalls zu vermeiden ist die Entschuldigung mit Einschränkung: „I'm sorry if you felt offended“ schiebt die Verantwortung zum Empfänger. Im Englischen fällt diese Konstruktion noch stärker auf als im Deutschen und gilt als unaufrichtig.

Im Beruf: die richtige Dosis

In beruflichen E-Mails ist Kürze wichtiger als Zerknirschung. Ein Satz Bedauern, ein Satz Klärung, ein Satz Lösung. Längere Entschuldigungen wirken im englischsprachigen Raum eher unsicher als höflich.

Zu häufiges Entschuldigen schadet zudem. Wer jede Rückfrage mit „sorry to bother you“ einleitet, stellt sich selbst als Störung dar. Besser ist „Could I ask you about …“ oder „Quick question about …“.

Für Verzögerungen hat sich eine feste Wendung eingebürgert: „Apologies for the late reply“. Sie ist kurz, höflich und ohne Beigeschmack — Formulierungen dieser Art sammelt der Beitrag über englische E-Mails.

Wenn man selbst eine Entschuldigung annimmt

Die üblichen Antworten sind kurz: „No problem“, „That's all right“, „Don't worry about it“, „No worries“. Letzteres ist besonders in Australien und Großbritannien verbreitet.

Im Beruf passt „Thanks for letting me know“ besser als eine reine Beschwichtigung, weil es die Mitteilung würdigt, ohne den Fehler kleinzureden.

Was man vermeiden sollte, ist ein bloßes „okay“. Es klingt knapp bis abweisend, besonders schriftlich, wo der Tonfall fehlt.

Bei schwerwiegenderen Anlässen ist eine knappe Nachfrage angemessen: „Is there anything I can do to help?“ Damit zeigt man, dass es nicht bei Worten bleibt, ohne Aufhebens zu machen.

Höflichkeit ohne Entschuldigung

Oft will man gar nicht um Verzeihung bitten, sondern nur höflich klingen. Dafür gibt es bessere Mittel als sorry: Konjunktivformen wie „Could you …“, „Would it be possible …“ und „I was wondering if …“.

Diese Formen wirken im Englischen stärker als jede Entschuldigung, weil sie dem Gegenüber Spielraum lassen. Der grammatische Hintergrund steht in der Lektion zu Modalverben.

Wer beides mischt — „Sorry, could you possibly …“ —, klingt britisch und ist damit in keinem Fall unhöflich. In den USA wirkt dieselbe Formel schnell übertrieben.

Die häufigsten Fehler

Der erste ist „Excuse me“ nach einem Missgeschick statt „sorry“. Der zweite ist „I apologise“ im lockeren Gespräch, wo es steif wirkt. Der dritte ist die wörtliche Übersetzung „I apologise me“, die es nicht gibt.

Ein vierter betrifft die Präposition: „sorry for the delay“ und „sorry about the delay“ sind beide gebräuchlich, „sorry of“ nicht. Wer unsicher ist, nimmt „about“.

Und schließlich: „Sorry“ mit Ausrufezeichen wirkt im Englischen lauter als beabsichtigt. Ein Punkt genügt.

Ein fünfter Fehler betrifft das Zeitverhältnis. „I was sorry“ bedeutet, dass man es damals bedauert hat. Wer sich jetzt entschuldigt, sagt „I am sorry“ — auch wenn das Ereignis in der Vergangenheit liegt.

Übung für den Alltag

Nimm dir eine Woche lang vor, in Gedanken jede deutsche Entschuldigung zu übersetzen, die dir begegnet. Beim Vorbeigehen im Supermarkt, beim Nachfragen, beim Zuspätkommen.

Prüfe dabei jedes Mal, ob „sorry“ oder „excuse me“ passt. Nach wenigen Tagen sitzt die Unterscheidung, weil sie an konkrete Situationen geknüpft ist statt an eine Regel.

Wer die Formeln im Zusammenhang üben will, findet passende Wendungen im Wortfeld Höflichkeit und in der Übung zu Modalverben, die für höfliche Bitten gebraucht werden.

Eine zweite Übung betrifft das Schriftliche: Formuliere drei kurze Entschuldigungen für typische Anlässe — verspätete Antwort, fehlerhafte Rechnung, abgesagter Termin. Wer diese drei Bausteine bereitliegen hat, muss sie im Ernstfall nicht unter Zeitdruck erfinden.

Häufige Fragen

Sorry oder excuse me — was ist der Unterschied?
Sorry drückt Bedauern über etwas Geschehenes aus, excuse me kündigt eine Störung an. Wer jemanden anspricht oder vorbeigehen will, sagt excuse me; wer jemandem auf den Fuß getreten ist, sagt sorry.
Ist apologise zu förmlich?
Im Gespräch ja, in beruflichen E-Mails nicht. Dort ist „I apologise for …“ eine angemessene, sachliche Form. Unter Freunden klingt sie steif.
Warum sagen Briten dauernd sorry?
Weil es dort weitgehend als Höflichkeitsformel dient und nicht als Schuldeingeständnis. Es ersetzt oft „excuse me“, „wie bitte“ und sogar den Einstieg in einen Widerspruch.
Wie entschuldige ich mich schriftlich für eine Verzögerung?
Kurz und sachlich: „Apologies for the late reply“ oder „Sorry for the delay in getting back to you“, gefolgt von der eigentlichen Antwort. Lange Erklärungen sind unüblich.

Redaktion Englischclub · zuletzt aktualisiert am 03. Oktober 2026

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