Das Wichtigste in Kürze
- Die hartnäckigsten Fehler entstehen nicht aus Unwissen, sondern aus wörtlicher Übersetzung.
- Verben wie become, mean und make führen besonders oft in die Irre.
- Zeitangaben mit since und for sind die häufigste Fehlerquelle bei fortgeschrittenen Lernenden.
- Ein Satz, der sich beim Sprechen völlig selbstverständlich anfühlt, ist verdächtig.
- Feste Wendungen lernt man als Ganzes, nicht Wort für Wort.
Warum gerade gute Lernende betroffen sind
Denglisch vermeiden ist keine Anfängeraufgabe. Anfänger sagen wenig und halten sich an gelernte Sätze. Erst wer flüssig spricht, beginnt spontan zu formulieren, und dabei greift das Gehirn auf die Struktur zurück, die es am besten kennt: die deutsche. Das Ergebnis sind Sätze mit englischen Wörtern und deutschem Bauplan, die grammatisch fehlerfrei aussehen können und trotzdem nichts oder etwas anderes bedeuten.
Diese Fehler sind hartnäckig, weil sie sich richtig anfühlen. Man hat nicht das Gefühl, geraten zu haben. Man hat vielmehr das Gefühl, den Satz zu kennen, weil man ihn auf Deutsch tausendmal gesagt hat. Genau deshalb korrigiert man sie nicht von selbst, sondern erst, wenn jemand sie benennt.
Hinzu kommt, dass diese Sätze im Gespräch fast nie auffallen. Der Sinn kommt an, das Gegenüber ergänzt selbst, was fehlt, und niemand hält den Ablauf für eine Korrektur an. Erst in geschriebenen Texten, die jemand in Ruhe liest, werden sie sichtbar. Wer seine eigenen englischen Mails nach zwei Tagen noch einmal durchgeht, findet dort mehr als in jedem Gespräch.
Der Ausweg besteht nicht darin, langsamer zu sprechen, sondern darin, eine Handvoll bekannter Fallen zu kennen. Die meisten wörtlichen Übersetzungen aus dem Deutschen fallen in wenige Gruppen, und wer diese Gruppen kennt, hört den eigenen Fehler oft schon beim Aussprechen.
Die Klassiker und was stattdessen gilt
Die folgende Tabelle sammelt Sätze, die im Deutschen einwandfrei sind und im Englischen nicht funktionieren. Die zweite Spalte zeigt jeweils die übliche englische Formulierung, die dritte nennt die Ursache. Alle Beispiele in der linken Spalte sind falsch und dienen nur der Wiedererkennung.
Auffällig ist, wie oft dasselbe Muster auftaucht: Ein deutsches Wort hat mehrere Bedeutungen, das englische Gegenstück nur eine davon. bekommen ist nicht become, meinen ist nicht immer mean, machen ist selten make. Wer das für die zehn häufigsten Verben einmal sauber trennt, spart sich Jahre gelegentlicher Peinlichkeiten.
| Falsch gesagt | Üblich auf Englisch | Ursache |
|---|---|---|
| I become a beefsteak | I'll have the steak | bekommen wird zu become statt zu get oder have |
| It gives many problems | There are many problems | es gibt wird wörtlich übersetzt statt mit there is und there are |
| I live here since three years | I've lived here for three years | for und since werden verwechselt, siehe die Lektion zu for und since |
| I have no time | I'm afraid I don't have time | grammatisch möglich, klingt aber schroff und abschließend |
| Can you borrow me your pen | Can you lend me your pen | leihen deckt im Deutschen beide Richtungen ab |
| I make a photo | I'll take a photo | machen ist im Englischen fast nie make |
| How do you call this | What do you call this | die deutsche Frage mit wie folgt einem anderen Muster |
| I have informations | I have some information | information ist unzählbar |
Zeitangaben: die häufigste Falle
Der Satz mit since three years ist der verbreitetste Fehler Deutschsprachiger überhaupt und zugleich der am leichtesten reparierbare. Das deutsche seit deckt zwei englische Wörter ab: for für eine Zeitspanne, since für einen Anfangspunkt. Drei Jahre sind eine Spanne, also for three years; der Mai ist ein Punkt, also since May.
Dazu kommt die Zeitform. Wenn etwas in der Vergangenheit begann und noch andauert, verlangt das Englische das Present Perfect, wo das Deutsche das Präsens benutzt. Aus dem deutschen Satz mit ich wohne wird im Englischen I've lived here for three years. Wie diese Zeitform arbeitet, erklärt die Lektion zum Present Perfect.
Beide Punkte gehören zusammen und lassen sich als Einheit üben. Wer bei jeder Zeitangabe zuerst prüft, ob es sich um Spanne oder Punkt handelt, bekommt automatisch auch die Zeitform in den Griff. Die Übung zu Present Perfect und Simple Past trainiert genau diese Entscheidung.
Verwandt ist die Wahl der Präposition bei Uhrzeiten, Tagen und Monaten, wo Deutsch und Englisch ebenfalls nicht deckungsgleich sind. Die Lektion zu den Zeitpräpositionen und die zugehörige Übung decken diesen Bereich ab.
Wenn der Satz stimmt und trotzdem nicht passt
Nicht jedes Denglisch ist ein Grammatikfehler. I have no time ist ein korrekter englischer Satz. Er klingt nur endgültig und ein wenig abweisend, weil er keinerlei Abschwächung enthält. Üblicher ist I'm afraid I don't have time at the moment. Der Inhalt bleibt derselbe, die Wirkung ändert sich vollständig.
Solche Fälle sind schwerer zu bemerken als echte Fehler, weil kein Gegenüber sie korrigiert. Man merkt nur, dass Gespräche schleppend verlaufen. Die sprachlichen Mittel, die hier fehlen, behandelt die Lektion zur abschwächenden Sprache und ausführlich der Beitrag zur Höflichkeit im Englischen.
Ein zweiter Fall dieser Art ist die direkte Frage. Where is the station ist korrekt, wirkt aber knapp. Could you tell me where the station is klingt neutral. Die Struktur dahinter erklärt die Lektion zu indirekten Fragen.
Scheinbar englische Wörter aus dem Deutschen
Eine eigene Gruppe bilden Wörter, die im Deutschen englisch aussehen, im Englischen aber nicht existieren oder etwas anderes bedeuten. Ein Handy heißt auf Englisch mobile phone oder cell phone, ein Beamer ist ein projector, und beim Public Viewing versteht ein englischer Muttersprachler etwas anderes als eine Übertragung auf dem Marktplatz.
Der Fehler wiegt schwerer als eine falsche Zeitform, weil der Satz ringsherum korrekt ist. Das Gegenüber sucht dann nach einer Bedeutung, die es nicht gibt. Eine Sammlung dieser Wörter steht im Beitrag über englische Wörter, die es nicht gibt; die umgekehrte Richtung behandelt der Beitrag zu deutschen Wörtern im Englischen.
Diese Wörter sind besonders zäh, weil man sie im deutschen Alltag ständig hört und deshalb für gesichertes Englisch hält. Hilfreich ist eine kurze eigene Liste der Fälle, die einem selbst untergekommen sind. Sie ist meist kürzer als befürchtet und lässt sich in wenigen Sitzungen abarbeiten.
Zur selben Gruppe gehören halb übersetzte feste Wendungen. Man kann im Englischen nicht sagen, dass etwas auf dem Tisch liegt, wenn man ein Thema meint. Solche Ausdrücke lernt man als ganze Einheit, nicht in Einzelteilen. Ein guter Ort dafür sind die Wortfelder, etwa das Wortfeld Arbeit und Büro.
Wie man den eigenen Sätzen auf die Schliche kommt
Die brauchbarste Prüfung ist ein Gefühlstest mit umgekehrtem Vorzeichen: Ein englischer Satz, der sich beim Sprechen völlig selbstverständlich anfühlt, ist verdächtig. Selbstverständlichkeit kommt in einer Fremdsprache selten aus Erfahrung, meistens kommt sie aus der Muttersprache. Genau an dieser Stelle lohnt der kurze Zweifel.
Praktisch hilft, den eigenen Text laut zu lesen und alle Stellen zu markieren, an denen man Wort für Wort aus dem Deutschen übersetzt hat. Das sind fast immer feste Wendungen, Präpositionen und Verben mit mehreren deutschen Bedeutungen. Für Präpositionen nach Verben gibt es eine eigene Lektion zu Präpositionen nach Verben.
Auf Dauer wirkt nur Input, der nicht aus deutschen Quellen stammt. Wer regelmäßig englische Texte liest oder hört, sammelt Wendungen als Ganzes und braucht sie nicht mehr zu konstruieren. Wie man dabei systematisch vorgeht, steht im Beitrag zum Wortschatzaufbau.
Eine Liste der wiederkehrenden Stolperstellen führt die Lektion typische Fehler Deutschsprachiger. Sie eignet sich gut als gelegentliche Selbstkontrolle, weil man die eigenen Fehler dort meist innerhalb weniger Minuten wiederfindet.
Häufige Fragen
- Was genau ist mit Denglisch gemeint?
- Im Zusammenhang mit dem Sprachenlernen sind damit englische Sätze gemeint, die nach deutschem Muster gebaut sind. Dazu zählen wörtliche Übersetzungen, falsch übertragene Verben und scheinbar englische Wörter, die es im Englischen nicht gibt. Eine Übersicht wiederkehrender Fälle bietet die Lektion zu typischen Fehlern Deutschsprachiger.
- Merken Muttersprachler solche Sätze überhaupt?
- Meist ja, aber sie sagen selten etwas, weil der Sinn im Gespräch trotzdem ankommt. Deshalb bleiben diese Fehler oft jahrelang bestehen. Wirksam ist gezieltes Üben einzelner Punkte, etwa mit einer Übung zu Present Perfect und Simple Past.
- Heißt es for three years oder since three years?
- Bei einer Zeitspanne steht for, also for three years. since steht vor einem Anfangspunkt, also since 2020 oder since May. Die Regel behandelt die Lektion zu for und since.
- Reicht es, viele englische Serien zu schauen?
- Input hilft beim Aufbau fester Wendungen, korrigiert aber eingeschliffene Fehler nur langsam, weil man das Falsche nicht bemerkt. Nötig ist zusätzlich eigenes Produzieren mit Rückmeldung. Der Beitrag zum Verstehen ohne Sprechen geht auf dieses Ungleichgewicht ein.
Redaktion Englischclub · zuletzt aktualisiert am 10. September 2026
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