Das Wichtigste in Kürze
- Großbritannien benutzt ein Gemisch aus metrischen und alten Einheiten.
- Eine Meile sind gut anderthalb Kilometer, ein Pfund knapp ein halbes Kilo.
- Körpergrößen werden in Fuß und Zoll, Gewichte in Stone angegeben.
- Britische und amerikanische Gallonen unterscheiden sich deutlich.
Warum zwei Systeme nebeneinander bestehen
Englische Maßangaben sind für Reisende verwirrend, weil Großbritannien beide Systeme gleichzeitig benutzt. Entfernungen stehen in Meilen auf den Schildern, Lebensmittel werden in Gramm verkauft, und das Bier kommt in Pints.
Historisch liegt das an einer nie vollständig durchgeführten Umstellung. Seit den siebziger Jahren gilt offiziell das metrische System, doch Verkehrsschilder, Getränke und das Alltagsgespräch blieben bei den alten Einheiten.
In den USA ist die Lage einfacher und zugleich fremder: Dort gilt durchgehend das angelsächsische System, metrische Angaben sind die Ausnahme.
Für den Alltag braucht man deshalb keine Umrechnungstabellen, sondern eine Handvoll Merkwerte — und die Kenntnis, wo welches System gilt.
Entfernungen
Eine Meile sind etwa 1,6 Kilometer. Für den Hausgebrauch genügt die Faustregel: Meilen mal anderthalb ergibt ungefähr Kilometer.
Geschwindigkeiten stehen entsprechend in Meilen pro Stunde. Siebzig Meilen auf der Autobahn sind rund hundertzwölf Stundenkilometer, dreißig im Ort knapp fünfzig.
Kürzere Strecken werden in yards angegeben; ein yard ist knapp ein Meter, also lässt sich beides fast gleichsetzen. Ein foot sind gut dreißig Zentimeter, ein inch 2,54.
Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte die Tachoskala prüfen. Mietwagen in Großbritannien zeigen Meilen, was beim Blick auf das Tempolimit zu Verwirrung führen kann — mehr dazu in Englisch für Autofahrer.
Praktisch wichtig ist die Umkehrung: Kilometer mal sechs geteilt durch zehn ergibt ungefähr die Meilen. Wer von zu Hause aus eine Strecke plant, rechnet also mit etwas mehr als der Hälfte — hundert Kilometer sind rund zweiundsechzig Meilen.
Gewichte
Ein pound sind etwa 454 Gramm, also knapp ein halbes Kilo. Die Abkürzung ist „lb“, was auf das lateinische libra zurückgeht und viele irritiert.
Ein ounce sind etwa 28 Gramm; sechzehn ounces ergeben ein pound. Im Supermarkt stehen beide Angaben, in Rezepten oft nur die alten.
Beim Körpergewicht kommt in Großbritannien eine dritte Einheit hinzu: das stone, vierzehn pounds, also gut sechs Kilo. „Eleven stone“ sind rund siebzig Kilo.
Diese Angabe hört man im Gespräch häufiger als Kilogramm, und sie taucht auch beim Arzt auf — ein Punkt, der in Beim Arzt auf Englisch eine Rolle spielt.
Körpergröße
Die Größe wird in Fuß und Zoll angegeben: „five foot ten“ sind fünf Fuß und zehn Zoll, also etwa 178 Zentimeter.
Zur Umrechnung: Fuß mal dreißig plus Zoll mal 2,5 ergibt ungefähr die Zentimeter. Wer das einmal für die eigene Größe ausrechnet, kann es für immer nennen.
Gesprochen wird meist verkürzt: „five ten“ genügt, der Rest wird mitgedacht. In Formularen steht dagegen oft „ft“ und „in“.
Für den Alltag reicht es, die eigene Größe und das eigene Gewicht in beiden Systemen zu kennen. Alles andere lässt sich nachschlagen.
Im Gespräch wird die Größe fast nie in Zentimetern genannt, selbst von Leuten, die metrisch denken. Wer nach seiner Größe gefragt wird und nur den Zentimeterwert kennt, sollte ihn vorher einmal umgerechnet haben — die Frage kommt beim Sport, beim Arzt und beim Ausfüllen von Formularen.
Volumen
Hier liegt die größte Falle, weil britische und amerikanische Angaben gleich heißen und Unterschiedliches bedeuten. Eine britische pint sind etwa 568 Milliliter, eine amerikanische etwa 473.
Noch deutlicher ist der Unterschied bei der gallon: britisch rund 4,5 Liter, amerikanisch rund 3,8. Wer Spritverbrauch vergleicht, muss das wissen.
In der Küche werden cups und spoons benutzt. Eine cup sind etwa 240 Milliliter — die Einzelheiten stehen in Mengenangaben beim Kochen.
Für Getränke gilt die einfache Regel: Ein Pint Bier in Großbritannien ist etwas mehr als ein halber Liter, und das ist die übliche Bestellgröße.
Temperaturen
In Großbritannien wird in Celsius gemessen, in den USA in Fahrenheit. Die Umrechnung lautet genau: von Fahrenheit 32 abziehen, mit fünf Neunteln multiplizieren.
Für den Alltag reichen Merkwerte: 32 Fahrenheit sind null Grad, 50 sind zehn, 70 sind rund einundzwanzig, 100 sind achtunddreißig.
Im Wetterbericht hört man beide Angaben, je nach Sender. Beim Backofen gelten zusätzlich die britischen gas marks, die in älteren Rezepten stehen.
Wer über das Wetter sprechen will, findet die Wendungen in Über das Wetter reden auf Englisch.
Papier, Kleidung und Schuhe
Papierformate heißen in Nordamerika anders: „letter“ statt A4, etwas breiter und kürzer. Beim Drucken führt das regelmäßig zu abgeschnittenen Rändern.
Kleidergrößen laufen in drei Systemen, Schuhgrößen ebenfalls. Deutsche Größe 42 ist etwa britisch 8 und amerikanisch 9, wobei Herren- und Damenskalen auseinandergehen.
Hosen werden häufig in Zoll angegeben: „32 waist, 34 leg“ bezeichnet Bundweite und Schrittlänge. Diese Angaben sind auch in Deutschland verbreitet.
Die Einzelheiten und die passenden Sätze stehen in Einkaufen auf Englisch.
Auch Flächen folgen eigenen Einheiten. Wohnungen werden in Quadratfuß angegeben: tausend square feet sind etwa dreiundneunzig Quadratmeter. Wer eine Wohnung sucht, sollte diesen Wert kennen, sonst wirkt jedes Angebot entweder riesig oder winzig.
Zahlen richtig sprechen
Die Einheiten nützen wenig, wenn die Zahl nicht ankommt. Englisch wird bei großen Zahlen anders gegliedert: „one thousand two hundred“, nicht „twelve hundred“ — Letzteres ist im amerikanischen Englisch allerdings üblich.
Das Komma trennt im Englischen Tausender, der Punkt die Dezimalstellen. „1,500.75“ ist also eintausendfünfhundert Komma fünfundsiebzig — genau umgekehrt zum Deutschen.
Bei Brüchen gilt: „three quarters“, „two thirds“, „a half“. In Rezepten und Maßangaben kommen sie ständig vor.
Der Grundwortschatz dazu steht im Wortfeld Zahlen und für Mengen in Mengenangaben.
Hinzu kommt die Aussprache von Jahreszahlen und Hausnummern, die ebenfalls vom Deutschen abweicht. „Nineteen eighty-four“ für 1984 und „two thousand and five“ für 2005 sind die üblichen Formen, und beide muss man im Gespräch sofort erfassen können.
Die Merkwerte für die Hosentasche
Für Reisen genügen acht Werte: eine Meile ist 1,6 Kilometer, ein Fuß dreißig Zentimeter, ein Zoll 2,5 Zentimeter, ein Pfund 450 Gramm.
Weiter: ein Stone sind sechs Kilo, eine britische Pint ein halber Liter, eine amerikanische Gallone knapp vier Liter, und 70 Fahrenheit sind gut zwanzig Grad.
Wer diese acht kennt, kommt in jedem englischsprachigen Land zurecht. Alles Übrige lässt sich im Zweifel im Gespräch erfragen.
Hilfreich ist, sie einmal auf einen Zettel zu schreiben und im Portemonnaie mitzuführen. Das klingt altmodisch und funktioniert auch ohne Empfang.
Wer häufiger unterwegs ist, merkt sich die Werte nach wenigen Reisen von selbst — und erkennt dann sofort, ob eine Angabe plausibel ist oder ein Umrechnungsfehler vorliegt.
Häufige Fragen
- Gilt in Großbritannien das metrische System?
- Offiziell ja, in der Praxis gemischt. Entfernungen und Getränke folgen den alten Einheiten, Lebensmittel werden metrisch verkauft. Beide Systeme stehen nebeneinander.
- Wie viel ist ein Stone?
- Vierzehn Pfund, also etwa 6,35 Kilogramm. Die Einheit wird in Großbritannien fast ausschließlich für das Körpergewicht benutzt.
- Warum sind britische und amerikanische Gallonen verschieden?
- Beide gehen auf unterschiedliche historische Hohlmaße zurück. Die britische Gallone misst rund 4,5 Liter, die amerikanische rund 3,8 — bei Verbrauchsangaben ein spürbarer Unterschied.
- Wie rechne ich Fahrenheit schnell um?
- Für den Alltag genügt: 32 abziehen und halbieren ergibt einen groben Celsius-Wert. Genau ist die Rechnung mit fünf Neunteln, aber für Wetterangaben reicht die Näherung.
Redaktion Englischclub · zuletzt aktualisiert am 03. Oktober 2026
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