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Beim Arzt auf Englisch: Sätze für den Ernstfall im Ausland

Beschwerden schildern, Fragen beantworten, Medikamente holen: die Sätze, die man im Krankheitsfall auf Reisen braucht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Körperteile und Beschwerden sind der Kern — Fachbegriffe braucht man nicht.
  • Die Standardfragen in der Praxis wiederholen sich und lassen sich vorbereiten.
  • Eigene Medikamente nennt man mit Wirkstoff, nicht mit deutschem Markennamen.
  • Eine Liste mit Vorerkrankungen und Allergien auf Englisch spart im Ernstfall Zeit.

Vorbereitung ist wichtiger als Wortschatz

Beim Arzt auf Englisch zu sprechen verlangt weniger Vokabular als die meisten befürchten, dafür aber Vorbereitung. Wer krank ist, hat weder Lust noch Kraft, nach Wörtern zu suchen, und genau deshalb lohnt es sich, die wichtigsten Angaben vorher aufzuschreiben.

Dazu gehören Vorerkrankungen, Allergien und die eigenen Medikamente mit Wirkstoffnamen. Deutsche Markennamen sind im Ausland meist unbekannt, der Wirkstoff dagegen überall gleich — er steht in der Packungsbeilage unter der Bezeichnung des Arzneistoffs.

Diese Hinweise betreffen die Sprache, nicht die Behandlung. Welche Schritte medizinisch richtig sind, entscheiden Ärztin oder Arzt vor Ort; dieser Beitrag hilft nur dabei, sich verständlich zu machen.

Für ernste Fälle gilt ohnehin: Notruf wählen und zeigen statt erklären. Die Nummern und Sätze dafür stehen in Notfall auf Englisch.

Einen Termin bekommen

Am Telefon oder am Empfang: „I'd like to see a doctor, please. I'm not feeling well.“ Oft folgt die Frage „Are you registered with us?“ — als Reisender antwortet man „No, I'm a visitor from Germany.“

Weitere übliche Fragen sind „Is it urgent?“ und „Can you come in this afternoon?“ Wer Schmerzen hat, sagt das deutlich: „I'm in a lot of pain“ führt meist zu einem früheren Termin.

Nützlich ist die Frage nach den Kosten: „How much will it cost?“ und „Do you accept the European health insurance card?“ Die Abrechnung unterscheidet sich von Land zu Land erheblich.

In Großbritannien heißt die Allgemeinmedizin „GP“, kurz für general practitioner. Eine Notaufnahme ist „A and E“, also accident and emergency; in den USA heißt sie „ER“, emergency room.

Beschwerden schildern

Der Grundsatz lautet: einfach und konkret. „I have a sore throat“, „I've got a headache“, „My stomach hurts“, „I feel dizzy“, „I've been sick twice“ — Letzteres heißt im britischen Englisch erbrochen, nicht allgemein krank.

Für die Dauer braucht es das Present Perfect: „I've had this pain since Monday“ oder „It started three days ago.“ Diese Zeitform ist hier unvermeidlich, weil es um einen Zustand geht, der bis jetzt anhält.

Die Art des Schmerzes beschreibt man mit wenigen Wörtern: sharp (stechend), dull (dumpf), throbbing (pochend), burning (brennend). Dazu die Stärke auf einer Skala von eins bis zehn, die international üblich ist.

Den Wortschatz sammeln die Wortfelder Krankheiten und Symptome und Körperteile.

Die Fragen in der Praxis

Sie wiederholen sich überall: „What seems to be the problem?“, „How long have you had this?“, „Are you taking any medication?“, „Do you have any allergies?“, „Have you had this before?“

Auf die Medikamentenfrage antwortet man mit Wirkstoff und Dosis: „I take ramipril, five milligrams, once a day.“ Wer die Packung dabeihat, zeigt sie — das ist zuverlässiger als jede Aussprache.

Bei Allergien gilt dasselbe wie überall: lieber zu genau als zu knapp. „I'm allergic to penicillin“ ist ein Satz, den man ohne Nachdenken sagen können sollte.

Hilfreich ist, die eigene Krankengeschichte in drei Sätzen vorzubereiten. Wer das einmal aufgeschrieben hat, kann es im Zweifel auch vorlesen oder zeigen.

Untersuchung und Anweisungen

Typische Anweisungen sind kurz: „Take a deep breath“, „Roll up your sleeve“, „Lie down, please“, „Does it hurt when I press here?“, „Open your mouth.“

Wichtig ist, bei Unklarheiten nachzufragen statt zu nicken. „Sorry, could you say that again?“ ist in dieser Situation kein Höflichkeitsverlust, sondern notwendig.

Bei Untersuchungen hört man Begriffe wie „blood test“, „X-ray“, „scan“, „sample“. „Sample“ meint eine Probe, meist Urin oder Blut.

Wer eine Bescheinigung für den Arbeitgeber braucht, fragt nach einer „sick note“ oder „medical certificate“. In manchen Ländern wird sie nur auf ausdrückliche Bitte ausgestellt.

In der Apotheke

Die Apotheke heißt britisch „chemist's“ oder „pharmacy“, amerikanisch „drugstore“. Dort gilt: „Could you recommend something for a sore throat?“

Rezeptpflichtig heißt „prescription only“, frei verkäuflich „over the counter“. Viele Mittel, die in Deutschland rezeptfrei sind, sind es anderswo nicht — und umgekehrt.

Nützliche Fragen: „How often should I take this?“, „Can I take this with other medication?“, „Is this suitable for children?“ Die Dosierung steht auf der Packung als „dosage“.

Der Beipackzettel heißt „patient information leaflet“. Wer unsicher ist, lässt sich die Einnahme am Tresen erklären und wiederholt sie zur Sicherheit.

Versicherung und Kosten

Die Begriffe: health insurance, cover (Versicherungsschutz), claim (Antrag auf Erstattung), invoice oder bill für die Rechnung, excess oder deductible für den Selbstbehalt.

Nützliche Sätze: „Could I have an itemised invoice for my insurance?“ und „Do I pay now or will you bill the insurer?“ Die Antwort hängt vom Land und vom Haus ab.

Wichtig ist, alle Belege aufzuheben und sich die Diagnose schriftlich geben zu lassen. Ohne Beleg erstattet keine Versicherung, und mündliche Angaben helfen später nicht.

Welche Leistungen abgedeckt sind, klärt man vor der Reise mit der eigenen Versicherung — das ist keine Sprachfrage, sondern eine Vertragsfrage.

Beim Zahnarzt

Hier gelten eigene Wörter: toothache (Zahnschmerzen), filling (Füllung), crown (Krone), to pull a tooth (ziehen), gum (Zahnfleisch), wisdom tooth (Weisheitszahn).

Beschwerden schildert man ähnlich: „I've broken a tooth“, „The pain gets worse with cold drinks“, „I lost a filling.“

Nützliche Frage vorab: „Is this an emergency appointment? How much does it cost?“ Zahnbehandlungen sind im Ausland häufig teuer und oft nicht vollständig gedeckt.

Wer eine laufende Behandlung hat, nennt sie kurz: „I'm in the middle of a root canal treatment at home.“

Was man vorher aufschreiben sollte

Eine kurze Liste auf Englisch spart im Ernstfall Zeit und Nerven: Vorerkrankungen, Allergien, Medikamente mit Wirkstoff und Dosis, Notfallkontakt, Versicherungsnummer.

Diese Liste gehört auf Papier und aufs Telefon. Im Notfall ist ein Zettel verlässlicher als ein Gerät, dessen Akku leer sein kann.

Hilfreich ist zusätzlich, die zehn wichtigsten Sätze einmal laut zu sprechen, bevor man sie braucht. Wer sie einmal ausgesprochen hat, findet sie unter Druck schneller wieder.

Für die übrigen Reisesituationen lohnt Englisch für die Reise; wer beruflich in der Pflege arbeitet, findet in Englisch im Pflegeberuf die andere Perspektive.

Häufige Fragen

Muss ich medizinische Fachbegriffe kennen?
Nein. Körperteile, Beschwerden und Zeitangaben reichen aus. Ärzte sind daran gewöhnt, mit einfachen Beschreibungen zu arbeiten, und fragen gezielt nach.
Wie nenne ich meine Medikamente?
Mit dem Wirkstoff, nicht mit dem deutschen Handelsnamen. Der Wirkstoff steht auf der Packung und ist international verständlich. Am einfachsten zeigt man die Packung.
Was heißt Notaufnahme auf Englisch?
In Großbritannien „A and E“ für accident and emergency, in den USA „ER“ für emergency room. Die allgemeine Bezeichnung ist „emergency department“.
Brauche ich eine Übersetzung meiner Unterlagen?
Für Allergien, Vorerkrankungen und Medikamente ist eine kurze englische Liste sehr hilfreich. Eine beglaubigte Übersetzung ist in der Regel nicht nötig.

Redaktion Englischclub · zuletzt aktualisiert am 03. Oktober 2026

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