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Englisch im Pflegeberuf: Sätze für den Stationsalltag

Fragen, erklären, beruhigen: Formulierungen für die Pflege, wenn Patient oder Kollege kein Deutsch spricht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einfache Sätze und Nachfragen sind sicherer als Fachbegriffe.
  • Schmerzen und Befinden erfragt man mit festen, erprobten Formulierungen.
  • Bei Unsicherheit gilt: dolmetschen lassen statt raten.
  • Alltagswörter des Körpers sind wichtiger als medizinisches Fachvokabular.

Worauf es ankommt

Englisch im Pflegeberuf braucht weniger Fachvokabular, als viele erwarten. Im Stationsalltag geht es überwiegend um einfache Dinge: aufstehen, essen, waschen, Schmerzen, Medikamente, Besuch. Dafür reichen Alltagswörter.

Wichtiger als der Wortschatz ist die Verständigungssicherheit. Eine falsch verstandene Angabe kann Folgen haben, deshalb gilt die Regel: lieber zweimal nachfragen als einmal annehmen.

Diese Hinweise sind sprachlicher Natur. Sie ersetzen keine fachliche Anweisung und keine Dolmetscherleistung — bei Aufklärung, Einwilligung und allem, was dokumentiert werden muss, ist ein Dolmetscher der richtige Weg.

Für den Alltag dazwischen hilft ein fester Satzvorrat, der auch unter Zeitdruck abrufbar ist.

Hinzu kommt, dass viele Patienten selbst keine Muttersprachler sind. Beide Seiten sprechen dann vereinfachtes Englisch, und genau das erleichtert die Verständigung — vorausgesetzt, man verzichtet auf Redewendungen und Phrasal Verbs, die sich nicht ableiten lassen.

Begrüßen und sich vorstellen

„Good morning, my name is Anna. I'm one of the nurses on this ward.“ Das genügt als Vorstellung und schafft Vertrauen.

Für die Ansprache: „How are you feeling today?“ und „Did you sleep well?“ Diese Fragen sind einfach und werden fast immer verstanden.

Wenn jemand schlecht hört oder verwirrt ist, hilft langsames Sprechen in kurzen Sätzen, mit Blickkontakt und ohne Nebensätze.

„Ward“ ist dabei das Wort für Station, „shift“ für Schicht und „round“ für Visite — drei Begriffe, die täglich vorkommen.

Nützlich ist außerdem ein Satz zur Erreichbarkeit: „If you need anything, press this button and someone will come.“ Er nimmt vielen die Sorge, im Notfall nicht verstanden zu werden, und ist in wenigen Sekunden gesagt.

Nach Schmerzen fragen

Die international übliche Frage lautet „Are you in any pain?“ und dann „On a scale from one to ten, how bad is it?“ Die Zahlenskala ist in vielen Ländern bekannt.

Für die Art des Schmerzes gibt es feste Wörter: sharp (stechend), dull (dumpf), throbbing (pochend), burning (brennend), cramping (krampfartig).

Zur Lokalisierung genügt „Where does it hurt?“ und die Aufforderung „Can you show me?“ — Zeigen ist hier zuverlässiger als beschreiben.

Der zugehörige Wortschatz steht in Krankheiten und Symptome sowie Körperteile.

Pflegehandlungen ankündigen

Jede Handlung wird angekündigt, auch wenn die Sprache knapp ist: „I'm going to check your blood pressure now“, „I need to take some blood“, „Can I help you sit up?“

Für Zustimmung fragt man „Is that all right?“ und wartet die Antwort ab. Das ist nicht nur höflich, sondern auch fachlich geboten.

Beim Waschen und Umlagern helfen einfache Anweisungen: „Can you turn to your side?“, „Hold on to the rail“, „Tell me if it hurts.“

Wichtig ist, nach jeder Ankündigung eine kurze Pause zu lassen. Wer sofort weitermacht, erzeugt Unruhe, gerade bei Menschen, die die Sprache nur teilweise verstehen.

Bei der Mobilisation hilft es, die Handlung in Schritte zu zerlegen und jeden anzukündigen: erst aufsetzen, dann Beine über die Bettkante, dann aufstehen. Drei kurze Sätze sind verständlicher als eine zusammenhängende Erklärung, besonders bei älteren Menschen.

Medikamente

Hier ist Genauigkeit entscheidend. „This is for your blood pressure“, „Take this with water“, „Twice a day, morning and evening.“

Rückfragen gehören dazu: „Have you taken any painkillers today?“ und „Are you allergic to anything?“ Die Antwort sollte man wiederholen, bevor man sie dokumentiert.

Bei Unklarheiten gilt immer: Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt, nicht Übersetzen aus dem Gedächtnis. Das ist keine Sprachfrage, sondern eine Sicherheitsfrage.

Begriffe wie „painkiller“, „dose“, „side effect“ und „prescription“ sind der Kern, den man sicher beherrschen sollte.

Beruhigen und erklären

Patienten in fremder Umgebung brauchen vor allem Orientierung. „You're in hospital in Germany. You had an operation yesterday. Everything went well.“

Für den Tagesablauf: „The doctor will come at around ten“, „Lunch is at twelve“, „Your family can visit this afternoon.“

Beruhigende Wendungen sind kurz und konkret: „I'm here“, „Take your time“, „You're doing well.“ Lange Erklärungen helfen in solchen Momenten nicht.

Wer über Befinden und Gefühle sprechen muss, findet passende Wendungen in Über Gefühle sprechen auf Englisch.

Auch für Angehörige braucht es Formulierungen. „Visiting hours are from two to six“ und „I'll ask the doctor to speak to you“ sind zwei Sätze, die jede Pflegekraft mehrmals am Tag braucht.

Mit Kollegen

In internationalen Teams ist Englisch oft die gemeinsame Sprache. Für die Übergabe gilt eine feste Struktur: Name, Alter, Diagnose, Verlauf, offene Punkte.

Nützliche Wendungen: „He's been stable overnight“, „She's due for pain medication at two“, „Nothing outstanding from my shift.“

Abkürzungen sollte man vermeiden, wenn nicht alle dieselbe Ausbildung haben. Was in einem Land selbstverständlich ist, kennt man im anderen nicht.

Der Wortschatz für die Zusammenarbeit steht in Kollegen und Team.

Die häufigsten Stolperstellen

„Actually“ heißt tatsächlich, nicht aktuell — in einer Übergabe kann dieser falsche Freund zu Missverständnissen führen. Für aktuell steht „currently“.

„Sensible“ heißt vernünftig, nicht empfindlich; empfindlich ist „sensitive“. Bei Hautbeschreibungen ist das ein echter Unterschied.

Zahlen und Uhrzeiten sollte man grundsätzlich wiederholen lassen. Im Zwölfstundensystem ist „half seven“ im Britischen halb acht, nicht halb sieben.

Weitere solcher Paare finden sich im Bereich der falschen Freunde und in Denglisch vermeiden.

Vorbereitung im Alltag

Ein Satzvorrat von dreißig Formulierungen deckt den größten Teil ab. Sinnvoll ist eine Karteikarte in der Kitteltasche, zumindest in den ersten Wochen.

Hilfreich ist außerdem, englische Patienteninformationen des eigenen Hauses zu lesen. Sie enthalten genau die Begriffe, die später im Gespräch auftauchen.

Für die Aussprache medizinischer Wörter lohnt Nachsprechen. Viele haben lateinische Wurzeln und werden englisch anders betont als deutsch.

Wer regelmäßig mit internationalen Patienten arbeitet, profitiert zusätzlich von Englisch als Lingua franca, weil die meisten Gespräche zwischen zwei Nichtmuttersprachlern stattfinden.

Eine letzte Empfehlung betrifft die eigene Sicherheit im Gespräch: Wer einen Satz nicht versteht, sollte das sagen und nicht nicken. Ein Nicken aus Höflichkeit erzeugt in der Pflege Fehler, die sich später nur schwer aufklären lassen.

Häufige Fragen

Brauche ich medizinisches Fachenglisch?
Für den Stationsalltag selten. Wichtiger sind Alltagswörter rund um Körper, Befinden und Abläufe. Fachbegriffe braucht man vor allem in der Dokumentation und im Austausch mit Ärzten.
Was mache ich bei Aufklärungsgesprächen?
Dafür ist ein Dolmetscher vorgesehen. Aufklärung und Einwilligung sind rechtlich bindend und sollten nicht über Gelegenheitsübersetzungen laufen.
Wie frage ich nach Schmerzen?
„Are you in any pain?“ und anschließend die Skala von eins bis zehn. Die Zahlenskala ist international verbreitet und funktioniert auch bei geringen Sprachkenntnissen.
Wie gehe ich mit Fehlern um?
Sprachlich entspannt, fachlich nicht. Ein grammatischer Fehler ist belanglos; ein falsch verstandener Wert nicht. Im Zweifel nachfragen und wiederholen lassen.

Redaktion Englischclub · zuletzt aktualisiert am 03. Oktober 2026

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