Das Wichtigste in Kürze
- In der IT ist Englisch die Arbeitssprache, auch in deutschen Teams.
- Viele Begriffe werden deutsch gebeugt und bilden eigene Mischformen.
- Die Aussprache weicht oft von der Schreibweise ab und wird selten korrigiert.
- Rund achtzig Begriffe decken den Alltag in den meisten Teams ab.
Warum Englisch in der IT unvermeidbar ist
Englische Fachbegriffe in der IT muss man Teams selten erklären — dort wird ohnehin englisch gearbeitet. Dokumentation, Fehlermeldungen, Werkzeuge und Oberflächen sind englisch, und selbst in rein deutschen Teams fällt in jedem zweiten Satz ein englisches Wort.
Das liegt nicht an Nachlässigkeit. Für viele Begriffe gibt es keine eingeführte deutsche Entsprechung, und wo es sie gibt, ist sie ungebräuchlich. Niemand sagt „Zwischenspeicher-Verzeichnis“, wenn alle „cache“ sagen.
Für Lernende hat das zwei Seiten. Einerseits ist der Wortschatz begrenzt und wiederholt sich täglich. Andererseits wird er selten korrekt gelernt, sondern aufgeschnappt — mit entsprechenden Fehlern bei Aussprache und Beugung.
Dieser Beitrag sortiert die Begriffe nach Arbeitsbereich und nennt dort, wo es sinnvoll ist, die deutsche Entsprechung.
Entwicklung und Versionsverwaltung
Der Kern besteht aus wenigen Wörtern: repository (Ablage für Quellcode, kurz repo), commit (eine gespeicherte Änderung), branch (Entwicklungszweig), merge (Zusammenführen), pull request (Bitte um Übernahme).
Dazu kommen die Tätigkeiten: to clone, to push, to pull, to fetch, to rebase. Sie werden im Deutschen gebeugt wie schwache Verben: gepusht, gemergt, committet. Das ist umgangssprachlich und in Teams völlig üblich.
Ein häufiges Missverständnis betrifft „issue“. Es heißt nicht nur Problem, sondern bezeichnet im Projektalltag jeden Eintrag im Aufgabensystem — auch eine Idee oder eine Frage.
Ebenso „release“: Es meint die Veröffentlichung einer Version, nicht die Freigabe im Sinne einer Erlaubnis. Dafür steht „approval“.
Wichtig ist der Unterschied zwischen „code review“ und „approval“. Das Review ist die fachliche Durchsicht durch Kollegen, die Freigabe eine formale Entscheidung. Wer beides gleichsetzt, sorgt in Abstimmungen für Missverständnisse, weil die eine Seite eine Meinung erwartet und die andere eine Unterschrift.
Betrieb und Infrastruktur
Hier liegen die Begriffe, die Außenstehenden am meisten Mühe machen. deployment (Ausbringen einer Anwendung), rollback (Zurücknehmen), downtime (Ausfallzeit), load (Last), scaling (Anpassen der Kapazität).
Dazu die Umgebungen: development, staging, production. Im Deutschen spricht man von Entwicklungs-, Test- und Produktivumgebung, verwendet aber meist die englischen Namen.
Begriffe wie „server“, „container“ und „image“ sind im Deutschen unverändert gebräuchlich. „Image“ wird dabei englisch ausgesprochen und meint ein fertiges Abbild, nicht den Ruf einer Firma.
Wer mit Technikbegriffen allgemein arbeitet, findet eine Grundlage im Wortfeld IT und Programmierung und ergänzend in Computer.
Fehler und Störungen
Die Abstufung ist wichtig, weil sie über die Dringlichkeit entscheidet. bug (Programmfehler), incident (Störung im Betrieb), outage (Ausfall), hotfix (schnelle Korrektur), workaround (Behelfslösung).
„Error“ und „failure“ werden oft gleichgesetzt und sind es nicht: Ein error ist eine einzelne Fehlermeldung, ein failure das Versagen eines ganzen Vorgangs.
Im Gespräch mit Kunden empfiehlt sich Zurückhaltung bei diesen Wörtern. „We are investigating an incident“ klingt sachlicher als „the system is broken“ — mehr dazu in Kundengespräch auf Englisch.
Projektarbeit und Besprechungen
Aus der agilen Arbeitsweise stammen Begriffe, die inzwischen überall auftauchen: sprint, backlog, standup, retrospective, estimate, scope.
„Scope“ ist dabei besonders nützlich und hat kein gutes deutsches Gegenstück. Es bezeichnet den vereinbarten Umfang einer Arbeit; „scope creep“ ist das schleichende Anwachsen dieses Umfangs.
In Besprechungen hört man ständig „let's take that offline“ — das heißt nicht, die Internetverbindung zu trennen, sondern das Thema außerhalb der Runde zu klären.
Weitere Wendungen für solche Runden stehen in Meetings auf Englisch und im Wortfeld Projektarbeit.
Ebenfalls häufig ist „blocker“ für etwas, das die Arbeit aufhält, und „dependency“ für eine Abhängigkeit von anderer Arbeit. Beide Wörter tauchen in jeder Statusrunde auf und haben keine knappe deutsche Entsprechung, die sich durchgesetzt hätte.
Die Aussprache, die niemand korrigiert
Weil diese Wörter meist gelesen und nicht gehört gelernt werden, halten sich Aussprachefehler hartnäckig. „Cache“ spricht man wie „cash“, nicht wie „Kasch“ oder „Katsch“.
„Queue“ klingt wie der Buchstabe Q, also etwa „kju“. „Suite“ wie „sweet“. „Null“ wird im Englischen „nal“ gesprochen, nicht wie das deutsche Null.
Auch die Betonung verschiebt sich: bei „develop“ und „deployment“ liegt sie auf der zweiten Silbe. Wer hier sicher werden will, nutzt Shadowing mit einer Fachkonferenz als Material.
Diese Fehler sind harmlos, solange man unter Kollegen bleibt. In internationalen Runden führen sie gelegentlich zu Rückfragen.
Deutsch-englische Mischformen
Im deutschen IT-Alltag entstehen Formen, die es im Englischen nicht gibt. „Das Deployment durchführen“, „einen Branch aufmachen“, „das Ticket zumachen“ — grammatisch deutsch, lexikalisch englisch.
Problematisch wird das erst im englischen Gespräch, wenn die Mischform wörtlich übertragen wird. „Make a branch“ sagt niemand; es heißt „create a branch“.
Ähnlich bei „Ticket zumachen“: englisch ist „close a ticket“ oder „resolve an issue“. Wer solche Verbindungen sammelt, vermeidet die häufigsten Stolperstellen.
Ein letzter Fall ist das Wort „Handy“, das im Englischen kein Mobiltelefon bezeichnet, sondern praktisch oder griffbereit bedeutet. In IT-Texten begegnet es als „a handy tool“ — und wird von Deutschsprachigen regelmäßig falsch gelesen.
Die Begriffe, die oft falsch verstanden werden
„Eventually“ heißt schließlich, nicht eventuell — ein klassischer falscher Freund, der in Statusmeldungen Verwirrung stiftet. Für eventuell steht „possibly“.
„Actual“ heißt tatsächlich, nicht aktuell. „The actual version“ ist die eigentliche, nicht die neueste Fassung; die heißt „current version“.
„Sensible“ heißt vernünftig, nicht sensibel. Und „to control“ heißt steuern, nicht kontrollieren — kontrollieren im Sinne von prüfen ist „to check“.
Weitere solcher Paare sammelt der Bereich zu den falschen Freunden, im Blog ergänzt durch Wörter, die es im Englischen nicht gibt.
Wie man den Wortschatz gezielt aufbaut
Am schnellsten geht es über die eigene Arbeit. Wer eine Woche lang notiert, welche englischen Begriffe im Team fallen, hat am Freitag eine Liste von vierzig bis sechzig Wörtern — und das sind genau die, die er braucht.
Danach lohnt die englische Dokumentation statt der deutschen Übersetzung. Sie ist meist vollständiger, aktueller und liefert die Begriffe im Zusammenhang.
Für das Sprechen hilft, Fehlermeldungen und Lösungswege einmal laut auf Englisch zu erklären. Wer das im Alltag nicht kann, nutzt die Methode aus Sprechen lernen ohne Partner.
Wer systematisch vorgehen will, nimmt sich pro Woche einen Bereich vor: in Woche eins die Versionsverwaltung, in Woche zwei den Betrieb, in Woche drei die Projektbegriffe. Nach einem Monat ist der Alltagswortschatz abgedeckt, und alles Weitere ergibt sich aus der Arbeit selbst.
Häufige Fragen
- Muss ich IT-Begriffe übersetzen?
- Im Team meist nicht, in der Dokumentation für Kunden schon. Dort ist eine Erklärung sinnvoller als eine Übersetzung: „deployment (Einspielen der neuen Version)“ versteht jeder.
- Wie viele Begriffe brauche ich?
- Rund achtzig decken den Alltag in den meisten Teams ab. Entscheidend ist, dass es die eigenen sind — jede Branche und jedes Werkzeug bringt eigene Wörter mit.
- Heißt es gepusht oder gepushed?
- Im deutschen Sprachgebrauch hat sich „gepusht“ durchgesetzt, weil die deutsche Endung an den englischen Stamm tritt. Beide Formen begegnen einem, keine ist amtlich geregelt.
- Was bedeutet to take something offline?
- In Besprechungen heißt es, ein Thema außerhalb der Runde zu klären. Nur im technischen Zusammenhang bedeutet es, ein System vom Netz zu nehmen.
Redaktion Englischclub · zuletzt aktualisiert am 03. Oktober 2026
Weiterlesen
- 30 Minuten Englisch am Tag: was realistisch dabei herauskommt
Was ein halbstündiges Tagespensum in einem halben Jahr bewirkt — und wie man die Zeit aufteilt, damit sie nicht verpufft.
6 Min. - Am Flughafen auf Englisch: vom Check-in bis zum Gate
Alle Sätze für Abflug, Sicherheitskontrolle, Umsteigen und Gepäckverlust — in der Reihenfolge, in der man sie braucht.
6 Min. - Begrüßung auf Englisch: vom Hallo bis zum Händedruck
Welche Begrüßung wann passt, was How are you wirklich bedeutet und wie man sich vorstellt, ohne steif zu wirken.
6 Min.
Alle Beiträge stehen im Blog.