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Englische Bewerbung schreiben: CV und Cover Letter

Kein Foto, kein Geburtsdatum, keine Zeugniskopien: Wie sich CV und Cover Letter von der deutschen Bewerbungsmappe unterscheiden — und was üblich ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine englische Bewerbung besteht üblicherweise aus zwei Dokumenten: CV und Cover Letter.
  • Foto, Geburtsdatum, Familienstand und Zeugniskopien sind im englischsprachigen Raum unüblich.
  • CV ist die britische Bezeichnung, resumé die amerikanische — sie unterscheiden sich auch im Umfang.
  • Der CV ist keine Chronik, sondern eine Auswahl: Was zur Stelle passt, steht drin.
  • Verbindlich ist immer die Ausschreibung des jeweiligen Arbeitgebers, nicht die allgemeine Konvention.

Warum die deutsche Mappe sich nicht übersetzen lässt

Wer eine englische Bewerbung schreiben will, übersetzt meist zuerst den vorhandenen deutschen Lebenslauf. Das Ergebnis ist grammatisch oft korrekt und trotzdem unbrauchbar, weil die beiden Textsorten unterschiedlichen Konventionen folgen. Es geht nicht um Wortwahl, sondern darum, was überhaupt hineingehört und was fehlen darf.

Die deutsche Mappe ist ein Sammelband: Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf mit Foto, dazu Zeugnisse und Bescheinigungen. Im englischsprachigen Raum sind üblicherweise zwei Dokumente vorgesehen, CV und Cover Letter, zusammen selten mehr als drei Seiten. Nachweise werden nachgereicht, wenn sie verlangt werden, und nicht vorsorglich mitgeschickt.

Diese Angaben beschreiben eine verbreitete Praxis, keine Rechtslage — und Praxis ist keine Regel. Manche Arbeitgeber verlangen ausdrücklich Angaben, die sonst unüblich sind, andere schreiben ein eigenes Formular vor. Die Ausschreibung schlägt deshalb jede allgemeine Empfehlung, auch die auf dieser Seite. Im Zweifel gilt, was das Unternehmen verlangt.

Was in einen CV gehört und was nicht

Der Kern ist schnell benannt: Name, Kontaktdaten, ein kurzes Profil, Berufserfahrung in umgekehrt chronologischer Reihenfolge, Ausbildung, Sprachen und relevante Fähigkeiten. Alles davon dient einem Zweck, nämlich der Frage, ob jemand die ausgeschriebene Arbeit tun kann. Was diese Frage nicht beantwortet, gehört nicht hinein.

Auffällig ist für Deutschsprachige vor allem, was fehlt. Ein Foto ist unüblich, ebenso Geburtsdatum, Geburtsort, Familienstand und Angaben zu Kindern. Der Hintergrund ist, dass Auswahlverfahren im englischsprachigen Raum möglichst frei von solchen Merkmalen bleiben sollen. Wer sie dennoch angibt, wirkt nicht offener, sondern unvertraut mit der Textsorte.

Der zweite Unterschied ist die Auswahl. Ein deutscher Lebenslauf will lückenlos sein, ein CV will passend sein. Nebenjobs aus der Studienzeit stehen nur drin, wenn sie etwas zur Stelle beitragen. Wer sich auf zwei verschiedene Stellen bewirbt, schreibt zwei verschiedene Fassungen — das ist der eigentliche Aufwand, nicht die Sprache. Der Wortschatz dazu steht im Wortfeld Bewerbung.

AngabeDeutsche MappeCV im englischsprachigen Raum
Fotoverbreitetunüblich
Geburtsdatumverbreitetunüblich
Familienstandkommt vorunüblich
Zeugniskopienmeist beigefügterst auf Anforderung
Unterschriftüblichnicht erwartet
Referenzenseltenüblich, oft als „references available on request“

CV oder resumé — der Unterschied ist geografisch

Britisches Englisch ist hier der Standard: Dort heißt das Dokument curriculum vitae, kurz CV, und umfasst üblicherweise zwei Seiten. In den USA spricht man von einem resumé, das traditionell knapper ausfällt und häufig auf eine Seite gebracht wird. Der Begriff CV existiert dort ebenfalls, meint aber meist die lange akademische Publikationsliste.

Für die Praxis heißt das: Der Sprachraum der Stelle entscheidet über die Bezeichnung und über den Umfang. Eine Bewerbung nach London mit einem einseitigen resumé wirkt dünn, eine nach Boston mit einem dreiseitigen CV wirkt ausschweifend. Weitere Abweichungen zwischen den Varietäten sammelt die Lektion zur britisch-amerikanischen Grammatik.

Die Rechtschreibung folgt derselben Entscheidung. Wer britisch schreibt, schreibt organised, specialised und programme; wer amerikanisch schreibt, organized, specialized und program. Wichtiger als die Wahl ist die Einheitlichkeit: Eine Mischung im selben Dokument fällt auf, weil Bewerbungsunterlagen aufmerksamer gelesen werden als andere Texte.

Die Sprache des CV: Verben statt ganzer Sätze

Ein CV ist kein Fließtext. Erfahrungen stehen als Stichpunkte, die üblicherweise mit einem Verb beginnen: managed a team of six, developed a reporting process, trained new staff. Diese Form wirkt im Deutschen abgehackt, ist im Englischen aber der Normalfall. Das Personalpronomen entfällt dabei, was der Lektion zur Ellipse entspricht.

Bei der Zeitform gilt eine schlichte Regel: abgeschlossene Stellen im Simple Past, die aktuelle Stelle im Präsens. Wer beides mischt, erzeugt Verwirrung darüber, was noch läuft. Da viele der einschlägigen Verben unregelmäßig sind — lead, write, build —, lohnt ein Blick in die Formen, bevor der Text steht. Die Abgrenzung erklärt Present Perfect gegen Simple Past.

Der dritte Punkt ist die Konkretheit. Blasse Selbstbeschreibungen wie teamplayer oder motivated sagen wenig, weil sie jeder schreiben kann. Belegbare Angaben wirken stärker: was verantwortet wurde, für wie viele Personen, über welchen Zeitraum. Eigene Zahlen sind erlaubt und erwünscht, solange sie stimmen und aus dem eigenen Arbeitszeugnis hervorgehen.

Der Cover Letter

Das Anschreiben ist kürzer, als Deutschsprachige es gewohnt sind: drei bis vier Absätze auf einer Seite. Der erste nennt die Stelle und den Grund der Bewerbung, der zweite und dritte belegen die Eignung an konkreten Erfahrungen, der letzte schließt mit einem Hinweis auf das Gespräch. Alles darüber hinaus wird selten gelesen.

Die Anrede richtet sich nach dem, was bekannt ist. Steht ein Name in der Ausschreibung, wird er verwendet: „Dear Ms Fischer“ — britisch ohne Punkt nach Ms, amerikanisch mit. Ist kein Name genannt, ist „Dear Hiring Manager“ die übliche Notlösung. Der Schlussgruß hängt an der Anrede und folgt festen Paaren, die die Lektion zum Register einordnet.

Sprachlich gilt hier dasselbe wie im Beruf allgemein: klare Sätze schlagen große Wörter. Wendungen wie „I would like to take this opportunity to express my interest“ füllen eine Zeile, ohne etwas zu sagen. Wer sie streicht, gewinnt Platz für ein Beispiel. Mehr dazu steht unter Business English lernen und bei den englischen E-Mails.

Fehler, die Deutschsprachigen regelmäßig passieren

Der häufigste ist die wörtliche Übersetzung von Abschlüssen und Berufsbezeichnungen. Ein deutscher Abschluss hat oft keine exakte englische Entsprechung, und eine erfundene Übersetzung wirkt schnell wie eine Hochstapelei. Üblich ist, die Originalbezeichnung zu nennen und in Klammern kurz zu erklären, worum es sich handelt.

Der zweite betrifft die Selbsteinschätzung der Sprachkenntnisse. Angaben wie „fluent“ oder „business fluent“ sind unscharf und werden im Gespräch überprüft. Die Stufen des Referenzrahmens sind belastbarer, weil sie beschreiben, was jemand kann. Wie man sie angibt, behandelt der Beitrag zu Englischkenntnissen im Lebenslauf.

Der dritte ist die Zeichensetzung. Das Englische setzt Kommas nach anderen Regeln als das Deutsche, vor allem bei Nebensätzen und Aufzählungen, und die deutsche Gewohnheit schlägt beim Schreiben durch. Ein Durchgang mit der Lektion zur englischen Kommasetzung und ein Blick auf die Großschreibung räumen die meisten dieser Stellen ab.

Vor dem Absenden

Zwei Dinge lassen sich mechanisch prüfen und werden trotzdem oft übersehen: die Dateibenennung und das Format. Üblich ist ein PDF mit Nachname und Dokumentart im Namen, damit die Datei auf der Gegenseite auffindbar bleibt. Wer eine Textdatei schickt, riskiert, dass die Formatierung beim Öffnen verrutscht.

Danach folgt der sprachliche Durchgang, und zwar in dieser Reihenfolge: erst Rechtschreibprüfung auf die richtige Varietät einstellen, dann laut lesen, dann eine zweite Person lesen lassen. Das laute Lesen findet zu lange Sätze zuverlässiger als jede Software, weil einem beim Vorlesen die Luft ausgeht.

Zuletzt der Abgleich mit der Ausschreibung: Sind alle genannten Anforderungen im CV oder im Cover Letter erkennbar wiederzufinden? Wer sich diese Frage stellt, merkt meist, dass ein Punkt fehlt. Und wer das Gespräch schon im Blick hat, findet die Standardfragen im Beitrag zum englischen Vorstellungsgespräch.

Häufige Fragen

Darf ich ein Foto in den CV setzen?
Üblich ist es im englischsprachigen Raum nicht, und viele Unternehmen bitten ausdrücklich darum, keines beizufügen. Verlangt eine Ausschreibung ausdrücklich eines, richtet man sich danach. Eine rechtliche Einschätzung kann diese Seite nicht geben.
Wie lang darf ein CV sein?
Britisch sind zwei Seiten der Richtwert, amerikanisch beim resumé eher eine. Berufsanfänger kommen fast immer mit einer Seite aus. Länge entsteht durch Auswahl, nicht durch Schriftgröße.
Muss ich Lücken im Lebenslauf erklären?
Im CV selbst wird das selten erwartet, weil dort ohnehin ausgewählt wird. Im Gespräch kann die Frage kommen, und dann hilft eine ruhige, knappe Antwort mehr als eine Rechtfertigung. Bausteine dafür stehen im Beitrag zum englischen Vorstellungsgespräch.
Was schreibe ich unter Referenzen?
Verbreitet ist die Zeile „references available on request“, wenn keine Personen genannt werden sollen. Wer Namen angibt, fragt die betreffenden Personen vorher. Arbeitszeugnisse deutscher Art gibt es im englischsprachigen Raum in dieser Form nicht, weshalb Referenzen dort die Lücke füllen.

Redaktion Englischclub · zuletzt aktualisiert am 10. September 2026

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